Deutscher Journalisten-verband Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten

Diskussionen, Trends und Nutzwert: der Journalistentag 2015 in Duisburg

Wo im Digitalen sind wir?

Das Digitale verändert den Journalismus, die Arbeit, die Menschen. Es geht allen gleich. Oder ähnlich. Diese Erkenntnis konnten die mehr als 400 Besucherinnen und Besucher des elften Journalistentags mit nach Hause nehmen. Der digitale Umbruch beherrschte die Gesprächsrunden unter anderem von Radiomachern, Bildjournalisten und der Wirtschaft auf der Veranstaltung des DJV-NRW im Landschaftspark in Duisburg-Nord. „Der technische und gesellschaftliche Umbruch ist immens“, sagte der Landesvorsitzende Frank Stach in seiner Begrüßung. Aber Zeit für Untergangsstimmung sei nicht: Es gehe im Journalismus nicht alles den Bach runter. „Ich sage genau das Gegenteil: Unser Job ist wichtiger denn je.“

Eröffnung im Foyer der Gebläsehalle in Duisburg. Foto: Udo Geisler
Die Gäste wurden von Frank Stach (l.) und Frank Überall begrüßt. Foto Udo Geisler

Den Wandel diskutieren

In 20 Foren und Workshops sowie unter dem Hashtag #jnrw15 wurde der Wandel in und um den Journalismus detailliert beschrieben. Und mit der Lust am Diskutieren öffentlich verhandelt. In diesem Jahr ging es um eine Standortbestimmung: Wo im Digitalen sind wir? Platz dafür bot erstmals die Gebläsehalle im Landschaftspark, einem ehemaligen Hüttenwerk. Das sehenswert hergerichtete Zeugnis der Stahl- und Industriekultur Nordrhein-Westfalens wird durch die farbige Lichtinstallation von Jonathan Park seit 1985 zu einer Art analogem Denkmal. In dem nun das Digitale behandelt wurde.
Gerade Journalisten müssen den Wandel aufgreifen, für ihre Leser, Hörer und Zuschauer beschreiben und verständlich machen, forderte Stach vor den Journalisten und Studierenden. Diese Herausforderung tauchte denn auch in vielen Gesprächsrunden auf. In welchem Medium und auf welchem Kanal das geschieht, ist dabei längst egal. Der einstige Print-Online-Gegensatz, der anfangs auch auf Journalistentagen zu spüren war, ist Vergangenheit. Oder wie es 1Live-Programmchef Jochen Rausch für den Hörfunk lakonisch auf den Punkt brachte: „Gestern ist gestern.“

Zum Gestern gehört auf jeden Fall das Dortmunder U, wo der Journalistentag in den vergangenen beiden Jahren die neuen Aufgaben des Berufsstands ausgelotet hatte. Diesmal war also Duisburg das Ziel für die mehr als 40 Referentinnen und Referenten aller Medienbereiche, die quer durch die Republik anreisten. Sie diskutierten unter besten Bedingungen: Die Foren waren (auch akustisch) gut voneinander getrennt.

Es gab Platz und ausreichend Zeit für ungestörte Gespräche am Rande, beim Kaffee mit frischer Sponsor-Waffel oder später beim Glühwein mit Spekulatius, den der Fachausschuss Junge Journalistinnen und Journalisten (FA3J) anbot.

Abgerundet wurde das Angebot durch die Stände in der Pumpenhalle und im Foyer. Hier präsentierten Hochschulen und Bildungseinrichtungen ihre Angebote für Journalisten ebenso wie Versicherungen und Regionalinitiativen oder die Sponsoren des Journalistentags. Ohne deren Unterstützung, das machte Stach deutlich, wäre der Journalistentag für den Landesverband nicht machbar. Wie immer gab es Getränke, Fingerfood und die obligatorische Currywurst für alle kostenlos – ob DJV-Mitglied oder nicht.

>> Hier geht es zum PDF mit dem kompletten Bericht "Journalistentag 2015" von Werner Hinse (Text) und Udo Geisler (Foto).