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Streikbedingte Programmausfälle im WDR

Lücken in Regionalberichterstattung

18.06.2026
Ansprechpartner*in
Carmen Molitor

In der kommenden Nacht um 2 Uhr endet der 48-stündige Warnstreik im Westdeutschen Rundfunk. Er reißt vor allem merkliche Lücken in die aktuelle Berichterstattung der Regionalstudios. Auch die TV-Sendungen „Hier und heute“, „Markt“ und die „Servicezeit“ fielen aus. Stattgefunden hat heute (18. Juni) hingegen eine Verhandlungsrunde zu Themen der Honorierung der frei Mitarbeitenden im WDR.

„Wir haben uns durchaus konstruktiv über eine ganze Reihe von Themen ausgetauscht, die den zweieinhalbtausend freien Kolleg:innen auf den Nägeln brennen“, so der Geschäftsführer des Deutschen Journalisten-Verbandes in NRW (DJV-NRW) Volkmar Kah nach der heutigen Verhandlungsrunde. Dabei ging es sowohl um Probleme mit der erst kürzlich neu vereinbarten Honorarstruktur als auch um aktuelle Veränderungen vor dem Hintergrund neuer Strategien im Sender sowie um Forderungen für die laufende Vergütungsrunde. „An einigen Stellen sind wir inhaltlich weitergekommen, bei anderen Punkten konnten wir Verfahren zum weiteren Vorgehen vereinbaren“, berichtet Kah. „Dafür war es wichtig, dass die WDR-Kolleg:innen in den vergangenen zwei Tagen sehr deutlich gezeigt haben, dass sie sich nicht spalten lassen.“

Der gestern begonnene zweitägige Warnstreik wirkte sich vor allem auf die aktuelle Regionalberichterstattung aus. Regionale Nachrichten im Hörfunk fielen aus; aktuelle Onlineberichte suchte man auf vielen WDR-Regionalseiten vergebens; es gab Ausfälle bei den Lokalnachrichten in WDR 4 und WDR 2. Zu hören waren stattdessen häufig Stücke aus der Konserve oder Berichte, die aus anderen Regionen übernommen wurden. Bei WDR 5 fiel „Quarks“ aus und im WDR-Fernsehen mussten die Zuschauer:innen auf „Hier und heute“, „Markt“ und die „Servicezeit“ verzichten. Der WDR konnte beim ARD-„Morgenmagazin“ streikbedingt keine Live-Ausgaben der „Tagesschau“ aus Hamburg übernehmen. 

Warum die Kolleg:innen streiken zeigt das Beispiel Regionalstudio Siegen: Hier sind Festangestellte und Freie solidarisch gemeinsam im Ausstand, das Studio ist verwaist. Nachrichtensendungen in TV und Hörfunk aus Siegen fielen ebenso aus wie die Onlineberichterstattung. Die Unzufriedenheit ist groß wie nie: „Die Festangestellten sind massiv überlastet. Die Freien bangen wegen Streichungen in vielen Formaten um ihr finanzielles Auskommen. Auch darüber haben wir heute unseren Unmut auf die Straße gebracht“, heißt es von den Streikenden.

Gestreikt wurde gleichzeitig auch in weiteren ARD-Sendern wie dem BR und dem SWR. „Wir sind optimistisch, dass das starke und solidarische Streiksignal angekommen ist“, sagt Volkmar Kah. „Der WDR muss nun bei der nächsten Verhandlungsrunde am 1. Juli ein deutlich verbessertes Angebot vorlegen von dem alle profitieren - und nicht nur ein kleiner Teil der Belegschaft.“

Kontakt für Rückfragen: Deutscher Journalisten-Verband, Landesverband NRW e.V., Humboldtstraße 9, 40237 Düsseldorf Carmen Molitor, Referat für Kommunikation und Marketing, Tel: 0171-1417269, Email: information@djv-nrw.de 

Landesverband NRW