Deutscher Journalisten-Verband Landesverband Nordrhein-Westfalen
#fuenffuerdenwdr
Tarifverhandlungen 2022
Der DJV-NRW fordern 5% mehr für Feste wie Freie und einen Inflationszuschlag. Der Sender hat den Gewerkschaften kein ansatzweise akzeptables Angebot gemacht. Deswegen müssen wir uns unbedingt für bessere Vereinbarungen stark machen. Das geht nur gemeinsam. Und je mehr wir dabei sind, desto besser. Bringt Euch also unbedingt ein.

Liebe Kolleginnen und Kollegen im WDR!

In der Tarifrunde am 14. November hat der WDR sein Angebot nur minimal verbessert. Der Sender geht über eine lineare Erhöhung von 2,8 Prozent nicht hinaus.

Unabhängig von der verfahrenen Situation bei den Tarifverhandlungen haben sich die Gewerkschaften am 8. Verhandlungstag dafür eingesetzt, dass die Einmalzahlung noch dieses Jahr ausgezahlt wird. Das haben wir als Tarifvertrag angeboten, um damit die rechtliche Grundlage zu schaffen.

Die Einmalzahlung soll als „Inflationsausgleichsprämie“ ausgezahlt werden. Sie wurde von der Bundesregierung auf den Weg gebracht. Arbeitgeber können demnach bis zu 3000 Euro pro Mitarbeiter:in steuerfrei auszahlen. Und zwar zusätzlich zu Honoraren und Gehältern. Die zeitnahe Auszahlung wäre eine win-win Situation. Für den WDR aus haushaltsrechtlichen Gründen und für die Belegschaft, damit sie die gestiegenen Lebenshaltungskosten für den Moment abfedern kann.

In den Verhandlungen selbst war nur beim Thema Laufzeit Bewegung erkennbar. So teilte der WDR mit, er könne sich vorstellen, die Laufzeit von 24 auf 21 Monate zu verkürzen. Die Gewerkschaften können sich statt der ursprünglich geforderten 12 auch eine Laufzeit von 15 Monaten vorstellen. Aber in allen anderen Fragen – z.B. Erhöhung der linearen Vergütungen und der Effektivhonorare – blieben die Fronten verhärtet.

Wir bestehen bestehen weiter auf den berechtigten Forderungen, für die sich die Beschäftigten bei den Warnstreiks mit Nachdruck eingesetzt haben. Wir fordern mit Blick auf die Inflation eine höhere Steigerung der Entgelte sowie die Erhöhung der Effektivhonorare für Freie und eine Laufzeit von zwölf anstatt 24 Monaten.
Überall da hat sich der WDR gesperrt. Wir sollten uns mit seinem Angebot zufrieden geben, mehr wäre nicht drin. Das sehen wir allerdings anders und setzen uns weiterhin nachdrücklich für einen besseren Tarifabschluss ein.

Gemeinsam kämpfen Mitarbeitende für faire Bezahlung: WDR und DLF – Streik wirft Programm durcheinander

Gemeinsam noch stärker: Die Mitarbeitenden von WDR und Deutschlandradio haben am heutigen Mittwoch, 9. November, zeitgleich die Arbeit niedergelegt. Mehr als 700 Beschäftigte aus den Häusern haben sich vor den Studios und im Homeoffice an dem Streik beteiligt. Die Auswirkungen waren in den Programmen deutlich spürbar. Hintergrund sind die derzeit laufenden Tarifverhandlungen. „Unsere Kolleg:innen haben heute NRW- und deutschlandweit ein starkes Signal gegen die von den Rundfunkanstalten geplanten Einbußen gesetzt. Der DJV setzt darauf, dass die Sender bei der nächsten Verhandlungsrunde am kommenden Montag endlich adäquate Angebot machen“, so Volkmar Kah, Geschäftsführer des DJV-NRW.

Bereits in der Nacht zu Mittwoch konnte der WDR sein gewohntes Programm nicht aufrechterhalten. WDR5, WDR 2 und 1Live mussten kurzfristig umstellen. Auch das Morgenmagazin war von Einschränkungen betroffen. Der Deutschlandfunk sendete am Vormittag Wiederholungen statt des üblichen Programms. Warum, das war deutlich sichtbar: Statt in den Studios fanden sich die Beschäftigten zum Streik zusammen. In Köln, Düsseldorf, Essen, Aachen, Bielefeld, Wuppertal und Arnsberg sind die Festen und Freien vom DLF und WDR auf der Straße. Bis zum Mittag haben sich bereits mehr als 700 Mitarbeitende beteiligt. „Auch beim vierten Streik verlieren die Kolleg:innen nicht an Motivation. Ihr Unmut ist spürbarer denn je. Sie fordern vom Sender für ihre ständige Mehrarbeit endlich angemessen entlohnt zu werden: mit Wertschätzung, vor allem in Form einer spürbaren Tariferhöhung“, macht Karen Gesierich, Betriebsgruppenvorsitzende des DJV im WDR, deutlich.

Hauptversammlungsort war vor dem 1Live-Studio in Köln. Lautstark unterstützte dort eine Band die Streikenden und ihre Forderungen. Unterstützung gab es jedoch auch weit über die Grenzen NRWs hinaus. So traten heute auch die Beschäftigten beim Deutschlandradio in Berlin und auch bei Radio Bremen in den Ausstand und auch im Süden der Republik wurde beim Bayrischen Rundfunk gestreikt.

Im Deutschlandradio setzen sich die Gewerkschaften und der Arbeitgeber am 2. Dezember erneut an einen Tisch. Am kommenden Montag, 14. November, wird beim WDR weiterverhandelt. Die bislang von WDR und Deutschlandradio vorgelegten linearen Erhöhungen zwischen 2 und 3 Prozent sind zu niedrig. Auch bei den Laufzeiten kommen die Rundfunkanstalten ihren Mitarbeitenden bislang nicht entgegen. Beim WDR soll es 24 Monate, beim Deutschlandradio sogar 33 Monate keine Gehalts- und Honoraranpassungen geben. Somit ignorieren beide Sender die Inflation nicht nur jetzt, sondern auch in den kommenden Jahren vollkommen.

Die Gewerkschaften fordern jedoch:

  • 5% mehr für Feste und Freie bei einer Laufzeit von 12 Monaten!
  • Einen Inflationsausgleich für Alle!
  • NEIN zu Verschlechterungen bei Tarifverträgen!

Impressionen von Euren Warnstreiks

zum Vergrößern, Bilder anklicken

Einbußen und Verluste: Ein unterirdisches Angebot vom WDR!

Man könnte sich kaum einen unpassenderen Zeitpunkt vorstellen als jetzt. Auf eklatante Preissteigerungen und die ständige Mehrarbeit antwortet die Verwaltungsdirektion mit starken Einbußen für Feste und Freie. Statt sich als verantwortungsbewusster Arbeitgeber zu präsentieren, legte der WDR den Gewerkschaften in der aktuellen Tarifverhandlungsrunde das schlechteste Angebot seit Gedenken vor.

Das jetzige Angebot des WDR ist das schlechteste seit Gedenken:

  • für Feste und Freie: 2,8 % mehr zum 1.12.2022
  • bei einer Laufzeit von 21 Monate (bislang 24 Monate)
  • für Auszubildende: eine Anhebung der Vergütung um nur 50 Euro

Und dann knüpft der WDR sein Angebot auch noch an Voraussetzungen: Die Gewerkschaften sollen vor einem Tarifabschluss in einer Protokollnotiz ihr Einverständnis erklären, sowohl die Struktur des Vergütungstarifvertrags für die Festangestellten als auch die Honorarordnung für die Freien zu den Bedingungen des WDR umfassend neu zu verhandeln.

Das würde unter anderem bedeuten:

  • automatischen Stufensteigerungen innerhalb einer Gehaltsgruppe nur noch alle drei Jahre anstatt wie derzeit alle zwei Jahre
  • eine Neufassung aka Verschlankung der Berufsbilder und Tätigkeitsbeschreibungen.
  • erneute Ablehnung der Erhöhung der Effektivhonorare für Freie
  • eine komplette Neustrukturierung der Honorare für Freie mit Absenkungen im tagesaktuellen Bereich.

Man möchte nämlich jetzt „aufkommensneutral“ – ohne Erhöhung das Honorarvolumens – einen neuen, ausspielwegunabhängigen Honorarrahmen aufsetzen. Entweder mit den Gewerkschaften oder – so die offene Drohung – man werde alle Honorarrahmen spätestens in 12 Monaten kündigen und danach zahlen, was man möchte.

Wir brauchen eine dauerhafte lineare Erhöhung für alle. Die angedachten Einmalzahlungen sind nur ein Strohfeuer. Schon nach einem Jahr ist diese bei der derzeitigen Inflation aufgebraucht. Die Inflation aber bleibt. Es fehlt die Erhöhung der Einkommen für folgende Jahre und für die Rente.


Wie Ihr Euch einbringen könnt

Die einfachste Möglichkeit, Euch einzubringen: Erzählt von Euren Forderungen! Teilt unsere Inhalte auf Social Media. Schreibt Euren Kolleg:innen davon per Messenger. Kurz: Helft uns, die Kampagne öffentlich zu machen. Verteilt unsere Flugblätter, hängt unsere Plakate auf und dokumentiere fleißig Eure Aktionen im Betrieb! Immer wenn Ihr etwas postest oder teilt, nutzt unseren Hashtag: #fuenffuerdenwdr

Euch fehlt noch die zündende Idee, das Aktions- oder Streikmaterial und/oder der Kontakt zu anderen Kolleg:innen? Wir helfen Euch gerne weiter.

Downloadbereich

Ladet Euch Flugblätter, Sharepics und Plakate aus der laufend aktualisierten Datei-Liste herunter. Solltet Ihr (finanzielle) Unterstützung beim Druck benötigen, meldet Euch bei uns. Der DJV-NRW hilft Euch gerne weiter.

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Streikmaterial

Es kommt zum Streik und Ihr (noch mehr) benötigt Banner, Jacken, Triller-Pfeifen und mehr? Kein Problem.
Schreibt uns einfach eine E-Mail an volkmar.kah@djv-nrw.de oder christian.weihe@djv-nrw.de. Wir versorgen Euch mit allem, was ein Streiker:innen-Herz begehrt.

Wir sind für Euch da.

Anliegen zu den Verhandlungen oder zum Streik?

Vorsitzende DJV im WDR

Karen Gesierich, Stephanie Funk-Hajdamowicz, Frank Stach
djv@wdr.de

Verhandlungsführer

Volkmar Kah
volkmar.kah@djv-nrw.de
(0211) 233 99-0

Justiziar

Christian Weihe
christian.weihe@djv-nrw.de
(0211) 233 99-40


Aktuelles aus den Tarifrunden


Streik-FAQ: Was Ihr zum Streik wissen müsst

Wichtige Fragen und Antworten

Streikanträge bitte ausdrucken, ausfüllen, einscannen und per E-Mail an silke.diekmann@djv-nrw.de schicken.


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1. Wir vertreten Eure Anliegen konsequent und werden nicht davon abrücken, uns für Euch einzusetzen.
2. Unsere Mitglieder – egal ob fest oder frei im WDR - erhalten Streikgeld.
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4. Bei uns bleibt kein Standort zurück. Wir werden auch in Zukunft alle Kolleg:innen rechtzeitig über Warnstreiks informieren und alle miteinbeziehen - sowohl am Hauptstandort Köln als auch in den Regionalstudios.
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