Deutscher Journalisten-verband Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten

Kandidiert! Wählt!

Nina Estermann (37)

Foto: Arne Poll

>> tätig bei der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung der Funke-Mediengruppe

>> kandidiert zum 1. Mal.

 

Was motiviert Dich, in die BR-Arbeit einzusteigen?
Ich möchte mitreden und mit den Kollegen für ein gutes Arbeitsklima kämpfen.

Wenn Du mit einem Fingerschnippen etwas wahr werden lassen könntest: Was würdest Du sofort verändern?
Ich würde das unsichere Gefühl abschaffen, das viele Kollegen haben, besonders die jüngeren, die im besten Fall nach ihrem Volontariat einen befristeten Redakteursvertrag bekommen. Stattdessen sollten alle gut gelaunt und motiviert ihren Traumjob genießen können.

Wo drückt an Deinem Arbeitsplatz, generell im Journalismus oder in Deiner journalistischen Branche am meisten der Schuh?
Der drückende Schuh in der Branche trägt das Label Krise. Diese Krise, von der so viele reden, drückt und zwickt, macht das Laufen schwer, den Schritt unsicher und die Marschrichtung unklar. Und trotzdem bleibt der Journalismus ein Traumberuf.

Wie wichtig ist für Dich die BR-Wahl 2014?
Wichtiger als Medaillen in Sotschi auf jeden Fall.

Wenn Du die BR-Wahl mit einem einzigen Wort belegen solltest, welches wäre das?
Muss!

Jörg Peters (42)

Foto: privat

>> tätig bei Zeitungsverlag Aachen

>> im Betriebsrat seit 2006

>> jetzige Funktion Betriebsratvorsitzender

>> kandidiert zum 3. Mal.

Was ist für Dich das Wichtigste an dem BR-Engagement?
Das Vertrauen der Mitarbeiter. Das muss sich ein BR nicht erst kurz vor den Wahlen, sondern kontinuierlich und immer wieder neu verdienen.

Warum machst Du weiter?
Weil unsere „freie Liste / DJV“ ein starkes, bewährtes Team ist und wir hier mit unseren Kollegen der Verdi-Liste hervorragend zusammenarbeiten. Hier gibt es keine Fraktionskämpfe. Wir setzen uns alle für die Sache ein. Und die ist das Wohl der Mitarbeiter und dadurch schließlich auch des gesamten Verlages.

Welche Erfolge hast Du erlebt?
Heraus stach der Abschluss einer Betriebsvereinbarung zum Umgang mit Überstunden. Wir haben dabei sehr intensiv, aber auch sehr sachlich mit Geschäftsführung und Chefredaktion verhandelt und nach unserer Auffassung eine sehr gute und vor allem praktikable Lösung gefunden.

Gibt es ein Thema, an dem Du Dir bislang die Zähne ausgebissen hast?
Bislang ist bei mir in Sachen Zahnersatz noch alles jungfräulich.

Wo drückt an Deinem Arbeitsplatz, generell im Journalismus oder in Deiner journalistischen Branche am meisten der Schuh?
Der Journalismus befindet sich im Wandel. Viele Kollegen haben diesbezüglich Ängste dergestalt: Wohin fährt der Zug Journalismus – bin ich da überhaupt noch drin – oder sitze ich nur in einem falschen Abteil – oder stehe ich am Bahnsteig und sehe, wie der Zug ohne mich weiterfährt – oder bin ich gar in einem anderen Zug, der in die Gegenrichtung unterwegs ist . . .?

Und das schmerzt. Denn für die meisten Journalisten ist der Beruf eher Berufung denn ein Job. Journalist ist man. Egal, wie man seine Arbeit anschließend aufbereitet und verbreitet. Und hier besteht ein Riesenproblem. Viele sehen ihre Arbeit nicht mehr wertgeschätzt. Sie haben oft zu wenig Zeit, ausführlich ein Thema zu bearbeiten, weil viele verschiedene Kanäle bedient werden müssen. Hier ein O-Ton, dort das Bewegtbild und schließlich eine ganze Seite inklusive Layout. Das Bild der eierlegenden Wollmilchsau, das der DJV verwendet, trifft das sehr gut. Das Thema Honorare und Tarife kommt da noch dazu.

Die Frage für viele ist jedoch: Wo bleibe ich dabei?

Und mit dieser Frage wächst nach meiner Erfahrung die Nachfrage nach Begleitung. Diesbezüglich stößt ein Betriebsrat mit dem ihm zur Verfügung stehenden „Bauchladen“ aus Rechten und Hilfsmöglichkeiten an seine Grenzen. Um hier besser helfen zu können, habe ich mich neben dem Beruf zum Coach weitergebildet.

Wie wichtig ist für Dich die BR-Wahl 2014?
Sehr wichtig, weil es hier unmittelbar um die Rechte der Mitarbeiter geht.

Wenn Du die BR-Wahl mit einem einzigen Wort belegen solltest, welches wäre das?
Mitbestimmung.

Sascha Fobbe (44)

Foto: DJV-NRW / Kirsten Weber

>> tätig bei Radio RST

>> im Betriebsrat seit 2003 (zunächst als Stellvertreterin)

>> jetzige Funktion Betriebsrätin (im einköpfigen BR)

>> kandidiert zum 4. Mal

 

Was ist für Dich das Wichtigste an dem BR-Engagement?
Dass ich Einfluss darauf nehmen kann, den Arbeitsalltag für meine Kollegen / Kolleginnen und natürlich auch für mich angenehmer zu gestalten. Dazu gehört, dass ich beim DJV zu jeder Zeit nachfragen kann, wenn sich Unklarheiten z.B. zu gesetzlichen Regelungen auftun.

Warum machst Du weiter?
Weil meine Arbeit wichtig ist und weil ich den Rückhalt meiner Kollegen habe.

Welche Erfolge hast Du erlebt?
Als es darum ging, die Arbeitszeiten zu verändern, konnte ich mit den Kollegen zusammen dafür sorgen, dass das neue Schichtsystem für uns alle annehmbar war.

Gibt es ein Thema, an dem Du Dir bislang die Zähne ausgebissen hast?
Nein.

Wo drückt an Deinem Arbeitsplatz, generell im Journalismus oder in Deiner journalistischen Branche am meisten der Schuh?
Generell sind Arbeitsverdichtung und Erfolgsdruck die wichtigsten Themen, die den journalistischen Alltag bestimmen, das ist auch im Lokalfunk nicht anders.

Wie wichtig ist für Dich die BR-Wahl 2014?
Die BR-Wahl ist richtig wichtig - auch und besonders für den Betriebsrat selbst, weil das die Gelegenheit für die Kolleginnen und Kollegen ist, ihm mit hoher Wahlbeteiligung und vielen Stimmen den Rücken zu stärken.

Wenn Du die BR-Wahl mit einem einzigen Wort belegen solltest, welches wäre das?
Mitmachen!

Inge Ansahl (57)

Foto: privat

>> tätig bei der Funke-Mediengruppe, WAZ-Lokalredaktion Gelsenkirchen

>> im Betriebsrat aktuell seit 2010 tätig, davor ununterbrochen von 1985 bis 2000

>> jetzige Funktion im Betriebsrat Ersatzmitglied

>> kandidiert zum 7. Mal.

 

Was ist für Dich das Wichtigste an dem BR-Engagement?
Ansprechpartner für Kolleginnen und Kollegen zu sein, über betriebliche Abläufe informiert zu sein, bei Problemen schnell zu reagieren. Kurz: Mitbestimmungsrechte wahrzunehmen.

Warum machst Du weiter?
Weil ich das wichtig und richtig finde, sich im Betrieb für Arbeitnehmerrechte einzusetzen.

Welche Erfolge hast Du erlebt?
Nun ja, den wie ich finde größten Erfolg in jüngerer Vergangenheit haben die Betriebsräte der (damals noch) vier Titel der WAZ-Gruppe in den Jahren 2008 und 2009 erzielt, als sie in zähen Verhandlungen mit der Geschäftsführung und Personalleitung einen Sozialplan herausgeholt haben, mit dem betriebsbedingte Kündigungen bei der 30-Millionen-Sparorgie des Unternehmens im redaktionellen Bereich verhindert werden konnten. Diese sozialverträgliche Lösung hätte es ohne die Betriebsräte sicher nicht gegeben.

Gibt es ein Thema, an dem Du Dir bislang die Zähne ausgebissen hast?
Ein Dauerbrenner für den ganzen Betriebsrat ist die im Betriebsverfassungsgesetz geregelte rechtzeitige und umfassende Information des Betriebsrats durch den Arbeitgeber bei mitbestimmungspflichtigen Angelegenheiten im Unternehmen. Da gibt’s nach wie vor erheblichen Nachhilfebedarf auf Seiten der Arbeitgeber. Ein Dauerbrenner ist auch die Arbeitszeiterfassung. Aber da sind wir inzwischen immerhin auf einem guten Weg.

Wo drückt an Deinem Arbeitsplatz, generell im Journalismus oder in Deiner journalistischen Branche am meisten der Schuh?
Die rasante Veränderung des Berufsbildes und der Arbeitsbedingungen – immer weniger Kolleginnen und Kollegen schultern immer mehr Aufgaben – stellt uns alle aktuell vor immer neue Herausforderungen.

Wie wichtig ist für Dich die BR-Wahl 2014?
Die BR-Wahl ist ganz einfach ein Muss, um Arbeitnehmerrechte zu wahren. Mitbestimmung ist ein hohes Gut. Daher hoffe ich auch, dass die Wahlbeteiligung im März alle politischen Urnengänge in den Schatten stellt.

Wenn Du die BR-Wahl mit einem einzigen Wort belegen solltest, welches wäre das?
Unverzichtbar!