Deutscher Journalisten-Verband Landesverband Nordrhein-Westfalen

+++ [NEU] Vergütungstabellen +++

Die Honorar-Rahmen für Freie folgen schnellstmöglich. Derzeit werden die Tabellen noch vom WDR zusammengestellt.

Liebe Kolleginnen und Kollegen im WDR!

Es war ein zähes Ringen, mehr als zehn Stunden lang. Am Ende haben sich die Gewerkschaften mit dem WDR auf neue Honorar-Tarifverträge verständigt. „Diese entscheidende Verhandlungsrunde“, so hieß es auf Seiten der Gewerkschaftsvertreter, „war geprägt vom gemeinsamen Interesse beider Seiten, die monatelange Tarifauseinandersetzung zum Ende zu bringen.“  Dazu sagt DJV-NRW Verhandlungsführer Volkmar Kah: „Wir sind froh, dass die Beschäftigten jetzt noch vor dem Jahreswechsel Gewissheit haben und statt mit einer Zitterpartie mit einem Plus in der Tasche ins neue Jahr starten können.“

Neben einer linearen Erhöhung der Gehälter und Honorare um 2,8 Prozent konnten die Gewerkschaften für fast alle Beschäftigten die erhoffte Einmalzahlung in Höhe von 3.000 Euro durchsetzen. Für andere, die leer auszugehen drohten, haben die Gewerkschaften eine Zahlung von 1.000 Euro herausgeholt.

Einstieg in die Effektivhonorare

Gelungen ist vor allem auch der Einstieg in die Anhebung der Effektivhonorare: Zwar steigen formal auch diesmal „nur“ die Mindesthonorare ebenfalls um 2,8 Prozent. Der WDR stimmt aber in einer Protokollnotiz zu, nach der mit der geplanten Einführung einer neuen Tarifstruktur zukünftig alle regelmäßigen Honorare von Erhöhungen in den Tarifverträgen profitieren.

Bereits in der aktuellen Runde werden 22 Honorarpositionen jeweils um insgesamt 10 Prozent erhöht. Zudem sollen für 16 weitere Positionen vor allem im Bereich informeller Tagespauschalen, die der WDR seit mindestens fünf Jahren nicht mehr erhöht hatte, schon jetzt die Effektivhonorare um 2,8 Prozent erhöht werden. So sehen die wichtigsten Eckpunkte der Tarifvereinbarung aus:

Lineare Erhöhung:
 

  • Für Festangestellte:

  • Lineare Gehaltsanhebung um 2,8 % zum 01.12.2022 Umsetzung der Tarifbezüge mit Gehalt 12/2022, manuell zu berechnende Vergütungsbestandteile (Zulagen etc.) werden mit Rückrechnung auf den 01.12.2022 mit der Januar-Abrechnung gezahlt.

  • Für arbeitnehmerähnliche Freie:
    • Lineare Anhebung der Mindesthonorare um 2,8 % zum 21.12.2022, Ausgleich für die verzögerte Anhebung Pauschalabgeltung 100 € für alle arbeitnehmerähnlichen Freien inklusive Producer:innen und Tischreporter:innen

    • Überproportionale Anhebung der nachfolgend genannten 22 Honorarziffern aus dem Honorarrahmen um 7,2 % zum 21.12.2022

    • (Gesamtanhebung: 2,8 % + 7,20 % = 10,0 Prozent)

    • 1.121, 1.122, 1.135, 1.191, 1.192, 1.183, 1.193, 1.194, 1.132, 1.133, 1.134, 1.136, 1.185, 1.184, 1.186, 6.142, 6.143, 6.141, 6.212, 6.213, 6.43, 6.72

    • Für die Positionskennziffern 6.42, 6.4411, 6.442, 6.221. 6.222, 10.62,10.611 10.612, 10.71, 10.81, 10.82, 10.83, 10.84, 11.31, 11.32,11.41, sind die Fachbereiche gebeten zu prüfen, ob die Regelhonorare um 2,8 % angehoben können. Angemessen ist dies insbesondere dann, wenn in den letzten 5 Jahren keine Anhebung erfolgt ist.

  • Auszubildende
  • Die Vergütung für alle Auszubildenden erhöht sich um 50 Euro monatlich. Sie erhalten zudem die Garantie, nach erfolgreichem Berufsabschluss für mindestens zwei Jahre in eine feste Beschäftigung übernommen zu werden.

Inflationsausgleichsprämie

  • Einmalig 3.000 Euro noch in diesem Jahr erhalten:
    • Alle Vollzeit-Angestellten

    • Alle arbeitnehmerähnlichen Freien

    • Alle Teilzeitbeschäftigten

    • Alle Auszubildenden und Programmvolontär:innen

  • Eine Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 1.000 Euro erhalten:
    • Alle Praktikant:innen, deren Vertrag länger als zehn Monate dauert.

    • Alle freien Mitarbeiter:innen mit einer Fünf-Tages-Prognose, die in diesem Jahr in einem Sechs-Monats-Zeitraum 27, 28 oder 29 Tage gearbeitet haben. Voraussetzung ist ein Urlaubsantrag. Ein echter Gewinn für alle, die sonst knapp an der 30-Tages-Grenze scheitern.

  • Fehlzeiten bei Freien wegen Mutterschutz, Elternzeit oder Pflegezeit sind in Zukunft unschädlich für viele Ansprüche aus dem SubSchTV.

Am Ende von neun harten Tarifrunden sind wir angesichts der Inflation natürlich nicht wirklich glücklich über das Ergebnis. Vor allem die 2,8% Gehaltssteigerung halten wir für zu wenig. Aber das war im ARD-Kanon auch mit Unterstützung vieler Streikender nicht mehr zu ändern.

Wir freuen uns aber, besonders für Teilzeitkräfte und Geringverdiener:innen die volle Inflationsausgleichsprämie erreicht zu haben. Für Freie wurde ein erster Schritt in Richtung Effektivhonorare gemacht.  Auch zusätzliche Zahlungen für Beschäftigte, die früher immer leer ausgegangen sind, wie Fünf-Tages-Prognosler:innen und Tagespauschalist:innen, werten wir als Erfolg einer harten Verhandlungsstrategie.

„Mit dem Ergebnis der vergangenen Nacht ist für uns natürlich noch lange nicht Schluss“, sagt Volkmar Kah: „Wir werden die Details zeitnah in ihrer Bedeutung aufschlüsseln und dann in die Vorbereitung für die anstehenden Gespräche über die neuen Strukturen gehen.Wir möchten uns an dieser Stelle schon einmal bei den zahlreichen Beschäftigten bedanken, die den Weg bis hierher so tatkräftig unterstützt haben. Das Engagement war fantastisch.“

An dieser Stelle werden wir zeitnah alle Fragen rund um den aktuellen Abschluss beantworten. Wer gezielt Fragen kann, kann uns diese jederzeit stellen, wir nehmen es dann mit auf.

Fragen bitte schicken an: 

Volkmar.kah@djv-nrw.de oder christian.weihe@djv-nrw

Kein Streikaufruf vom DJV am 30.11.2022

ver.di und die VRFF haben für morgen erneut zu einem eintägigen Warnstreik aufgerufen. Der DJV hat – nach intensiven Diskussionen – entschieden, zunächst abzuwarten, wie sich die nach den Pilotabschlüssen im SWR und BR für alle ARD-Anstalten veränderten Rahmenbedingungen auf die Verhandlungsrunde am kommenden Montag auswirken. Wir folgen damit auch zahlreichen Rückmeldungen aus Euren Reihen.

Für Fragen und Feedback stehen wir natürlich jederzeit zur Verfügung. Selbstverständlich können alle Mitarbeitenden des WDR immer dann ihre Arbeit niederlegen, sobald eine im Betrieb vertretene Gewerkschaft zum Streik aufruft.

Solidarische Grüße - Eure Tarifkommission

Gemeinsam kämpfen Mitarbeitende für faire Bezahlung: WDR und DLF – Streik wirft Programm durcheinander

Gemeinsam noch stärker: Die Mitarbeitenden von WDR und Deutschlandradio haben am heutigen Mittwoch, 9. November, zeitgleich die Arbeit niedergelegt. Mehr als 700 Beschäftigte aus den Häusern haben sich vor den Studios und im Homeoffice an dem Streik beteiligt. Die Auswirkungen waren in den Programmen deutlich spürbar. Hintergrund sind die derzeit laufenden Tarifverhandlungen. „Unsere Kolleg:innen haben heute NRW- und deutschlandweit ein starkes Signal gegen die von den Rundfunkanstalten geplanten Einbußen gesetzt. Der DJV setzt darauf, dass die Sender bei der nächsten Verhandlungsrunde am kommenden Montag endlich adäquate Angebot machen“, so Volkmar Kah, Geschäftsführer des DJV-NRW.

Bereits in der Nacht zu Mittwoch konnte der WDR sein gewohntes Programm nicht aufrechterhalten. WDR5, WDR 2 und 1Live mussten kurzfristig umstellen. Auch das Morgenmagazin war von Einschränkungen betroffen. Der Deutschlandfunk sendete am Vormittag Wiederholungen statt des üblichen Programms. Warum, das war deutlich sichtbar: Statt in den Studios fanden sich die Beschäftigten zum Streik zusammen. In Köln, Düsseldorf, Essen, Aachen, Bielefeld, Wuppertal und Arnsberg sind die Festen und Freien vom DLF und WDR auf der Straße. Bis zum Mittag haben sich bereits mehr als 700 Mitarbeitende beteiligt. „Auch beim vierten Streik verlieren die Kolleg:innen nicht an Motivation. Ihr Unmut ist spürbarer denn je. Sie fordern vom Sender für ihre ständige Mehrarbeit endlich angemessen entlohnt zu werden: mit Wertschätzung, vor allem in Form einer spürbaren Tariferhöhung“, macht Karen Gesierich, Betriebsgruppenvorsitzende des DJV im WDR, deutlich.

Hauptversammlungsort war vor dem 1Live-Studio in Köln. Lautstark unterstützte dort eine Band die Streikenden und ihre Forderungen. Unterstützung gab es jedoch auch weit über die Grenzen NRWs hinaus. So traten heute auch die Beschäftigten beim Deutschlandradio in Berlin und auch bei Radio Bremen in den Ausstand und auch im Süden der Republik wurde beim Bayrischen Rundfunk gestreikt.

Im Deutschlandradio setzen sich die Gewerkschaften und der Arbeitgeber am 2. Dezember erneut an einen Tisch. Am kommenden Montag, 14. November, wird beim WDR weiterverhandelt. Die bislang von WDR und Deutschlandradio vorgelegten linearen Erhöhungen zwischen 2 und 3 Prozent sind zu niedrig. Auch bei den Laufzeiten kommen die Rundfunkanstalten ihren Mitarbeitenden bislang nicht entgegen. Beim WDR soll es 24 Monate, beim Deutschlandradio sogar 33 Monate keine Gehalts- und Honoraranpassungen geben. Somit ignorieren beide Sender die Inflation nicht nur jetzt, sondern auch in den kommenden Jahren vollkommen.

Die Gewerkschaften fordern jedoch:

  • 5% mehr für Feste und Freie bei einer Laufzeit von 12 Monaten!
  • Einen Inflationsausgleich für Alle!
  • NEIN zu Verschlechterungen bei Tarifverträgen!

Impressionen von Euren Warnstreiks

zum Vergrößern, Bilder anklicken


Wie Ihr Euch einbringen könnt

Die einfachste Möglichkeit, Euch einzubringen: Erzählt von Euren Forderungen! Teilt unsere Inhalte auf Social Media. Schreibt Euren Kolleg:innen davon per Messenger. Kurz: Helft uns, die Kampagne öffentlich zu machen. Verteilt unsere Flugblätter, hängt unsere Plakate auf und dokumentiere fleißig Eure Aktionen im Betrieb! Immer wenn Ihr etwas postest oder teilt, nutzt unseren Hashtag: #fuenffuerdenwdr

Euch fehlt noch die zündende Idee, das Aktions- oder Streikmaterial und/oder der Kontakt zu anderen Kolleg:innen? Wir helfen Euch gerne weiter.

Downloadbereich

Ladet Euch Flugblätter, Sharepics und Plakate aus der laufend aktualisierten Datei-Liste herunter. Solltet Ihr (finanzielle) Unterstützung beim Druck benötigen, meldet Euch bei uns. Der DJV-NRW hilft Euch gerne weiter.

Sharepic für die sozialen Netzwerke

Streikmaterial

Es kommt zum Streik und Ihr (noch mehr) benötigt Banner, Jacken, Triller-Pfeifen und mehr? Kein Problem.
Schreibt uns einfach eine E-Mail an volkmar.kah@djv-nrw.de oder christian.weihe@djv-nrw.de. Wir versorgen Euch mit allem, was ein Streiker:innen-Herz begehrt.

Wir sind für Euch da.

Anliegen zu den Verhandlungen oder zum Streik?

Vorsitzende DJV im WDR

Karen Gesierich, Stephanie Funk-Hajdamowicz, Frank Stach
djv@wdr.de

Verhandlungsführer

Volkmar Kah
volkmar.kah@djv-nrw.de
(0211) 233 99-0

Justiziar

Christian Weihe
christian.weihe@djv-nrw.de
(0211) 233 99-40


Aktuelles aus den Tarifrunden


Streik-FAQ: Was Ihr zum Streik wissen müsst

Wichtige Fragen und Antworten

Streikanträge bitte ausdrucken, ausfüllen, einscannen und per E-Mail an silke.diekmann@djv-nrw.de schicken.


Mitglieder werden im DJV-NRW

Wer sich uns anschließt, hat viele Vorteile. Im DJV kannst Du Dich für den Journalismus und die Kolleg*innen im WDR engagieren und Deinen Beruf aktiv mitgestalten. Hilf mit, Grundwerte und Ziele des Journalismus im WDR weiter zu entwickeln. Und nehme die Dienstleistungen in Anspruch, die der DJV seinen 33.000 Mitgliedern anbietet.

5 Gründe für WDR-Kolleg:innen, jetzt dem DJV-NRW beizutreten

1. Wir vertreten Eure Anliegen konsequent und werden nicht davon abrücken, uns für Euch einzusetzen.
2. Unsere Mitglieder – egal ob fest oder frei im WDR - erhalten Streikgeld.
3. Unsere Mitglieder erhalten jederzeit juristische Beratung!
4. Bei uns bleibt kein Standort zurück. Wir werden auch in Zukunft alle Kolleg:innen rechtzeitig über Warnstreiks informieren und alle miteinbeziehen - sowohl am Hauptstandort Köln als auch in den Regionalstudios.
5. Sondieren steht bei uns vor Aktionismus. Wir agieren individuell so, wie es für die Beschäftigten am besten ist.

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