Deutscher Journalisten-verband Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten

Online-Meldungen

20. Juni 2017

"Crossmediale Honorierungsmodelle" angekündigt

DJV-NRW verurteilt Tarifbruch des WDR

Der WDR hat heute einseitig die Einführung „crossmedialer Honorierungsmodelle“ zum 1. Juli angekündigt. Dabei geht es um neue Vergütungsregelungen für mehrmediale Leistungen, die für sechs Monate „pilotweise“ in den Bereichen Sport, Wirtschaft und Wissenschaft gelten sollen. In diesen drei „Leuchttürmen“, wie der WDR sie bezeichnet, wachsen die Redaktionen von Hörfunk, TV und Online zusammen.

 

Die Honorarmodelle sind nicht mit den Gewerkschaften vereinbart worden. Der DJV-NRW verurteilt deshalb die einseitige Einführung des crossmedialen Honorarmodells als Tarifbruch. Der WDR kann die bislang geltenden Vergütungsregeln nicht einfach ignorieren und für einen Teilbereich neue Tarifierungen einführen - er gibt selbst zu, dass er sich „außerhalb der bestehenden Honorarrahmen“ bewege.

 

Umso unverständlicher aus Sicht des DJV: Im WDR gibt es im „Laborstudio“ Wuppertal bereits einen erfolgreichen und gerade erst von beiden Tarifparteien verlängerten crossmedialen Tarifvertrag, den der Sender aber nicht auf die drei „Leuchttürme“ anwenden will.

 

Der DJV-NRW hält ebenso wie der WDR ein modernes, an digitale Zeiten angepasstes Tarifsystem für überaus notwendig. Allerdings nicht zu jedem Preis. Die vom Sender geplanten Abschläge für crossmediale Aufträge liegen im zweistelligen Prozentbereich.

 

Die Verhandlungen zu diesen Honorierungsmodellen hatten DJV und ver.di im Februar für gescheitert erklärt, zu weit lagen die Vorstellungen auseinander, auch die Freien im WDR hatten sie als nicht akzeptabel zurückgewiesen. Wir befürchten zudem, dass dies nur ein erster Schritt zur Aufkündigung der Sozialpartnerschaft für 12a-Freie ist.

 

Der WDR signalisiert in einem Schreiben an die Gewerkschaften noch einmal die „generelle Bereitschaft zu weiteren Gesprächen“. 

Wir fordern den WDR daher auf, nicht von den bestehenden Tarifen abzuweichen und mit einer deutlich kompromissbereiteren Linie neue Verhandlungen mit uns aufzunehmen. Wir haben nämlich dasselbe Ziel: Eine „angemessene und sachgerechte Vergütung“, für „hochqualifizierte und engagierte freie MitarbeiterInnen“ zu finden. Wir meinen das auch so.