Deutscher Journalisten-verband Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten

Journalistentag NRW 2013

19:30 --- Pressemitteilung: 600 Teilnehmer beim Journalistentag

600 Teilnehmer beim Journalistentag im Dortmunder U

„Weil Dortmund eine attraktive Stadt ist“

Mit 600 Teilnehmern hat der Journalistentag 2013 tatsächlich Besucherrekord aufgestellt. Bereits im Vorfeld hatte sich der große Andrang für das Branchentreffen des DJV-NRW angedeutet. Fernsehmoderator und Journalismus-Professor Michael Steinbrecher griff die Attraktivität der Veranstaltung auf: „Warum sind so viele Besucher hier? Weil Dortmund eine attraktive Stadt ist“, sagte er zur Begrüßung in den Räumen des Instituts für Journalistik der TU Dortmund, in [...]
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Eröffnungsrede von Frank Stach auf dem Journalistentag 2013

Der Journalistentag in Nordrhein-Westfalen will Sie in diesem Jahr mit auf die Reise nehmen. Das Reiseziel ist im Moment noch etwas verschwommen, aber sicher ist, alle Journalisten haben sich auf den Weg gemacht.

 

Die einen sind alleine im klapprigen Bus unterwegs, sitzen selbst am Steuer. Andere haben einen Fahrer vorne drin und sitzen bequem im Reisebus, wundern sich allerdings, weil ihr Chef vorne sich gerade verfahren hat.

 

Wir können das Bild auch übertragen auf Seewege. Aus öffentlich-rechtlichen Sendern werden dann schwer steuerbare Kreuzfahrtschiffe, während die kleinen schnellen Yachten im berüchtigten Youtube-Meer unterwegs sind.

 

Und ob solche Metaphern nun etwas bemüht sind oder nicht, eines ist sicher, in jedem Fahrzeug zu Lande, zu Wasser oder zur Luft sind Journalisten unterwegs, die im Moment alle ein Schicksal teilen. Ihre Wege in die Zukunft führen durch einen veritablen Nebel, das Reiseziel ist allen ein wenig aus dem Blick geraten...

 

Zum Glück gibt es immer mal wieder Aussichtsplattformen wie den Journalistentag des DJV in Nordrhein-Westfalen.

 

Wir haben die Journalisten in NRW ins Dortmunder U eingeladen, um mal wieder inne zu halten, Zeit zu haben und zu reflektieren, wohin meine Reise als Journalistin und Journalist geht. Und da passt es auch ganz gut, einen etwas erhöhten Standpunkt zu haben.

 

Der Blick hier von der Panorama-Bar über die Dächer Dortmunds ist das treffende Symbol für diesen Anspruch - und die Botschaft ist bei den Journalisten angekommen: Über 700 Kollegen und Kolleginnen haben sich zu unserer Veranstaltung angemeldet, um gemeinsam darüber zu sprechen, wohin die journalistischen Wege führen.

 

Ich glaube, Journalisten sind im Moment auf Sicht unterwegs.

 

Wie viel Zukunft hat noch die Papierausgabe der Zeitung? Was passiert online? Welche Inhalte sind da gefragt? Und ganz entscheidend, wer bezahlt das? Radio und Fernsehen gehen ebenfalls neue Wege. Müssen wir immer noch in Sendungen denken? Oder reicht eventuell ein nichtlinearer Abspielkanal über eine Videoplattform im Internet? Wie verändern sich dadurch Inhalte? Was sind die neuen Erzählformen? Und wo hat der klassische Journalismus Platz?

 

Natürlich können solche Veranstaltungen wie heute in Dortmund nicht alles beantworten. Aber ich glaube, wir können in einer großen Bandbreite Orientierung geben, wohin die Reise der Journalisten geht.

 

Tja, und dann müssen Reisen ja finanziert werden. Auch die Journalisten müssen bezahlt werden.

 

Das wird eine der großen Zukunftsfragen: Wie sind tragfähige Geschäftsmodelle möglich? Ich persönlich glaube, dass sich da einige Verleger im Nebel verlaufen haben. Verlaufen haben sie sich mit ihrem Modell, ihre Inhalte kostenlos zu verschenken. Das ist wie mit dem Freibier. Nehmen wir mal an, eine Kneipe wirbt mit Freibier vor der Haustür. Glauben sie die Kunden kämen dann in eine Schenke, um da das Glas für zwei Euro zu trinken?

 

Mittlerweile wird Geld gemacht mit den werbebedruckten Bierdeckeln, auf dem das Freibier steht. Aber leider gibt es dafür weniger Geld, also wird der Bierbrauer entlassen und das Getränk wird preisgünstig beim Billiglieferanten eingekauft. Am Ende gibt es vor den Kneipen nur das Einheitsbier, gratis zwar, aber schal im Abgang.

 

Immerhin gibt es tausende neuer Geschäftsmodelle. Entwickelt auch von pfiffigen Journalisten. Was aber entwickelt sich zu dem durchschlagenden Geschäftsmodell, wo ist der Stein der Weisen im Journalistenland?

 

Eine entscheidende Frage ist ja auch: Sind Journalisten auch Geschäftsleute? Müssen sie künftig beides können?

 

Ich glaube da an Sonderbegabungen, aber ich glaube nicht, dass das ein Modell sein kann für alle. Nehmen sie mich. Mit Zahlen konnte ich nie ganz gut, und ich bin froh einen Auftraggeber zu haben, nämlich den WDR, der meine Qualitäten als Journalist zu schätzen weiß. Das Geschäftliche wollte ich nie zu meinem Hauptberuf machen, ich bin Journalist und kein Verleger, Unternehmer oder Firmengründer.

 

Journalismus ist und bleibt ein Wert an sich, ein wichtiger Pfeiler unserer freiheitlichen, demokratischen Gesellschaft. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

 

Sie finden auf dem Journalistentag heute in Dortmund Wegweiser. Da geht es um neue Finanzierungsmodelle im Netz, um aufregende Erzählabenteuer oder im Fernsehbereich um neue Sichtweisen mit neuer Kameratechnik. Sie erfahren, warum der Journalismus so wichtig ist, um beispielsweise durch das Megaprojekt der Gesellschaft, die Energiewende, zu lotsen. Sie erleben Journalisten auf neuen Wegen, wenn sie beispielsweise Buchautoren werden. Sie können mit Zeitungsleuten diskutieren, die sich durch den Internetdschungel schlagen. Oder sie können mit uns den ziemlich dicken Reiseführer aufschlagen, der sie auf eine Zukunftsreise des öffentlich-rechtlichen Rundfunksystems vorbereitet.

 

Diese vielen, vielen Wegweiser wollen finanziert sein, und daher bedanke ich mich an dieser Stelle ganz ausdrücklich bei unseren Sponsoren, die uns diese Aussichtsplattform auf unseren Beruf mit ermöglichen. Ich danke deshalb unserem Hauptsponsoren RWE. Ich danke ebenfalls unseren Partnern Knappschaft Bahn See, der BKK, dem Dortmunder U, dem Insititut für Journalistik und dem Journalistinnenbund.

 

Ich danke insbesondere Stefan Prott und seinem Team für die gute Vorbereitung dieses Journalistentags. Ich danke auch der Geschäftsstelle des DJV in Nordrhein-Westfalen: Euer Einsatz hier war und ist mal wieder super.

 

Allen Anwesenden wünsche heute einen schönen und erfolgreichen Tag, lassen sie sich mitnehmen auf den neuen Wegen unseres Berufs.

18:00 --- Hauptprogramm zuende, jetzt regiert König Fußball

Fußballtalk im Moog. Foto: DJV-NRW / sb

Das war er, der Journalistentag im Dortmunder U... Das Hauptprogramm mit den 16 Foren und Workshops ist zuende, jetzt regiert im Moog König Fußball bzw. derzeit noch der Talk zwischen Werner Hansch und Matthias Bongard. In sehr loungiger und entspannter Atmosphäre lässt sich den beiden Moderatoren-Profis wunderbar lauschen. Wer will da nach Hause?

Wie so oft, raste die Zeit beim Journalistentag mal wieder. Im Pendelverkehr zwischen den drei Sälen galt es auch Zeit für einen Kaffee und das Gespräch mit den Kollegen zu finden.

Das U am Abend. Foto: DJV-NRW / sb

Außerdem hatte der Marktplatz viele interessante Infos an seinen Ständen zu bieten - und nicht nur Infos: Beim RWE konnte man Kaiserschmarrn in Auftrag geben.

Immer wieder schade, dass man nicht alle Themen gleichzeitig abdecken kann. Auch die praktischen Workshops hätte man eigentlich in Reihe besuchen können... Die Qual der Wahl - aber gerade das macht den Journalistentag u.a. so einzigartig und kurzweilig. Knapp 600 Journalistinnen und Journalisten haben ihn heute im U erlebt - wir danken allen, die da waren, für die angenehme Atmosphäre und die tolle Unterstützung.

15:00 --- Unsere Pressemitteilung

Journalistentag 2013 im Dortmunder U auf neuen Wegen

„Journalismus ohne Haltung geht nicht“

Wie viel Haltung braucht der Journalismus heute und wie verträgt sich der eigene feste Standpunkt mit den Vorgaben der Objektivität? Diese Fragen diskutierten Ulrike Herrmann, Wirtschaftskorrespondentin der taz, und der Spiegel-Kolumnist Jan Fleischhauer heute Morgen vor Hunderten Journalistinnen und Journalisten beim Eröffnungspanel des Journalistentags im Dortmunder U. Eingeladen hat der Deutsche Journalisten-Verband, Landesverband NRW. „Journalismus ohne Haltung [...]
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12:30 --- Frank Stach eröffnet vor Hunderten von Journalisten den #jnrw13

Foto: DJV-NRW / sb

Der Journalistentag 2013 ist vor Hunderten von Journalistinnen und Journalisten im View über den Dächern von Dortmund gestartet. Frank Stach, Vorsitzender des DJV-NRW, rief dazu auf, sich heute die Zeit für Gedanken über die Zukunft des Journalismus zu nehmen, eigene Wege zu überdenken und zu hinterfragen, mit Kollegen zu diskutieren.

Mit dem Eröffnungspanel auf der 7. Etage des Dortmunder U stiegen die Besucher des großen Branchentreffens dann auch gleich in eine spannende Diskussion ein - mit Ulrike Herrmann von der taz und Jan Fleischhauer vom Spiegel. Thema der Runde war Haltung im Journalismus: Warum die moderne Medienwelt klare Standpunkte braucht.

"Journalismus ist Haltung. Haltung heißt Recherche. Haltung zu haben, ist harte Arbeit." Diese Auffassungen vertrat die Wirtschaftsjournalistin Ulrike Herrmann. Sie erinnerte auch daran, dass man trotz des Versuchs der Neutralität im Journalismus der Subjektivität gar nicht entkommen könne.

Spiegel-Kolumnist Jan Fleischhauer machte deutlich, dass Online-Journalismus ganz anders als Print sei, seine Vor- und Nachteile habe. Im Onlinegeschäft würde man im Prinzip viermal täglich eine Tageszeitung herausbringen - eine enorme Beschleunigung der Nachrichtenwelt. In einer Kolumne müsse man sich zudem für einen Standpunkt entscheiden und eine "ganz spezielle Art der Weltbetrachtung" pflegen.

9:30 --- Willkommen im Dortmunder U!

Um 8:00 ging heute morgen bereits der Aufbau für den Journalistentag 2013 los: Vor dem Lieferanteneingang reihten sich die Fahrzeuge aneinander, emsige Aufbauhelfer schafften Kartons und Stände ins Foyer des Dortmunder U. Trotz der Vielzahl der zu bewältigenden Aufgaben herrschte gute Atmosphäre und Stückchen für Stückchen fand sich alles zusammen.

Auch die Mannschaft des DJV-NRW war früh vor Ort - unser eigener Stand im Foyer sowie die Anmeldungen im Eingang zum U sind startklar. Rechts melden sich die Nichtmitglieder an, links die Mitglieder. Wir erwarten den Ansturm der Journalistinnen und Journalisten - und heißen jeden, der zu uns kommt, willkommen!

Bevor es richtig los geht...

Erstsemester-Projekt

Ein spannendes Projekt des Instituts für Journalismus und Public Relations an der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen lief während des Journalistentags 2013: 26 Studentinnen und Studenten, allesamt Erstsemester, schnappten sich im Dortmunder U die Medienprofis - und interviewten sie zu dem Thema: "Eine Branche im Umbruch - Krise oder Chance?" Herausgekommen ist eine vielstimmige und überwiegend zuversichtliche Innenansicht des Berufsstands Journalismus. ...mehr


Foto: Mark Ansorg, Dortmund / Gestaltung: labor b designbüro, Dortmund

Branchentreffen in Dortmund ist ausverkauft

Der Journalistentag 2013 sprengt alle Erwartungen und fährt Besucherrekord ein: Über 700 Journalistinnen und Journalisten haben sich für das Branchentreffen des DJV-NRW angemeldet. Somit ist die Veranstaltung im Dortmunder U ausverkauft.

Seit dem Start der Veranstaltungsreihe im Jahr 2005 hat es noch nie so viele Teilnehmer bei einem Journalistentag des DJV gegeben. Zum ersten Mal mussten die Organisatoren daher auch einen Schlussstrich bei den Anmeldungen ziehen: Seit Mittwochabend, 20.11., 18 Uhr, ist es nicht mehr möglich, sich zu registrieren.

 

Journalismus auf neuen Wegen

Journalisten müssen sich heute neu orientieren, ihre Qualifikationen erweitern, Nischen suchen oder selbst Unternehmer werden - und dabei das Gleichgewicht zwischen Lebens- und Arbeitszeit halten. Wie Journalisten diesen Herausforderungen gerecht werden, diskutieren Journalisten und Medienexperten in 16 Workshops und Foren beim Journalistentag des DJV-NRW am Samstag, 23. November, im Dortmunder U.

Auftakt im View

Der Tag beginnt spektakulär: In der Panorama-Bar "View" hoch über den Dächern von Dortmund führen Ines Pohl von der taz und Jan Fleischhauer vom Spiegel ein Streitgespräch: Sie diskutieren über das Thema Haltung im Journalismus und warum die moderne Medienwelt klare Standpunkte braucht.

Im Anschluss folgen u.a.:

  • das Forum Buch mit Amelie Fried, Gisa Klönne, Dr. Maren Gottschalk, Andreas Altmann und Matthias Matting.
  • das Forum Erfolg in der Nische, in dem Markus Haage (Zombie-Magazin), Matthias Oden (Business Punk) und Prof. Dr. Holger Wormer (Prof. für Wissenschaftsjournalismus, TU Dortmund) über Spezialisierungen im Journalismus sprechen.
  • das Forum Lokal, in dem Thomas Kambach (Stadtgeflüster), Oliver Mau (Herten erleben), Christoph Wüllner (MÜNSTER!) und Volker Steinnei (Hellweger Anzeiger) erfolgreiche lokale Konzepte präsentieren.

Neue Location

2013 findet der Journalistentag erstmals im Dortmunder U statt. Das Zentrum für Kunst und Kreativität ist offizieller Kooperationspartner der Veranstaltung und bietet in dem imposanten Gebäude nahe am Dortmunder Hauptbahnhof eine ideale und attraktive Location für den Journalistentag. Weitere Partner der Veranstaltung sind das Institut für Journalistik und der Journalistinnenbund.

Melden Sie sich jetzt für den Journalistentag NRW 2013 an: www.journalistentag.de.