Deutscher Journalisten-verband Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten

Medienszene

01. August 2017

Mediengruppe RTL

Mitarbeiterbefragung zeigt: Insgesamt gute Stimmung

Gute Noten für Arbeitsbedingungen und das Führungsverhalten des direkten Vorgesetzten: Bei der Mitarbeiterbefragung, die die Mediengruppe RTL Deutschland Ende 2016 durchgeführt hat, zeigte sich bei hoher Beteiligung ein ingesamt positiver Trend für die Mitarbeiterzufriedenheit. Allerdings haben sich einzelne Werte gegenüber der zurückliegenden Befragung aus dem Jahr 2013 verschlechtert.

Die Mitarbeiterbefragung wurde im Bertelsmann-Konzern weltweit durchgeführt und kam auf eine Beteiligungsrate von 88,7 Prozent. Von der Mediengruppe RTL nahmen insgesamt 3.300 Kolleginnen und Kollegen teil, damit ist die Beteiligungsquote im Vergleich zur vorigen Befragung 2013 gestiegen.

Gute Noten gaben die Beschäftigten vor allem für die Arbeitsbedingungen. Auch immer mehr Vorgesetzte schnitten bei der Bewertung gut ab. Fragen gab es darüber hinaus unter anderem zu den Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten, der Zusammenarbeit im Team und der Geschäftsstrategie.

Auffällig ist allerdings ein negativer Punkt, der sich durch die Befragung zieht – wie man hört, nicht nur bei der Mediengruppe RTL Deutschland, sondern durch den ganzen Konzern bis hin zu Bertelsmann selbst: Viele Beschäftigte stimmen der Aussage „Ich werde angemessen am wirtschaftlichen Erfolg beteiligt“ nicht zu. Auch die Bewertung des „Chefs des Vorgesetzten“ und der jeweiligen Geschäftsleitungen soll sich gegenüber 2013 verschlechtert haben. Das Haus will nun schauen, woran es liegen könnte und wie es gegensteuern kann.

Zumindest für die Mediengruppe RTL könnte die Missstimmung in Sachen wirtschaftlicher Teilhabe damit zusammenhängen, dass es keinen Tarifvertrag, ja nicht mal eine Entgeltsystematik gibt. Die regelmäßigen Erfolgsbeteiligungen, die die Mediengruppe für die Altervorsorge ausschüttet, wie zuletzt im März angekündigt, können diesen Mangel nicht wettmachen. Der Betriebsrat vermutet jedenfalls auf Nachfrage, dass sich die Unzufriedenheit nicht nur um die Höhe des Gehalts dreht, sondern auch um die gerechte Verteilung.

Die Ergebnisse der Befragung hatte die Mediengruppe im März bekannt gegeben. Nach Auskunft des Betriebsrats wurden diese inzwischen mit den Beschäftigten fast aller Bereiche besprochen. Derzeit werden Maßnahmen entwickelt und umgesetzt, die sich aus der Befragung und den Besprechungen ergeben. Die Betriebsräte sind nach eigener Auskunft in alle Prozesse eingebunden und arbeiten gemeinsam mit den Abteilungen und den Geschäftsleitungen an der Umsetzung.