Deutscher Journalisten-verband Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten

Journalistentag NRW 2017

Fotogalerie zum Journalistentag NRW 2017 von Udo Geisler

Von Profis für Profis: Workshops und Werkstattgespräche

Sophie Rotgeri (Journocode) gab wertvolle Praxistipps zur "Datensuche im Lokalen". Foto: Udo Geisler
David Ehl von Perspective Daily erklärte die Regeln des Konstruktiven Journalismus. Foto: Udo Geisler
"Immer nur Held oder Opfer sein?" Daniela Herrmann (Aktion Mensch) hatte andere Ideen, über Menschen mit Behinderung zu berichten. Foto: Udo Geisler
Über den professionellen Umgang mit Fake News informierte Prof. Dr. Hektor Haarkötter (HMKW Köln) die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf. Foto: Udo Geisler

Was war los auf dem Journalistentag NRW? Wir ziehen Bilanz

Coole Location erleben, spannende Diskussionen verfolgen, interessante Leute treffen

Über ein volles Haus bei den 21 Programmangeboten freute sich der DJV-NRW. Foto: Geisler

Das war der Journalistentag NRW 2017 in der Gebläsehalle des Landschaftsparks Duisburg (Fotos: Udo Geisler)

550 Journalistinnen, Journalisten und andere Medieninteressierte beim Journalistentag in Duisburg dabei

Mehr Vielfalt in den Redaktionen, was Geschlecht, Interessen und Alter der Journalistinnen und Journalisten betrifft, mehr Austausch zwischen jungen und erfahrenen Kollegen, bessere Arbeitsbedingungen, auch damit wieder mehr Nachwuchs in die Branche kommt - das sind Forderungen, die in vielen Diskussionsrunden beim Journalistentag des DJV-NRW erhoben worden sind. Immer vor dem Hintergrund, den Journalismus zukunftsfähig zu machen.

„Ich bin begeistert, wie viele junge Leute gekommen sind. Das zeigt, dass wir mit unseren Themen den richtigen Weg eingeschlagen haben“, zog Frank Stach, Vorsitzender des DJV-NRW, eine positive Bilanz. Am Ende des Tages hatten gut 550 Journalistinnen und Journalisten und Medieninteressierte gestern den Journalistentag NRW im Landschaftspark Duisburg-Nord besucht, darunter gut 180 Studierende.

In den 21 Panels, Workshops und Werkstattgesprächen ging es auch um die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks; angesichts aktueller Vorschläge, gleich ganze Sender abzuschaffen, ein heiß diskutiertes Thema. Tabea Rößner von den Grünen sagte dazu: "Wir müssen den öffentlich-rechtlichen Auftrag erst einmal richtig diskutieren, bevor wir den Deckel draufsetzen. Wir brauchen eine öffentliche Debatte und leider findet die viel zu wenig statt.“ Elmar Theveßen, stellvertretender Chefredakteur des ZDF, betonte:  „Die wahre Bedrohung kommt nicht von denen, die Journalismus machen, sondern eher von den Googles und Facebooks dieser Welt, die nach Algorithmen Informationen verbreiten und nicht nach journalistischen Gesichtspunkten."

Die bedrohte Pressefreiheit war Thema in einem weiteren hochkarätig besetzen Forum. Da ging es auch um die Gefahr für Journalisten in aller Welt, hauptsächlich aber um die Türkei. SWR-Korrespondent Reinhard Baumgarten schilderte die dortigen Arbeitsbedingungen für Journalisten. Andreas Artmann (Reporter ohne Grenzen) berichtete von einem Kollegen, der wegen eines Tweets drei Monate in der Türkei im Gefängnis saß. Er bat alle Anwesenden, Tweets mit dem Inhalt "Liebe Türkei, lasst die Pressefreiheit in Ruhe!" zu verschicken: "Jeder Tweet kann helfen." Amke Dietert von Amnesty International hatte Postkarten an den türkischen Justizminister mitgebracht, die die Besucher des Journalistentags verschicken konnten.

Auch der DJV-NRW setzte sich für die 150 in der Türkei inhaftierten Journalistinnen und Journalisten ein: Er hat als Abschluss des Journalistentages eine #FreeDeniz-Lesung durchgeführt. Frank Stach, Landesvorsitzender des DJV-NRW, war es ein persönliches Anliegen, selbst auch einen Text von Deniz Yücel vorzutragen. „Journalismus ist kein Verbrechen. Wir hoffen, dass Deniz Yücel endlich frei gelassen wird!“

Viele junge Medieninteressierte fanden den Weg zum Journalistentag in der Gebläsehalle des Landschaftsparks Duisburg. Foto: Udo Geisler

Mehr als 40 Expertinnen und Experten, 13 Foren, acht Workshops: Soviel Programmvielfalt wie diesmal war noch nie

Noch nie war der Journalistentag NRW so vielfältig wie in diesem Jahr: Mehr als vierzig Expertinnen und Experten kommen am Samstag in 13 verschiedenen Foren sowie acht Workshops und Werkstattgesprächen zu Wort.

Im Programm sind so brandaktuelle Themen wie die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und die Bedrohung der auch in Deutschland nicht mehr als selbstverständlich anzusehenden Pressefreiheit. Mit einer #FreeDeniz-Lesung zum Abschluss des Branchentreffens will der DJV-NRW die im Ausland inhaftierten Journalistinnen und Journalisten unterstützen.
 
Weitere Themen sind: Der Umgang mit Hasskommentaren, Fake News, Content Marketing als mögliche Bedrohung der journalistischen Glaubwürdigkeit oder die Rolle der Medien bei der Integration von Geflüchteten. In den Workshops und Werkstattgesprächen bekommen Besucherinnen und Besucher handfeste Tipps für ihren beruflichen Alltag, z.B. zur Erstellung von Podcasts oder zur Berichterstattung über Menschen mit Behinderung.
 
Prominente Teilnehmer sind z.B. Elmar Theveßen, Stellvertretender Chefredakteur des ZDF, die Grünen-Politikerin Tabea Rößner, Anja Zimmer, Direktorin der Medienanstalt Berlin-Brandenburg, der Handelsblatt-Korrespondent Dr. Hans-Peter Siebenhaar, der SWR-Türkei-Korrespondent Reinhard Baumgarten und Ali Can von der Hotline für besorgte Bürger.
 
Traditionell bietet der Journalistentag auch eine Plattform, auf dem sich Unternehmen, Institutionen, Bildungsträger und Verbände mit ihren Leistungen für Journalisten vorstellen können. Mit mehr als 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ist der Journalistentag zudem eine gute Veranstaltung zum Netzwerken: neue Gesprächspartner kennenlernen, alte Kollegen wiedertreffen.

Zum Journalistentag 2017 am kommenden Samstag sind alle Journalistinnen und Journalisten eingeladen, DJV-Mitglieder ebenso wie Nichtmitglieder. Die Teilnahme ist kostenlos, genauso wie Imbiss und Getränke. Eine Anmeldung ist erforderlich: www.djv-nrw.de/journalistentag. 

Hashtag: #jnrw17
Twitter: @journalistentag
Journalistentag auf Facebook: fb.me/journalistentag

Mehr Nutzwert und mehr Themen beim Journalistentag NRW

Daten suchen im Lokalen – der Umgang mit Hasskommentaren – wie man Podcasts richtig nutzt. Das sind nur drei der vielen Workshopangebote des diesjährigen Journalistentags NRW am 18. November: Die Organisatoren haben die Anregungen der Besucherinnen und Besucher aus dem vergangenen Jahr aufgegriffen und noch mehr Nutzwert ins Programm geholt.

Veranstaltungsort ist erneut der Landschaftspark Duisburg-Nord, DJV-NRW-Landesvorsitzender Frank Stach und Geschäftsführer Volkmar Kah eröffnen den Journalistentag um 11 Uhr. Beim anschließenden Impuls geht es um die Frage, wie wir in Zukunft arbeiten wollen. Sophie Burkhart von funk, Videoblogger Florian Gregorzcyk und die freie Journalistin Marie Illner sprechen über das, was im Journalismus aktuell falsch läuft, und darüber, wie es besser gehen könnte.

Anschließend geht es in zwölf Foren, sechs Workshops und zwei Werkstattgesprächen um aktuelle Themen, die die Branche bewegen. Heiß diskutiert wird z.B. gerade die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Hier stellen sich Elmar Theveßen, Stellvertretender Chefredakteur des ZDF, die Grünen-Politikerin Tabea Rößner und der Journalist Dr. Hans-Peter Siebenhaar der Diskussion.

Einen Themenschwerpunkt des Branchentreffens bildet in diesem Jahr die zunehmend bedrohte Pressefreiheit. Im Forum „Zwischen Haltung, Bedrohung und Knast: Wieviel kostet die Pressefreiheit?“ diskutiert u.a. Amke Dietert von Amnesty International, der DJV-Bundesvorsitzende Prof. Dr. Frank Überall moderiert. Dieses Schwerpunktthema formt auch den Abschluss: Mit einer #FreeDeniz-Lesung will der DJV-NRW die im Ausland bedrohten Journalistinnen und Journalisten unterstützen.

Zweiter Themenschwerpunkt ist die Integration der zu uns geflüchteten Menschen und die Rolle der Medien bei ihrer Integration. Dieses Panel wird als einziges wiederholt. Andere werden in Workshops und Werkstattgesprächen vertieft, wie z.B. das Panel, „Wie Journalisten Falschmeldungen entgegen wirken können“: anschließend läuft ein Workshop über digitale Recherche zur Quellenprüfung. Damit erfüllen die Organisatoren den Wunsch der Besucher aus dem Vorjahr, Themen nicht nur zu diskutieren, sondern weiter zu führen und zu vertiefen.

Zum Journalistentag 2017 sind alle Journalisten eingeladen, DJV-Mitglieder ebenso wie Nichtmitglieder. Das Branchentreffen ist kostenlos, es gibt einen Imbiss und Getränke. Eine Anmeldung ist erforderlich.

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