Nachruf auf Oliver Müller
Verfasser: Pascal Hesse
Wir trauern um unser Vorstandsmitglied Oliver Müller, der am 11. September 2025 im Alter von nur 62 Jahren plötzlich verstorben ist.
Oliver war mehr als ein Fotograf, er war Familienvater, Ehemann und ein Mensch, der sich stets für andere stark machte – sei es im DJV, in seiner Kirchengemeinde oder im persönlichen Miteinander. Er hatte ein Gespür für Menschen, für Situationen und für den richtigen Moment. Seine Bilder erzählten Geschichten, hielten Erinnerungen fest und prägten über Jahrzehnte die lokale Berichterstattung im Ruhrgebiet mit.
Oliver studierte Anfang der 1980er Jahre Kommunikationsdesign an der Universität Duisburg-Essen, die damals noch Gesamthochschule hieß. Schon während des Studiums arbeitete er als freier Journalist und Fotograf für die Lokalredaktion Essen der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ), später für die Neue Ruhr / Neue Rhein Zeitung (NRZ) – zunächst in Oberhausen, dann in Essen, wo er als festangestellter Fotoredakteur tätig war. Wegen Umstrukturierungen bei der FUNKE Mediengruppe wechselte er 2009 zum WAZ-Fotopool. Ab 2018 war er wieder freiberuflich unterwegs – unter anderem für WAZ und NRZ, das Bistum Essen, den RDN Verlag in Recklinghausen, der unter anderem das DJV-Journal produziert, sowie für den Bund der Steuerzahler. Dem Bildjournalismus blieb er bis zuletzt mit großer Leidenschaft treu.
Oliver verstand es, den Menschen im Ruhrgebiet die Schönheit und die Kontroversen ihrer Region durch seine Augen zu zeigen – alltäglich, prachtvoll, ungeschönt. Sein Blick durch die Kamera eröffnete viele Perspektiven, die nicht jede:r sonst zu Gesicht bekommt. In Erinnerung bleiben wird er uns jedoch vor allem mit seiner Haltung, seiner Wärme und seiner unverwechselbaren Art.
Oliver war nicht nur ein herausragender Fotograf, sondern auch ein engagierter Kollege. Annähernd zwei Jahrzehnte lang gestaltete er die Arbeit im Vorstand des DJV Essen-Mülheim-Oberhausen mit, brachte jungen Kolleg:innen den Berufsverband wie die Gewerkschaft nahe und vermittelte ihnen, wie wichtig es ist, für ihre Rechte einzutreten. Als Betriebsrat setzte er sich viele Jahre lang mit Nachdruck für die Interessen von Fotograf:innen ein – immer mit klaren Worten, aber auch mit Herz und Humor.
Wer mit ihm zusammenarbeitete, schätzte seine Kollegialität, seine Verlässlichkeit und seine Fähigkeit, die Dinge auf den Punkt zu bringen. Oliver war jemand, auf den man sich verlassen konnte – im Beruf, im Verband wie im menschlichen Miteinander.
Oliver Müller hinterlässt seine Frau und unsere Vorstandskollegin Bärbel Hildebrand sowie ihre beiden Kinder Olivia und Tobias.
Wir gedenken Oliver Müller in Dankbarkeit und sind seinen Angehörigen nahe.