Mitglied werden
Login Logout Mitglied werden
Warenkorb
Gemeinsam für faire Löhne für Freie und Festangestellte im Sender

Tarifrunde 2026 im WDR

Gemeinsam für faire Löhne für Freie und Festangestellte im Sender

Alles über die aktuellen Tarifverhandlungen im Westdeutschen Rundfunk

Infoschalte am 15. Juni zu allen Fragen rund um die Tarifverhandlungen

Ein halbe Stunde Update zur aktuellen Situation bei den Tarifverhandlungen im WDR nach der Einigung des Senders mit der VRFF: Wir bieten allen Beschäftigten eine Video-Schalte am Montag, 15. Juni, von12.30 Uhr bis 13.00 Uhr via Teams an. Dort geben Dir Mitglieder der Verhandlungskommission Antworten auf Deine Fragen.

Hier geht es zum Teams-Link.

Immer auf dem neusten Stand: Signal-Gruppe „DJV im WDR“

Unsere Kolleg:innen im Personalrat, in der Betriebsgruppe, in der DJV-NRW-Geschäftsstelle und in den Tarifkommissionen haben alle Entwicklungen im WDR im Blick. Über die Signal-Gruppe „DJV im WDR“ bieten wir Euch ein Diskussionsforum, in dem alle zu den Tarifverhandlungen auf den aktuellen Stand gebracht werden. Wer mag, kann dort jederzeit Mitglied werden. Jetzt der Signal-Gruppe beitreten! (Ihr benötigt dazu die Signal-App.)

FAQ: Wie geht es weiter mit den Tarifverhandlungen beim WDR?

Bei den Tarifverhandlungen im WDR hat es am Dienstag, 9.6.2026, einen Tabubruch gegeben: Der WDR hat mit der Gewerkschaft VRFF – und nur mit ihr – eine Tarifvereinbarung getroffen, obwohl die anderen drei Gewerkschaften noch mit dem Sender verhandeln. Nun plant der WDR, diesen „Abschluss“ auf alle seine festangestellten Beschäftigten anzuwenden. Die freien Journalist:innen und die angestellten Musiker:innen gehen leer aus.

Es sind zu dieser im öffentlich-rechtlichen Rundfunk beispiellosen Entscheidung natürlich viele Fragen unter den Kolleg:innen aufgekommen. Wir möchten Dir heute erklären, was die Vereinbarung von WDR und VRFF für die Beschäftigten konkret bedeutet. Und wie es mit unseren eigenen Tarifverhandlungen mit dem WDR jetzt weitergeht.

Außerdem bieten wir allen Beschäftigten eine Video-Schalte am Montag, 15. Juni, von 12.30 Uhr bis 13.00 Uhr via Teams an. Dort geben Dir Mitglieder der Verhandlungskommission Antworten auf Deine Fragen

  • Ganz klar ist: Wir verhandeln weiter, wir kämpfen weiter und wir streiken weiter für ein erheblich besseres Ergebnis. Das tun wir weiter gemeinsam mit den Gewerkschaften ver.di und UNISONO. Gemeinsam sind wir stärker und vertreten den Großteil der Beschäftigten!
  • Der WDR hat uns in der Tarifrunde am Dienstag das Angebot, dass die VRFF erhalten hat, nicht gemacht. Wir hätten es aber auch auf keinen Fall angenommen und halten es aus vielen Gründen für gefährlich.
  • Die Belegschaft darf sich jetzt nicht auseinanderdividieren lassen: Solidarität ist das Gebot der Stunde, damit wir gemeinsam mehr erreichen können.
Was die VRFF verhandelt hat und was es konkret bedeutet

Die VRFF behauptet, eine lineare Steigerung von 5,73 % auf 35 Monate herausgehandelt zu haben. Wenn man jedoch genauer hinschaut, ist ein Teil davon auf Sand gebaut.

Garantiert sind nämlich von 2026 bis 2028 lediglich 4,23%. Die VRFF rechnet ab dem 1.2.2028 noch mit zusätzlich 0,5%, wenn der Rundfunkbeitrag durch das noch ausstehende Urteil des Bundesverfassungsgerichts steigt. Und sie addiert noch 1,0% dazu, die sie durch die Zustimmung zu einer ARD-Entsendungsregelung erhält. 

Diese 1,5 % sind aber lediglich eine Möhre, die der WDR ihr hinhält. Denn auf das ausstehende Urteil des Bundesverfassungsgerichts hat weder der WDR noch die VRFF einen Einfluss. Und die Kopplung einer Zustimmung an die Entsendereglung ist mit 1% Erhöhung sehr teuer von der Gewerkschaft erkauft.

Für DJV, ver.di und UNISONO ist weiterhin das gemeinsame Ziel, eine Erhöhung im Rahmen des Tarifabschlusses im Öffentlichen Dienst zu erreichen, der bei 5,8% bei einer Laufzeit von 27 Monaten liegt. Übrigens: Berücksichtigt man beim VRFF-Ergebnis die deutlich längere Laufzeit, liegt das Ergebnis um 3,3 % niedriger als der TVÖD. Wir sind sicher, da geht mehr!

Was es bedeutet, dass der WDR das VRFF-Ergebnis auf die Festangestellten übertragen will

Es bedeutet erst einmal, dass Freie und Musiker:innen komplett leer ausgehen. Man könnte vermuten, dass der WDR damit den Einigungsdruck hier zu erhöhen. Die VRFF hat also obendrein die Verhandlungspositionen der beiden Gruppen im Betrieb sehr geschwächt.

Bei den (arbeitnehmerähnlichen) Freien geht es nicht übrigens nur um das reine Volumen der Honorarerhöhung. Es geht auch um die Verhinderung von Honorarabsenkungen durch die Hintertür im Rahmen der neuen Infostrategie!

Und auch bei der Behandlung der Musiker:innen zeigt sich, dass der WDR die Belegschaft spalten will. Er könnte ihnen das Verhandlungsergebnis ja auch zukommen lassen. Aber er will sie aus der Solidargemeinschaft herauslösen und auch hier eine Insellösung verhandeln.

Wir müssen uns dagegen wehren, dass einige Gruppen außen vor bleiben. Denn das spaltet die Belegschaft! Die Freien und die Musiker:innen brauchen jetzt die Solidarität der Festangestellten!

Wie sich die geplanten Entsendungsregelungen auswirken könnten

Die VRFF hat mit dem WDR vereinbart, gegen eine Entgelt-Erhöhung von 1% einer geplanten Entsendungsregelung in Anlehnung an den Öffentlichen Dienst zuzustimmen. Wir halten das für eine gefährliche Entwicklung und ein Risiko, das die Position der Beschäftigten im WDR schwächt. Wir gehen sehr bestimmt in dieser Frage einen anderen Weg. Denn wir wollen erreichen, dass ein Missbrauch von Versetzung, Personalgestellung und Abordnung durch mit uns verhandelte Regelungen ARD-weit von vornherein unterbunden wird.

Nach Plänen des Senders könnten WDR-Beschäftigte künftig dauerhaft in anderen Anstalten oder gar bei ganz anderen Arbeitgeber:innen eingesetzt werden. Die VRFF-Regelung mit Anlehnung an den TVÖD funktioniert in der ARD so nicht. Denn im Öffentlichen Dienst verdienen die Beschäftigten überall das Gleiche, das Gehaltsniveau in den ARD-Sendern ist jedoch unterschiedlich. Der WDR könnte Beschäftigte aus anderen Anstalten mit niedrigerem Tarifniveau „entleihen“. Besser bezahlte Kräfte im WDR könnten so ihren Job verlieren. Ein Tarifdumping wäre möglich. Das darf nicht sein! 

Die Festangestellten im WDR brauchen die Solidarität der Freien, um das zu verhindern!

Was bedeutet das alles für die Freien und die Musiker:innen?

Weder die Freien noch die Musiker:innen haben etwas von dem VRFF-Abschluss. Sie gehören nicht zum Klientel der VRFF.

Mit einem Abschluss nur für einen Teil der Beschäftigten – ohne Musiker:innen und freie Mitarbeiter:innen - spaltet die VRFF die Belegschaft und schwächt sie. Dabei wäre es gerade jetzt wichtig, solidarisch zusammen zu stehen, zumal es zahlreiche Themen gibt, die der VRFF-Abschluss nicht berücksichtigt.

Wir fordern weiter eine lineare Entgelt-Erhöhung auch für Freie und als Ausgleich für entstehenden Leermonate eine Einmalzahlung. Und wir kämpfen darum, dass der ausgehandelte Honorarrahmen endlich fair umgesetzt wird.   

Was wir jetzt fordern
  • Eine lineare Entgelterhöhung für Festangestellte und Freie, die ihren Namen verdient und sich am Öffentlichen Dienst orientiert!
  • Eine faire Regelung zur linearen Entgelt-Erhöhung von Freien (plus Einmalzahlung für entstehende Leermonate) und ein Ende des Unterlaufens des Honorarrahmens.
  • Keine Billigredakteur:innen im Sender. Redaktionelle Arbeit darf nicht unterhalb der Vergütungsgruppe 4 bezahlt werden.
  • Eine ARD-weite Regelung zur Entsendung, die Schutz gegen Missbrauch beim Outsourcing garantiert.
  • Ein Tarifabschluss, der ALLE Beschäftigten umfasst und ein Ende der Spaltung der Belegschaft! Festangestellte, Freie, Musiker:innen – Ihr alle seid der WDR!
Was passiert, wenn DJV; ver.di und UNISONO jetzt auch einen Abschluss mit dem WDR erzielen?

Dann gilt im Sender dieser Abschluss. Denn nach dem Tarifeinheitsgesetz ist in einem Betrieb immer der Abschluss der mitgliederstärksten Gewerkschaft ausschlaggebend für den geltenden Tarif. Während die VRFF nur eine Minderheit im Sender vertritt, stehen DJV. Ver.di und UNISONO gemeinsam für die breite Mehrheit. Und Gewerkschaftsmitglieder können die Ergebnisse einklagen.

Was Du jetzt tun kannst
  • Wenn Du wie wir einen besseren Tarifabschluss möchtest, gibt es nur eines: Zeige Solidarität!
  • Lass Dich nicht auseinanderdividieren und kämpfe gegen die Spaltung der Belegschaft!
  • Streike mit, wenn wir zu Arbeitskampfmaßnahmen aufrufen!
  • Sei bei unserer Info-Schalte am Montag, 15. Juni, 12.30 bis 13.00 Uhr dabei und stell Deine Fragen an Mitglieder unserer WDR-Verhandlungskommission. Hier geht es zum Link.

Alleingang zulasten aller Beschäftigten

Gemeinsame Tarifinfo von ver.di, DJV und UNISONO vom 11. Juni 2026 zum alleinigen Tarifabschluss der VRFF

Liebe Kolleg:innen,

der WDR hat am Dienstag, 9. Juni, eine Einigung nur mit der VRFF erzielt. Der Sender kündigt an, dieses Ergebnis – auch wenn es nur mit der VRFF vereinbart hat – auf alle Beschäftigten anzuwenden. Er will diesen Schritt gehen, obwohl die Verhandlungen mit den drei anderen Gewerkschaften ver.di, DJV und UNISONO noch andauern und auch weiter fortgesetzt werden. 

Diese ungewöhnliche und bedauerliche Situation ordnen wir im Folgenden ein: 

Warum hätten wir so nicht abgeschlossen?

Drei Gründe wiegen besonders schwer: Tarifabschlüsse in einem einzelnen Sender wirken weit über das jeweilige Haus hinaus. In der Vergangenheit hat sich gezeigt: Ein Abschluss innerhalb der ARD wird von anderen Rundfunkanstalten als Pilotabschluss, also Vergleichsmaßstab für Alle herangezogen. Deshalb kommt es entscheidend darauf an, wo und zu welchen Bedingungen ein solcher Abschluss zustande kommt.

Eine kluge Tarifstrategie bedeutet, einen Pilotabschluss dort anzustreben, wo die besten Aussichten auf ein starkes Ergebnis bestehen. Aus anderen Sendern, die teilweise noch diese Woche verhandeln, gab es von Verhandler:innen deutliche Hinweise, dass dort bessere Abschlüsse erreichbar sind. Hätten wir immer einfach abgeschlossen, wenn der WDR nicht mehr bereit war mehr zu geben, lägen die Gehälter und Honorare heute in allen Sendeanstalten deutlich niedriger.

Besondere Aufmerksamkeit verdient die geplante Regelung zur Personalgestellung innerhalb der ARD. Nach Plänen des Senders könnten WDR-Beschäftigte künftig dauerhaft in anderen Anstalten oder bei ganz anderen Arbeitgeber:innen eingesetzt werden. Die von der VRFF getroffene Festlegung auf eine Regelung in Anlehnung an den TVÖD ist gefährlich, weil sie auch ermöglichen würde, Beschäftigte mit niedrigerem Tarifniveau an den WDR zu verleihen. Tarifdumping zwischen den Anstalten wäre möglich. Ein Szenario, das die WDR-Verhandlungsführerin in unseren Verhandlungen einräumte, auch wenn dies nicht die Absicht des Senders sei. Die VRFF ist mit ihrem Entgegenkommen dieses Risiko für alle Beschäftigten eingegangen. Zudem schwächt die eingegangene Kopplung an eine relevante prozentuale Erhöhung die Verhandlungsposition der Belegschaften/Gewerkschaften in diesem Zusammenhang.

Mit der Koppelung der Lohnerhöhung an einen für die Belegschaften aller Rundfunkanstalten so risikobehafteten Themenkomplex werden gravierende Abhängigkeiten erzeugt, die ver.di, DJV und UNISONO vermeiden wollen. Wir sind der Auffassung, dass hier höchste Vorsicht geboten ist.

Mit einem Abschluss nur für einen Teil der Beschäftigten – ohne Musiker:innen und freie Mitarbeiter:innen - spaltet die VRFF die Belegschaft und schwächt sie. Dabei wäre es gerade jetzt wichtig, solidarisch zusammen zu stehen, zumal es zahlreiche Themen gibt, die der VRFF-Abschluss nicht berücksichtigt.

Wie geht es weiter?

Ein Tarifabschluss im WDR ist nur dann tragfähig, wenn er die Interessen aller Mitarbeiter:innen berücksichtigt. Dazu gehören angemessene Gehalts- und Honorarsteigerungen, klare Regelungen zu den sozialen Forderungen und wohlüberlegte Positionierung zur Forderung des WDR nach mehr Flexibilität beim anstaltsübergreifenden Arbeitseinsatz aller ARD-Anstaltsbelegschaften.

Wir verhandeln weiterhin mit dem WDR, um zu einem tragfähigen Tarifabschluss zu kommen. Auch weil die „Einigung“ der VRFF diese Gespräche belastet, werden weitere Warnstreiks nötig sein. Ohne Gegenwehr besteht die Gefahr, dass der WDR und andere Sender es schaffen, das allein mit der VRFF verhandelte und ungenügende Ergebnis als Piloten durchzusetzen – mit weitreichenden Folgen für die Beschäftigten.

Die nächste Verhandlungsrunde zwischen der Arbeitgeberseite und unisono, DJV und ver.di ist am 1.7.2026. Im Bayrischen Rundfunk und im Norddeutschen Rundfunk wird am 11. Juni weiterverhandelt.

Wir halten Euch auf dem Laufenden

Eure Gewerkschaften

5. Verhandlungstermin: WDR wechselt das Spielfeld

Köln, 09. Juni 2026

Die dicke Überraschung für die Gewerkschaften präsentierte der WDR gleich zu Beginn der 5. Verhandlungsrunde: Nebenforderungen? Lassen wir alle einfach mal weg! Dafür geben wir euch eine Einmalzahlung und insgesamt drei Prozent auf 35 Monate. Aber: Das ist Lichtjahre entfernt von den Forderungen der Gewerkschaften.

Alle Nebenforderungen weg? Nein! Eine, die der Sender vor zwei Runden noch als Nebenthema eingebracht hatte, rückten die WDR-Verhandler:innen in den Mittelpunkt: Eine Regelung zur Abordnung, Versetzung und Personalgestellung an andere ARD-Anstalten.

Für den WDR geht es offenbar um mehr Flexibilität bei der Personalsteuerung und langfristig bei den Personalkosten. Hintergrund ist, dass die ARD-Anstalten künftig Aufgaben einheitlich organisieren sollen, die ein Sender für andere mit erledigen kann.

Die Gewerkschaften sind nicht prinzipiell dagegen, wollen aber ein Personalkarussell auf Kosten der Beschäftigten verhindern. Es darf nicht sein, dass Mitarbeitende von anderen Sendern in Köln arbeiten, weil sie kostengünstiger sind. Auch sollen WDR-Beschäftigte, die zu anderen Sendern abgeordnet werden, ihre Standards wie Gehaltshöhe, Urlaubsansprüche etc. behalten. Das geht aber nur über eine ARD-weite Einigung, die für alle Sender gleichermaßen gilt.

Für die Gewerkschaften steht in der laufenden Entgeltrunde vor allem die Forderung nach Einkommensverbesserung im Vordergrund. Auf diesem Feld hängt der WDR die Trauben allerdings weiter hoch. Nur im Falle einer Einigung zur Personalgestellung hat der Sender für 2026 eine Einmalzahlung von 1.000 Euro in Aussicht gestellt und für 2027 eine Steigerung von 2% (bisher +1%). Für 2028 soll es über die bisher angebotenen 1% nur dann 2% geben, wenn der Rundfunkbeitrag bundesweit steigt (wie bisher).

Fazit: Mit dem Geldbeutel in der Faust will der WDR seine Themen durchboxen. Aufeinander zu verhandeln scheint auf Seiten des Senders ein Ding der Vergangenheit zu sein. Die Gewerkschaften werden gemeinsam mit Euch darauf antworten.

Die Verhandlungen endeten nach knapp sechs Stunden. Die nächste Verhandlungsrunde ist auf den 1. Juli terminiert. 
 

"Lichtjahre entfernt von angemessen"

Pressemitteilung vom 3. Juni 2026

„Der WDR hat in der laufenden Tarifrunde ein absolut unzureichendes Angebot gemacht und bleibt weiter Lichtjahre hinter unseren Forderungen und den Vereinbarungen, die im Öffentlichen Dienst längst getroffen wurden“, sagt Volkmar Kah, Geschäftsführer des Deutschen Journalisten-Verbands in NRW (DJV-NRW). „Gleichzeitig stellt er aber Gegenforderungen, beispielsweise weil künftig ARD-weit nach Bedarf Personal von Sender zu Sender verschoben werden soll.“ Der DJV-NRW ruft gemeinsam mit anderen Gewerkschaften zu einem Warnstreik am Montag, 8. Juni, auf.

Der WDR muss mit den anderen ARD-Sendern künftig enger zusammenarbeiten – unter anderem im Bereich Shared Services, erläutert Kah. „Die Sender suchen nach Wegen, Personal zwischen den Anstalten zu verschieben“, erläutert Kah. Juristisch ist das durch Versetzung, Abordnung und Personalgestellung möglich. „Das kann jeden treffen und ist auch prinzipiell verständlich“, stellt der Geschäftsführer klar. „Aber es darf nicht auf dem Rücken der Beschäftigten passieren!“
Der DJV-NRW wehrt sich auch gegen die Bestrebungen des WDR, Veränderungen im journalistischen Berufsbild einzuführen. „Redaktionelle Arbeit darf nicht unterhalb der Vergütungsgruppe 4 bezahlt werden“, betont Volkmar Kah. „Billigredakteur:innen wird es mit uns nicht geben!“
Bei den Bedingungen für die Freien sieht der DJV-NRW ebenfalls dringenden Verhandlungsbedarf. „Wir stellen fest, dass der WDR die im Rahmen der neuen Info-Strategie gerade getroffenen Vereinbarungen zur Honorierung der Freien teilweise sehr weit auslegt oder sogar unterläuft“, betont Kah. „So kann das nicht weitergehen. Deshalb fordern wir für die Freien einen fairen Umgang bei der Einführung der neuen Infostrategie – und faire Honorierung!“ 

Der 24stündige Streik findet am Tag vor der fünften Verhandlungsrunde statt – von 2 Uhr in der Nacht am 8. Juni bis 2 Uhr in der Nacht am 9. Juni. „Wir brauchen für die Gespräche jetzt den sichtbaren Rückhalt der Belegschaft“, erklärt Volkmar Kah. „Und der Sender muss deutlich merken, dass er so nicht mit den Beschäftigten umgehen kann.“

Aufruf zum Warnstreik am 8. Juni 2026 im WDR

Zur Durchsetzung insbesondere der folgenden Tarifforderung
• Faire Vergütung für Feste und Freie
ruft der Deutsche Journalisten-Verband NRW alle festangestellten und die arbeitnehmerähnlichen freien Journalist:innen sowie die Volontär:innen des Westdeutschen Rundfunks

an allen Standorten und in allen Redaktionen zum
Warnstreik

von Montag, 8. Juni 2026, ab 2:00 Uhr, bis Dienstag, 9. Juni 2026, 2:00 Uhr
auf.

Aufgerufen sind auch alle journalistischen Kolleg:innen in technischen Berufen, wie Kameraleute oder Cutter:innen.

Für Rückfragen steht der DJV-NRW jederzeit zur Verfügung.
Tel: 0211/233 99-0 ; E-Mail: information@djv-nrw.de

Volkmar Kah
Geschäftsführer

Kommt mit! Macht mit!

Die Streikenden treffen sich am Montag, 8. Juni, zu einer zentralen Streik-Versammlung in Köln vor dem 1LIVE-Haus. Hier treffen sich alle Kolleg:innen an deren Standorten es keine eigene Streikversammlung gibt. Die Versammlung beginnt um 9:00 Uhr mit einem Streik-Frühstück. Ab 10:00 Uhr folgen Ansprachen und Erfahrungsberichte von WDR-Mitarbeitenden. Dort liegen auch die Streiklisten aus.
Wer nicht an einer Versammlung teilnehmen kann, kann sich ebenfalls per E-Mail an information@djv-nrw.de in die Streikliste eintragen. Gebt auf diesem Wege Bescheid, dass Ihr Eure Arbeit niederlegt. Wichtig ist, sich am Streiktag beim DJV zu melden. Nur dann kann Streikgeld ausgezahlt werden.

Weitere aktuelle Informationen sowie Links zu den DJV-Signal-Gruppen für Informationen in Echtzeit gibt es unter www.djv-nrw.de/wdr-tarifrunde2026.

Gemeinsam gegen die Nullnummer: Protestmaibaum, verwaiste Redaktionen und Streikkuchen

30. April 2026

Keine Gehalts- und Honorarerhöhungen in diesem Jahr und in 2027 und 2028 von maximal zwei Prozent? Nachdem der WDR auch gestern in der vierten Tarifrunde wieder nur dieses Schmalspurangebot auf den Tisch gelegt hat, streiken heute in ganz NRW feste und fest-freie Journalist:innen des Senders. Aufgerufen hatten dazu alle verhandelnden Gewerkschaften, auch der DJV-NRW. Denn: „Das ist eindeutig zu wenig. Wir müssen jetzt was tun!“, betont Stephan Hackenbroch aus der DJV-Tarifkommission.

Viele Kolleg:innen in ganz WDR-Land bringen heute zum Ausdruck, dass sie das genauso sehen und legen die Arbeit für 24 Stunden nieder. „Viele stehen heute vor den Studios – und ich finde besonders toll, dass wir das gemeinsam tun. Wir dürfen uns als Gewerkschaften nicht auseinanderdividieren lassen“, betonte Stephanie Hajdamowicz, stellvertretende WDR-Personalratsvorsitzende bei der zentralen Streikversammlung vor dem 1Live-Haus in Köln. 

Auch der stellvertretende DJV-NRW-Vorsitzende Christian Weihe betonte, wie wichtig ein gemeinsames Vorgehen der Gewerkschaften jetzt ist: „An der Art der Verhandlungen erkennen wir ganz genau, dass die ARD-Anstalten zusammenarbeiten, dass es abgestimmte Angebote an uns gibt“, erklärte Weihe vor den Streikenden. „Das bedeutet für uns, dass wir auch ARD-weit zusammenarbeiten müssen. Dass wir gemeinsam bundesweit streiken müssen, so wie wir das jetzt heute tun, mit anderen Sendern zusammen. Und dass auch alle vier Gewerkschaften zusammenarbeiten, gleichzeitig auftreten und uns einig sein müssen. Nur so können wir gegen die Sender auch bestehen.“ Auch im NDR legten die Journalist:innen heute die Arbeit nieder.

Die Kolleg:innen in den Landesstudios versammelten sich in (digitalen und analogen) Streiklokalen. In Bielefeld blieben die redaktionellen Dienste komplett unbesetzt, das Planungsbüro in Münster zeigte sich verwaist. Ein DJV-Kollege brachte in Münster gleich seinen Geburtstagskuchen zu den streikenden Kolleg:innen mit. Aus Arnsberg grüßte eine stabile Gruppe Streikender und ein Team aus Duisburg verstärkte die gemeinsame Streikpräsenz in Essen. In Bonn stellten die Kolleg:innen gar einen Protest-Maibaum auf! Überall spürbar: Kämpferische Stimmung und der Wille, eine Nullnummer auf jeden Fall zu verhindern.

„Wir werden jetzt bei unserer Linie bleiben und weiter ein Angebot fordern. Und uns das erkämpfen, wenn es sein muss“, sagte Christian Weihe in Köln. „Ich bin sicher, dass wir weiterkämpfen müssen – so wie wir das auch heute tun. Nicht nur hier in Köln, sondern es gibt ja viele Kolleg:innen, die sich auch in Essen, Köln, Münster und anderwo in NRW getroffen haben. So müssen wir weiter machen, um auch das Angebot in der nächsten Runde am 9. Juni auch zu bekommen.“

Wir wünschen allen Streikenden im WDR einen erfolgreichen Warnstreiktag!

Starkes Streikteam aus Münster.

Aufruf zum Warnstreik am 30. April 2026 im WDR

Zur Durchsetzung insbesondere der folgenden Tarifforderung
• Faire Vergütung für Feste und Freie
ruft der Deutsche Journalisten-Verband NRW alle festangestellten und die arbeitnehmerähnlichen freien Journalist:innen sowie die Volontär:innen des Westdeutschen Rundfunks

an allen Standorten und in allen Redaktionen zum
Warnstreik

von Donnerstag, 30. April 2026, ab 2:00 Uhr, bis Freitag, 01. Mai 2026, 2:00 Uhr
auf.

Aufgerufen sind auch alle journalistischen Kolleg:innen in technischen Berufen, wie Kameraleute oder Cutter:innen.

Für Rückfragen steht der DJV-NRW jederzeit zur Verfügung.
Tel: 0211/233 99-0 ; E-Mail: information@djv-nrw.de

Kommt mit! Macht mit!

Die Streikenden treffen sich am Donnerstag, 30.04., zu einer zentralen Streik-Versammlung in Köln vor dem 1LIVE-Haus. Sie beginnt um 9:00 Uhr mit einem Streik-Frühstück. Ab 10:00 Uhr folgen Ansprachen und Erfahrungsberichte von WDR-Mitarbeitenden. Dort liegen auch die Streiklisten aus.


Wer nicht an einer Versammlung teilnehmen kann, kann sich ebenfalls per E-Mail an information@djv-nrw.de in die Streikliste eintragen. Gebt auf diesem Wege Bescheid, dass Ihr Eure Arbeit niederlegt. Wichtig ist, sich am Streiktag beim DJV zu melden. Nur dann kann Streikgeld ausgezahlt werden.
 

Weitere aktuelle Informationen sowie Links zu den DJV-Signal-Gruppen für Informationen in Echtzeit gibt es unter www.djv-nrw.de/wdr-tarifrunde2026.

4. Verhandlungsrunde: Schön war nur das Wetter...

Köln, 29. April 2026

Vierte Verhandlungsrunde und kein nachgebessertes Angebot des WDR! In der zentralen Frage der Entgeltverbesserungen hat sich das Haus keinen Zentimeter bewegt. Dies entgegen der nachdrücklichen Forderung der Gewerkschaften. Es bleibt also bei dem beschämenden Auftaktangebot des WDR: Nullrunde für dieses Jahr, wahrscheinlich je ein Prozent mehr für 2027 und 2028, nur im Falle einer Beitragserhöhung je zwei Prozent, Laufzeit unglaubliche 35 Monate. 


Das ist für die Gewerkschaften Verdi, DJV und UNISONO nicht hinnehmbar. Wir fordern weiterhin 7 Prozent Einkommensverbesserungen für Feste und Freie, bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Außerdem soziale Verbesserungen für alle Beschäftigten. 
 

Damit wollte der WDR sich nicht auseinandersetzen. Verhandlungsführerin Stefanie Drinhausen zog zahlreiche Nebenthemen nach vorne, die erst besprochen werden müssten. Man müsse erst die Kosten hierfür kennen, damit man die vom höchstmöglichen Angebot abziehen könne. Es gebe nur einen Sack voll Geld, aus dem alles bezahlt werde. Motto: Erst die Nebenthemen klären, dann zum Kern der Sache. 
Verdi, DJV und UNISONO können dazu nur sagen: So läuft das nicht! So kann man mit den Interessen der Beschäftigten nicht umgehen. Die Gewerkschaften haben die wesentlichen Informationen geliefert und die Fragen des Hauses dazu beantwortet, der WDR kann den Kostenrahmen nun realistisch einschätzen. Offenbar will er aber nicht. 
 

Fazit: Drei Stunden verhandelt, aber schön war dann nur das Wetter draußen. 
Wir sagen Euch, schaut jetzt in Eure Mailfächer und auf die Infos der Gewerkschaften! 
 

Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 9. Juni terminiert. 
 

WDR schlägt für dieses Jahr Nullrunde vor

31. März 2026

Zwischen ver.di, DJV und UNISONO und dem WDR haben heute die nächsten Gespräche der laufenden Tarifverhandlungen stattgefunden.

Dabei hat der WDR eine Nullrunde für den Rest dieses Jahres vorgeschlagen. Eine Erhöhung von Gehältern und Honoraren soll es erst ab 2027 geben - und zwar je ein Prozent für die Jahre 2027 und 2028. Nur bei einer Erhöhung des Rundfunkbeitrags soll es für 2027 und 2028 Gehalts- und Honorarerhöhungen von jeweils zwei Prozent geben. Die Laufzeit soll nach Auffassung des Senders also 35 Monate betragen, bis zum Ende der laufenden Beitragsperiode. Der WDR verweist dabei auf mangelnden finanziellen Spiel-raum und veränderte Berechnungen für den Personalaufwand durch die Kommission KEF, die die Höhe des Rundfunkbeitrags berechnet.

Für uns als Gewerkschaften ist das Angebot viel zu niedrig und deshalb inakzeptabel. Der WDR bleibt damit weit unter dem erforderlichen Inflationsausgleich, den die Beschäftigten zum Ausgleich der bekannten Kostensteigerungen benötigen. Die Gewerkschaften fordern eine Entgelt-Erhöhung von 7 Prozent sowie etliche weitere Verbesserungen für die Beschäftigten.

Gut ist: Beide Seiten haben bekräftigt, dass sie schnell zu einem Abschluss kommen wollen. Bei Sondierungsgesprächen in einer kleinen Runde ist dabei durchaus Vertrauen aufgebaut worden. Das gilt es nun zu rechtfertigen.

Die nächsten Tarifgespräche finden Ende April statt. Die Verhandlungen über aufgekommene Fragen zum neuen Honorarrahmen werden ausgelagert und die Themen separat besprochen. Bis zur vierten Verhandlungsrunde werden wir Gewerkschaften auch mit euch über die weiteren Schritte beraten.
 

Auftakt in großer Runde: Verhandlungen zur Vergütung von Freien und Festen

Gegenforderungen statt Angebot

26. Februar 2026

In den heutigen Entgelttarifverhandlungen haben die Gewerkschaften ihre Tarifforderungen vorgestellt. Für Feste und Freie wird eine lineare Erhöhung der Vergütung von 7 Prozent gefordert. Auch soll es unter anderem mehr Geld für die Azubis und Lernende geben, für Freie das Krankengeld ab dem ersten Krankheitstag und höhere Zuschüsse für die Altersvorsorge sowie eine Berufsunfähigkeitsversicherung für alle.

Konkrete Aussagen dazu gab es seitens des Senders nicht. Außer dem schon aus früheren Verhandlungen bekannten Satz, dass der Finanzrahmen diesmal ganz eng sei. Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) sitze sozusagen mit am Tisch. Diese halte den Daumen auf die Ausgaben. Ein Angebot könne der Sender vielleicht Ende März machen. Dafür müsse erst der aktuelle KEF-Bericht ausgewertet werden.

Die Gewerkschaften fragen sich nun, ob dies ein erster Schritt zu einer Verzögerungstaktik ist. Sie fordern ein schnelles Vorankommen und einen schnellen Abschluss. Auf dem Weg dahin will der WDR aber noch Gegenforderungen durchsetzen. So sollen Abordnungen und Versetzungen zu anderen Sendern wegen der zunehmenden ARD-weiten Zusammenarbeit erleichtert werden. Über eine Verschlechterung des Bestandsschutzes bei programmgestaltenden Freien will der Sender ebenso sprechen.

Die nächste Verhandlungsrunde findet am 31. März statt. Über weitere Aktionen informieren wir Euch.