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WDR vor großen Umwälzungen

„Veränderungen nicht auf dem Rücken der Belegschaft austragen“

25.09.2026
Ansprechpartner*in
Volkmar Kah
Passbild von Volkmar Kah

Intendantin Dr. Katrin Vernau will den WDR angesichts einer sich rasanter als gedacht verändernden Mediennutzung bis zum Jahr 2030 umbauen. Wie, darüber hat sie heute Belegschaft und Gremien informiert. „Ein Weg, der einer derzeit schon hoch belasteten Belegschaft – fest wie frei – in den nächsten Jahren eine Menge abverlangen wird. Daher ist es gut und richtig, dass zu Beginn eines solchen Prozesses eine klare Aussage bezüglich Zielsetzung, Zeithorizont und Art der anstehenden Veränderungen erfolgt. Das hat der WDR in der Vergangenheit nicht immer so gemacht“, kommentiert Stefan Lenz, stellvertretender Vorsitzender des DJV-NRW.

Verbunden sein wird die klare Ausrichtung hin zum Non-Linearen nicht nur mit einer erheblichen Verschiebung von Finanzmitteln und der Reduzierung der Angebote, sondern auch einem erheblichen Stellenabbau. Für jede dritte Stelle, die in den kommenden drei Jahren im WDR frei wird, gilt eine Wiederbesetzungssperre, allein in den Regionalstudios sollen in der Produktion einhundert Stellen wegfallen, in der Produktion insgesamt ist es jede fünfte Stelle. „Wie insbesondere der Abbau in der Region mit der bereits angelaufenen Infostrategie und der richtigen Fokussierung des Senders auf regionale Inhalte zusammenpassen soll, ist zumindest fraglich“, so Lenz weiter. „Wir werden als DJV, Seite an Seite mit dem Personalrat darauf achten, dass das nicht auf dem Rücken der verbleibenden Belegschaft und auf Kosten der journalistischen Qualität ausgetragen wird.“

Das gilt insbesondere für die mehr als 2300 arbeitnehmer-ähnlichen Freien im WDR, für die Intendantin Katrin Vernau lediglich die Aussage parat hatte, es würde künftig weniger beauftragt werden. „Hier geht es nicht um freie Dienstleister, sondern um Kolleg:innen, die teilweise seit Jahrzehnten mit großer Loyalität zum Haus das Programm gestalten“, sagt Lenz, der hier konkrete Antworten auf die Fragen der Betroffenen einfordert. Zumal seit Start der Infostrategie in der Region der WDR immer mehr inhaltliche Verantwortung auf seine Freien verlagert und auch der Abbau in der Produktion durch einen höheren Anteil an selbst produzierenden Freien kompensiert werden soll.

„Wenn der sicher notwendige Veränderungsprozess gelingen soll, muss insbesondere die operative Führungsebene diesen für feste wie frei Mitarbeitende transparent und mitnehmend gestalten“, fordert Stefan Lenz. Der DJV-NRW jedenfalls wird den Prozess konstruktiv im Interesse der Kolleg:innen begleiten. 

Foto Stefan Lenz: © Udo Geisler

Kontakt für Rückfragen: 

Volkmar Kah, Geschäftsführer, Tel: 0171-7466505 

Deutscher Journalisten-Verband, Landesverband NRW e.V., 

Humboldtstraße 9, 40237 Düsseldorf

Email: volkmar.kah@djv-nrw.de

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