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LfM-Audiopreis 2026 verliehen

NRW-Lokalfunk beweist trotz Sparzwängen Einsatz

26.09.2026

Tobias Fenneker (mittig) und Mareike Gröneweg (nicht vor Ort) gewannen den Audiopreis 2026 in der vom DJV-NRW gestifteten Kategorie "Information" mit ihrer Berichterstattung über die Kokainschwemme im Hochstift.

Eine Reihe über Menschen mit Down-Syndrom bei Radio Lippewelle Hamm, eine Reportage über das Leben im Hospiz bei Radio Bonn/Rhein-Sieg, eine Themenwoche über die Kokainschwemme gesendet von Radio Hochstift – beim LfM-Audiopreis 2026 bewiesen die Lokalradios in NRW erneut, dass sie wichtige Themen vor ihrer Haustür aufgreifen, viel Zeit für Recherche investieren und qualitativ hochwertigen Journalismus abliefern, um zu informieren und aufzuklären.

„Die Beschäftigten im NRW-Lokalfunk sind seit Jahren mit Sparzwängen konfrontiert, Stellen werden gestrichen, eine Tariferhöhung lässt seit langen auf sich warten – umso beeindruckender, dass sie weiter mit viel Engagement und Leidenschaft Radio machen und sich ins Zeug legen, um ihren Hörern und Hörerinnen wichtige Themen nahe zu bringen“, findet Andrea Hansen, Landesvorsitzende des DJV-NRW und Mitglied der Jury. Dazu hätten die ausgezeichneten Journalisten und Journalistinnen teilweise monatelang recherchiert.
So zum Beispiel Tobias Fenneker von Radio Hochstift und Mareike Gröneweg von der Tageszeitung Neue Westfälische: Sie wollten wissen, in welchem Maß Kokain im Hochstift konsumiert wird, ob also die Kokainschwemme auch auf dem Land ankommt. Eine gemeinsame Themenwoche im Lokalradio und in der Tageszeitung zeigten die Ergebnisse der aufwendigen Recherche. Dazu gehörten nicht nur Gespräche mit Konsumenten, Polizisten, Sozialarbeitern und Ärzten, sondern auch ein Abwassermonitoring und eine Graphic Novel. Für dieses Gesamtpaket erhielten sie den Audiopreis in der Kategorie Information, gestiftet vom DJV-NRW.

“Herausragende crossmediale Arbeit”


„Eine herausragende crossmediale Arbeit“, befand die Jury. „Die Recherche holt ein gesellschaftliches Problem mitten in den Alltag der Menschen – nicht um zu dramatisieren, sondern um aufzuklären und Lösungsansätze aufzuzeigen.“ Exzellenter Lokaljournalismus sei eine Frage des Willens, nicht des Budgets, hieß es auf der Bühne. 
„Die Kooperation mit der Tageszeitung ist angesichts der aktuellen Situation im NRW-Lokalfunk eine Möglichkeit, wichtige Themen zu bearbeiten und größere Recherchen gemeinsam durchzuführen“, sagt Hansen. Redaktionen müssen weiter in der Lage sein, das Leben vor Ort abzubilden. „Immer wieder, auch am Abend der Preisverleihung, wird die Bedeutung der Lokalberichterstattung für die Demokratie und den gesellschaftlichen Zusammenhalt betont – doch im Alltag werden Journalistinnen und Journalisten damit allein gelassen, dieser Aufgabe gerecht zu werden. Mehr als Appelle hat die Politik bislang leider nicht zu bieten“, kritisiert die DJV-NRW-Landesvorsitzende: „Wer Journalismus immer wieder zu einer tragenden Säule des demokratischen Systems erklärt, darf nicht tatenlos zusehen, wenn diese Säule immer stärker Tragkraft einbüßt.“

Die Preisverleihung fand am Abend des 25. September in der Wolkenburg in Köln vor etwa 200 geladenen Gästen statt. In insgesamt acht redaktionellen Kategorien wurden die mit jeweils 2.000 Euro dotierten Preise vergeben. Alle Beiträge der Audiopreis-Gewinner:innen 2026 gibt es hier zum Nachhören. Mit dem Audiopreis werden seit 2020 herausragende redaktionelle Beiträge und Werbung im privaten Audiobereich in NRW ausgezeichnet, 2026 wurden zum ersten Mal auch die Campusradio-Preise in diesem Rahmen verliehen. Vor 2020 gab es eine „Hörfunkpreisverleihung“ ausschließlich für den NRW-Lokalfunk. 

Kontakt für Rückfragen: Volkmar Kah, DJV-NRW-Geschäftsführer, Tel.: 0171/4766505, E-Mail: volkmar.kah@djv-nrw.de 

Landesverband NRW Privater Rundfunk