Deutscher Journalisten-Verband Landesverband Nordrhein-Westfalen

Online-Meldungen

Branchentreff des DJV-NRW für junge Medienschaffende

#durchstarten21 endet mit Rekord-Teilnahme

22.11.2021

So viele Teilnehmende wie nie zuvor haben sich am Freitagabend und Samstag bei #durchstarten21 beteiligt – dem Branchentreff für junge Medienschaffende des Deutschen Journalisten-Verbands, Landesverband NRW (DJV-NRW). Diversität, Klima und praktische Tipps für den Berufseinstieg von Künstlersozialkasse (KSK) bis Honorarberechnungen waren gefragte Themen, die mehr als 150 junge Menschen vor den Monitor lockten.

Zum Auftakt setzte die Veranstaltung bereits am Freitagabend ein Ausrufezeichen mit dem Thema: Mehr Diversität in Redaktionen – Wie schaffen wir das? Sinan Sat, Redaktionsleiter der WAZ in Gelsenkirchen, plädierte etwa dafür, Seiteneinsteiger:innen mehr Chancen einzuräumen. „Alle haben studiert, alle Lebensläufe ähneln sich. Mit fehlt da der Krankenpfleger, der mal was anderes machen will. Was ist wichtiger als Lebenserfahrung, wenn wir nah dran sein wollen, wenn wir echt sein wollen?“ Für mehr Perspektive in der Berichterstattung als Weg zu mehr Diversität plädierte Nhi Le (Volontärin NDR): „Wenn ich nicht stattfinde, warum sollte ich dann in Erwägung ziehen, dort zu arbeiten?“  Journalist Mohamed Amjahid sieht noch einen weiteren Grund für zu wenig Vielfalt: „Die Entscheider in den Häusern sind nicht divers.“  Dem stimmte auch Abby Baheerathan (Volontär WDR) zu: „In den Seminaren für Volos spielen Migration, Herkunft oder Diversität eine Rolle. Dabei sind die Volos die diversesten in vielen Häusern. Sie machen die Kurse, die die älteren Festangestellten mal machen sollten, wenn die Häuser wirklich ein Umdenken anstoßen wollen.“

 

Gründer:innen brauchen Durchhaltevermögen – Tipps für den Start ins Berufsleben

 

Wie wichtig  ein gesundes Durchhaltevermögen ist, erfuhren die Teilnehmenden im Workshop des Journalismus Lab der Landesanstalt für Medien mit den Gründer:innen von Tema Magazine und Good News Magazine. Lucia Oiro: „Am Anfang ist es ein Auf und Ab. Davon sollten sich Gründer:innen nicht entmutigen lassen. Und sich Unterstützung suchen.“ Ganz handfeste Tipps gab es auch von Referent Timo Stoppacher in den Sessions zur KSK (Wie funktioniert das? Wie melde ich mich an), zur privaten Vorsorge und Versicherungen sowie zur VG Wort. Patrick Bierther vom Informationsdienst Wissenschaft erklärte, wie Medienschaffende Expert:innen zu Sachthemen finden, und die freie Journalistin Nora Hespers schlüsselte auf, welche Posten Selbstständige im Blick behalten müssen, wenn sie von ihrer Arbeit leben wollen. Für einen Perspektivwechsel sorgte das Angebot von „Dialog Milch“, dem Hauptsponsor der Veranstaltung. In der Session hinterfragten die Teilnehmenden die Chancen, Möglichkeiten und Risiken im ländlichen Raum und die Berichterstattung darüber.

 

Instagram, TikTok und Virtual Reality – ohne Crossmedia geht es nicht

 

Hannah Monderkamp von der Rheinischen Post teilte ihre Erfahrungen, die sie in neun Monaten bei TikTok gesammelt hat. Sie berichtete von den Schwierigkeiten mit der Nutzeroberfläche, aber auch davon, dass ihre Kurzvideos, die häufig einen Faktencheck thematisieren, mehrere hunderttausend Abrufe erzielen können.   Ein anderer Kanal, nämlich Instagram, stand bei der Session mit Johanna Nöllgen, Jule Zentek, Selina Marx von klima.neutral (WDR) auf dem Programm. Besonders gut, so ihre Erfahrung, kommen die sognannten Infopostings  an. Selina Marx: „Keine Angst vor trockener Kost, keine Angst vor Zahlen.“ Bei der Frage „Woher kommt eigentlich Lithium und warum ist das ein Problem“ dächten viele, dass diese Themen überhaupt nicht „entertainmentmäßig“ seien. „Aber das stimmt nicht, unsere Community will informiert werden.“ Entsprechende Abrufzahlen bestätigten dies. David Ohrndorf, ebenfalls WDR, beeindruckte mit Virtual-Reality-Projekten. Das Steinkohlebergwerk Prosper Haniel sei zwar inzwischen zugeschüttet, doch durch den VR-Rundgang können Interessierte dauerhaft erleben, wie in Deutschland Kohle gefördert wurde. Und auch in der Session zu Wirtschafts- und Wissenschaftsjournalismus mit dem Institut für Journalistik der TU wurde deutlich: Ohne eine crossmediale Ausbildung wird es schwierig. Verschiedene Kanäle bedienen zu können, sei heute eine Selbstverständlichkeit.

 

Die Veranstaltung #durchstarten21 wurde vom Fachausschuss Junge Journalist:innen im DJV-NRW organisiert. DJV-NRW-Geschäftsführer Volkmar Kah spart nicht mit Lob für die Arbeit der jungen Kolleg:innen: „Ich bin von dem Programm wirklich beeindruckt gewesen. Es ist ganz toll, was auf die Beine gestellt wurde. Und noch besser ist es, dass die viele Arbeit durch eine so große Zahl an Teilnehmenden belohnt wurde.“ Mehr zu der Arbeit des Ausschusses gibt es unter www.djv-nrw.de/fa3j. Dort finden sich auch die Informationen zum Durchstarten-Tarif des DJV-NRW, der sich gezielt an junge Medienschaffende richtet: Für 9,90 Euro im Monat können sie im ersten Jahr ihrer Mitgliedschaft das volle Angebot des DJV-NRW nutzen.

 

Kontakt für Rückfragen: Mareike Weberink, Referentin Kommunikation und Marketing, Tel: 0211/23399-30, mareike.weberink@djv-nrw.de

 

Newsletter

Cookie Einstellungen