Deutscher Journalisten-verband Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten

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01. September 2017

FUNKE Foto Services

DJV-NRW pocht auf Betriebsübergang bei Umstrukturierung

„Das ist ein Schlag ins Gesicht der langjährigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, so geht man nicht mit Menschen um!“ Volkmar Kah, Geschäftsführer des DJV-NRW, kritisiert die Art und Weise, wie sich die Funke-Mediengruppe von ihren Fotografinnen und Fotografen trennen will.

 

Der so genannte Fotopool soll zum Ende des Jahres aufgelöst werden. Von den 24 Beschäftigten sollen elf direkt angesprochen werden, die dann bei der neugegründeten Funke Foto Services GmbH anfangen können. Die anderen können sich um die restlichen vier der insgesamt 15 geplanten Stellen bewerben – in Konkurrenz zu Bewerbungen von außen.

 

Die Geschäftsführung argumentiert in einem Schreiben an die Betriebsräte ihrer Zeitungstitel, dass sich auch der Fotobereich neu aufstellen müsse, um die Funke Mediengruppe für die Zukunft stabil aufzustellen. „Wenn ein knappes Drittel der Mannschaft wegrationalisiert werden soll, kann das nur auf Kosten der Qualität gehen. Nicht umsonst haben die Betriebsräte das als ‚krasse Fehlentscheidung‘ bezeichnet“, bezweifelt auch Kah, dass Stellenabbau mit Qualitätssteigerung einhergeht.

 

Die Geschäftsführung hat den Rauswurf auch mit der Qualität der Bildsprache begründet. „Kolleginnen und Kollegen mit mehr als 30 Jahren Berufserfahrung werden vor die Tür gesetzt, und jetzt im Nachhinein kritisiert die Geschäftsführung auch noch ihre Arbeit – das ist ein Unding. Wir halten das für vorgeschoben, letztlich geht es der Geschäftsleitung doch nur darum zu sparen“, so Kah weiter. „Wir fordern noch einmal, einen ordentlichen Betriebsübergang in die neue Gesellschaft durchzuführen und die Arbeitsplätze zu erhalten.“ Die Position der Funke-Mediengruppe ist aus Sicht des DJV-NRW rechtlich nicht haltbar. „Damit stellen wir uns an die Seite der Betriebsräte, die das in Schreiben an und Gesprächen mit der Geschäftsführung deutlich gemacht haben“, so Kah.