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Rheinische Post Mediengruppe übernimmt Westfälische Medien Holding

Mediale Vielfalt im Münsterland erhalten

09.03.2026
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Volkmar Kah
Passbild von Volkmar Kah

Paukenschlag im Münsterland: Wie am Montag, 9. März 2026 bekannt wurde, übernimmt die Rheinische Post Mediengruppe alle Anteile der Westfälischen Medien Holding AG (WMH) und damit die Zeitungstitel "Westfälische Nachrichten", "Münstersche Zeitung", "Westfalen-Blatt", "Westfälisches Volksblatts" sowie die "Allgemeine Zeitung Coesfeld" sowie die Lokalradios im Münsterland. In Münster geht mit damit eine mehr als 250 Jahre lange Zeitungsverlagstradition zu Ende.* Teil der WMH war auch das traditionsreiche Verlagshaus Aschendorff.

„Wichtig ist, dass sich jetzt auch der neue Eigentümer dauerhaft zu den Arbeitsplätzen in der Region bekennt“, fordert Kristian van Bentem, stellvertretender Vorsitzender des DJV in NRW und selbst Betriebsrat bei Aschendorff. Insgesamt sind in der WMH nach DJV-Informationen fast 3.000 Menschen beschäftigt, davon allein 250 Journalist:innen.

„Wenn wir als Medienstandort NRW mit dieser unternehmerischen Entscheidung schon einen Verlust der Anbietervielfalt hinnehmen, müssen die Verantwortlichen nun darauf achten, dass zumindest die redaktionelle Presse- und Meinungsvielfalt erhalten bleibt“, so van Bentem weiter.

Die WMH ist eine der bundesweit immer weniger werdenden Zeitungen, die noch eine eigene überregionale Redaktion unterhält – und damit auch die Westdeutsche Zeitung sowie demnächst die Siegener Zeitung beliefert.

Dass mit der Rheinischen Post ein etabliertes und modern aufgestelltes NRW-Medienhaus in die verlegerische Lücke im Münsterland springt, begrüßt der DJV-NRW. „Wenn alle ihrer sozialen und gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden, kann das auch zur langfristigen Sicherung journalistscher Arbeitsplätze beitragen“, hofft van Bentem. Der DJV wird die betroffenen Kolleg:innen im anstehenden Übergangsprozess begleiten und auch juristisch zur Seite stehen.

* In einer ersten Version des Textes war vom Ende einer 300jährigen Verlagstradition die Rede. Tatsächlich wurde zwar der Verlag Aschendorff bereits im August 1717 gegründet, die erste Zeitung bei Aschendorff, die Münsterische Staats-Relation, erschien aber erst in den Jahren 1748 bis 1750. Die erste bei Aschendorff selbst gedruckte Zeitung, das Münsterische Intelligenz-Blatt, wurde ab 1763 bis zur Schließung im Jahr 1849 herausgegeben; der Nachfolger, der Münsterische Anzeiger, in den Jahren 1852 bis zur Enteignung durch den NS-Staat im Jahr 1937 und die Westfälischen Nachrichten seit 1946.

Zusammen ergibt sich also in den letzten knapp 280 Jahren eine etwas über 250-jährige Zeitungsgeschichte. Die mehr als 300-jährige Verlagstradition dagegen endet nach Auskunft des Verlages nicht, das digitale Venture Capital-Geschäft innerhalb der „Aschendorff Next“, der Buchverlag Aschendorff und die Immobilienaktivitäten sind nicht Teil dieser Transaktion und werden fortgeführt.


Kontakt für Rückfragen: Volkmar Kah, Geschäftsführer DJV NRW, Tel: +49 171 7466 505
Email: volkmar.kah @djv nrw.de
 

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