Wir trauern um Fabienne Piepiora
WAZ-Reporterin, Kollegin, Freundin: Sie fehlt.
Fabienne Piepiora, Lokalreporterin der WAZ in Duisburg, starb am 18. September im Alter von 44 Jahren.
Im Alter von nur 44 Jahren wurde unsere Kollegin Fabienne Piepiora aus dem Leben gerissen. Wir trauern um eine Lokaljournalistin mit Leib und Seele und unbändiger Energie, die seit 2012 der WAZ-Lokalredaktion Duisburg angehörte. Ein Nachruf von Annette Kalscheur und Sabine Ring aus dem DJV-Ortsverein Duisburg.
"Fabienne Piepioras plötzlicher und viel zu früher Tod hat uns umgehauen. Denn sie war viel mehr als Arbeitskollegin, Seminarleiterin, preisgekrönte Reporterin und Buchautorin. Sie war eine Freundin, die sich für jeden von uns interessierte, nachfragte, am Ball blieb. Die aus ihrem Telefonbuch ungeahnte Kontakte hervorzauberte. Die beim Wochenenddienst verlässlich noch nach Mitternacht losfuhr, weil es einen Großbrand gab, eine Razzia, eine Hausdurchsuchung.
Fabienne war aber auch die Partymacherin: Jahrelang organisierte sie die Weihnachtsfeiern unserer Redaktion, buchte Locations, stimmte das Büfett ab, dachte daran, auch die Ehemaligen einzuladen. Sie schaffte es sogar, im Sommer alle zu einer Radtour durch Duisburg zu bewegen und ein paar Ecken zu zeigen, die selbst Alteingesessenen unbekannt waren. Der Spruch „Berlin kann jeder, Duisburg muss man wollen“ – er passte auf sie zu 100 Prozent.
Fabienne kam aus Velbert, aber sie liebte Duisburg. Seit Juli 2012 gehörte sie zu unserer WAZ-Lokalredaktion. Sie kannte jeden und alle, hörte das Gras wachsen.
Ploppte ein Thema auf, legte sie los. Und bei aller Zuneigung zur Stadt: Ihre kritische Haltung war quasi ihr Markenzeichen. Wegen ihrer Ruhrpott-Schnauze war sie in manchen Pressestellen gefürchtet.
Mit ihrer unbändigen Energie unterstützte sie auch unseren DJV-Ortsverein. Ein Amt wollte sich nicht, aber auf ihre Unterstützung konnten wir uns immer verlassen. Zwei Jahre lang war sie zudem im Fachausschuss Tageszeitung aktiv.
Fabienne hatte immer zig Bälle zugleich in der Luft und manchmal haben wir uns gefragt, wann sie überhaupt schläft. Das hätte sie mit einem Lächeln abgetan, sich aufs Rad geschwungen und wäre in ihre Muckibude gefahren.
Wir sind unendlich traurig und können es noch immer nicht fassen. Wir haben einen geschätzten Menschen verloren, der nur 44 Jahren alt werden durfte.
Fabienne ist tot. Ein Satz, den wir in den letzten Tagen so oft sagen mussten. Was das wirklich bedeutet, haben wir bis jetzt nicht begriffen. Fabienne, wir vermissen dich!
Wer mehr über Fabiennes journalistisches Schaffen und aktuelle Recherchen erfahren möchte, dem legen wir den Nachruf unseres Redaktionsleiters Martin Schroers ans Herz."