Deutscher Journalisten-Verband Landesverband Nordrhein-Westfalen

Pressemitteilungen

Warnstreik bei Radio Bochum

Zweiter Aktionstag im Lokalfunk vor der nächsten Tarifrunde

03.03.2020

"Immer mehr Arbeit und dafür jetzt sogar weniger Geld? Das kann es doch nicht sein!" Auch die Beschäftigten bei Radio Bochum haben vor der morgigen Verhandlungsrunde zu den Gehältern im Lokalfunk ihren Unmut über die Verweigerungshaltung der Arbeitgeber klar gemacht. Ab 5 Uhr fielen in Bochum lokale Inhalte aus.

 

Der DJV-NRW hatte die Redakteur*innen des Senders von 5 bis 10 Uhr zum Warnstreik aufgerufen. Nach der Frühschicht von Hellweg Radio legten heute auch die fest angestellten Mitarbeiter der Frühschicht in Bochum die Arbeit nieder, so dass die Hörer*innen morgens nur Musik und Musikbetten statt lokaler Inhalte geboten bekamen. Viele aus der Tagschicht kamen extra früher, um ihre Unterstützung für die Warnstreikenden auszudrücken. 

 

Der DJV-NRW fordert 4,5 % mehr Gehalt für alle Mitarbeiter*innen im Lokalfunk NRW und mindestens 200 Euro für Volontär*innen und Jungredakteur*innen. Anstatt eines Gehaltsangebots haben die Arbeitgeber in den vergangenen zwei Verhandlungsrunden aber nur Gegenforderungen auf den Tisch gelegt. „Die Kolleginnen und Kollegen im Lokalfunk erwarten von den Arbeitgebern endlich ein verhandelbares Angebot statt einer Streichliste. Das haben die Beschäftigen von Radio Bochum heute und von Hellweg Radio in Soest gestern deutlich gemacht. Immer höhere Arbeitsanforderungen müssen vernünftig entlohnt werden“, sagt Volkmar Kah, Verhandlungsführer und Geschäftsführer des DJV-NRW. 

 

Die Arbeitgeber wollen stattdessen am bisherigen Manteltarifvertrag Kürzungen und Änderungen vornehmen. So soll zum Beispiel die Arbeitszeit auf 40 Stunden pro Woche erhöht und Teile von Weihnachts- und Urlaubsgeld nur gezahlt werden, wenn bestimmte Leistungsziele erreicht sind. Zudem soll es für Neueingestellte ein zweites, schlechteres Tarifwerk und für defizitäre Sender einen Beschäftigungssicherungs-Tarifvertrag  geben, in dem tarifliche Leistungen ausgesetzt werden. 

 

Am morgigen Mittwoch gehen die Verhandlungen in die dritte Runde. 

 

Bei Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

 

Marie Kirschstein

Referat Kommunikation und Marketing

 

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