Deutscher Journalisten-Verband Landesverband Nordrhein-Westfalen

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Gewerkschaftstag

DJV-NRW kämpft gegen Entwertung des Journalismus

20.04.2013

Die Qualität journalistischer Produkte, die von Stellenstreichungen, Redaktionsschließungen und schlechten Honoraren attackiert wird, muss erhalten und verteidigt werden. Das forderte der DJV-Landesverband NRW heute auf seinem Gewerkschaftstag in Düsseldorf. Der radikale Umbruch in der Medienlandschaft war das Hauptthema: Der DJV-NRW will gegen eine Entwertung des Journalismus kämpfen.

Unterstützung erhielt der Landesverband NRW von zwei prominenten Gastrednern. CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe verstand seinen Auftritt vor rund 130 Journalistinnen und Journalisten aus ganz NRW als Solidaritäts-Besuch in schwierigen Zeiten. „Uns erfüllt die aktuelle Entwicklung der Zeitungsbranche mit großer Sorge“, sagte er. „Unsere Demokratie braucht Qualitätsjournalismus.“ Gröhe signalisierte, für eine gesamtgesellschaftliche Debatte über den Wert des Journalismus bereit zu stehen.

Der Dortmunder Zeitungsforscher Horst Röper rief die Politik dazu auf, aktiv zu werden und in den Markt einzugreifen. „Wir haben die Pressevielfalt in der lokalen Berichterstattung faktisch doch gar nicht mehr“, betonte er und erklärte: „Was wir in der Tagespresse erleben, ist Selbstverstümmelung.“ Wenn Berater geholt würden, endete es immer mit Amputationen.

Gegen diese Amputationen protestiert der DJV-NRW seit Jahren kontinuierlich. Heftige Einschläge erleben derzeit vor allem die Journalistinnen und Journalisten der Funke-Mediengruppe(ehemals WAZ). Der Konzern arbeitet, so die Einschätzung der Gewerkschaft, vehement auf die Einzeitungsregion Ruhrgebiet hin. „Ein schädliches Unterfangen für Gesellschaft und Demokratie“, kritisierte der scheidende Vorsitzende Helmut Dahlmann. Das Handeln der Geschäftsführung sei ein Armutszeugnis und Tabubruch.

Auch der neue Vorsitzende des DJV-NRW, der 50-jährige Fernseh- und Radiojournalist Frank Stach, prangert Falschentwicklungen in der Branche in allen Bereichen an. Stach will sich einmischen, u.a. bei zu niedrigen Honoraren für freie Journalisten. Und er kündigte Kampf an: den Kampf gegen eine Entwertung des Journalismus.


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