Deutscher Journalisten-verband Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten

Pressemitteilungen

17. November 2014

Journalistentag NRW

Stiftung Vielfalt und Partizipation ist startklar

Staatsfern, staatskonform, wettbewerbsneutral und gemeinnützig: Das sind die vier Grundpfeiler, auf denen die Stiftung Vielfalt und Partizipation der Landesanstalt für Medien NRW (LfM) steht. LfM-Direktor Jürgen Brautmeier gab auf dem Journalistentag NRW den Startschuss: Ab sofort gehe es mit Arbeit und Auftrag der Stiftung los.

 

Laut Brautmeier ist der Auftrag der Stiftung Vielfalt und Partizipation nun klar: den Medienmarkt analysieren, Handlungsmaßnahmen erarbeiten und Anreize vor allem für den Lokaljournalismus setzen. Die Vernetzung der Branche sei dabei ebenso wichtig wie die Zusammenarbeit mit Partnern, erklärte er am Samstag, 15. November, im Dortmunder U. Brautmeier, der selbst die Rolle des Geschäftsführers für die Stiftung übernimmt, will mit Journalisten und Verlegern Zukunftsmodelle finden. „Die Stiftung bietet die Chance, dass wir uns gemeinsam drüber beugen und nicht einzeln losmarschieren.“

 

Anja Zimmer, Geschäftsführerin des DJV-NRW, drang in der Diskussion auf dem Journalistentag darauf, „ganz neue Finanzierungsfragen“ zu stellen. Enttäuscht zeigte sie sich über die finanzielle Ausstattung der Stiftung in Höhe von 1,6 Mio. Euro. „Das ist zu wenig, das wird nicht reichen“, kritisierte sie.

 

Stiftungskritiker David Schraven sah zwar einige seiner früheren Kritikpunkte ausgeräumt, machte sich aber nach wie vor Sorgen, dass „viel Geld für Unfug“ ausgegeben wird. Der Journalist, der Mitte 2014 das gemeinnützige und von der Essener Brost-Stiftung finanzierte Recherchebüro Correctiv gegründet hat, warb offensiv dafür, einen Gründungsboom für gemeinnützigen Journalismus auszulösen. „Da bin ich dabei, da rede ich mit jedem.“

 

Brautmeier selbst verhehlte auf dem Panel nicht, dass er der Stiftung lange Zeit kritisch gegenüber stand. Panel-Moderator Volkmar Kah hatte ihn nicht umsonst als den „obersten Medienregulierer“ angekündigt, dem man ins Stammbuch geschrieben habe, das Ding jetzt machen zu müssen. „Die Politik hat hohe Erwartungen geschürt“, so Brautmeier, „aber wir können nicht alles erfüllen.“

 

 

Kontakt: Silke Bender, Pressereferentin DJV-NRW

 

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