Deutscher Journalisten-verband Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten

Online-Meldungen

21. November 2016

Journalistentag NRW 2016

Noch kein Leben in der Metropole

Ruhrgebiets-Kenner diskutieren auf dem DJV-Journalistentag Metropolen-Blick und
Medieneinfluss


Geht das Metropolen-Image an der Wirklichkeit im Ruhrgebiet vorbei? Der Essener WAZ-Chefredakteur Andreas Tyrock stellte auf dem DJV-Journalistentag im Duisburger Landschaftspark Nord fest, dass sich das Leben der Menschen noch nicht in der „Metropole Ruhrgebiet“ abspielt.

Zusammen mit dem Chef der Ruhr-Triennale, Johan Simons, mit Karola Geiß-Netthöfel, Direktorin des Regionalverbands Ruhr (RVR), und mit Ute Günther vom Verein „pro Ruhrgebiet“ diskutierte Tyrock in einem der 14 Foren des Journalistentags. Über 450 Journalisten waren nach Duisburg gekommen, um sich über aktuelle Themen in ihrer Branche zu informieren.

Die Ruhrgebiets-Experten sprachen in der Podiumsrunde engagiert über die Zukunft von großen Städten und Metropolen. „Wir können Wandel“, stellte Günther die Stärke der Region heraus. Aber den erwünschten „Metropolen-Blick“ habe der Bürger noch nicht, stellte Tyrock fest. Das Leben der Menschen spiele sich halt nicht in der Metropole ab. Das Heimatgefühl leite sich meist immer noch aus dem Stadtteil und der Stadt ab. Tyrock: „Ich würde mir von der Region mehr Selbstbewusstsein wünschen.“

Zum Thema passte die perfekt inszenierte Kulisse des Landschaftsparks Duisburg-Nord, in der sich der Wandel des Ruhrgebiets weg von Kohle und Stahl zeigt. Mit Moderatorin Katrin Kroemer diskutierten die Experten, welche Rolle Medien beim Wandel zur Metropole Ruhegebiet haben oder haben könnten.

Weitere Themen des zwölften Journalistentags NRW waren der richtige Umgang mit Hasskommentaren im Netz, die Kunst des Verifizierens und die Qualität der journalistischen Ausbildung. Es ging auch um Chancen des mobilen Journalismus und neue Jugendformate etablierter Medien. DJV-Landesvorsitzender Frank Stach zog am Ende des sechsstündigen Diskussions-Marathons ein zufriedenes Fazit. „Wir haben als Verband und Gewerkschaft gezeigt, dass wir sowohl unseren Mitgliedern als auch Interessenten aus der Kommunikationsbranche Orientierung bieten können.“ Denn die zentrale Frage sei doch: Wohin geht die Reise im Journalismus? Dabei habe sich der DJV mit diesem Journalistentag erneut öffentlich als Ansprechpartner gezeigt.

 

Der DJV-Journalistentag fand zum zweiten Mal im Landschaftspark Duisburg-Nord statt. Er gilt bundesweit als eines der wichtigsten Branchentreffen, bei dem Journalisten aus Nordrhein-Westfalen und Medien-Fachleute auf Augenhöhe diskutieren.