Deutscher Journalisten-Verband Landesverband Nordrhein-Westfalen
Gewerkschaftstag des DJV-NRW in Köln

Aufklärung beim WDR und Tageszeitungstarifverhandlungen im Mittelpunkt

21.04.2018

Landesvorsitzender Frank Stach, Foto: Arne Pöhnert

Etwa 100 Journalistinnen und Journalisten haben beim heutigen Gewerkschaftstag des DJV-NRW den WDR aufgefordert, Fälle von sexueller Belästigung und Machtmissbrauch im Unternehmen schonungslos aufzuklären sowie Handelnde für ihre Taten und Verantwortliche für mögliche Vertuschungen zur Rechenschaft zu ziehen. Hintergrund ist die aktuelle #MeToo-Debatte um sexuelle Übergriffe beim WDR.

 

„Der WDR ist jetzt in eine Legitimationskrise geraten, die viel mit offenkundigem Machtmissbrauch, mangelnder Demut und auch Nichtstun in der Vergangenheit zu tun hat. Verantwortung haben, heißt nicht nur das entsprechende Einkommen zu beziehen, es heißt auch, Verantwortung tatsächlich zu übernehmen“, wandte sich DJV-Landesvorsitzender Frank Stach in seiner Eröffnungsrede direkt an den Intendanten Tom Buhrow sowie an die Direktorinnen und Direktoren des WDR. Er vermisse eine öffentliche, unmissverständliche Entschuldigung Buhrows an die betroffenen Frauen, so Stach weiter. In der einstimmig verabschiedeten Resolution fordert der Gewerkschaftstag des DJV-NRW den Sender auf, Strukturen zu schaffen, die eine konsequente Aufklärung, Ahndung und Verhinderung solcher Fälle ermöglichen. Der Intendant wird außerdem aufgefordert, anstehende Personalentscheidungen auf Führungsebene auszusetzen, bis sämtliche Vorwürfe geklärt sind. 

 

Ein weiterer Schwerpunkt waren die laufenden Tarifverhandlungen bei den Tageszeitungen. Der Gewerkschaftstag hat mit einer Aktion auf den Wert des Journalismus und den Wert der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in allen Medienunternehmen hingewiesen. „Sie als Verleger sparen Ihre Branche kaputt und verbauen sich so den Zugang zu den Talenten für die Zukunft“ richtete Stach mahnende Worte besonders an die Tageszeitungsverleger. Der DJV-NRW fordert in einer ebenfalls einstimmig verabschiedeten Resolution den Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger auf, in der Verhandlungsrunde am 25. April endlich der angemessenen Gehaltserhöhung um 4,5 % zuzustimmen.

 

Lange diskutiert haben die Gewerkschaftsmitglieder über einen Vorschlag zur Beitragserhöhung. Der DJV-NRW könne seinen vielfältigen Aufgaben nur nachkommen, wenn die Beiträge erhöht werden, heißt es im Antrag.  Letztlich stimmten die Anwesenden mit deutlicher Mehrheit dafür.

Als Signal für mehr Transparenz hat sich der Verband einen Verhaltenskodex gegeben. Diskriminierungsfreiheit sowie der Umgang mit Interessenskonflikten sind jetzt festgeschrieben.

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