Deutscher Journalisten-Verband Landesverband Nordrhein-Westfalen

Homeoffice und mobiles Arbeiten

FAQ: Was Sie wissen müssen

Arbeiten in der eigenen Wohnung hat in Redaktionen bislang nur vereinzelt eine Rolle gespielt. Mit der Corona-Krise hat sich das schlagartig geändert: In fast allen Redaktionen hat sich diese Arbeitsform derzeit etabliert. Welche Rechte habe ich für das Arbeiten in den eigenen vier Wänden und worauf sollten Beschäftigte beim mobilen Arbeiten achten? Unser FAQ gibt die Antworten zu den drängendsten Fragen.

Wenden Sie sich bei Fragen an Christian Weihe (christian.weihe@djv-nrw.de) oder Karoline Sieder (karoline.sieder@djv-nrw.de).

Es kann sinnvoll sein, zu diesen Themen eine Betriebsvereinbarung abzuschließen. Dazu berät der DJV interessierte Betriebs- und Personalräte gerne (christian.weihe@djv-nrw.de).

Was sind Homeoffice, Telearbeit und mobiles Arbeiten? Worin liegen die Unterschiede?

Von Homeoffice spricht man meist, wenn man einen regulären Telearbeitsplatz in der eigenen Wohnung meint. Für diesen Telearbeitsplatz gelten dann die gleichen arbeitsschutzrechtlichen Bedingungen wie am Arbeitsplatz im Büro. Der Arbeitgeber stellt hier die gesamte Ausstattung des Arbeitsplatzes vom PC bis zum Schreibtisch.
Mobiles Arbeiten findet gelegentlich außerhalb eines festgelegten Arbeitsortes statt. Anders als beim Telearbeitsplatz im Homeoffice kann der Arbeitnehmer selbst entscheiden, wo gearbeitet wird. Wird wegen Corona von Hause aus gearbeitet ohne das eine ausdrückliche Vereinbarung über Telearbeit abgeschlossen wurde, ist in der Regel mobiles Arbeiten vereinbart. Telearbeit, daher Homeoffice, muss in einer Extra-Vereinbarung festgelegt werden.
Beim mobilen Arbeiten gilt die Arbeitsstättenverordnung mit den detaillierten Vorgaben zur Einrichtung des Arbeitsplatzes nicht. Es gilt das Arbeitsschutzgesetz, das ja allerdings auch weniger konkrete Vorgaben enthält.

Muss ich von zu Hause aus arbeiten, wenn der Arbeitgeber das anordnet?

Homeoffice oder mobiles Arbeiten darf der Arbeitgeber nicht einseitig anordnen, es sei denn, dies ist ausdrücklich vereinbart. Nur in Notfällen, wenn ansonsten der Betrieb nicht aufrechterhalten werden kann und dem Arbeitnehmer Homeoffice zumutbar ist, ist eine solche einseitige Anweisung denkbar. Auch während der Corona-Krise kann nach Auffassung des DJV-NRW in seltensten Fällen Arbeit von zu Hause zwingend angeordnet werden.

Habe ich ein Recht auf Homeoffice oder mobiles Arbeiten?

Anders als in den Niederlanden gibt es in Deutschland noch keinen gesetzlichen Anspruch auf mobiles Arbeiten oder Homeoffice. Sogar dann, wenn das Gesundheitsrisiko für Beschäftigte am Arbeitsplatz steigt, gibt es keinen gesetzlichen Anspruch. Der DJV-NRW hält Arbeiten von Zuhause aus während einer Pandemie für ein sehr sinnvolles Mittel zum Schutz der Beschäftigten.

Muss ich meine privaten Arbeitsmittel für die Tätigkeit einsetzen?

Nein. Die Benutzung privater Sachen ist freiwillig.

Muss der Arbeitgeber die Kosten für Wohnung, Strom, die Internet, Telefon & Co. übernehmen?

Sobald der Arbeitnehmer mit Billigung des Arbeitgebers eigene Sachen wie ein Zimmer in der Privatwohnung, ein Auto oder einen PC für dienstliche Zwecke einsetzt, kann er den anteiligen Ersatz dieser Aufwendungen verlangen. Bei der Wohnung wäre dies die anteilige ortsübliche Miete abzüglich des fiktiven Vermietergewinns. Die Übernahme der Kosten kann im Arbeitsvertrag oder in einer Betriebsvereinbarung ausgeschlossen werden.

Bin ich im Homeoffice über die Berufsgenossenschaft unfallversichert? Wer ist zuständig, wenn ich mich verletze?

Arbeitnehmer sind über Berufsgenossenschaften unfallversichert. Allerdings tritt die gesetzliche Unfallversicherung nur für einen beruflich veranlassten Unfall ein. Nicht beruflich veranlasst sind die sogenannten eigenwirtschaftlichen Tätigkeiten. Wer sich auf dem Weg zur Kaffeemaschine verletzt, ist laut Bundessozialgericht nicht versichert.

Was ist, wenn private Arbeitsmittel kaputt gehen? Ist der Arbeitgeber verpflichtet, mir zumindest einen Teil des Schadens zu ersetzen?

Der Arbeitgeber haftet nur dann mit, wenn das private Arbeitsmittel mit Billigung des Arbeitgebers eingesetzt wurde. Trifft den Arbeitnehmer ein Mitverschulden, verteilt sich der Schaden im Innenverhältnis wie folgt: Bei grober Fahrlässigkeit haftet der Arbeitnehmer allein, bei mittlerer Fahrlässigkeit zur Hälfte (begrenzt auf allerhöchstens 3 Monatsgehälter), bei leichter Fahrlässigkeit des Arbeitnehmers haftet allein der Arbeitgeber. 

Wie richte ich meinen Arbeitsplatz in den eigenen vier Wänden richtig ein?

Tipps
Rechtliche Rahmenbedingungen und Praxistipps

Eltern haben länger Anspruch auf Kinderkrankengeld
Gesetzlich versicherte Eltern können im Jahr 2021 pro Kind und Elternteil 20 statt 10 Tage Kinderkrankengeld beantragen, insgesamt bei mehreren Kindern maximal 45 Tage. Mehr zum Anspruch auf Kinderkrankengeld in der Corona-Pandemie auf der Seite des Bundesgesundheitsministeriums.

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Betriebsräte-Info
Derzeit befinden sich geschätzt bei rund einem Drittel der deutschen Zeitungsverlage Redakteurinnen und Redakteure ganz oder teilweise im Homeoffice. Informieren Sie sich jetzt in der Betriebsräte-Info des DJV-Bundesverbands über alle Regelungen und arbeitsrechtlichen Schritte zum Homeoffice und mobilen Arbeiten.

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Corona-Pauschale für Homeoffice beschlossen
Viele arbeiten derzeit im Homeoffice - aber was ist mit Ausgaben für Strom, Telefon, ein neues Laptop oder den Bürostuhl? Einen Teil soll es über die Steuererklärung zurückgeben. ZDF heute hat ein FAQ zum Thema zusammengestellt.

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Mobiles Arbeiten: Checkliste für eine Betriebsvereinbarung
Was vor 6 Monaten noch fast undenkbar war, ist jetzt Realität geworden: Home Office ist flächendeckend in die Reaktionen eingezogen. Aus den eigenen vier Wänden zu arbeiten hat sich nicht nur als Schutz gegen Corona, sondern aktuell auch als Erleichterung bei der sommerlichen Hitze bewährt. Sogar eingefleischte Gegner des Homeoffice sehen jetzt die Vorteile. Arbeiten von zu Hause aus, vor allem in der Spielart „Mobiles Arbeiten“, wird uns auch nach der Corona-Pandemie weiter begleiten.
In manchen Betrieben wurden schon erste Betriebsvereinbarungen verhandelt. Diese Checkliste zeigt die wichtigsten Punkte, die im Vorfeld einer solchen Betriebsvereinbarung zu beachten sind. Die Checkliste ist als „erste Hilfe“ gedacht. Gern helfen wir auch beim Abschluss einer solchen Vereinbarung. Eine Beratung kann auch in der Betriebsratssitzung erfolgen; auch interne Schulungen zu dem Thema sind denkbar. Zur Checkliste

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