Der DJV bei RTL
Bei uns erhaltet Ihr als RTL-Journalist:innen Berufsrechtsschutz und individuelle Rechtsberatung - das ist besonders jetzt angesichts des massiven Stellenabbaus im Konzern wichtig! Auf unsere kompetenten und erfahrenen Jurist:innen könnt Ihr vertrauen. Ihr überlegt, ob Ihr Mitglied werden möchtet? Hier haben wir alle Vorteile zusammengefasst. Und hier könnt Ihr den Mitgliedsantrag stellen.
Außerdem geben wir Euch geldwerte Ratschläge, wenn Ihr zum Beispiel am Anfang Eurer Karriere steht. Euch als Mitgliedern stellen wir aktuell den bundeseinheitlichen Presseausweis aus, bieten Euch Branchen-Veranstaltungen, kostengünstige Seminare zu aktuellen Journalismus-Trends, ein großes Netzwerk, Sonderkonditionen und Informationen über Journalismus und Medienpolitik. Eine Mitgliedschaft in unserem Verband bietet Euch viele Vorteile.
Wer Mitglied ist, weiß: Beim DJV trifft man immer neue spannende Gesprächspartner:innen und viele Kolleg:innen. Der Deutsche Journalisten-Verband ist mit 27.000 Mitgliedern aus allen Regionen die größte deutsche Journalistengewerkschaft und engagiert sich auch als Berufsverband für die Interessen der Mitglieder. Im DJV bieten wir Euch ein großes Netzwerk, um gemeinsam etwas zu bewegen, Neues zu lernen und Kontakte zu knüpfen, die Euch beruflich weiterbringen und unterstützen. Ihr könnt aktiv dabei sein, wenn es um Honorare, Arbeitsbedingungen, Zukunftsperspektiven oder einfach auch mal um den Austausch nach Feierabend mit Kolleg:innen geht. Macht mit!
Betriebsversammlung bei RTL News - Volkmar Kah: "Neue Struktur muss guten Journalismus möglich machen und Jobs dauerhaft sichern"
Der geplante Abbau von konzernweit 600 Stellen stand bei der Betriebsversammlung von RTL News am Dienstag in Köln im Mittelpunkt. Alle Beschäftigten bewegt vor allem die bange Frage: Werde ich unter denjenigen sein, denen die Geschäftsführung am 7. Januar mit einem Abfindungsangebot den Weggang nahelegt? Konzernbetriebsrats und Geschäftsführung haben dafür ein Sozialpaket vereinbart.
„Es ist eine enorm schwierige Situation für die Kolleg:innen bei RTL: Sie wissen nicht, wie es mit ihnen weitergeht und wer von den massiven Stellenstreichungen betroffen sein wird. Die Geschäftsleitung wird das erst am 7. Januar kommunizieren“, sagt DJV-NRW-Geschäftsführer Volkmar Kah am Rande der Betriebsversammlung.
„Es ist gut, dass Konzernbetriebsrat und Management ein faires Paket ausgehandelt haben, das soziale Härten mildern wird.“ Der DJV-NRW steht seinen Mitgliedern bei RTL unter anderem mit Rechtsberatung zur Seite und setzt sich dafür ein, dass der Sender auch bei der Umstrukturierung in Richtung Streaming weiter ein journalistisches Profil behält. „Wichtig ist, dass der Sender auch in der neuen Struktur von RTL News die Bedingungen schafft, guten Journalismus möglich zu machen und die verbleibenden Arbeitsplätze dauerhaft zu sichern“, betont Kah.
Der Betriebsrat arbeitet zurzeit an der neuen Struktur von RTL News mit und bereitet die Unterstützung der Kolleg:innen vor und nach den Gesprächen am 7. Januar vor. Von einer „Zäsur, eine traurige Maßnahme, von der sich bis vor einem Jahr noch niemand hätte vorstellen können, dass das mal bei RTL passieren wird“, spricht Wolfram Kuhnigk, Betriebsratsvorsitzender von RTL News, der mit konzernweit 2.200 Beschäftigten größten Firma im Konzern RTL Deutschland. Am Standort Köln arbeiten für sie zurzeit noch 1.600 Menschen.
Als „dramatischen Einschnitt“ bezeichnet auch Betriebsrat und DJV-Betriebsgruppenvorsitzender Bert Grickschat den Stellenabbau. Er hofft, „dass wir als Betriebsräte mit diesem Paket, was wir verhandelt haben, die Leute adäquat begleiten können“.
Das RTL Mutterhaus am Standort Köln-Deutz.
Vorab aus dem JOURNAL 4-25: "Ein schwerer Schlag" - zur Entwicklung bei RTL
"Das ist eine Zäsur, eine traurige Maßnahme“, sagte Wolfram Kuhnigk, Betriebsratsvorsitzender bei RTL News. „Bis vor einem Jahr hätte niemand vorstellen können, dass das mal bei RTL passieren wird.“ RTL News ist die größte Tochter von RTL Deutschland und zuständig für die Produktion der Inhalte, darunter Nachrichten, Magazine und Dokumentationen. Die Mitglieder des Betriebsrats wussten schon länger, was Anfang Dezember öffentlich gemacht wurde: Konzernweit fallen im kommenden Jahr 600 Stellen weg, das sind zwölf Prozent aller Arbeitsplätze im Unternehmen. Was Kuhnigk und Bert Grickschat, Betriebsrat und Sprecher der DJV-Bertriebsgruppe zu den Entwicklungen sagen lest Ihr im kommenden JOURNAL 4-25 oder vorab hier online.
Schwerer Schlag für Medienstandort NRW
Pressemitteilung DJV-NRW vom 2.12.2025
Vom heute angekündigten konzernweiten Abbau von rund 600 Stellen bei RTL wird laut Insidern insbesondere der Standort Köln stark betroffen sein. Genaue Zahlen hat das Unternehmen bisher dazu noch nicht veröffentlicht. „Wir stehen solidarisch an der Seite unserer Kolleg:innen im Sender“, kommentiert Andrea Hansen, Landesvorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbandes in NRW (DJV-NRW).
„In Köln trifft es die Beschäftigten in einer Situation, in der sie bereits seit Jahren eine hohe Zahl unbesetzter Stellen durch viele Überstunden ausgleichen. Mit noch weniger Menschen in den Redaktionen wird es für sie extrem schwer, weiter Qualitätsjournalismus zu liefern“, betont Hansen. „Das ist ein schwerer Schlag für den Medienstandort NRW und die Medienstadt Köln.“
Etwa zwölf Prozent aller Arbeitsplätze werden konzernweit wegfallen. „Die RTL-Geschäftsleitung ist gefordert, ein neues Geschäftsmodell zu entwickeln, das die Kolleg:innen in eine sichere Zukunft führt“, fordert die DJV-NRW-Landesvorsitzende. Die Übernahme von Gruner & Jahr hat sich offensichtlich als teure Fehlinvestition entpuppt. Ob die geplante Übernahme von Sky ein klügerer Schachzug ist, muss sich noch zeigen. „Wir erkennen aber an, dass das Unternehmen zumindest ein Paket für einen fairen Sozialausgleich geschnürt und mit dem Konzernbetriebsrat vereinbart hat“, sagt Hansen.
Nach Auffassung des DJV-NRW ist nicht nur angesichts des aktuellen massiven Stellenabbaus auch die Politik gefragt. „Sie muss nach ungezählten Sonntagsreden für die Pressefreiheit nun endlich Taten folgen lassen, um den Journalismus massiv zu stützen“, fordert Andrea Hansen. „Ich stelle mir vor, dass mancher Medienunternehmer heutzutage lieber einen Gastronomiebetrieb leiten würde. Wenn man sich aktuelle politische Entscheidungen anschaut, scheinen diese zwar nicht vom Grundgesetz geschützt aber deutlich stärker gestützt werden als der Journalismus.“
Erst jüngst hatte die Bundesregierung die Förderung von Journalismus und die Senkung der Mehrwertsteuer von ihrer Agenda genommen. „Wir stehen als DJV-NRW an der Seite der Landesregierung von NRW, die bis zuletzt für eine öffentliche Unterstützung und Mehrwertsteuersenkung eingetreten ist“, betont Andrea Hansen. „Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt, auch auf Landesebene Flagge zu zeigen – im Interesse des Medienstandortes NRW.“
Kontakt für Rückfragen: Carmen Molitor, Referat für Kommunikation und Marketing, Tel: 0171-1417269, Email: carmen.molitor@djv-nrw.de
DJV schockiert über Jobabbau
Pressemitteilung des DJV-Bundesverbandes vom 2.12.2025
Der Deutsche Journalisten-Verband ist schockiert über die geplanten Stellenstreichungen bei RTL.
Das Management des Privatsenders will nach DJV-Informationen 600 Arbeitsplätze abbauen. Insgesamt 12 Prozent aller Jobs sollen wegfallen. Betroffen von dem Kahlschlag sind alle Unternehmensbereiche von RTL. Wie viele journalistische Arbeitsplätze gestrichen werden sollen, ist noch unklar. Zur Begründung führen die RTL-Verantwortlichen starke Rückgänge im Anzeigengeschäft an. „Das ist eine Katastrophe für die Kolleginnen und Kollegen bei RTL und ihren Töchtern“, sagt DJV-Bundesvorsitzender Mika Beuster. Es stehe zu befürchten, dass die journalistische Qualität Schaden nehme. „Es dürfte für die Redaktionen mindestens schwierig werden, das jetzige Niveau mit noch weniger Personal zu halten“, so Beuster.
Als „Lichtblick“ wertet der DJV-Vorsitzende die Konditionen für die RTL-Beschäftigten, die die Arbeitnehmervertreter mit der Geschäftsführung verhandelt haben. Wichtigster Punkt: Betriebsbedingte Kündigungen sollen möglichst vermieden werden. Der bestehende Sozialplan soll erheblich ausgebaut werden. In Abhängigkeit von der Dauer der Betriebszugehörigkeit sollen freiwillig ausscheidende Mitarbeitende einen Bonus von bis zu 50.000 Euro erhalten. Außerdem ist der Wechsel in eine aktive Transfergesellschaft für bis zu einem Jahr möglich. Für Beschäftigte über 55 Jahren wird es eine sogenannte Rentenbrücke geben. „Das sind gute und wichtige Verhandlungsergebnisse im Sinne der Beschäftigten“, urteilt der DJV-Vorsitzende, „die den Jobkahlschlag zwar nicht rückgängig machen, aber die schlimmsten Auswirkungen lindern. Dafür danke ich den engagierten Verhandlern herzlich.“
Bei Rückfragen: Hendrik Zörner, E-Mail: djv@djv.de
Hinter viele Türen schauen
"In diesen Monaten endet meine Zeit als Schülerin der RTL Journalistenschule. Ich habe unglaubliche Geschichten erfahren, gedreht und erzählt, aber vor allem – selbst erlebt.
Schon vor meiner Ausbildung habe ich bei RTL gearbeitet, erst als Praktikantin, dann als Rechercheurin. Dabei stand ich aber auch immer wieder vor verschlossenen Türen. Ohne Volontariat öffnete sich kaum eine. Mit dem ersten Tag an der Journalistenschule öffneten sich alle.
Neben den Praxisstationen gibt es während der zweijährigen Ausbildung immer wieder Schulblöcke. Insgesamt sind es etwa sechs Monate Theorie. Schreibwerkstatt, Reporter- und Moderationstraining, sensible Berichterstattung oder konstruktiver Journalismus, unterrichtet von Kolleginnen und Kollegen aus der gesamten deutschen Medienwelt. Es gibt heute kein Genre mehr, auf das ich mich nicht vorbereitet fühle..."
Lea-Marie Graf berichtet im JOURNAL 4/24 von ihrer Undercover-Recherche während der Ausbildung bei RTL. Hier weiterlesen.
Lea-Mare Graf hat eine Praxisstation beim investigativen Format „Team Wallraff“ absolviert. Foto:privat
DJV appelliert: Kein Arbeitsplatzabbau bei "RTL Direkt"
Pressemitteilung des DJV-Bundesvorstandes, 27.05.2025
Mit Bestürzung hat der Deutsche Journalisten- Verband auf die heutige Ankündigung von RTL reagiert, die Sendung RTL Direkt einzustellen und redaktionelle Arbeitsplätze im Bereich stern+ abzubauen. „Wir appellieren an RTL, die Entscheidungen zurückzunehmen“, erklärt DJV-Bundesvorsitzender Mika Beuster. „Gerade in Zeiten von Fake News und Propaganda kann es nicht richtig sein, profilierte Informationssendungen wie RTL Direkt einfach einzustellen. Und es kann auch nicht richtig sein, die Abteilung zu schließen, die sich mit der Verifikation der redaktionellen Inhalte des stern, der GEO-Titel und des art-Magazins einen Namen gemacht hat und für Qualitätsjournalismus steht.“ Aus Sicht des DJV bedarf es vielmehr einer Stärkung des Qualitätsjournalismus – auch mit Blick auf den wirtschaftlichen Erfolg der Medienhäuser.
RTL hatte zuvor mitgeteilt, die Nachrichtensendung RTL Direkt einstellen zu wollen. Sie war im August 2021 an den Start gegangen und später abwechselnd von Pinar Atalay und Jan Hofer moderiert worden. Zudem wurde die Entscheidung bekannt, das sogenannte Quality Board zu schließen. Diese Abteilung ist für Schlussredaktion, Verifikation und Dokumentation der Beiträge des stern, der verschiedenen GEO-Titel und des Magazins art zuständig. Das Quality Board ist Teil der RTL news GmbH.
Bei Rückfragen: Hendrik Zörner, Tel. 030/72 62 79 20, djv@djv.de
Großer Sender ohne Tarif
Ist ein Leben ohne Tarif möglich? Ja, das ist es. Aber es ist mühsamer und unsicherer. Das wissen alle Kolleginnen und Kollegen, die in nicht-tarifgebundenen Unternehmen oder Unternehmensteilen verschiedener Medienhäuser in NRW arbeiten. Gut, wenn es wenigstens einen starken Betriebsrat gibt. Denn dem obliegt es dann, vieles, was sonst im Mantel- und Gehaltstarifvertrag geregelt ist, als Betriebsvereinbarung zu verhandeln – zusätzlich zu der großen Zahl Betriebsvereinbarungen, die auch in tarifgebundenen Unternehmen abzuschließen sind. Dass es bei RTL News heute geregelte Einstiegsgehälter für Redakteurinnen und Redakteure gibt sowie zum Beispiel auch für die Berufsfelder Cutter/in, Producer/in und Mediendokumentar/in, ist den beharrlichen Verhandlungen der Kolleginnen und Kollegen im Betriebsrat zu verdanken.
Mehr dazu lest Ihr im JOURNAL 4/23: https://journal-nrw.de/grosser-sender-ohne-tarif/
Bert Grickschat (l.) und Wolfram Kuhnigk setzen sich im Betriebsrat von RTL News für gerechte Arbeitsbedingungen ein.
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