Deutscher Journalisten-verband Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten

Pressemitteilungen

12. Dezember 2018

Wettbewerb NRW-Pressefoto des Jahres

DJV-NRW: ein politisches Signal für die Bedeutung der Arbeit von Fotojournalisten

„Mit dem Preis ist eine erfreuliche Wertschätzung verbunden, die die Foto-Kolleginnen und Kollegen im Berufsalltag nicht mehr so oft erfahren. Denn ohne ihren Einsatz, ihre Neugier und ihren Mut wären viele Themen nicht im öffentlichen Bewusstsein “, sagte Barbara Merten-Kemper, stellv. Vorsitzende des DJV-NRW und Jurymitglied in ihrer Laudatio an die Preisträger. „Es ist deshalb wünschenswert, wenn sich in den nächsten Jahren noch mehr Kolleg*innen an diesem Wettbewerb beteiligten.“

 

Der Landtag NRW hatte am gestrigen Abend erstmals den mit 10.000 € dotierten Preis vergeben. Zusätzlich zu den ersten drei Plätzen wurden zwei Nachwuchspreise ausgelobt. Der Wettbewerb soll die Arbeit von Fotojournalist*innen würdigen und gleichzeitig einen Rückblick auf das Nachrichtenjahr in NRW geben. Ausgezeichnet wurden Ina Fassbender mit dem Bild „Kaue“, Rolf Vennenbernd mit dem Foto des Empfangs des türkischen Staatspräsidenten Erdogan durch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet am Flughafen Köln und Wolfgang Rattay, der Polizisten unter einem Braunkohlebagger während einer Demonstration am Hambacher Forst fotografierte. Marius Becker und Marcel Kusch erhielten die Nachwuchspreise. (Fotothemen: Marius Becker, Gedenkfeier 25 Jahre nach dem Brandanschlag von Solingen; Marcel Kusch, Szene mit Polizisten, RWE-Mitarbeitern und einem festgenommenen Demonstranten während der Proteste am Hambacher Forst).

 

In der Laudatio machte Merten-Kemper deutlich, dass gute Bilder die Nachricht auf den ersten Blick erschließen, Emotionen erzeugen und Dokumente der Zeitgeschichte sind. Ohne profundes Handwerk, professionellen Blick und Zeit funktioniere das nicht. Aber daran mangele es zunehmend. Was bei Agenturfotografen schon immer zum Berufsbild gehört habe, sei nun auch für feste und freie Fotografen erste Maxime. Tempo und gleichzeitig mehrere Motive. Bei bis zu acht Terminen pro Tag, oft in unterschiedlichen Städten, grenze es schon an Wunder, dass die Kollegen das bewältigt bekämen. Der Wettbewerb NRW-Pressefoto des Jahres komme zur richtigen Zeit.

 

Der Deutsche Journalisten-Verband setzt sich seit vielen Jahren für bessere Arbeitsbedingungen von (Foto-)Journalisten ein. Die bestehenden Tarifverträge, die auch für freie Mitarbeiter gelten, werden aber immer noch von vielen Verlagen unterlaufen. Gerade für freie Fotografen, die sich ganz bewusst für die tägliche Berichterstattung mit ihren oft unkalkulierbaren Ereignissen entschieden haben, wird es zunehmend schwerer, damit ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

 

Mehr zum Wettbewerb und den Preisträgern

 

 

Kontakt: Beate Krämer, Pressereferentin,  0211 233 99-200