Unterwegs beim CSD 2026 in Köln
Die schönsten Fotos von Ferdinand Dörfler-Farthofer und Luciana Aquileira und Ha Pham. Für die Komplettansicht bitte auf die Fotos klicken.
DJV demonstriert bei CSD-Parade in Köln mit beliebten TV Promis für Vielfalt, Demokratie und Pressefreiheit
Bei seiner zweiten Teilnahme an der CSD-Demonstration in Köln in Folge hat der Deutsche Journalisten-Verband heute beliebte TV-Promis als Gäste auf seinem Pride-Truck: Mariele Millowitsch, Walter Sittler und Renan Demirkan.
Schauspielerin Mariele Millowitsch ist heute zum ersten Mal beim CSD dabei: „ ,Wir sind bunt´ ist ein großartiges Motto, das für Vielfalt, Toleranz und einen respektvollen Umgang miteinander wirbt“, sagt die beliebte Schauspielerin bei der ColognePride-Parade in Köln. „Ich bin für eine offene Gesellschaft, die unterschiedliche Herkünfte, Lebensweisen und Meinungen feiert, darum bin ich heute dabei.“ Millowitsch hatte am vergangenen Mittwoch wieder eine hohe Einschaltquote mit ihrer Krimireihe „Marie Brand“ erzielt (4,4 Millionen Zuschauer*innen, 22,6 % Marktanteil) - und das trotz Fußball-WM in der ARD.
Extra am frühen Morgen aus Stuttgart angereist kam ihr langjähriger befreundeter TV-Partner Walter Sittler („Girlfriends“, „Nikola“). Der Mime ist am 17. Juli zu Gast bei „3nach9“. Mit Mariele steht er ab September bis weit in 2027 wieder mit Lese-Abende „Alte Liebe“ nach Elke Heidenreichs Roman auf der Bühne. Zu der Filmclique auf dem Wagen gehört auch Filmproduzent Bernd van Fehrn, der Mariele zuliebe extra aus Hamburg anreiste. Bis Oktober 2024 war er Director Fiction/Scripted bei Warner. Inzwischen ist er Geschäftsführer bei der ZDF-Tochter Network Movie. Kurz bevor die drei auf den DJV-Wagen stiegen, hatten sie noch Brunch auf der Rheinblick-Terrasse beim Deutzer Kult-Griechen „Oasis“.
Ebenfalls auf dem DJV-Truck: Schauspielerin und Autorin Renan Demirkan, bekannt aus vielen „Tatort“-Folgen oder Fernsehserien wie „Dr. Klein“ oder „In aller Freundschaft“. Die Rheinländerin engagiert sich politisch, kandidierte 2025 für den Bundestag. Zu ihrer CSD-Teilnahme erklärt sie: „Selten war das Miteinander und Füreinander wichtiger als jetzt! Demokratie ist Aufklärung durch strukturelle Diversität.“ Sie kommt frisch von „Traumschiff“- und „Tatort“-Dreharbeiten.
Die Landesvorsitzende des DJV in NRW, Andrea Hansen, freute sich, die vier Promis und eine bunte Gruppe von DJV-Mitgliedern aus ganz Deutschland auf dem Truck zu begrüßen. „Demokratische Rechte von Minderheiten stehen in unserer Gesellschaft heute ebenso unter Druck wie Toleranz, Pressefreiheit, Inklusion und Chancengleichheit. Vieles, was längst erstritten war, erlebt einen politischen Backlash und wir müssen gemeinsam aufstehen, um eine vielfältige Gesellschaft zu bewahren“, sagt Hansen. „Die Pride-Parade ist der richtige Ort, um sich laut, sichtbar und gemeinsam mit vielen anderen, gegen gesellschaftlichen Rückschritt und für Menschenwürde zu stellen. Und obendrein macht das Demonstrieren dort Spaß.“
Der DJV nimmt 2026 bundesweit an 7 CSD-Paraden teil (München, Köln, Hamburg, Stuttgart, Erfurt, Trier und Sonneberg (Thüringen). Aber nur in Köln und München mit LKW. Unterstützt von den jeweiligen Landesverbänden wird diese Aktion koordiniert und organisiert vom DJV-Bundesfachausschuss Chancengleichheit und Diversity. Deren Vorsitzender Christian Schäfer-Koch sagt: „Die Anzahl der Angriffe gegen Medienschaffende und queere Menschen explodieren. So haben wir eine Allianz der beiden Gesellschaftsgruppen geschmiedet, Künstler inklusive.“
Initiative mit Strahlkraft
Initiiert wurde die DJV-Präsenz vom Bundesfachausschuss Chancengleichheit und Diversity (BFACD), der unter dem Motto „Lust auf Medien und Vielfalt“ mit einem eigenen Truck samt Anhänger durch Köln rollte. Christian Schäfer-Koch, Vorsitzender des BFACD, hatte gemeinsam mit Ferdi Farthofer vom Bayerischen Journalistenverband alles minutiös geplant – inklusive TÜV-Abnahme, Logistik und Sicherheit. Der DJV-NRW unterstützte den Fachausschuss dabei nach besten Kräften. Und Geschäftsführer Volkmar Kah lenkte dann auch das Demo-Gespann geduldig, souverän und ruckelfrei durch enge Kurven und dichten Trubel.
„Natürlich hätten wir lieber bei Sonnenschein demonstriert“, sagte Schäfer-Koch mit einem Augenzwinkern. „Aber ob meteorologisch oder politisch: widrige Großwetterlagen halten uns nicht davon ab, für Queerrechte und mehr Sichtbarkeit in Medien einzutreten.“
Regenfeste Vielfalt
Ganz vorne mit im Zug: die nordrhein-westfälische DJV-Landesvorsitzende Andrea Hansen. Aus Münster angereist, trug sie stolz das Frontbanner und heizte später vom Anhänger aus den Zuschauenden am Straßenrand ein. "Auch wenn uns das Wetter heute keinen Regenbogen geschenkt hat, wir halten die Regenbogenflagge hoch", kommentierte die Vorsitzende. Corinna Blümel, Vorsitzende der Kölner Journalistenvereinigung, war ebenfalls Teil der tapferen Fußgruppe. Ebenso wie Brigitte Lieb, erste weibliche Vorsitzende des Ortsvereins Münster, die mit nach Köln gereist war.
Der Pride war, wie immer, auch ein politisches Statement: für Akzeptanz, Gleichberechtigung und gegen Ausgrenzung. Bunt geschmückte Drags, queere Familien, Puppies und viele Plakate mit klaren Botschaften – von „Binary is for Computers“ bis „Kissing is the best weapon“ – zeigten, dass 900.000 Menschen auf den Kölner Straßen die Vielfalt nicht nur feiern, sondern auch verteidigen.
Alle Fotos: Ferdinand Dörfler-Farthofer/aktivnews
Erinnern, demonstrieren, feiern
Der CSD erinnert an die Stonewall-Proteste in der Christopher Street in New York 1969 – ausgelöst durch brutale Polizeirazzien in queeren Bars. Heute stehen Polizist:innen in Köln mit Regenbogen-Schminke an der Strecke, sichern die Route und lächeln in Kameras. Eine Entwicklung, die Mut macht – aber kein Anlass zum Ausruhen ist.
Denn auch wenn die Parade Party-Züge trägt: Sie ist und bleibt eine politische Demonstration. Das machte auch das diesjährige Motto deutlich, das rund 60.000 Demonstrierende einte: „Für Queerrechte. Viele. Gemeinsam. Stark.“
Trotz Regen – oder gerade deswegen
Das Wetter blieb trist, aber die Stimmung war umso heller. Nicht zuletzt dank der praktischen Schirme von Luciana Aguileira aus der Bundesgeschäftsstelle, die neben Organisationstalent auch gute Laune ins Team brachte. Im Chat nach der Parade waren sich alle einig: Trotz Regen – oder gerade deswegen – war dieser Tag ein echtes Highlight. Denn wer mit Sonne im Herzen demonstriert, trägt mit dem DJV-Orange auch im grauen Juli zu den vielfältigen Farben des Regenbogens bei.