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Erfolgreicher Warnstreik beim WDR

Protestmaibaum, verwaiste Büros und Demokuchen

30.04.2026
Ansprechpartner*in
Carmen Molitor

Keine Gehalts- und Honorarerhöhungen in diesem Jahr und in 2027 und 2028 von maximal zwei Prozent? Nachdem der WDR auch gestern in der vierten Tarifrunde wieder nur dieses Schmalspurangebot auf den Tisch gelegt hat, streiken heute in ganz NRW feste und fest-freie Journalist:innen des Senders. Aufgerufen hatten dazu alle verhandelnden Gewerkschaften, auch der DJV-NRW. Denn: „Das ist eindeutig zu wenig. Wir müssen jetzt was tun!“, betont Stephan Hackenbroch aus der DJV-Tarifkommission.

Viele Kolleg:innen in ganz WDR-Land bringen heute zum Ausdruck, dass sie das genauso sehen und legen die Arbeit für 24 Stunden nieder. „Viele stehen heute vor den Studios – und ich finde besonders toll, dass wir das gemeinsam tun. Wir dürfen uns als Gewerkschaften nicht auseinanderdividieren lassen“, betonte Stephanie Hajdamowicz, stellvertretende WDR-Personalratsvorsitzende bei der zentralen Streikversammlung vor dem 1Live-Haus in Köln. 

Auch der stellvertretende DJV-NRW-Vorsitzende Christian Weihe betonte, wie wichtig ein gemeinsames Vorgehen der Gewerkschaften jetzt ist: „An der Art der Verhandlungen erkennen wir ganz genau, dass die ARD-Anstalten zusammenarbeiten, dass es abgestimmte Angebote an uns gibt“, erklärte Weihe vor den Streikenden. „Das bedeutet für uns, dass wir auch ARD-weit zusammenarbeiten müssen. Dass wir gemeinsam bundesweit streiken müssen, so wie wir das jetzt heute tun, mit anderen Sendern zusammen. Und dass auch alle vier Gewerkschaften zusammenarbeiten, gleichzeitig auftreten und uns einig sein müssen. Nur so können wir gegen die Sender auch bestehen.“ Auch im NDR legten die Journalist:innen heute die Arbeit nieder.

Die Kolleg:innen in den Landesstudios versammelten sich in (digitalen und analogen) Streiklokalen. In Bielefeld blieben die redaktionellen Dienste komplett unbesetzt, das Planungsbüro in Münster zeigte sich verwaist. Ein DJV-Kollege brachte in Münster gleich seinen Geburtstagskuchen zu den streikenden Kolleg:innen mit. Aus Arnsberg grüßte eine stabile Gruppe Streikender und ein Team aus Duisburg verstärkte die gemeinsame Streikpräsenz in Essen. In Bonn stellten die Kolleg:innen gar einen Protest-Maibaum auf! Überall spürbar: Kämpferische Stimmung und der Wille, eine Nullnummer auf jeden Fall zu verhindern.

„Wir werden jetzt bei unserer Linie bleiben und weiter ein Angebot fordern. Und uns das erkämpfen, wenn es sein muss“, sagte Christian Weihe in Köln. „Ich bin sicher, dass wir weiterkämpfen müssen – so wie wir das auch heute tun. Nicht nur hier in Köln, sondern es gibt ja viele Kolleg:innen, die sich auch in Essen, Köln, Münster und anderwo in NRW getroffen haben. So müssen wir weiter machen, um auch das Angebot in der nächsten Runde am 9. Juni auch zu bekommen.“

Wir wünschen allen Streikenden im WDR einen erfolgreichen Warnstreiktag!

Landesverband NRW Streik Tarifverhandlungen Tarife Öffenlich-rechtlicher Rundfunk