Deutscher Journalisten-verband Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten

Die Referenten des Freientags 2014

Referent Frank Stach

Workshop 1
Frei in der Anstalt
Im öffentlich-rechtlichen Rundfunk den Durchblick finden und behalten

Es ist schon ganz schön kompliziert, seinen Lebensunterhalt als freier Mitarbeiter bei den öffentlich-rechtlichen Sendern, insbesondere beim Westdeutschen Rundfunk zu verdienen. Gerade Berufsanfänger stehen da oft vor einem Berg von Fragen, und selbst erfahrene Kolleginnen und Kollegen wissen längst nicht alles. Der WDR ist als Anstalt des öffentlichen Rechts ein besonderes Konstrukt. Auftrag, Aufgabe und Organisation regelt das WDR-Gesetz entsprechend den verfassungsrechtlichen Vorgaben. Die Mitwirkung freier Mitarbeiter im Programm ist ausdrücklich erwünscht, es gibt für sie einen Tarifvertrag. Der Workshop gibt einen Überblick über die Rechte von Freien in einer öffentlich-rechtlichen Anstalt, insbesondere beim WDR.

Zum Referenten:
Frank Stach arbeitet als Hörfunk und Fernsehjournalist seit 1992 u.a. für den WDR. Er ist neben drei weiteren Kollegen der erste Freie, der vor zwei Jahren in den Personalrat des WDR gewählt wurde. Möglich wurde das durch eine Änderung des Landespersonalvertretungsgesetzes. Als eine der ersten Maßnahmen richtete der Personalrat Sprechstunden für Freie ein. Sie wurden mittlerweile von rund 300 Kollegen besucht.

Referentin Bettina Blaß

Workshop 2
So werde ich im Netz gefunden
Einführung in die Suchmaschinenoptimierung

Die beste Internetseite, das tollste Blog im Netz bringen nichts, wenn dort niemand vorbeisurft. Doch gegen Besuchermangel können Sie etwas tun: Wie Social Media und Suchmaschinenoptimierung zusammenwachsen. Eine Einführung.

Zur Referentin:
Bettina Blaß ist selbstständige Verbraucherjournalistin, Dozentin für Onlinethemen, Lehrbeauftragte an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz und Buchautorin. Vor ihrer Selbstständigkeit arbeitete sie als Multimediaredakteurin bei WISO im ZDF und als stellvertretende Redaktionsleiterin bei der G+J Wirtschaftspresse online. Sie studierte in Marburg auf Magister Neuere Deutsche Literatur und Medien, Psychologie und Europäische Ethnologie und absolvierte in Mainz den Aufbaustudiengang Journalismus.

Internet: http://wirtschaft-verstehen.de

Referent Kai Rüsberg

Workshop 3
Mobile Reporting
Mit dem Smartphone auf Sendung

Schnell, echt, live: mobiler Journalismus per Internet und Social Media.

Früher kam dafür der Ü-Wagen. Heute reicht das Smartphone aus der Hosentasche. Immer dabei. Immer sendebereit. Kai Rüsberg stellt vor, wie man extrem flexibel und schnell multimedial auf Sendung gehen kann. Gezeigt wird, wie man eine Live-Übertragung herstellt und eine Videoreportage in One-Shot-Technik mit geringstem Nachbearbeitungsaufwand produziert.

Ziel des Workshops:
Lust darauf machen, selbst live mit dem Handy auf Sendung zu gehen. Und zu zeigen, wie eine während des Außentermins vorproduzierte Reportage innerhalb von nur einer Stunde erstellt und im Internet präsentiert werden kann.

Referent Frank Sonnenberg

Workshop 4
Von der Idee zur Geschichte
Storytelling in 90 Minuten

Geschichten berühren, vermitteln Fakten und transportieren Emotionen. Doch was macht eine gute Geschichte aus? Was bedeutet digitales Storytelling?

In dem 90-minütigen Praxis-Workshop lernen Sie die Grundelemente für gute Geschichten kennen, wie sie in Porträt und Reportage genutzt werden, aber auch wie Storytelling in der Unternehmenskommunikation eingesetzt wird. Der Fokus des Workshops liegt auf der Konzeptphase des digitalen Storytellings. Die Teilnehmer erhalten dazu Einblicke in unterschiedliche Erzählprozesse und lernen u.a. die Vorteile von Drehbuch und Storyboards kennen.

Zum Referenten:
Frank Sonnenberg arbeitet als freier Crossmedia Journalist (Text, Bild und Video), ist Autor für Fachzeitschriften und als Referent in der Journalistenausbildung tätig. Sein Schwerpunkt liegt momentan auf Industrie- und Handwerksthemen.

Internet: www.franksonnenberg.de

Referent Günter Mydlak

Workshop 5
Lokales im Netz
Bürgerinformation trotz Tageszeitungssterben

Seit Sommer 2010 steht "halloherne" im Netz - ein lokales Online-Nachrichtenportal für Herne. Nein, nicht von der WAZ oder der Stadt Herne initiiert, sondern von ehemaligen WAZ-Redakteuren und -Mitarbeitern. Als private Initiative sozusagen. Daraus ist längst eine Unternehmens-Gesellschaft (UG) geworden, die auch die Portale "halloherten" und "hallorecklinghausen" herausgibt. Die halloherne UG ist der Versuch, Lokaljournalismus zu erhalten, und zwar auf der Basis von Nachrichten-Journalismus.

Der Workshop soll einen Einblick geben in den Mix aus Unternehmertum und journalistischer Arbeit - in guten wie in schlechten Tagen.

Zum Referenten:
Günter Mydlak (56) ist einer der Gründer von "halloherne". 25 Jahre lang war er in Diensten der WAZ tätig - 17 Jahre davon als Lokalredakteur in Herten. Bei der Streichung von 300 Redakteursstellen im Essener Medienkonzern ist er 2009 freiwillig ausgeschieden.

Patrik von Glasow

Workshop 6
Kommunikation in der Krise
Social Media in der PR

Die Natur des Social Web mit seinen vielen, oft meinungsstarken Akteuren und der starken Vernetzung bestimmter Interessengruppen untereinander trägt maßgeblich dazu bei, dass kontroverse Themen im Netz schnelle Verbreitung finden, sich krisenhaft verbreiten. Ob PayPal, die Deutsche Bahn oder ING-DiBa - kein Unternehmen ist davor geschützt, im Netz eine Reputationskrise zu erleiden. Ein Shitstorm kann entstehen durch Ignoranz oder Fehlverhalten bei Kritik in sozialen Netzwerken. Im Workshop werden die Charakteristika eines Shitstorms und die Möglichkeiten der präventiven und reaktiven Krisenarbeit behandelt.

Zum Referenten:
Patrik von Glasow ist gelernter Journalist (u.a. Kölnische Rundschau, WDR Aachen und Deutschlandfunk). 1999 startete er als PR-Berater beim US-Konzern General Electric. Aktuell ist er als Head of PR and Social Media für das international agierende Biotech-Unternehmen antibodies-online GmbH in Aachen tätig. Er ist Dozent an der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation MHMK sowie an der Cologne Business School CBS in Köln.