Deutscher Journalisten-verband Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten

Lokalfunk NRW

"Auf einer Welle"-Podcast Folge 14: Welche Forderungen stellt der DJV-NRW in den Tarifverhandlungen?

Am 17. Dezember starten endlich die Tarifverhandlungen im NRW-Lokalfunk. In dieser Podcastfolge geht es zum einen darum, welche Forderungen der DJV-NRW stellt und was Verhandlungsführer Volkmar Kah erwartet.

Zum anderen geht es noch einmal um die Hörfunkpreisverleihung der Landesmedienanstalt. Der Juryvorsitzende Detlef Kuschka ruft alle Lokalfunker*innen dazu auf, Beiträge einzureichen - im Podcast erklärt er warum und welche Kriterien ihm in einzelnen Kategorien wichtig sind.

Die nächste Podcastfolge gibt es ausnahmsweise nicht an einem Dienstag, sondern am Donnerstag, dem 19.12. – mit den Ergebnissen der ersten Verhandlungsrunde.

Mit der Reihe will der DJV-NRW über die laufenden Tarifverhandlungen und alles Wissenswerte rund um den Lokalfunk informieren.

Anregungen, Wünsche und Kritik dazu nimmt Sascha Fobbe gerne entgegen unter Sascha.Fobbe@djv-nrw.de

Unter dem Video finden Sie den Podcast auch zum Download, zum Beispiel für unterwegs.
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Alle Folgen zum Download - Auf einer Welle - der Lokalfunk-Podcast des DJV-NRW

TARIFVERHANDLUNGEN IM NRW-LOKALFUNK AM 17.12.2019

 

Am Dienstag (17.12.) startet die erste Runde der Gehaltstarifverhandlungen im NRW-Lokalfunk.
Der DJV-NRW hat die Forderungen für die anstehenden Tarifverhandlungen bereits an die Arbeitgeberseite übermittelt: Wir fordern für alle Lokalfunker*innen 4,5 Prozent mehr Gehalt, analog zu den Kolleg*innen im privaten Rundfunk (TPR).
 
Die Beschäftigen im NRW-Lokalfunk machen einen guten Job und fordern zu Recht, nicht von der Einkommensentwicklung abgekoppelt zu werden. Zu erwarten sind auch diesmal anstrengende Verhandlungen. Deswegen benötigen wir auch Eure Hilfe.
 
Mit Mühe und Danke Eurer Streiks haben wir uns mit dem Arbeitgeber Ende 2017 auf einen Abschluss geeinigt. Damals hatten die Gewerkschaften außerdem
angeboten, nach dem Abschluss mit den Arbeitgebern über Strukturfragen zu diskutieren. Allerdings ist die Arbeitgeberseite seit Dezember 2017 nicht auf den DJV zugekommen. Trotzdem ist das Thema vermutlich nicht vom Tisch. Im Gegenteil: Einige Betriebsgesellschaften verfolgen gerade einen harten Sparkurs. Wenn Sender ihre wirtschaftliche Notlage belegen, sind wir bereit, die tarifvertraglichen Regelungen befristet außer Kraft zu setzen.
Nun geht es aber zunächst darum, für das bundesweit erfolgreichste Rundfunkmodell faire und zukunftsgerichtete Gehälter und Arbeitsbedingungen zu verhandeln.
Ihr verdient eine Entlohnung, die den wachsenden Ansprüchen an die Arbeit der Lokalfunker*innen gerecht wird; Rahmenbedingungen, die die zunehmende Arbeitsverdichtung in den Redaktionen berücksichtigen. Zu beidem gibt es von den Arbeitgebern keinerlei konstruktive Vorschläge. Der Unmut in den Lokalfunkredaktionen wächst, und Sie als Mitarbeiter*innen fühlen sich zu Recht weder ernst genommen noch wertgeschätzt.
 
Solltet ihr Euch vorab intensiver über die vergangenen aber vor allem kommenden Tarifverhandlungen informieren wollen, empfehlen wir Euch unseren neuen DJV-NRW-Lokalfunkpodcast "Auf einer Welle". Eure frühere Kollegin Sascha Fobbe nimmt Euch im Podcast wöchentlich mit zu Gesprächen mit der Verhandlungskommission, erklärt was sich hinter der VG genau verbirgt und ist für Euch bei mehreren Hörfunkpreisverleihungen dabei, bei denen Kolleg*innen aus NRW prämiert wurden. Jeden Dienstag gibt es eine neue Folge zu hören auf unserem YouTube-Kanal DJV NRW sowie über unsere Facebook-Seite und auch über die Homepage. Von dort können die Folgen auch heruntergeladen werden: www.djvnrw.de/startseite/info/berufbetrieb/rundfunk/lokalfunk-nrw.html
 
Wir halten Sie auf dem Laufenden und freuen uns über jede Form der Unterstützung.

 

 

Verleihung der Hörfunkpreise der Medienanstalt NRW - DJV-NRW ist zum sechsten Mal Stifter in der Kategorie „Information/Recherche“

„Tania Janke von Radio RSG ist eine würdige Preisträgerin. Sie ist über Jahrzehnte an einer Geschichte drangeblieben, die heute noch relevant ist, und hat sie angemessen und spannend erzählt“, kommentiert die stellvertretende Landesvorsitzende des Deutschen Journalistenverbands NRW (DJV-NRW), Andrea Hansen, die Auswahl der Jury in der Kategorie Information/Recherche. Sie hat gestern Abend den vom DJV-NRW gestifteten Preis im Düsseldorfer Hyatt übergeben.

Im Dezember 1988 war ein US-Kampfjet über Remscheid abgestürzt, sieben Menschen starben, mehr als 50 wurden verletzt. Nach wie vor halten sich Gerüchte über uranhaltige Munition an Bord, bis heute sind viele Menschen um die Absturzstelle herum an Krebs gestorben. Fast zwei Jahrzehnte recherchierte Janke immer wieder zu den Folgen des Absturzes, die Recherche brachte aber kein eindeutiges Ergebnis. Die offizielle Untersuchungsakte ist im März dieses Jahres geschlossen worden, viele Fragen sind nach wie vor offen. „Das Lokalradio hat die Sorgen der Remscheider ernst genommen. Der Beitrag überzeugt durch fundierte Langzeitrecherche und beeindruckend geführte Zeugengespräche“, begründet die Jury ihre Entscheidung.

„Im schnellen Medium Radio zählt Tagesaktualität, eine Recherche, die über mehrere Jahrzehnte läuft, ist außergewöhnlich. Wir als DJV-NRW wollen mit dem Preis dazu beitragen, dass Lokalfunkerinnen und Lokalfunkern im Arbeitsalltag Zeit für Recherche gegeben wird, denn sie ist extrem wichtig, damit Journalismus relevant bleibt“, erklärt Hansen, warum der DJV-NRW den mit 2.500 Euro dotierten Preis stiftet.

Seit 1992 vergibt die Medienanstalt NRW jedes Jahr mehrere Preise für herausragende redaktionelle Beiträge und für Werbung im Bereich Lokaler Rundfunk in NRW. Einige der Preise werden von Akteuren aus dem Lokalfunk NRW gestiftet.

Mehr zum Hörfunkpreis finden Sie hier: https://www.medienanstalt-nrw.de/servic/veranstaltungen-und-preise/hoerfunkpreis/hoerfunkpreis-2019.html

Kontakt: Volkmar Kah, 0171 7466505 

Foto: Uwe Völkner/FOX
Foto: Uwe Völkner/FOX

Gehaltstarifverhandlungen im Lokalfunk

Im NRW-Lokalfunk stehen die nächsten Verhandlungen über einen Gehaltstarifvertrag an. Der aktuelle Tarifvertrag galt bis zum 30. Juni 2019. Der DJV-NRW hat ihn Ende März mit Wirkung zum 30. Juni gekündigt, um in Neuverhandlungen eintreten zu können. Er fordert für die Beschäftigen eine deutliche Gehaltssteigerung. „Die Beschäftigen im NRW-Lokalfunk machen einen guten Job und fordern zu Recht, nicht von der Einkommensentwicklung abgekoppelt zu werden“, erklärte DJV-NRW-Geschäftsführer Volkmar Kah. Ein Verhandlungstermin steht noch nicht fest.

Zu erwarten sind auch diesmal anstrengende Verhandlungen. Schon bei der letzten Runde hatte der Verband der Betriebsgesellschaften – mit Verweis auf die wirtschaftliche Lage der Sender – Einschnitte bei Urlaubs- und Weihnachtsgeld gefordert (obwohl der Manteltarifvertrag gar nicht gekündigt war). Mit Mühe (und Nachdruck durch Streiks) hatten sich Gewerkschaften und Arbeitgeber Ende 2017 auf einen Abschluss geeinigt. Damals hatten die Gewerkschaften angeboten, nach dem Abschluss mit den Arbeitgebern über Strukturfragen zu diskutieren. Allerdings ist die Arbeitgeberseite seit Dezember 2017 nicht auf den DJV zugekommen.

Trotzdem ist das Thema vermutlich nicht vom Tisch. Im Gegenteil: Einige Betriebsgesellschaften verfolgen gerade einen harten Sparkurs. Volkmar Kah verweist auf die bestehende Öffnungsklausel: „Wenn Sender ihre wirtschaftliche Notlage belegen, sind wir bereit, die tarifvertraglichen Regelungen befristet außer Kraft zu setzen.“

 

Tolle Ideen prallen auf harte Realität - Der Medientreff NRW widmet sich wieder dem Lokalfunk

Ein Beitrag von Sascha Fobbe aus JOURNAL 4/19, dem Medien- und Mitgliedermagazin des DJV-NRW, erschienen im August 2019.

Neustart 2019: Nach einjähriger Pause gab es am 5. Juni im Wissenschaftspark Gelsenkirchen wieder ein Branchentreffen für Lokalfunk-Akteure aus NRW. Neues Organisationsteam, neuer Veranstaltungsort, neuer Termin und ein neues Konzept kennzeichneten die zehnte Auflage des Medientreffs NRW. Das MedienkompetenzZentrum des Katholisch-Sozialen Instituts und die MQ Gesellschaft für MehrQualität mbH waren 2017 als Hauptorganisatoren ausgestiegen. Der DJV-NRW, der Verband Lokaler Rundfunk in NRW e.V. (VLR) und der Verein der Chefredakteure im NRW-Lokalfunk wollten weitermachen und holten sich die Medien-Akademie Ruhr als neuen Partner ins Boot. Das neue Orga-Team war sich schnell einig, die Veranstaltung auf einen Tag zu beschränken und nicht mehr im September, sondern vor den Sommerferien stattfinden zu lassen.

Das Thema „Vom Radiosender zum Audio-Content-Anbieter?!“ bot sich fast von selbst an: Audio im Netz boomt, neue Podcast-Formate und Plattformen bringen Bewegung in die Nachfrage nach audio on demand. Das stellt den NRW-Lokalfunk vor neue Herausforderungen, bietet aber auch neue Möglichkeiten, lokale Nähe auszuspielen.

Von anderen lernen

Die Ausgangsfragen für den Medientreff 2019: Wie kann die digitale Transformation lokaler Radiomarken gelingen und was lässt sich aus anderen Radiomärkten lernen? Im Gegensatz zu früheren Veranstaltungen gab es keine medienpolitische Diskussion zu Beginn der Tagung und auch keine Diskussionspanel. Stattdessen lieferten Referenten vormittags Input zum aktuellen Stand und zur Zukunft der Audionutzung im Netz, zu Digital Storytelling und Podcasts. Nachmittags konnten die Erkenntnisse in Workshops vertieft oder ausprobiert werden, zusätzlich gab es einen Workshop zu Mobile Reporting.

Etwa 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Chefredaktion und Redaktion, aus Veranstaltergemeinschaften und Betriebsgesellschaften sowie von radio NRW nahmen am Medientreff teil, ebenso einige Externe. Wie schon in den vergangenen Jahren zeigten sich die Lokalfunk-Akteure interessiert an den Beispielen und Vorschlägen, zweifelten aber an der Machbarkeit in ihren Sendern. Die Redaktionen wollen gerne innovativ sein, neue Formate ausprobieren oder den Hörern mehr Nutzen bieten, haben aber nicht das Personal, um das umzusetzen. So stellte Matthias Leitner, Journalist und Storyteller beim Bayerischen Rundfunk, zum Beispiel das Projekt „#icheisner“ vor. Der öffentlich-rechtliche Sender Bayern 2 hatte 2018 über Messenger-Dienste die Bayerische Revolution aus der Sicht des ersten Bayerischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner erzählt. Vier Monate lang waren fünf Leute dafür freigestellt, undenkbar im NRW-Lokalfunk.

Ob und wie technische Neuerungen und Formate umzusetzen sind, darüber diskutieren die Verantwortlichen im NRW-Lokalfunk seit langem. Da geht es zum einen um größere Themen wie die Frage, ob der Lokalfunk auch auf DAB+ setzen soll, zum anderen aber auch um den Sinn von Formaten, die sich nicht im linearen Programm abbilden lassen.

Braucht der Lokalfunk Podcasts?

Der Workshop „My Podcast“ sollte eigentlich dazu dienen, ein Podcast-Projekt durchzuspielen, stattdessen erörterten die Anwesenden die Frage, ob Sender Podcasts produzieren sollten. Sie müssten dafür zusätzlich investieren, ohne mehr Hörer oder höhere Werbeeinnahmen zu bekommen. „Unsere Aufgabe als VLR ist es, das Radio zu retten. Welchen Nutzen haben Podcasts für die Lokalfunk-Sender?“, fragte zum Beispiel Dr. Horst Bongardt, Vorsitzender des VLR. „Das ist wie bei den Zeitungen vor 20 Jahren“, entgegnete eine Teilnehmerin, „die haben sich damals gefragt: Wozu brauche ich eine Homepage, das bringt keine Abonnenten. Der Lokalfunk sollte den Trend nicht verschlafen!“

Referent Matthias Milberg von podcastberatung.de, Köln, mahnte, auch auf die Zeit nach UKW zu schauen und Podcasts als ergänzende Werbemöglichkeit zu sehen: „Ich ruhe mich auf der Quote aus und mache in 20 Jahren zu? Das kann es nicht sein.“ Mit Podcasts produziere ein Sender exklusiven Content auch fürs Radio, das sei ein junges Produkt, das auch für eine junge Zielgruppe „sexy“ sei.

Was bleibt, wenn UKW weg ist?

Wie wichtig Podcasts für Radiosender sind, hatte zuvor auch Marc Krüger, Audio-Redakteur bei t-online/Ströer News Publishing GmbH, in seinem Vortrag aufgezeigt: Der typische Podcast-Hörer sei jünger als 49 Jahre, und „wer jung ist und Podcasts hört, wird damit nicht aufhören, nur weil er älter wird“. Die Lokalfunksender müssten sich überlegen, was bliebe, wenn UKW weg sei. Die Vorteile, die Radio noch habe, zögen dann nicht mehr: Musik bekämen Nutzer jetzt schon über Streamingdienste, Wetter und Verkehr über Smartphone-Apps, Interaktion über Social Media und Wortbeiträge über Podcasts. Die lineare Radionutzung gehe besonders bei Jüngeren immer weiter zurück, darauf müssten sich die Sender einstellen: „Podcasts sind fürs Radio, was Netflix fürs Fernsehen ist.“

Einige Lokalfunksender in NRW produzieren schon eigene Podcasts, manche mit, andere ohne zusätzliches Personal. Generell klagen die Lokalfunksender aber darüber, dass ihnen die Ressourcen fehlen, um neue Ideen umzusetzen. Das war schon bei den vergangenen Medientreffs ein Thema.

Die Veranstaltergemeinschaften würden gerne mehr Personal für Digitales einstellen, das Geld dafür müssten die Betriebsgesellschaften geben. Viele Betriebsgesellschaften seien aber „bislang zurückhaltend bei Digitalem“, so war es von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu hören. Auf die Frage, was im NRW-Lokalfunk fehle, betonte Matthias Leitner in der Abschlussrunde: „Geschäftsführungen mit Visionen“ seien wichtig, um die digitale Transformation nach vorne zu bringen. Und er regte an, in Zukunft über digitales Change Management zu reden.

Weiterdenken im Barcamp

„Tolle Ideen prallen auf harte Realität“ fasste Stanley Vitte, Referent Online-Kommunikation und Events im Journalismus Lab der Landesanstalt für Medien NRW (LFM NRW), den Medientreff zusammen. Damit es dieses Mal nicht dabei bleibt, diskutierten einige Chefredakteurinnen und Chefredakteure in einem spontanen Barcamp mit Vitte Lösungen, wie neue Ideen im Lokalfunk-Alltag umgesetzt werden könnten.

Die Idee: Ein Start-up für Digitales als gemeinsames Projekt aller Sender im NRW-Lokalfunk. Fünf Volontäre könnten zusammen in einer WG wohnen und für zwei Jahre viele digitale Dinge ausprobieren. Wenn alle Sender sich beteiligten, ließe sich das finanzieren. Dann würde sich auch zeigen, welche Betriebsgesellschaft zum NRW-Lokalfunksystem stehe oder nicht, sagte ein Chefredakteur in Anspielung auf die momentan schwierige Situation im Lokalfunk. Auch Crowdfunding oder eine Förderung durch die LFM NRW spielten die Chefredakteure im Barcamp gedanklich durch. Ob die LFM NRW Geld zur Verfügung stellen würde, konnte Vitte nicht versprechen, aber „wir fördern Innovatives“. Er lud die Chefredakteurinnen und Chefredakteure ein, sich mit der LFM NRW zusammenzusetzen und zu sehen, was machbar sei.

Generell kam der Medientreff 2019 bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern gut an. Sie lobten den Blick von außen mit Referenten, die aus anderen Radiomärkten kommen und den Austausch mit Fachleuten, die sich in neuen Themen oder Formaten auskennen. „Toll, dass der Medientreff nach einem Jahr wieder stattfindet!“, sagte ein Teilnehmer.

Was noch zu verbessern ist

Kritik gab es aber auch: Die Referenten waren alle männlich, fürs nächste Mal versprachen die Organisatoren mehr Expertinnen. Prüfen wollen die Verantwortlichen auch die Anregung, den Medientreff an einem Samstag stattfinden zu lassen. Der Vorteil: So könnten mehr Redakteurinnen und Redakteure dabei sein.

„Das war ein gelungener Neustart nach einem Jahr Pause“, meinte Timo Naumann, Geschäftsführer des VLR. Kerstin Loos, Mitglied der Geschäftsleitung der Medien-Akademie Ruhr, freute sich über das konkrete Ergebnis, ein gemeinsames digitales Projekt zu entwickeln. Zufrieden waren auch Moderatorin Colleen Sanders und Moderator Thorsten Kabitz, die als VdC-Mitglieder zu den Organisatoren der Veranstaltung gehörten. „Wir waren ganz nah am Alltag in den Redaktionen“, erklärte Sanders. „Es ging genau um die Fragen, die alle Radiomacher gerade beschäftigen. Das war unser Ziel!“ Und Kabitz ergänzte: „Da gab es viele gute Anregungen, für die wir aber auch die technischen und personellen Rahmenbedingungen in den Redaktionen brauchen.“

Volkmar Kah, Geschäftsführer des DJV-NRW, hob die Bedeutung des Medientreffs hervor: „Der Austausch untereinander, die Entwicklung von Ideen und Input sind für die Branche wichtig. Der Lokalfunk ist eine wichtige Säule im NRW-Mediensystem, deshalb ist der DJV-NRW auch nächstes Jahr wieder dabei!“ Wie der Medientreff 2020 aussehen wird, steht noch nicht fest. Die Organisatoren wollen nun erst einmal die Teilnehmerbefragung auswerten und dann in die Planung gehen.||

Die Autorin war für den DJV-NRW im Vorbereitungsteam des Medientreffs.

 

 

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Näher dran
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Tarifergebnis im Lokalfunk
Aktionen und der erste Warnstreik seit 1993 brachten den Durchbruch: Nach achtmonatigen Verhandlungen haben sich die Tarifparteien im NRW-Lokalfunk auf ein Ergebnis geeinigt. Danach steigen die Gehälter zum 1. Februar 2018 um 1,95 Prozent. Schon vorher, mit dem Dezembergehalt 2017, bekommen Angestellte und Volontäre eine Einmalzahlung von 1000 Euro. Teilzeitbeschäftigte und Angestellte, die nach April 2017 im Lokalfunk angefangen haben, erhalten die Einmalzahlung anteilig. Der Tarifvertrag kann erstmals zum 30. Juni 2019 gekündigt werden. [...]

Tarifeinigung im Lokalfunk NRW erzielt

Mit einer ersten Aktion vor einer Sitzung der Veranstaltergemeinschaften und Chefredakteure in Oberhausen begann am 14. Oktober der Protest der NRW-Lokalfunker für mehr Gehalt. Im November folgten die ersten Streiks seit 1993. Foto: C. Molitor

Die Tarifparteien im NRW-Lokalfunk haben sich auf ein Ergebnis geeinigt: Ab dem 1. Februar 2018 steigen die Gehälter um 1,95 %. Mit dem Dezembergehalt 2017 bekommen Angestellte und Volontäre eine Einmalzahlung in Höhe von 1.000 Euro. Der Gehaltstarifvertrag läuft bis zum 30. Juni 2019.
 
Nach achtmonatigen Verhandlungen liegt im Tarifstreik des NRW-Lokalfunks ein Ergebnis vor: Mit dem Dezembergehalt 2017 bekommen Angestellte und Volontäre eine Einmalzahlung in Höhe von 1.000 Euro. Teilzeitbeschäftigte und Angestellte, die nach April 2017 im Lokalfunk angefangen haben, erhalten die Einmalzahlung anteilig. Das ist die höchste Einmalzahlung, die bei Lokalfunk-Tarifverhandlungen jemals erzielt worden sind. Und zum ersten Mal bekommen Redaktionsassistentinnen sowie Volontäre dieselbe Summe wie die Redakteure. Ab dem 1. Februar 2018 steigen dann die Gehälter um 1,95 %, der Gehaltstarifvertrag läuft bis zum 30.  Juni 2019.  
 
Die Verhandlungen wurden begleitet von verschiedenen Aktionen: Am 14. Oktober trafen sich zahlreiche Kolleginnen und Kollegen in Oberhausen, um bei einer Sitzung der Veranstaltergemeinschaften und Chefredakteure zu protestieren. Im weiteren Verlauf wurden Protestbriefe verschickt und aktive Mittagspausen in Sendern durchgeführt, am 21. November streikten die Belegschaften von Radio Essen, Radio Wuppertal und Radio Köln. Damit konnten unter anderem Angriffe der Arbeitgeberseite auf die Jahressonderleistung für diese Entgeltrunde abgewehrt werden.
 
„Wir sind froh, dass wir einen Kompromiss gefunden haben, der einerseits die Erwartungen der Lokalfunkerinnen und Lokalfunker berücksichtigt, andererseits den Arbeitgebern ermöglicht, den Flächentarifvertrag fortzuführen“, beschreibt Sascha Fobbe aus der DJV-NRW-Tarifkommission die extrem schwierigen Verhandlungen. „Ohne die Aktionen der Beschäftigten wäre ein Abschluss nicht möglich gewesen“, erklärte ver.di-Verhandlungsführer Christof Büttner.
 
Die Arbeitgeberseite will schon im kommenden Jahr Strukturfragen in Mantel- und Gehaltstarifvertrag zu beraten. Die Gewerkschaftsseite hat sich dazu bereit erklärt, weil sie hofft, dass die Gespräche in ungekündigtem Zustand der Tarifverträge konstruktiver verlaufen.
Die zuständigen Gremien beider Seiten müssen dem Verhandlungsergebnis noch bis zum 18. Dezember zustimmen, damit der Vertrag in Kraft treten kann.