Deutscher Journalisten-verband Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten

Pressemitteilungen

26. September 2014

Insolvenz der Westfälischen Rundschau

Funke hat Titel mit Anlauf an die Wand gesetzt

Der DJV-NRW kritisiert scharf, dass die Funke Mediengruppe jetzt das Bundeskartellamt für die Insolvenz der Westfälischen Rundschau (WR) verantwortlich machen will. Die Geschäftsführung sollte die Größe besitzen, Verantwortung für ihr eigenes Missmanagement zu übernehmen.

 

„Funke selbst hat den Zeitungstitel mit Anlauf an die Wand gesetzt“, macht der Vorsitzende des DJV-NRW, Frank Stach, deutlich. „Die Geschäftsführung ist sehenden Auges in diese Katastrophe geschlittert.“

 

Das Sterben der WR hat bereits im Februar 2013 eingesetzt: mit der Entlassung der kompletten WR-Redaktion und mit dem Befüllen der Lokalteile durch Konkurrenzblätter. „Der Leser lässt sich nicht alles vorsetzen“, warnt Stach die Zeitungsbranche insgesamt, in der viele Verlage ihr Heil in geklonten Inhalten, Sanierungsfusionen und Sparprogrammen suchen.

 

Scharf kritisiert Frank Stach die Funke-Gruppe aber dafür, dass sie nun das Bundeskartellamt für den Niedergang der WR verantwortlich macht. „Das ist billig“, so Stach. „Die Geschäftsführer sollten die Verantwortung für diesen Unfug wenigstens selbst übernehmen.“

 

Die Funke Mediengruppe hat heute verkündet, einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens für den zur Gruppe gehörenden Westfälischen Zeitungsverlag (WZV) zu stellen. In dem Verlag erscheinen nur noch Zombie-Zeitungen: Ausgaben der WR und WAZ für die Städte Dortmund, Schwerte, Lünen und Castrop-Rauxel, die allesamt mit lokaler Berichterstattung der Ruhr Nachrichten gefüllt werden. Funke wirft dem Bundeskartellamt vor, die Schuld für die Insolvenz zu tragen, da die Behörde dem Verkauf der Ausgaben an das Medienhaus Lensing nicht zugestimmt habe.

 

 

Kontakt: Silke Bender, Pressereferentin DJV-NRW