Deutscher Journalisten-verband Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten

Tarife und Honorare

Resolution des Gewerkschaftstags 2014: Medienvielfalt sichern

Der Deutsche Journalisten-Verband NRW beklagt die Entscheidung des Verlages Girardet, auf eine eigene Mantelredaktion für die Westdeutsche Zeitung zu verzichten. Mit einem den örtlichen Gegebenheiten leicht angepassten Standardprodukt aus einer Newsdesk-Fabrik verliert eine Zeitung ihren journalistischen Markenkern und ist auf die Dauer nicht mehr wahrnehmbar.

 

Schlimmer noch ist der beabsichtigte Verzicht auf mehrere eigene Lokalredaktionen und die Übernahme der lokalen Inhalte vom örtlichen Konkurrenten. Damit verliert eine Lokalzeitung ihre Existenzberechtigung und verstärkt den Trend zu Ein-Zeitungs-Kreisen. Solch leere Hüllen sind kein Überlebensrezept in schwieriger Zeit.

 

Bei allem Verständnis für die Nöte einzelner Zeitungstitel: So geht es nicht! Der DJV-NRW fordert den Girardet Verlag auf, nehmen Sie diese Entscheidung zurück.

Resolution des Gewerkschaftstags 2014: Stoppen Sie die Tarifflucht in Köln!

Scharf kritisiert der DJV-NRW die Entscheidungen der Kölner Medienhäuser M. DuMont Schauberg und Heinen-Verlag zur Gründung einer tariflosen Tochter “Rheinische Redaktionsgemeinschaft“, in der viele der Lokalredaktionen von Kölner Stadt-Anzeiger und Kölnischer Rundschau zusammengelegt werden sollen.

 

Die Zusammenlegung der Lokalredaktionen vernichtet nicht nur Arbeitsplätze, sie bedeutet eine weitere Verarmung der Meinungsvielfalt in NRW.

 

Was diesen Fall unter allen anderen Fällen von Tarifflucht in Deutschland heraushebt, sind die handelnden Personen: zwei der wichtigsten Funktionäre des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV): Helmut Heinen ist der amtierende Präsident des BDZV, Alfred Neven DuMont einer seiner Vorgänger und heute Mitglied im Ehrenpräsidium.

 

Der DJV-NRW fordert Sie deshalb auf, diese Entscheidung unverzüglich zu revidieren.

Tarifarbeit im DJV

Ein Motiv der DJV-NRW-Kampagne in der Tarifauseinandersetzung Tageszeitungen 2013. © DJV-NRW / Karlheinz Stannies

Warum sind Tarife so wichtig?
Tarife sichern Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen. Sie verhindern, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zum schutzlosen Spielball von Macht- und Finanzinteressen werden.

Ohne Tarife gäbe es nur Einzelkämpfer.
Und denen könnten auch wohlmeinende Betriebsräte nicht helfen. Denn dann gilt lediglich, was im einzelnen Arbeitsvertrag steht. Und was unterschreibt man nicht alles, um einen Job zu bekommen oder zu behalten?

Ohne Tarifverträge wäre jeder erpressbar.
Die von den Verlegern als Heilmittel gepriesenen "flexiblen betrieblichen Lösungen" kennen nur eine Richtung – nach unten.

Ohne Tarifverträge wäre alles reine Glückssache.
Gehälter und Gehaltserhöhungen, Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie Vermögenswirksame Leistungen und Zuschläge auf Sonntags- oder Feiertagesarbeit.

Ohne Tarifverträge könnten die Arbeitgeber sich auf Mindeststandards zurückziehen.
Den Urlaub könnten sie auf 24 Tage reduzieren (Urlaubsgesetz), die Wochenarbeitszeit dauerhaft und ohne Ausgleich auf 48 Stunden ausdehnen (Arbeitszeitgesetz) und statt der Fünf- die Sechs-Tage-Woche einführen (Arbeitszeitgesetz).

Übrigens...
Nur Gewerkschaften dürfen in den Betrieben zur Durchsetzung von Arbeitnehmerinteressen zum Streik aufrufen. Ohne dieses letzte Mittel wäre allenfalls kollektives Betteln möglich.