Deutscher Journalisten-verband Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten

Der Bildungsnewsletter

18. Dezember 2019

DJV-NRW Bildungsnewsletter Januar 2020

Seminartermine fürs 1. Halbjahr

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

das Jahr 2019 neigt sich dem Ende zu – ein Jahr, in dem der Journalismus viel mit sich selbst beschäftigt war. Der Fall des Fälschers Relotius hat die Medienbranche durchgerüttelt. Eingeschliffene Redaktionsabläufe wurden hinterfragt, Ungereimtheiten aufgedeckt, Faktenchecks verstärkt. Und immer wieder war der Appell zu hören: Besinnt Euch auf das journalistische Handwerk und seine Regeln. Wie man mit größtmöglicher Sorgfalt recherchiert, auswertet und veröffentlicht, lässt sich lernen und üben. In diesem Sinn möchten wir Euch das Seminar Daten- & Informantenschutz bei der journalistischen Recherche am 29. Januar 2020 besonders ans Herz legen. Wie schütze ich die Anonymität meiner Quellen? Wie vermeide ich, dass sensible Informationen in die falschen Hände gelangen? Solche Kenntnisse sind längst nicht mehr nur in den Leitmedien, sondern gerade auch in Lokal- und Fachredaktionen wichtig. Referent Simon Wörpel vom Recherchezentrum Correctiv vermittelt den Teilnehmenden wertvolle Einblicke in aktuelle journalistische Schutzmechanismen.

 

Weitere Seminare im ersten Halbjahr 2020:

4. Februar: Live Video auf Social Media

Der TV-Journalist Richard Gutjahr hat die Devise aufgebracht, dass Livestream der neue Mainstream sei. Mit Diensten wie Periscope, Facebook Live und YouTube Live hat sich in der Tat einiges verändert. Man startet mit dem Smartphone die App, drückt auf Senden und schon geht die Übertragung los. In der Regel liegen die „Stream your Life“-Aufnahmen direkt als Konserve vor, ohne die eigene Mediathek in Anspruch zu nehmen und wertvollen Speicherplatz auf den mobilen Geräten zu blockieren. Der Charme dieser Spontan-TV-Applikationen liegt in der Schnelligkeit. Echtzeitkommunikation mit Interaktionsmöglichkeiten: Live, ungeschminkt, ohne Teleprompter und verfälschende Postproduktionen. 

 


12. Februar: Podcasts erfolgreich moderieren *NEU*

Podcasts sind ein wachsender Markt – auch für Journalistinnen und Journalisten. Nur gute Inhalte reichen aber nicht, um ein ansprechendes Audio-Produkt zu machen, das viele Abonnenten gewinnt. Auch die Verpackung muss stimmen – sprich: die Moderation. Erfolgreiche Podcasts klingen dabei oft ganz anders als Radio. Sie wandeln gelegentlich auf einem Grat zwischen Authentizität und Peinlichkeit, verabschieden sich von mancherlei Formalität der klassischen Moderation und stellen neue Anforderungen an das Attribut „Unterhaltsamkeit“. Gleichzeitig haben Radio und Podcast weiterhin viel gemeinsam: Wer fürs Hören schreibt, muss ganz andere Maßstäbe an Verständlichkeit anlegen als bei einem Lesetext. In diesem Workshop schauen wir uns an, wie man einen Podcast ansprechend moderiert – und probieren es auch selbst aus. 

 

13. Februar: Pressemitteilungen schreiben und versenden

Auf Themen aufmerksam machen, die Presse ansprechen und für sich gewinnen - Pressemitteilungen bilden einen wichtigen Kern in der Kommunikation mit Medienvertretern. Das Seminar vermittelt den Teilnehmenden, wie gute Pressemitteilungen aussehen und wie sie diejenigen erreichen, für die sie gedacht sind. 

 

4. März: Fake News und Desinformation erkennen und bekämpfen *NEU*

Noch vertrauen die meisten Menschen in unserer Demokratie der Glaubwürdigkeit etablierter Medien. Doch täglich treten Macher sogenannter Alternativmedien an, um dieses Vertrauen zu zerstören. Sie manipulieren oder verzerren die Darstellungen von Ereignissen und Äußerungen öffentlich relevanter Personen. Dabei verfolgen sie das Ziel, die Deutungshoheit über die öffentliche Meinung zu erlangen. Das Seminar vermittelt Grundlagen für den redaktionellen Alltag, solche Desinformationskampagnen zu erkennen und ihnen - in aller gebotenen Unaufgeregtheit - zu begegnen.

 

2. April: Kritisch-konstruktiver Journalismus

„Only bad news are good news” war gestern – was ist heute? Immer mehr Menschen wenden sich von den klassischen Medien ab, weil sie nachrichtenmüde und frustriert sind. Doch wie kann der Journalismus seine Aufgaben in einer Demokratie erfüllen, wenn Nachfrage und Vertrauen sinken? Studien belegen das Bedürfnis, dass Nachrichten nicht nur Probleme aufzeigen, sondern auch Lösungsansätze. Das wird besonders in der jungen Zielgruppe deutlich. Katastrophen, Kriege und Krisen sind ein relevanter Teil der Wirklichkeit, aber eben nur ein Teil. Mit einem anderen Teil – Möglichkeiten, Errungenschaften, Lösungswegen – beschäftigt sich dieses Seminar.  

 

7. Mai: Ziele erreichen, den inneren Schweinehund überwinden *NEU*

Warum mag ich nicht tun, was ich eigentlich will? Diese Frage beschäftigt sogar Nobelpreisträger in ihrer Forschung! Wer ist also dieser „innere Schweinehund“, der uns davon abhält, in die Tat umzusetzen, was wir doch eigentlich wollen? Endlich ein wichtiges berufliches oder privates Projekt voranzutreiben, regelmäßig Sport zu treiben oder mit einer schlechten Angewohnheit aufzuhören? Die gute Nachricht: Im Spagat zwischen „Müssen und Wollen“ sind innere Widersprüche und Hemmnisse allzu menschlich - und es gibt erprobte Methoden, sie zu überwinden, um die eigenen Ziele zu erreichen.

 

Einen Überblick über alle Seminare findet Ihr hier: www.djv-nrw.de/seminare-nrw.

 

Gerne weisen wir Euch auf ein Seminar des DJV-Bundesverbands hin:

22. Januar: Freier Journalismus: Läuft! Gründen und Bleiben als Freie

Zum Auftakt des „Jahrs der Freien“ richtet sich dieses Seminar an alle Journalistinnen und Journalisten, die sich freiberuflich selbstständig machen wollen oder dies bereits getan haben. Vermittelt werden einerseits Informationen zur Existenzgründung für Neueinsteiger, andererseits Tipps und Übungen zur Sicherung der freien Tätigkeit.  Programm und Anmeldung bei:
Erika Hobe, hobspamfilter@djvspamfilter.de, Tel. 0228 / 2 01 72 -18 // www.djv.de/djv4freie

 

Wir wünschen Euch frohe Festtage und einen guten Start ins neue Jahr 2020!

 

Euer Bildungs-Team vom DJV-NRW Anna von Garmissen & Eva Alberty