Deutscher Journalisten-verband Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten

Pressemitteilungen

01. Juli 2014

Aktion der WDR-Freien

"Pack den Rasenmäher weg!"

Prof. Dr. Frank Überall vom DJV-Bundesvorstand und der WDR-Freie Thomas Becker packen den Rasenmäher weg – stellvertretend für den WDR. Foto: DJV-NRW/Christian Esser

Stellvertretend für den WDR haben freie Journalistinnen und Journalisten des DJV heute Morgen den Rasenmäher schon mal weggepackt. Damit forderten die Mitarbeiter ihren Sender auf, auf unbedachte „Rasenmäher-Kürzungen“ zu verzichten und notwendige Einsparungen abgewogen und durchdacht vorzunehmen.

 

Kurz vor einer außerordentlichen Personalversammlung um 9.30 Uhr setzten die WDR-Freien ihre Kritik am Eingang der Kölner WDR-Arkaden in Szene. Die Botschaft des Rasenmäher-Eintütens in einen blauen Sack richtete sich an WDR und KEF (Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten). „Inflation und Kostensteigerungen gehen auch am WDR nicht vorbei. Wenn der Rundfunkbeitrag nicht erhöht wird, ist das faktisch ein Minus: Wenn das eingenommene Geld weniger wert ist, kann damit weniger Programm gemacht werden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das gesellschaftlich gewollt ist“, sagte Prof. Dr. Frank Überall, Mitglied des DJV-Bundesvorstands und der Verhandlungskommission Freie beim WDR.

 

Bei den scharfen Einschnitten, die wegen des Lochs im WDR-Etat zu erwarten sind, hat der DJV die ernste Sorge, dass darunter die journalistische Qualität des WDR-Angebots leiden wird. „Wir brauchen auch eine gesamtgesellschaftliche Debatte darüber, was öffentlich-rechtlicher Rundfunk leisten kann und muss - und wie das zukunftsfähig finanziert werden kann“, erklärte Frank Überall.

 

Dass pauschale Kürzungen keinen Sinn machen, hat der DJV-NRW bereits auf seinem Gewerkschaftstag Mitte Mai in einer Resolution konstatiert. Daran erinnerte vor Ort Dr. Anja Zimmer, Geschäftsführerin des Landesverbandes. Sie forderte erneut: „Der WDR muss darüber nachdenken, wie er intelligent sparen kann.“

 

Frank Überall betonte: „Die Arbeitsbelastung für Feste beim WDR wird immer höher, die Honorare für Freie werden immer niedriger. So kann ein unabhängiger öffentlich-rechtlicher Rundfunk auf Dauer seinen Auftrag nicht mehr erfüllen.“ Guter Journalismus und gute Arbeit seien gutes Geld wert. „Dafür haben wir heute hier gestanden."

 

Kontakt: Silke Bender, Pressereferentin DJV-NRW