Deutscher Journalisten-verband Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten

Lokalfunk NRW

DJV-NRW bedauert Ablehnung von Hilfspaket: „Land darf Lokalfunk nicht im Regen stehen lassen“

Der DJV-NRW bedauert die Ablehnung eines Soforthilfepakets für den NRW-Lokalfunk. Heute Mittag hat der Landtag mit den Stimmen von CDU, FDP und AfD einen aus Sicht des DJV sehr sinnvollen entsprechenden Entschließungsantrag der SPD-Fraktion abgelehnt.

„Der Lokalfunk braucht jetzt schnelle Unterstützung. Den 44 Sendern sind binnen weniger Tage quasi die gesamten Einnahmen weggebrochen, die an Mitarbeiterzahlen orientierten Hilfsprogramme greifen hier nicht“, so der DJV-Landesvorsitzende Frank Stach. Dabei erfüllten die Sender gerade eine allgemein anerkannte, systemrelevante Aufgabe. „Und das müssen sie weiter können“, so Stach.

Das deutschlandweit einzigartige „Zwei-Säulen-Modell“ des NRW-Lokalfunks bewährt sich gerade jetzt, da das Lokalprogramm in der Verantwortung der Veranstaltergemeinschaften und ihrer Redaktionen liegt. Lokale Berichterstattung vor Ort wird dringend gebraucht und auch nachgefragt. Die Einnahmen sinken als Folge der Corona-Krise trotzdem rapide. Immer mehr Werbekunden der insgesamt 44 Lokalradiosender springen ab, Buchungen werden storniert. Für die Betriebsgesellschaften im NRW-Lokalradiosystem ist das existenzgefährdend.

So sah das auch die NRW-Landtagsfraktion der SPD und stellte deswegen heute Nachmittag einen Entschließungsantrag zum Gesetzesentwurf der Landesregierung („Gesetz zur Zustimmung zum Dreiundzwanzigsten Rundfunkänderungsstaatsvertrag und zur Änderung weiterer Gesetze (18. Rundfunkänderungsgesetz“)) mit dem Ziel einer finanziellen Absicherung des Lokalfunks in der Corona-Krise.  „Eine solche Lösung wäre bestens geeignet, Druck aus dem gerade immens wichtigen aber wirtschaftlich vor dem Kollaps stehenden System zu nehmen“, lobt Stach den Ansatz

Die Fraktionen der in NRW regierenden Parteien CDU und FDP sehen das offensichtlich anders und stimmten dagegen. Der Antrag ist nun abgelehnt. „Ich verstehe das nicht. Auf der einen Seite erklärt die Landesregierung geradezu vorbildlich Journalismus für systemrelevant. Aber jetzt lässt man ein ganzes System im Regen stehen“, kritisiert der DJV-Landesvorsitzende. „Wenn man den Ansatz der Opposition nicht teilt, müssen die Regierungsfraktionen mit eigenen Ideen kommen. Und zwar besser gestern als heute.“

Der DJV-NRW hält ein passgenaues Paket zur finanziellen Unterstützung für die Lokalfunk-Sender für dringend notwendig. Der Verband fordert die Landesregierung dazu auf, die wirtschaftliche Existenz der Betriebsgesellschaften jetzt schnell zu stützen, um die einzigartige Lokalfunk NRW-Struktur aufrechtzuerhalten.

Ansprechpartner: Volkmar Kah, Geschäftsführer, volkmar.kah@djv-nrw.de

 

"Auf einer Welle"-Podcast Folge 20: Corona-Krise im Lokalfunk!

In dieser Podcast-Folge spricht Host Sascha Fobbe mit DJV-NRW-Verhandlungsführer Volkmar Kah über die Krise im Lokalfunk aufgrund der Corona-Pandemie. 

Mit der Reihe will der DJV-NRW über die laufenden Tarifverhandlungen und alles Wissenswerte rund um den Lokalfunk informieren. Eine neue Podcast-Folge gibt es ab sofort jeden zweiten Dienstag im Monat sowie nach jeder Tarifverhandlungsrunde und bei sonstigen wichtigen Themen. Die Podcast-Reihe „Auf einer Welle“ ist zu hören auf unserem YouTube-Kanal DJV NRW sowie über unsere Facebook-Seite und auch über die Homepage. Von dort können die Folgen auch heruntergeladen werden.Anregungen, Wünsche und Kritik dazu nimmt Sascha Fobbe gerne entgegen unter Sascha.Fobbe@djv-nrw.de.

Unter dem Video finden Sie den Podcast auch zum Download, zum Beispiel für unterwegs.
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Alle Folgen zum Download - Auf einer Welle - der Lokalfunk-Podcast des DJV-NRW

Tarifinfo 10. März 2020: „Verhandeln statt taktieren“

Verhandeln statt taktieren: Das sind die Lokalfunk-Arbeitgeber ihren Mitarbeiter*innen schuldig. Viel zu viele Überstunden und zu wenig Lohn, um nur einige alltägliche Probleme vieler Kolleg*innen im Lokalfunk NRW zu nennen. Höchste Zeit, dass sich etwas ändert. Wenn es nach den Arbeitgebern ginge, soll das jetzt im Zuge der Tarifverhandlungen aber noch schlimmer werden. Einige Sender haben dagegen vergangene Woche bereits gestreikt. Wenn die Verhandlungen so weiter laufen, werden weitere Sender ihrem Beispiel folgen müssen.

In der vergangenen Woche hatten wir Sie/Euch schon kurz über den unbefriedigenden Stand der Gehaltstarifverhandlungen informiert. Wie versprochen kommen hier alle wesentlichen Fakten einmal ganz ausführlich. Zugleich möchten wir auf Nebelkerzen reagieren, die die in der Sache immer noch verhandlungsunwilligen Arbeitgeber im Nachgang der Verhandlungen zu zünden versuchen. Nein, die Gewerkschaften verweigern sich nicht „einem weiteren konstruktiven Dialog und dem Angebot der Arbeitgeber“. Den Dialog abgebrochen haben an diesem Tag die Arbeitgeber. Und sie sind es auch, die sich verweigern.
(...)

Kreative Mittagspause bei Radio MK!

"Wir sagen STOP zu längeren Arbeitszeiten, einer schlechteren Bezahlung und fehlender Zukunftsperspetive für unseren Nachwuchs", sagen die Mitarbeiter*innen von Radio MK. Mit Recht.
Heute wenden sie sich die Kolleginnen und Kollegen direkt an ihre Hörerinnen und Hörer und bitten um Unterstützung.

Der DJV-NRW fordert 4,5 % mehr Gehalt für alle Mitarbeiter*innen im Lokalfunk NRW und mindestens 200 Euro für Volontär*innen und Jungredakteur*innen. Anstatt eines Gehaltsangebots haben die Arbeitgeber in den vergangenen zwei Verhandlungsrunden aber nur Gegenforderungen auf den Tisch gelegt. Heute gehen die Verhandlungen in die dritte Runde.

Über das Ergebnis der Verhandlungen halten wir Sie hier auf dem Laufenden.

Foto: Thomas Plöger

Streik bei Radio Bochum!

"Immer mehr Arbeit und dafür jetzt sogar weniger Geld? Das kann es doch nicht sein!" Auch die Beschäftigten bei Radio Bochum haben vor der morgigen Verhandlungsrunde zu den Gehältern im Lokalfunk ihren Unmut über die Verweigerungshaltung der Arbeitgeber klar gemacht. Ab 5 Uhr fielen in Bochum lokale Inhalte aus.

Der DJV-NRW hatte die Redakteur*innen des Senders von 5 bis 10 Uhr zum Warnstreik aufgerufen. Nach der Frühschicht von Hellweg Radio legten heute auch die fest angestellten Mitarbeiter der Frühschicht in Bochum die Arbeit nieder, so dass die Hörer*innen morgens nur Musik und Musikbetten statt lokaler Inhalte geboten bekamen. Viele aus der Tagschicht kamen extra früher, um ihre Unterstützung für die Warnstreikenden auszudrücken. 

Der DJV-NRW fordert 4,5 % mehr Gehalt für alle Mitarbeiter*innen im Lokalfunk NRW und mindestens 200 Euro für Volontär*innen und Jungredakteur*innen. Anstatt eines Gehaltsangebots haben die Arbeitgeber in den vergangenen zwei Verhandlungsrunden aber nur Gegenforderungen auf den Tisch gelegt. „Die Kolleginnen und Kollegen im Lokalfunk erwarten von den Arbeitgebern endlich ein verhandelbares Angebot statt einer Streichliste. Das haben die Beschäftigen von Radio Bochum heute und von Hellweg Radio in Soest gestern deutlich gemacht. Immer höhere Arbeitsanforderungen müssen vernünftig entlohnt werden“, sagt Volkmar Kah, Verhandlungsführer und Geschäftsführer des DJV-NRW. 

Die Arbeitgeber wollen stattdessen am bisherigen Manteltarifvertrag Kürzungen und Änderungen vornehmen. So soll zum Beispiel die Arbeitszeit auf 40 Stunden pro Woche erhöht und Teile von Weihnachts- und Urlaubsgeld nur gezahlt werden, wenn bestimmte Leistungsziele erreicht sind. Zudem soll es für Neueingestellte ein zweites, schlechteres Tarifwerk und für defizitäre Sender einen Beschäftigungssicherungs-Tarifvertrag  geben, in dem tarifliche Leistungen ausgesetzt werden.

Streik bei Hellweg Radio in Soest!

Musikbett statt lokaler Inhalte – bei Hellweg Radio gab es heute Morgen nur Gedudel anstatt Nachrichten und Beiträgen aus der Region. Der DJV-NRW hatte die Redakteurinnen und Redakteure von Radio Hellweg in Soest von 6 bis 10 Uhr zum Warnstreik aufgerufen. Die komplette Frühschicht folgte diesem Aufruf. Die Beschäftigten wollen zum Auftakt der Verhandlungswoche den Arbeitgebern so deutlich machen, dass sie die Gegenforderungen nach mehr Arbeit für weniger Geld und eine Hinhaltetaktik wie in vergangenen Tarifrunden nicht hinnehmen werden.

„Das ist keine Wertschätzung der Kolleginnen und Kollegen im Lokalfunk. Viele der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten ohne Pausen und machen Überstunden. Stress, Hektik und Schichtdienst bestimmen den Arbeitsalltag. Das muss sich auch auf dem Gehaltszettel niederschlagen“, sagt dazu Volkmar Kah, Verhandlungsführer und Geschäftsführer des DJV-NRW. Am Mittwoch gehen die Verhandlungen in die dritte Runde. Der DJV-NRW fordert 4,5 % mehr Gehalt für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Lokalfunk NRW und mindestens 200 Euro für Volontärinnen und Volontäre sowie Jungredakteurinnen und Jungredakteure. 

In die ersten beiden Runde der Tarifverhandlungen brachten die verhandelnden Gewerkschaften DJV-NRW und ver.di klare Vorstellungen ein. Anstatt ein Gegenangebot auf die Tarifforderungen zu machen, legten die Arbeitgeber in der Gehaltstarifverhandlung eine Horrorliste vor: Sie wollen am bisherigen Manteltarifvertrag Kürzungen und Änderungen vornehmen. Ihnen schwebt zum Beispiel vor, die Arbeitszeit auf 40 Stunden pro Woche zu erhöhen und Teile von Weihnachts- und Urlaubsgeld nur dann zu zahlen, wenn bestimmte Leistungsziele erreicht werden. Zudem soll für Neueingestellte ein zweites, schlechteres Tarifwerk und für defizitäre Sender ein Beschäftigungssicherungs-Tarifvertrag entwickeln werden, in dem tarifliche Leistungen ausgesetzt werden.

„Das werden nicht nur die Kolleginnen und Kollegen von Hellweg Radio nicht hinnehmen“, kommentiert Kah den ersten Streiktag in der laufenden Verhandlungsrunde. Auch der Verein der Chefredakteure und viele Veranstaltergemeinschaften haben in den vergangenen Wochen gegenüber ihrem verhandelndem Dachverband VLR schon klar gemacht, dass sie nicht hinter dessen Horrorliste stehen. „Ich hoffe, dass dieses Signal nun auch am Verhandlungstisch ankommt“, so Kah weiter.

4.TARIF-INFO Lokalfunk NRW: Arbeitgeber verweigern weiter Gehaltsangebot

„Wir haben den Arbeitgebern unsere Vorstellungen für einen modernen Tarifvertrag auf den Tisch gelegt, der das System für Neueinstellungen attraktiver macht. Wir sprechen auch gerne über bessere Bedingungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf für die jetzigen Beschäftigten oder einen Ausbildungstarifvertrag, der längst überfällig ist. Aber wir sind hier in Gehaltstarifverhandlungen und machen den zweiten Schritt nicht vor dem ersten. Ohne ein Angebot für eine lineare Gehaltserhöhung reden wir nicht über strukturelle Änderungen. Und strukturelle Änderungen können dann auch nicht nur ein Spardiktat sein, bei dem Kolleginnen und Kollegen im Laufe eines Berufslebens auf fünfstellige Summen verzichten“, sagt Volkmar Kah, Verhandlungsführer des DJV-NRW, zur Runde vom 4. März.

Auch in der dritten Runde in den laufenden Tarifverhandlungen im NRW-Lokalfunk waren die Arbeitgeber nicht bereit, ein lineares Gehaltsangebot zu machen. Sie wollen „förmlich in Verhandlungen“ zu ihren geforderten Änderungen am Manteltarifvertrag treten. Sollten die Gewerkschaften sich darauf einlassen, bis Herbst aber keine Regelungen finden, stellten die Arbeitgeber 1000 Euro Einmalzahlung für die Mitarbeiter*innen der Sender in Aussicht, die 2019 und 2020 Gewinne machen. „Das ist ein Nicht-Angebot“, kommentiert ver.di-Verhandlungsführer Holm-Andreas Sieradzki diesen Vorschlag. Ihre Horrorliste haben die Arbeitgeber übrigens wieder nicht vom Tisch genommen. „Das ist nicht im Sinne der Beschäftigten, die mit Warnstreiks und anderen Aktionen in dieser Woche gezeigt haben, was sie vom Streichpaket der Arbeitgeberseite halten. Und auch nicht im Sinne vieler Veranstaltergemeinschaften, die sich mit zahlreichen Protestbriefen an den VLR ebenfalls für eine angemessenes  Angebot an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aussprechen.“

Eigentlich geht es in diesen Verhandlungen rein ums Tarifentgelt. Die Gewerkschaften hatten vorgeschlagen, sich schnell auf neue Gehälter zu einigen um dann in Ruhe über die Strukturfragen zu sprechen. Das lehnen die Arbeitgeber weiterhin strikt ab. Sie haben die Verhandlungsrunde verlassen, ohne einen neuen Termin auszumachen. „Jetzt geht es darum, der Gegenseite deutlich zu machen, dass die Lokalfunkerinnen und Lokalfunker auf einem Gehaltsangebot bestehen, das ihrem Engagement und Einsatz gerecht wird. Ich bin sicher, dass die Kolleginnen und Kollegen in den kommenden Wochen Wege finden werden, das zu tun“, erläutert Kah das weitere Vorgehen.

Die Tarifinformation gibt es auch als PDF-Dokument zum Download.

Update: Die Arbeitgeber haben inzwischen zugesagt, den bislang nur geblockten Tarifverhandlungstermin am 29. April wahrzunehmen. Die Verhandlungen gehen weiter.

+++Radio Bochum legt die Arbeit nieder!+++

Der Vorstand des DJV-NRW ruft alle Redakteur*innen, Volontär*innen sowie freien Mitarbeiter*innen (12a) von Radio Bochum (Veranstaltergemeinschaft für "98.5 Radio Bochum" e.V.) zur Unterstützung der laufenden Gehaltstarifverhandlungen im NRW-Lokalfunk am Dienstag, den 03. März, von 5.00 Uhr bis 10.00 Uhr zu einem Warnstreik auf. Hier gibt es den Streikaufruf zum herunterladen.

+++ Hellweg Radio befindet sich im Streik +++

Der Vorstand des DJV-NRW ruft die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Hellweg Radio (Veranstaltergemeinschaft für Lokalfunk im Kreis Soest e. V.) zur Unterstützung der laufenden Gehaltstarifverhandlungen im NRW-Lokalfunkam Montag, den 02. März von 6.00 Uhr bis 10.00 Uhr zu einem Warnstreik auf. Die Streikenden treffen sich ab 6 Uhr vor dem Sender. Hier gibt es den Streikaufruf zum herunterladen.

3. TARIF-INFO Lokalfunk NRW: Immer noch kein Angebot der Arbeitgeber

In der zweiten Runde in den laufenden Tarifverhandlungen im NRW-Lokalfunk sind die Tarifparteien keinen Schritt weiter gekommen. Die Arbeitgeber haben erneut ihr Streichpaket aus der ersten Runde auf den Tisch gelegt und waren nicht bereit, ein Gehaltsangebot zu machen. „Mit ihren Forderungen entwerten die Arbeitgeber die Arbeit der Lokalfunkbeschäftigten und verkaufen das als Idee, im Lokalfunk Perspektiven für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schaffen. Zukunftsperspektiven sehen aber anders aus“,  fasst Volkmar Kah, Verhandlungsführer des DJV-NRW, die Runde vom 22. Januar zusammen.

Die Betriebsgesellschaften und Veranstaltergemeinschaften bestehen darauf, dass erst die von ihnen geforderten Verschlechterungen Punkt für Punkt behandelt werden, ehe sie über eine Gehaltserhöhung reden wollen. Erst am Ende der Verhandlungen soll nach ihren Vorstellungen entschieden werden, ob die ausgehandelten Elemente wirklich so übernommen werden.  „Das Problem ist: Die Beschäftigten sollen zunächst auf vieles verzichten, ehe die Arbeitgeber irgendwann vielleicht einmal mit einem Angebot kommen. Darauf lassen wir uns nicht ein“, verdeutlicht Holm-Andreas Sieradzki, ver.di-Verhandlungsführer, die Arbeitgeberstrategie.

Eigentlich geht es in diesen Verhandlungen rein ums Tarifentgelt. Die Gewerkschaften hatten vorgeschlagen, sich schnell auf neue Gehälter zu einigen um dann in Ruhe über die Strukturfragen zu sprechen. Das lehnen die Arbeitgeber weiterhin strikt ab.

Wann die nächste Verhandlungsrunde stattfindet, ist noch offen.

Die Tarifinformation gibt es auch als PDF-Dokument zum Download.

2.TARIF-INFO Lokalfunk NRW - Verhandlungsauftakt: Horror-Liste statt Angebot

„Mit diesem Papier legen die Arbeitgeber die Axt ans Lokalfunksystem in NRW“ kommentiert Volkmar Kah, Verhandlungsführer des DJV-NRW, die Vorstellungen der Arbeitgeber zur Umgestaltung der Lokalfunkstruktur. Anstatt ein Gegenangebot auf die Tarifforderungen von DJV und ver.di zu machen, legten die Arbeitgeber zum gestrigen Verhandlungsauftakt (17.12.19) der Gehaltstarifverhandlungen eine Horrorliste vor. 
Sie wollen am bisherigen Manteltarifvertrag Kürzungen und Änderungen vornehmen. Ihnen schwebt z.B. vor, die Arbeitszeit auf 40 Stunden pro Woche zu erhöhen und Teile von Weihnachts- und Urlaubsgeld nur dann zu zahlen, wenn bestimmte Leistungsziele erreicht werden. Zudem soll für Neueingestellte ein zweites Tarifwerk und für defizitäre Sender ein Beschäftigungssicherungs-Tarifvertrag entwickeln werden, in dem tarifliche Leistungen ausgesetzt werden.
 
„Betriebsgesellschaften und Veranstaltergemeinschaften geben vor, den Lokalfunk für die Zukunft fit machen zu wollen, ihnen fällt aber nichts Besseres ein, als an den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu sparen und behaupten dann auch noch, ihre Liste seien „Reformvorschläge“, kritisiert Holm-Andreas Sieradzki, ver.di-Gewerkschaftssekretär für den Bereich Medien, Kunst und Industrie. „So macht man den Lokalfunk nicht attraktiver für neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Den Sendern fehlt jetzt schon der Nachwuchs - so werden die Arbeitgeber keine neuen Volontärinnen und Volontäre finden“, ergänzt Kah.
 
Eigentlich geht es in diesen Tarifverhandlungen rein ums Tarifentgelt. Die Gewerkschaften hatten vorgeschlagen, sich schnell auf neue Gehälter zu einigen um dann in Ruhe über die Strukturfragen zu sprechen. Das lehnen die Arbeitgeber strikt ab. „Wertschätzung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sieht anders aus. Dieses Weihnachtspräsent hätten sich die Arbeitgeber schenken können!“ betont Sieradzki. „Ich bin sicher, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der 44 Lokalfunkstationen sich das nicht gefallen lassen. Und ich bin gespannt, was die Vertreter der gesellschaftlichen Gruppen in den Veranstaltergemeinschaften zu dem sagen, was ihre vermeintlichen Spitzenvertreter da veranstalten“, ergänzt Volkmar Kah.

Die nächste Verhandlungsrunde findet am 23.1.2020 statt.

Die Tarifinformation gibt es auch als PDF-Dokument zum Download

 

TARIFVERHANDLUNGEN IM NRW-LOKALFUNK AM 17.12.2019

 

Am Dienstag (17.12.) startet die erste Runde der Gehaltstarifverhandlungen im NRW-Lokalfunk.
Der DJV-NRW hat die Forderungen für die anstehenden Tarifverhandlungen bereits an die Arbeitgeberseite übermittelt: Wir fordern für alle Lokalfunker*innen 4,5 Prozent mehr Gehalt, analog zu den Kolleg*innen im privaten Rundfunk (TPR).
 
Die Beschäftigen im NRW-Lokalfunk machen einen guten Job und fordern zu Recht, nicht von der Einkommensentwicklung abgekoppelt zu werden. Zu erwarten sind auch diesmal anstrengende Verhandlungen. Deswegen benötigen wir auch Eure Hilfe.
 
Mit Mühe und Danke Eurer Streiks haben wir uns mit dem Arbeitgeber Ende 2017 auf einen Abschluss geeinigt. Damals hatten die Gewerkschaften außerdem
angeboten, nach dem Abschluss mit den Arbeitgebern über Strukturfragen zu diskutieren. Allerdings ist die Arbeitgeberseite seit Dezember 2017 nicht auf den DJV zugekommen. Trotzdem ist das Thema vermutlich nicht vom Tisch. Im Gegenteil: Einige Betriebsgesellschaften verfolgen gerade einen harten Sparkurs. Wenn Sender ihre wirtschaftliche Notlage belegen, sind wir bereit, die tarifvertraglichen Regelungen befristet außer Kraft zu setzen.
Nun geht es aber zunächst darum, für das bundesweit erfolgreichste Rundfunkmodell faire und zukunftsgerichtete Gehälter und Arbeitsbedingungen zu verhandeln.
Ihr verdient eine Entlohnung, die den wachsenden Ansprüchen an die Arbeit der Lokalfunker*innen gerecht wird; Rahmenbedingungen, die die zunehmende Arbeitsverdichtung in den Redaktionen berücksichtigen. Zu beidem gibt es von den Arbeitgebern keinerlei konstruktive Vorschläge. Der Unmut in den Lokalfunkredaktionen wächst, und Sie als Mitarbeiter*innen fühlen sich zu Recht weder ernst genommen noch wertgeschätzt.
 
Solltet ihr Euch vorab intensiver über die vergangenen aber vor allem kommenden Tarifverhandlungen informieren wollen, empfehlen wir Euch unseren neuen DJV-NRW-Lokalfunkpodcast "Auf einer Welle". Eure frühere Kollegin Sascha Fobbe nimmt Euch im Podcast wöchentlich mit zu Gesprächen mit der Verhandlungskommission, erklärt was sich hinter der VG genau verbirgt und ist für Euch bei mehreren Hörfunkpreisverleihungen dabei, bei denen Kolleg*innen aus NRW prämiert wurden. Jeden Dienstag gibt es eine neue Folge zu hören auf unserem YouTube-Kanal DJV NRW sowie über unsere Facebook-Seite und auch über die Homepage. Von dort können die Folgen auch heruntergeladen werden: www.djvnrw.de/startseite/info/berufbetrieb/rundfunk/lokalfunk-nrw.html
 
Wir halten Sie auf dem Laufenden und freuen uns über jede Form der Unterstützung.

 

 

Verleihung der Hörfunkpreise der Medienanstalt NRW - DJV-NRW ist zum sechsten Mal Stifter in der Kategorie „Information/Recherche“

„Tania Janke von Radio RSG ist eine würdige Preisträgerin. Sie ist über Jahrzehnte an einer Geschichte drangeblieben, die heute noch relevant ist, und hat sie angemessen und spannend erzählt“, kommentiert die stellvertretende Landesvorsitzende des Deutschen Journalistenverbands NRW (DJV-NRW), Andrea Hansen, die Auswahl der Jury in der Kategorie Information/Recherche. Sie hat gestern Abend den vom DJV-NRW gestifteten Preis im Düsseldorfer Hyatt übergeben.

Im Dezember 1988 war ein US-Kampfjet über Remscheid abgestürzt, sieben Menschen starben, mehr als 50 wurden verletzt. Nach wie vor halten sich Gerüchte über uranhaltige Munition an Bord, bis heute sind viele Menschen um die Absturzstelle herum an Krebs gestorben. Fast zwei Jahrzehnte recherchierte Janke immer wieder zu den Folgen des Absturzes, die Recherche brachte aber kein eindeutiges Ergebnis. Die offizielle Untersuchungsakte ist im März dieses Jahres geschlossen worden, viele Fragen sind nach wie vor offen. „Das Lokalradio hat die Sorgen der Remscheider ernst genommen. Der Beitrag überzeugt durch fundierte Langzeitrecherche und beeindruckend geführte Zeugengespräche“, begründet die Jury ihre Entscheidung.

„Im schnellen Medium Radio zählt Tagesaktualität, eine Recherche, die über mehrere Jahrzehnte läuft, ist außergewöhnlich. Wir als DJV-NRW wollen mit dem Preis dazu beitragen, dass Lokalfunkerinnen und Lokalfunkern im Arbeitsalltag Zeit für Recherche gegeben wird, denn sie ist extrem wichtig, damit Journalismus relevant bleibt“, erklärt Hansen, warum der DJV-NRW den mit 2.500 Euro dotierten Preis stiftet.

Seit 1992 vergibt die Medienanstalt NRW jedes Jahr mehrere Preise für herausragende redaktionelle Beiträge und für Werbung im Bereich Lokaler Rundfunk in NRW. Einige der Preise werden von Akteuren aus dem Lokalfunk NRW gestiftet.

Mehr zum Hörfunkpreis finden Sie hier: https://www.medienanstalt-nrw.de/servic/veranstaltungen-und-preise/hoerfunkpreis/hoerfunkpreis-2019.html

Kontakt: Volkmar Kah, 0171 7466505 

Foto: Uwe Völkner/FOX
Foto: Uwe Völkner/FOX

Gehaltstarifverhandlungen im Lokalfunk

Im NRW-Lokalfunk stehen die nächsten Verhandlungen über einen Gehaltstarifvertrag an. Der aktuelle Tarifvertrag galt bis zum 30. Juni 2019. Der DJV-NRW hat ihn Ende März mit Wirkung zum 30. Juni gekündigt, um in Neuverhandlungen eintreten zu können. Er fordert für die Beschäftigen eine deutliche Gehaltssteigerung. „Die Beschäftigen im NRW-Lokalfunk machen einen guten Job und fordern zu Recht, nicht von der Einkommensentwicklung abgekoppelt zu werden“, erklärte DJV-NRW-Geschäftsführer Volkmar Kah. Ein Verhandlungstermin steht noch nicht fest.

Zu erwarten sind auch diesmal anstrengende Verhandlungen. Schon bei der letzten Runde hatte der Verband der Betriebsgesellschaften – mit Verweis auf die wirtschaftliche Lage der Sender – Einschnitte bei Urlaubs- und Weihnachtsgeld gefordert (obwohl der Manteltarifvertrag gar nicht gekündigt war). Mit Mühe (und Nachdruck durch Streiks) hatten sich Gewerkschaften und Arbeitgeber Ende 2017 auf einen Abschluss geeinigt. Damals hatten die Gewerkschaften angeboten, nach dem Abschluss mit den Arbeitgebern über Strukturfragen zu diskutieren. Allerdings ist die Arbeitgeberseite seit Dezember 2017 nicht auf den DJV zugekommen.

Trotzdem ist das Thema vermutlich nicht vom Tisch. Im Gegenteil: Einige Betriebsgesellschaften verfolgen gerade einen harten Sparkurs. Volkmar Kah verweist auf die bestehende Öffnungsklausel: „Wenn Sender ihre wirtschaftliche Notlage belegen, sind wir bereit, die tarifvertraglichen Regelungen befristet außer Kraft zu setzen.“

 

Tolle Ideen prallen auf harte Realität - Der Medientreff NRW widmet sich wieder dem Lokalfunk

Ein Beitrag von Sascha Fobbe aus JOURNAL 4/19, dem Medien- und Mitgliedermagazin des DJV-NRW, erschienen im August 2019.

Neustart 2019: Nach einjähriger Pause gab es am 5. Juni im Wissenschaftspark Gelsenkirchen wieder ein Branchentreffen für Lokalfunk-Akteure aus NRW. Neues Organisationsteam, neuer Veranstaltungsort, neuer Termin und ein neues Konzept kennzeichneten die zehnte Auflage des Medientreffs NRW. Das MedienkompetenzZentrum des Katholisch-Sozialen Instituts und die MQ Gesellschaft für MehrQualität mbH waren 2017 als Hauptorganisatoren ausgestiegen. Der DJV-NRW, der Verband Lokaler Rundfunk in NRW e.V. (VLR) und der Verein der Chefredakteure im NRW-Lokalfunk wollten weitermachen und holten sich die Medien-Akademie Ruhr als neuen Partner ins Boot. Das neue Orga-Team war sich schnell einig, die Veranstaltung auf einen Tag zu beschränken und nicht mehr im September, sondern vor den Sommerferien stattfinden zu lassen.

Das Thema „Vom Radiosender zum Audio-Content-Anbieter?!“ bot sich fast von selbst an: Audio im Netz boomt, neue Podcast-Formate und Plattformen bringen Bewegung in die Nachfrage nach audio on demand. Das stellt den NRW-Lokalfunk vor neue Herausforderungen, bietet aber auch neue Möglichkeiten, lokale Nähe auszuspielen.

Von anderen lernen

Die Ausgangsfragen für den Medientreff 2019: Wie kann die digitale Transformation lokaler Radiomarken gelingen und was lässt sich aus anderen Radiomärkten lernen? Im Gegensatz zu früheren Veranstaltungen gab es keine medienpolitische Diskussion zu Beginn der Tagung und auch keine Diskussionspanel. Stattdessen lieferten Referenten vormittags Input zum aktuellen Stand und zur Zukunft der Audionutzung im Netz, zu Digital Storytelling und Podcasts. Nachmittags konnten die Erkenntnisse in Workshops vertieft oder ausprobiert werden, zusätzlich gab es einen Workshop zu Mobile Reporting.

Etwa 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Chefredaktion und Redaktion, aus Veranstaltergemeinschaften und Betriebsgesellschaften sowie von radio NRW nahmen am Medientreff teil, ebenso einige Externe. Wie schon in den vergangenen Jahren zeigten sich die Lokalfunk-Akteure interessiert an den Beispielen und Vorschlägen, zweifelten aber an der Machbarkeit in ihren Sendern. Die Redaktionen wollen gerne innovativ sein, neue Formate ausprobieren oder den Hörern mehr Nutzen bieten, haben aber nicht das Personal, um das umzusetzen. So stellte Matthias Leitner, Journalist und Storyteller beim Bayerischen Rundfunk, zum Beispiel das Projekt „#icheisner“ vor. Der öffentlich-rechtliche Sender Bayern 2 hatte 2018 über Messenger-Dienste die Bayerische Revolution aus der Sicht des ersten Bayerischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner erzählt. Vier Monate lang waren fünf Leute dafür freigestellt, undenkbar im NRW-Lokalfunk.

Ob und wie technische Neuerungen und Formate umzusetzen sind, darüber diskutieren die Verantwortlichen im NRW-Lokalfunk seit langem. Da geht es zum einen um größere Themen wie die Frage, ob der Lokalfunk auch auf DAB+ setzen soll, zum anderen aber auch um den Sinn von Formaten, die sich nicht im linearen Programm abbilden lassen.

Braucht der Lokalfunk Podcasts?

Der Workshop „My Podcast“ sollte eigentlich dazu dienen, ein Podcast-Projekt durchzuspielen, stattdessen erörterten die Anwesenden die Frage, ob Sender Podcasts produzieren sollten. Sie müssten dafür zusätzlich investieren, ohne mehr Hörer oder höhere Werbeeinnahmen zu bekommen. „Unsere Aufgabe als VLR ist es, das Radio zu retten. Welchen Nutzen haben Podcasts für die Lokalfunk-Sender?“, fragte zum Beispiel Dr. Horst Bongardt, Vorsitzender des VLR. „Das ist wie bei den Zeitungen vor 20 Jahren“, entgegnete eine Teilnehmerin, „die haben sich damals gefragt: Wozu brauche ich eine Homepage, das bringt keine Abonnenten. Der Lokalfunk sollte den Trend nicht verschlafen!“

Referent Matthias Milberg von podcastberatung.de, Köln, mahnte, auch auf die Zeit nach UKW zu schauen und Podcasts als ergänzende Werbemöglichkeit zu sehen: „Ich ruhe mich auf der Quote aus und mache in 20 Jahren zu? Das kann es nicht sein.“ Mit Podcasts produziere ein Sender exklusiven Content auch fürs Radio, das sei ein junges Produkt, das auch für eine junge Zielgruppe „sexy“ sei.

Was bleibt, wenn UKW weg ist?

Wie wichtig Podcasts für Radiosender sind, hatte zuvor auch Marc Krüger, Audio-Redakteur bei t-online/Ströer News Publishing GmbH, in seinem Vortrag aufgezeigt: Der typische Podcast-Hörer sei jünger als 49 Jahre, und „wer jung ist und Podcasts hört, wird damit nicht aufhören, nur weil er älter wird“. Die Lokalfunksender müssten sich überlegen, was bliebe, wenn UKW weg sei. Die Vorteile, die Radio noch habe, zögen dann nicht mehr: Musik bekämen Nutzer jetzt schon über Streamingdienste, Wetter und Verkehr über Smartphone-Apps, Interaktion über Social Media und Wortbeiträge über Podcasts. Die lineare Radionutzung gehe besonders bei Jüngeren immer weiter zurück, darauf müssten sich die Sender einstellen: „Podcasts sind fürs Radio, was Netflix fürs Fernsehen ist.“

Einige Lokalfunksender in NRW produzieren schon eigene Podcasts, manche mit, andere ohne zusätzliches Personal. Generell klagen die Lokalfunksender aber darüber, dass ihnen die Ressourcen fehlen, um neue Ideen umzusetzen. Das war schon bei den vergangenen Medientreffs ein Thema.

Die Veranstaltergemeinschaften würden gerne mehr Personal für Digitales einstellen, das Geld dafür müssten die Betriebsgesellschaften geben. Viele Betriebsgesellschaften seien aber „bislang zurückhaltend bei Digitalem“, so war es von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu hören. Auf die Frage, was im NRW-Lokalfunk fehle, betonte Matthias Leitner in der Abschlussrunde: „Geschäftsführungen mit Visionen“ seien wichtig, um die digitale Transformation nach vorne zu bringen. Und er regte an, in Zukunft über digitales Change Management zu reden.

Weiterdenken im Barcamp

„Tolle Ideen prallen auf harte Realität“ fasste Stanley Vitte, Referent Online-Kommunikation und Events im Journalismus Lab der Landesanstalt für Medien NRW (LFM NRW), den Medientreff zusammen. Damit es dieses Mal nicht dabei bleibt, diskutierten einige Chefredakteurinnen und Chefredakteure in einem spontanen Barcamp mit Vitte Lösungen, wie neue Ideen im Lokalfunk-Alltag umgesetzt werden könnten.

Die Idee: Ein Start-up für Digitales als gemeinsames Projekt aller Sender im NRW-Lokalfunk. Fünf Volontäre könnten zusammen in einer WG wohnen und für zwei Jahre viele digitale Dinge ausprobieren. Wenn alle Sender sich beteiligten, ließe sich das finanzieren. Dann würde sich auch zeigen, welche Betriebsgesellschaft zum NRW-Lokalfunksystem stehe oder nicht, sagte ein Chefredakteur in Anspielung auf die momentan schwierige Situation im Lokalfunk. Auch Crowdfunding oder eine Förderung durch die LFM NRW spielten die Chefredakteure im Barcamp gedanklich durch. Ob die LFM NRW Geld zur Verfügung stellen würde, konnte Vitte nicht versprechen, aber „wir fördern Innovatives“. Er lud die Chefredakteurinnen und Chefredakteure ein, sich mit der LFM NRW zusammenzusetzen und zu sehen, was machbar sei.

Generell kam der Medientreff 2019 bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern gut an. Sie lobten den Blick von außen mit Referenten, die aus anderen Radiomärkten kommen und den Austausch mit Fachleuten, die sich in neuen Themen oder Formaten auskennen. „Toll, dass der Medientreff nach einem Jahr wieder stattfindet!“, sagte ein Teilnehmer.

Was noch zu verbessern ist

Kritik gab es aber auch: Die Referenten waren alle männlich, fürs nächste Mal versprachen die Organisatoren mehr Expertinnen. Prüfen wollen die Verantwortlichen auch die Anregung, den Medientreff an einem Samstag stattfinden zu lassen. Der Vorteil: So könnten mehr Redakteurinnen und Redakteure dabei sein.

„Das war ein gelungener Neustart nach einem Jahr Pause“, meinte Timo Naumann, Geschäftsführer des VLR. Kerstin Loos, Mitglied der Geschäftsleitung der Medien-Akademie Ruhr, freute sich über das konkrete Ergebnis, ein gemeinsames digitales Projekt zu entwickeln. Zufrieden waren auch Moderatorin Colleen Sanders und Moderator Thorsten Kabitz, die als VdC-Mitglieder zu den Organisatoren der Veranstaltung gehörten. „Wir waren ganz nah am Alltag in den Redaktionen“, erklärte Sanders. „Es ging genau um die Fragen, die alle Radiomacher gerade beschäftigen. Das war unser Ziel!“ Und Kabitz ergänzte: „Da gab es viele gute Anregungen, für die wir aber auch die technischen und personellen Rahmenbedingungen in den Redaktionen brauchen.“

Volkmar Kah, Geschäftsführer des DJV-NRW, hob die Bedeutung des Medientreffs hervor: „Der Austausch untereinander, die Entwicklung von Ideen und Input sind für die Branche wichtig. Der Lokalfunk ist eine wichtige Säule im NRW-Mediensystem, deshalb ist der DJV-NRW auch nächstes Jahr wieder dabei!“ Wie der Medientreff 2020 aussehen wird, steht noch nicht fest. Die Organisatoren wollen nun erst einmal die Teilnehmerbefragung auswerten und dann in die Planung gehen.||

Die Autorin war für den DJV-NRW im Vorbereitungsteam des Medientreffs.

 

 

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Im Vergabeverfahren um freie UKW-Frequenzen in NRW wird alles auf Null gesetzt: Nachdem die alte Ausschreibung formal aufgehoben ist, wird es eine neue geben. Damit endet eine mehrjährige Auseinandersetzung. Als unterlegener Bewerber hatten die Gesellschafter des geplanten Jugendsenders deinfm gegen die Vergabe an den türkischsprachigen Sender Metropol FM geklagt. Inzwischen haben sich die Medienkommission der Landesanstalt für Medien NRW (LFM NRW*) und deinfm aufeinander zu beweg. [...]

 

DAB+ und der Lokalfunk: Wie es weitergeht
Im März entscheidet die Landesmedienkommission, welche DAB+-Kapazitäten sie bei der Staatskanzlei NRW beantragen will – und trifft so eine Vorentscheidung zur DAB+-Versorgung in NRW. Die Landesanstalt für Medien NRW (LFM NRW) hatte der Medienkommission zur Sitzung Anfang Februar eine landesweite DAB+-Bedeckung sowie einen weiteren in sechs Regionen aufgeteilten Multiplex vorgeschlagen. Pro sogenannter Bedeckung können 15 Programme ausgestrahlt werden.
Im weiteren Verfahren prüft die Bundesnetzagentur, ob sie entsprechende DAB+-Kapazitäten zur Verfügung stellen kann. Diese kann der Ministerpräsident dann der LFM NRW zuweisen, die die Frequenzen anschließend ausschreibt. Bis der erste private Sender in NRW über DAB+ zu hören sein wird, wird es also noch dauern. Bislang gibt es in NRW nur einen landesweiten Multiplex, auf dem der WDR und das Domradio Köln zu hören sind, sowie einen bundesweiten Multiplex. [...]

 

Anstehende Gesetzesänderungen im Rundfunk
Der Ausschuss für Kultur und Medien des Landtags NRW hat im Januar über das 17. Rundfunkänderungsgesetz beraten. Darin geht es um die Zustimmung zum 22. Rundfunkänderungsstaatsvertrag und um geplante Novellierungen im WDR- und im Landesmediengesetz (LMG). Dabei wurde – entgegen der üblichen Praxis – kein Vertreter der Interessen von Beschäftigten gehört, wie der DJV-NRW kritisierte. Zwar war der DJV-NRW bei der Anhörung unter den Zuhörern vertreten, die Gewerkschaft hatte aber keine Gelegenheit, ihre Stellungnahme zum Entwurf abzugeben. [...]

 

Es knirscht im System
Eigentlich könnte man in NRW stolz sein auf den Lokalfunk. Auf eine der vielfältigsten Radiolandschaften Europas und ein einmaliges System gesellschaftlicher Teilhabe an lokalem Journalismus. Auf 44 Radiostationen, die ihre Leistungsfähigkeit immer wieder unter Beweis stellen, wie auch der NRW-Hörfunkpreis zeigt (siehe Kasten unten). Aber hinter den Kulissen knirscht es wenige Wochen vor Verabschiedung der Novelle des Landesmediengesetzes (siehe Gesetzesnovellen für den Rundfunk) im System: So sind gleich drei Veranstaltergemeinschaften (VGen) im Ruhrgebiet unter Druck: Geht es nach der Westfunk, dem Mehrheitseigentümer von insgesamt zwölf Betriebsgesellschaften (BGen) im Ruhrgebiet, werden demnächst mehrere Sender zusammengelegt: Konkret geht es um Radio Hagen und Radio Ennepe Ruhr. Seit Jahren senden die Redaktionen ihr jeweils eigenständiges Programm aus dem gemeinsamen Funkhaus in Hagen. Nun sollen die beiden Sender zu einem verschmelzen – so zumindest der Wunsch der Westfunk, die als Muttergesellschaft der BGen entstehende Verluste nicht mehr mit Gewinnen aus anderen Westfunk-Sendern kompensieren will. [...]

 

Ausgezeichnete Hartnäckigkeit
Volker Groß und Sven Jaworek von Radio Bonn/Rhein-Sieg haben in diesem Jahr den vom DJV-NRW gestifteten Hörfunkpreis der Landesanstalt für Medien NRW in der Kategorie „Information/Recherche“ gewonnen. Ihr Thema war die Sanierung der Bonner Beethovenhalle. Im Jahr 2015 hatte der Stadtrat die Entscheidung getroffen, 56 Millionen Euro sollten die Arbeiten kosten. Die Sanierung wird aber immer teurer (letzter Stand mehr als 90 Millionen Euro) und dauert immer länger. In den für den Hörfunkpreis eingereichten Interviews fragte Morgenmoderator Volker Groß hartnäckig nach den Ursachen und Verantwortlichkeiten, in den Comedy-Beiträgen zum Thema Langsamkeit erfuhren die Hörer augenzwinkernd, was noch länger dauert als die Sanierung der Halle. [...]


Gesetzeswellen für den Rundfunk
Die Landesregierung hat neue Novellen für das WDR-Gesetz und das Landesmediengesetz (LMG) auf den Weg gebracht. Dabei geht es unter anderem um das Besetzungsverfahren für den WDR-Verwaltungsrat sowie um die flexiblere Zuweisung von Frequenzen durch die Medienanstalt NRW (ehemals LfM). Das 17. Rundfunkänderungsgesetz, dessen Entwurf Ende November zur ersten Lesung im Landtag war, enthält außerdem die Zustimmung zum 22. Rundfunkänderungsstaatsvertrag, den die Ministerpräsidenten Ende Oktober unterschrieben haben. [...]

 

Lokalfunk am Scheideweg
Die Radioprogramme in NRW geraten durch Streamingdienste, Smartspeaker und andere Onlineangebote unter Druck. Der könnte wachsen, wenn die Landesanstalt für Medien (LfM) DAB+-Frequenzen ausschreibt, weil damit neue Wettbewerber in den Radiomarkt drängen. Die LfM hat am 1. Oktober eine Bedarfsabfrage gestartet, welche Anbieter eine Verbreitung über DAB+ nutzen möchten. Der NRW-Lokalfunk muss nun entscheiden, ob er dabei sein will oder nicht. [...]

 

Abschluss für Privatradios gilt auch bei radio NRW
DJV und ver.di haben mit der Tarifgemeinschaft Privater Rundfunk (TPR) Anfang Juli einen neuen Entgelttarifvertrag ausgehandelt. Er gilt für rund 500 Journalistinnen und Journalisten an Privatradios, darunter auch für die Beschäftigten bei radio NRW. [...]

 

Eine verfahrene Situation
Morgens früh, als erstes das Lokalradio angemacht, um zu hören, was in der Region oder Stadt wichtig ist – und es kommt: Rauschen. Das Campusradio eingeschaltet: Rauschen. Domradio Köln: Rauschen. Deutschlandradio: Rauschen. Relativ unbemerkt von der Öffentlichkeit drohte dieses Szenario in NRW zum 11. April einzutreten. Der ehemalige Antennen- und UKW-Sendeanlagenbesitzer Media Broadcast hatte gedroht, bundesweit die UKW-Anlagen abzuschalten, die bis zum 31. März im Besitz des Unternehmens waren. [...] 

 

Viel Arbeit für die Medienpoltik in NRW
Mit dem WDR-Gesetz (WDR-G), dem Pressegesetz und dem Landesmediengesetz (LMG) sitzt die Landesregierung an Novellen für Gesetze, die die Arbeit von Journalistinnen und Journalisten betreffen. Vor allem die EU-Verordnung zum Datenschutz könnte wesentlichen Einfluss auf den redaktionellen Alltag haben. Bisher können Redaktionen sich bei der Verarbeitung personenbezogener Daten auf das sogenannte Medienprivileg berufen, nach dem sie relativ frei sind, personenbezogene Daten zu erheben und zu verarbeiten. Es gibt lediglich eine Selbstkontrolle durch den Presserat. Änderungen sind nun auf Landesebene sowohl im Landespressegesetz (Zeitungen und Zeitschriften) vorgesehen als auch im WDR-G (WDR) und im Landesmediengesetz (Privatsender und Onlinemedien). Sie schränken das Medienprivileg auf unterschiedliche Weise ein. Der DJV-NRW hat zu diesen Punkten gemeinsam mit anderen Medienverbänden eine Stellungnahme eingereicht. [...]

 

Ein neues Angebot für Düsseldorf
Über den Ausstieg aus der analogen UKW-Hörfunkverbreitung wird schon länger diskutiert. Auch die Partner der Großen Koalition hatten sich in ihren Koalitionsgesprächen mit dem Umstieg aufs Digitalradio DAB+ befasst. Aber in Nordrhein-Westfalen fehlt bisher eine politische Entscheidung, ab wann und in welcher Variante es digitales terrestrisch verbreitetes Radio auf Landes- oder Regionalebene geben wird. Trotzdem gibt es schon einen ersten Anwärter: Die Medienkommission der Landesanstalt für Medien (LfM) in NRW hat Ende Februar dem ersten Veranstalter eine Lizenz für die Verbreitung über DAB+ erteilt. [...]

 

Näher dran
Wenn neue Hörerzahlen veröffentlicht werden, schauen auch die Lokalfunksender genau hin: Wer hat gewonnen, wer verloren? Und was muss man tun, um in den Top Ten im System zu landen? Vor ein paar Jahren gehörten Lokalradios mit 30 Prozent „Hörer gestern“ zum oberen Drittel, inzwischen reicht das gerade fürs Mittelfeld. Die Topsender haben mehr als 40 Prozent, auch 50 Prozent kommen vor. Ganz oben stehen aktuell Sender, die zwischen neun und 15 Stunden selbst senden, etwa Radio Hochstift, Radio Kiepenkerl oder Radio 91,2. [...]

 

Tarifergebnis im Lokalfunk
Aktionen und der erste Warnstreik seit 1993 brachten den Durchbruch: Nach achtmonatigen Verhandlungen haben sich die Tarifparteien im NRW-Lokalfunk auf ein Ergebnis geeinigt. Danach steigen die Gehälter zum 1. Februar 2018 um 1,95 Prozent. Schon vorher, mit dem Dezembergehalt 2017, bekommen Angestellte und Volontäre eine Einmalzahlung von 1000 Euro. Teilzeitbeschäftigte und Angestellte, die nach April 2017 im Lokalfunk angefangen haben, erhalten die Einmalzahlung anteilig. Der Tarifvertrag kann erstmals zum 30. Juni 2019 gekündigt werden. [...]

Tarifeinigung im Lokalfunk NRW erzielt

Mit einer ersten Aktion vor einer Sitzung der Veranstaltergemeinschaften und Chefredakteure in Oberhausen begann am 14. Oktober der Protest der NRW-Lokalfunker für mehr Gehalt. Im November folgten die ersten Streiks seit 1993. Foto: C. Molitor

Die Tarifparteien im NRW-Lokalfunk haben sich auf ein Ergebnis geeinigt: Ab dem 1. Februar 2018 steigen die Gehälter um 1,95 %. Mit dem Dezembergehalt 2017 bekommen Angestellte und Volontäre eine Einmalzahlung in Höhe von 1.000 Euro. Der Gehaltstarifvertrag läuft bis zum 30. Juni 2019.
 
Nach achtmonatigen Verhandlungen liegt im Tarifstreik des NRW-Lokalfunks ein Ergebnis vor: Mit dem Dezembergehalt 2017 bekommen Angestellte und Volontäre eine Einmalzahlung in Höhe von 1.000 Euro. Teilzeitbeschäftigte und Angestellte, die nach April 2017 im Lokalfunk angefangen haben, erhalten die Einmalzahlung anteilig. Das ist die höchste Einmalzahlung, die bei Lokalfunk-Tarifverhandlungen jemals erzielt worden sind. Und zum ersten Mal bekommen Redaktionsassistentinnen sowie Volontäre dieselbe Summe wie die Redakteure. Ab dem 1. Februar 2018 steigen dann die Gehälter um 1,95 %, der Gehaltstarifvertrag läuft bis zum 30.  Juni 2019.  
 
Die Verhandlungen wurden begleitet von verschiedenen Aktionen: Am 14. Oktober trafen sich zahlreiche Kolleginnen und Kollegen in Oberhausen, um bei einer Sitzung der Veranstaltergemeinschaften und Chefredakteure zu protestieren. Im weiteren Verlauf wurden Protestbriefe verschickt und aktive Mittagspausen in Sendern durchgeführt, am 21. November streikten die Belegschaften von Radio Essen, Radio Wuppertal und Radio Köln. Damit konnten unter anderem Angriffe der Arbeitgeberseite auf die Jahressonderleistung für diese Entgeltrunde abgewehrt werden.
 
„Wir sind froh, dass wir einen Kompromiss gefunden haben, der einerseits die Erwartungen der Lokalfunkerinnen und Lokalfunker berücksichtigt, andererseits den Arbeitgebern ermöglicht, den Flächentarifvertrag fortzuführen“, beschreibt Sascha Fobbe aus der DJV-NRW-Tarifkommission die extrem schwierigen Verhandlungen. „Ohne die Aktionen der Beschäftigten wäre ein Abschluss nicht möglich gewesen“, erklärte ver.di-Verhandlungsführer Christof Büttner.
 
Die Arbeitgeberseite will schon im kommenden Jahr Strukturfragen in Mantel- und Gehaltstarifvertrag zu beraten. Die Gewerkschaftsseite hat sich dazu bereit erklärt, weil sie hofft, dass die Gespräche in ungekündigtem Zustand der Tarifverträge konstruktiver verlaufen.
Die zuständigen Gremien beider Seiten müssen dem Verhandlungsergebnis noch bis zum 18. Dezember zustimmen, damit der Vertrag in Kraft treten kann.