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Karlheinz Stannies verstorben

Ein Freund. Ein Mitstreiter. Ein Herzensmensch.

28.01.2026

Unser Kollege Karlheinz "Charly" Stannies ist im Alter von 73 Jahren in Essen verstorben. Der DJV-NRW verneigt sich in Trauer und großer Dankbarkeit vor einem passionierten Gewerkschafter, besonderen Menschen und guten Freund.

Manche Menschen betreten einen Raum – und er wird heller. Bei Karlheinz “Charly” Stannies war das so, denn er kam nie allein: sein breites Lächeln unter dem Riesenschnäuzer, der schon vor ihm da zu sein schien, und seine Gelassenheit - all’ das wirkte ansteckend. Wer ihm begegnete, wusste schnell, woran er war. Und vor allem: dass er nicht allein war.

Charly Stannies nahm die Dinge nie zu ernst – aber auch nie auf die leichte Schulter. Das war kein Widerspruch, sondern eine Haltung. Sie zeigte sich in seinen Karikaturen und Glossen, mit denen er den Finger präzise in die Wunde legte, ohne verletzen zu wollen. Pointiert, klug, manchmal schelmisch. Humor war für ihn kein Beiwerk, sondern eine Form von Respekt.

Geboren 1952, führte ihn sein Weg nach Abitur und Wehrdienst früh in den Journalismus. Nach dem Volontariat beim Zeitungshaus Bauer wurde er bereits nach elf Monaten Redakteur bei der Marler Zeitung – ein erstes Zeichen dafür, dass Verlässlichkeit und Haltung für ihn keine leeren Worthülsen waren. Es folgten Stationen bei der BILD im Ruhrgebiet, Wechsel, Rückkehr, erneute Entscheidung: nicht aus Unruhe, sondern aus Überzeugung. Mehr als 25 Jahre lang verantwortete er dort Kommunales und Wirtschaft – nah an den Menschen, nah an den Themen, die zählen.

1979 trat er in den damaligen Rheinisch-Westfälischen Journalistenverband ein. Dass daraus eine lebenslange Verbindung wurde, überrascht niemanden, der ihn kannte. Charly engagierte sich als Mitglied des Journalisten-Kreis Emscher Lippe, der ihm viel zu verdanken hat. 1980 hauchte er gemeinsam mit dem späteren DJV-NRW-Landesvorsitzenden Gregor Spohr dem Recklinghäuser Ortsverein, dessen stellvertretender Vorsitzender Stannies bis 1993 blieb, neues Leben ein. Gemeinsam mit Gregor Spohr holte er 1990 den Gewerkschaftstag des DJV-NRW ins Ruhrfestspielhaus Recklinghausen. Sehr beliebt waren auch immer seine Karikaturen, mit denen er von Beginn an die Ortsvereins-Infos gestaltete und die später zu einer regelmäßigen Rubrik im JOURNAL NRW wurden.

Stannies war Gewerkschafter aus innerer Notwendigkeit: einer, der bei jedem Streik da war, bei jeder Aktion, wenn er gebraucht wurde. Einer, der kandidierte – und gewählt wurde, u.a. ein Vierteljahrhundert an die Spitze des Betriebsrats. Nicht, weil er laut war, sondern weil er ausgleichend und verlässlich war.

Diese Stärken brachte er weit über Essen-Kettwig hinaus ein: im Konzernbetriebsrat, im Landesverband, im Bundesfachausschuss, den er über viele Jahre mit prägte und zuletzt leitete. Als er Ende 2009 bei BILD ausschied, legte er konsequent auch dieses Amt nieder.

Seit 1997 gehörte Charly Stannies dem Landesvorstand an, ab 2007 als Schatzmeister – ein Amt, das Vertrauen verlangt. Vertrauen, das er bekam und verdiente. Nach seinem Abschied 2015 blieb darum Dankbarkeit. Auf Bundesebene wurde er Ehrenmitglied des DJV.

Seit 2010 arbeitete er als freier Journalist. Seine Texte „garnierte“ er gern mit eigenen Karikaturen, die so humorvoll wie er selbst waren. Borussia Dortmund, Snooker, Star Trek: Charly Stannies konnte sich für vieles begeistern.  Und er liebte Menschen. Er war Kollege im besten Sinne. Und für viele auch ein Freund.

Als er sich von seinen Ämtern verabschiedete, tat er es mit den Worten: „Leben Sie lang – und in Frieden.“ Dass er selbst nur 73 Jahre werden durfte, macht uns still.

Charly war die gute Seele des Verbandes. Ein Herzensmensch. Einer, der da war – immer. Der DJV-NRW verneigt sich in Trauer und großer Dankbarkeit vor einem besonderen Menschen und einem unbeirrbaren Kämpfer für die gute Sache.

Wir haben unseren Freund und Kollegen am 11. Februar auf dem Nordfriedhof in Essen auf seinem letzten Weg begleitet. 

Charly, wir werden Dich vermissen!

Andrea Hansen, Landesvorsitzende DJV-NRW

Nachruf Landesverband NRW