Studios von ARD und Deutscher Welle in Kyjiw
Starke Schäden bei russischen Bombenangriffen
Ansprechpartner*in
Carmen Molitor
Beschädigtes ARD-Studio in Kyjiw. Foto: WDR
Massive russische Angriffe auf Kyjiw in der Nacht auf den 24. Mai haben auch die Büros und Studios von Deutscher Welle und ARD getroffen. Kolleg:innen kamen zum Glück nicht zu Schaden - sie arbeiten weiter.
Durch die Druckwelle der russischen Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt seien Fenster und Decken des DW-Büros beschädigt worden. DW-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien aber wohlauf, vermeldete der deutsche Auslandssender. „Trotz der schwierigen Nacht haben die Kolleginnen und Kollegen in Kyjiw am Morgen regulär ihre Schichten im Nachrichtenbetrieb aufgenommen“, zitiert die DW Mykola Berdnyk, Leiter des DW-Büros in Kyjiw. „Auch wenn Kyjiw immer stärker dem russischen Luftterror ausgesetzt ist, bleibt die Motivation der DW-Journalistinnen und -Journalisten vor Ort ungebrochen. Sie wissen, dass ihre Arbeit gerade in solchen Zeiten wichtiger denn je ist."
Eugen Theise, DJV-Betriebsgruppenvorsitzender und Personalratsvorsitzender der DW in Bonn meldete sich über LinkedIn zu Wort und bedankte sich für den Einsatz des DW-Teams: „Herzlichen Dank für eure unermüdliche Arbeit unter diesen Bedingungen! Bleibt behütet!“, schrieb Theise.
DJV zeigt sich solidarisch
Als Angriff auf die Rundfunkfreiheit und die kritische und unabhängige Berichterstattung von Journalist:innen wertet der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster die Angriffe, die auch das ARD-Studio in der ukrainischen Hauptstadt zerstörten. Der DJV erklärte sich solidarisch mit Studioleiter Vassili Golod und seinem mutigen und engagierten Team. Für das Studio trägt der WDR die Verantwortung.
„Rausgerissene Fensterrahmen, überall Splitter, zerstörte Technik – den eigenen Arbeitsplatz völlig verwüstet zu sehen, ist ein Schock“, zitiert der WDR den örtlichen Studioleiter Golod: „Die russischen Luftangriffe sind seit Jahren massiv, rücksichtslos und Teil der brutalen Lebensrealität in der Ukraine. Die Folge sind Tausende getötete Zivilisten, zerstörte Krankenhäuser, Schulen und eben auch Redaktionsräume.
Berichterstattung im Ausnahmezustand
WDR-Intendantin Dr. Katrin Vernau zeigte sich „sehr erleichtert“, dass die Mitarbeiter:innen bei diesem Angriff nicht verletzt wurden. „Aber dies zeigt erneut, unter welch gefährlichen Bedingungen unser Team in Kyjiw seit Jahren arbeitet. Die Kolleginnen und Kollegen kennen die Berichterstattung im Ausnahmezustand und werden auch jetzt alles tun, um in dieser schwierigen Situation über den russischen Angriffskrieg und die Hintergründe zu berichten, damit die Menschen in Deutschland die wichtigsten Informationen aus der Ukraine aus erster Hand bekommen“, so Vernau.
Wir wünschen allen betroffenen Menschen und insbesondere den Kolleg:innen vor Ort alles Gute!