Der DJV in der DW
„Die Deutsche Welle ist ein wunderbares Gegengift für Staatspropaganda“
Pressemitteilung vom 13. Mai 2026
„Wir erleben einen weltweiten Angriff auf liberale Werte durch totalitäre und autokratische Politiksysteme und Bewegungen. In so einer Situation die Mittel für die Deutsche Welle (DW) zu kürzen, halte ich politisch gesehen für nicht nur fahrlässig - sondern für wirklich dumm“, sagt der Düsseldorfer Satiriker und Karnevalswagenbauer Jacques Tilly im aktuellen Podcast des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV) für NRW. Mit dem DJV-Betriebsgruppenvorsitzenden der DW in Bonn, Eugen Theise, spricht Tilly im Podcast über die Aktionen gegen die Millionenkürzungen im Etat der DW, Putins Geisterprozess gegen ihn und das, was Journalismus und Satire verbindet.
Diktatoren und Autokraten entzaubern, Probleme auf den Punkt bringen, unbequem und wahrheitssuchend sein: Es gibt vieles, was Satire und Journalismus gemeinsam haben, erzählen Jacques Tilly und Eugen Theise in der aktuellen Folge des DJV-Podcasts „Ohne Block und Bleistift“ bei Host Sascha Fobbe. Deshalb lag es für den örtlichen DW-Personalratsvorsitzenden Eugen Theise nah, Tilly um Unterstützung für eine möglichst auffällige gemeinsame Aktion gegen die Kürzungen der Bundesregierung zu bitten, die insgesamt ein 21-Millionen-Loch in den Etat der Deutschen Welle reißen.
Geisterprozess in Moskau
Tilly sei ihm nicht nur durch seine kritischen Karnevalswagen aufgefallen, erzählt Eugen Theise: „Durch den Prozess gegen ihn in Moskau ist er zur Symbolfigur geworden.“ Ohne ihn auch nur über das Verfahren gegen ihn in Kenntnis zu setzen, hatte ein Moskauer Gericht den Bildhauer wegen seiner putinkritischen Karnevalswagen im April in Abwesenheit zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt. „Satire nimmt den Menschen die Angst“, erklärt sich Tilly den Geisterprozess. Autokraten verlören so ihr zentrales Machtinstrument und versuchten deshalb, Satire mit allen Mitteln zu unterbinden.
Autoritäre Führer jubeln über die Kürzungen
Jacques Tilly hält angesichts der wachsenden weltweiten Bedrohung durch autoritäre Staatenlenker nichts von den Einsparungen bei der DW, die für viele Menschen in autoritären Staaten die einzige Quelle für verlässliche Information ist. Der Auslandssender sei ein „wunderbares Gegengift“ für verlogene Staatspropaganda, findet Tilly. Und so war er sich mit Theise schnell einig und baute eigens für Demonstrationen der DW-Beschäftigten gegen den drohenden Rotstift eine bemerkenswerte Plastik. Sie zeigt, wie Donald Trump, Wladimir Putin und Irans Führer Chamenei Arm in Arm über die Kürzungen beim deutschen Auslandssender jubeln, der ihnen ihr autokratisches Spiel leichter macht.
200 DW-Beschäftigte – vor allem Freie – kosten die Kürzungen voraussichtlich ihren Job, berichtet Personalrat Theise. Quer durch den Sender entstehen spürbare Lücken: Das deutschsprachige Programm und die Sprachkurse werden zusammengelegt und stark gekürzt, das griechische Programm fällt weg und auch “Portugiesisch für Afrika” wird deutlich eingekocht. Und das ist wohl nicht das Ende der Einschnitte, prognostiziert Theise.
Für Tilly ist das ein Ding der Unmöglichkeit: Man müsse sich in diesen Zeiten ganz klar auf die Seite des Pluralismus, der Rechtsstaatlichkeit, der Gewaltenteilung und der offenen Gesellschaft stellen. „Das sind all die Dinge, die unsere Freiheit ermöglichen und die gilt es zu verteidigen. Auch mit den Mitteln der Satire.“ Er will die Deutsche Welle-Beschäftigten weiter in ihrem Protest unterstützen.
Politik muss Verantwortung für die DW zeigen
„Die DW und ihre Beschäftigten brauchen jetzt dringend Unterstützer:innen, die das für die Demokratie so wichtige Programmangebot und die journalistischen Arbeitsplätze gegen einen schädlichen Kahlschlag verteidigen“, betont Volkmar Kah, Geschäftsführer des Deutschen Journalisten-Verbandes in NRW. „Wir sind froh, mit Jacques Tilly einen solchen bild- und wortgewaltigen Unterstützer gefunden zu haben. Wichtig ist jetzt, dass die Politik ihrer Verantwortung gerecht wird, die DW zu stützen statt sie kaputtzusparen. Den Beweis dafür kann die Koalition mit dem neuen Haushaltsentwurf 2027 erbringen.“
Hier geht es zur aktuellen Podcastfolge des DJV-NRW mit Jacques Tilly und Eugen Theise: Podcast des DJV-NRW: Ohne Block und Bleistift Die DJV-Podcasts aus NRW erscheinen jeden zweiten Dienstag im Monat neu zu einem aktuellen Thema aus dem Journalismus und dem DJV-NRW.
Kontakt für Rückfragen: Carmen Molitor, Referat für Kommunikation und Marketing, Tel: 0171-1417269, Email: information@djv-nrw.de
Deutsche Welle: Kahlschlag vermeiden!
Pressemitteilung des DJV-Bundesverbands, 8. Mai 2026
Der Deutsche Journalisten-Verband fordert die Bundesregierung auf, so schnell wie möglich die Finanzausstattung der Deutschen Welle zu verbessern.
Anlass ist die jetzt bekannt gewordene Kündigungswelle bei dem deutschen Auslandssender. Freie sowie feste freie Mitarbeiter der DW erhalten in diesen Tagen Mitteilungen, dass ihre Mitarbeit entweder ganz entfällt oder stark reduziert wird. Nach Kenntnis des DJV sind davon bis zu 200 Journalistinnen und Journalisten betroffen. Besonders schlimm sei auch, dass wegen der Kürzungen befristete Verträge von erfahrenen und sogar schwerbehinderten Mitarbeitenden nicht verlängert würden, kritisiert DJV-Bundesvorsitzender Mika Beuster: „Die Regierung kürzt die Deutsche Welle kaputt.“ Unverantwortlich sei das angesichts der zunehmenden globalen Dominanz von Desinformationsmedien wie RT. Die Deutsche Welle müsse auch wegen des Rückzugs des US-Engagements aus dem internationalen Mediengeschäft nicht weniger, sondern deutlich mehr Mittel erhalten. Es helfe nicht, wenn Kulturstaatsminister Wolfram Weimer für 2027 bei Gesprächen gegenüber Gewerkschaften vage Verbesserungen in Aussicht stelle. „Die Mitarbeitenden, darunter die gesamte Griechenland-Redaktion, werden vor die Tür gesetzt. So werden Fakten geschaffen, die sich nicht zurückdrehen lassen.“
Der DJV-Vorsitzende erinnert in dem Zusammenhang an die Demonstrationen der DW-Beschäftigten in Berlin und Bonn vor wenigen Wochen, die von dem Düsseldorfer Karnevalskünstler Jacques Tilly unterstützt wurden. Eine von ihm gestaltete Plastik für die Demonstrationen trug den Titel: „Deutsche Welle gekürzt – Autokraten jubeln.“ Beuster: „Das Motto ist leider aktueller denn je.“
Bei Rückfragen: Hendrik Zörner
E-Mail: djv@djv.de
Press Release from the DJV Federal Association, May 8, 2026
The German Journalists’ Association (DJV) is calling on the federal government to increase funding for Deutsche Welle as soon as possible.
This call comes in response to the wave of layoffs at the German international broadcaster that has recently come to light. Freelancers and permanent freelancers at DW are currently receiving notices that their contracts will either be terminated entirely or significantly reduced. According to the DJV, up to 200 journalists are affected. DJV Federal Chairman Mika Beuster criticizes that it is particularly egregious that, due to the cuts, fixed-term contracts for experienced and even severely disabled employees will not be renewed: “The government is cutting Deutsche Welle to pieces.” This is irresponsible in light of the growing global dominance of disinformation media such as RT. Deutsche Welle must receive not fewer, but significantly more funds, especially given the U.S. withdrawal from the international media business. It does not help when State Minister of Culture Wolfram Weimer vaguely promises improvements for 2027 during talks with unions. “The employees, including the entire Greece editorial team, are being shown the door. This creates facts on the ground that cannot be reversed.”
In this context, the DJV chairman recalls the demonstrations by DW employees in Berlin and Bonn a few weeks ago, which were supported by Düsseldorf carnival artist Jacques Tilly. A sculpture he created for the demonstrations was titled: “Deutsche Welle cut back – autocrats rejoice.” Beuster: “Unfortunately, that slogan is more relevant than ever.”
For inquiries: Hendrik Zörner, Email: djv@djv.de
Sparhammer: Ein Schocktag für die DW-Belegschaft
Der Aschermittwoch 2026 wird den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Deutschen Welle noch lange in schlechter Erinnerung bleiben. Denn die Geschäftsleitung hat am 18. Februar bekanntgegeben, wie sie die notwendigen Einsparungen von 21 Millionen Euro umsetzen will, was den Verlust von mindestens 160 Vollzeitstellen bedeutet.
Nun wissen wir, wen es besonders hart trifft:
- Das Griechische Programm wird komplett eingestellt - nach über 62 Jahren und nachdem sich das Angebot gerade erst umfassend modernisiert hatte
- In deutscher Sprache wird es in Kürze kein relevantes tagesaktuelles journalistisches Angebot mehr geben. Nach der Streichung aller linearen Ausspielwege in den vergangenen Jahren wird nun auch noch der verbliebene On-Demand-Etat um die Hälfte gekürzt und mit den Sprachlern-Angeboten der DW fusioniert. Das Deutsche Angebot als erweiterter Sprachkurs auf B1-Niveau - das ist alles, was noch bleibt
- Bei Portugiesisch für Afrika fallen gleich mehrere Formate weg, eine Kürzung von 25% des Budgets
- Schwere Eischnitte auch bei Spanisch für Lateinamerika und Dari/Pashtu für Afghanistan
- Die Radionovela „Learning by Ear” für jugendliche Hörer in Afrika südlich der Sahara - vor wenigen Jahren noch als Ort in „Deutschland: Land der Ideen“ ausgezeichnet - wird in allen sechs Programmsprachen ersatzlos eingestellt
"Ein schwarzer Tag für die DW! Erfolgreiche Programmangebote werden aufgegeben, obwohl der deutsche Auslandsrundfunk international relevant und reichweitenstark ist wie nie zuvor. Die Politik muss schnellstmöglich umdenken!", fordert Eugen Theise von der DJV-Betriebsgruppe bei der Deutschen Welle.
Dass der Appell des DJV an die Aufsichtsgremien, die komplette Schließung von Sprachangeboten zu verhindern, nicht gehört wurde, ist enttäuschend. Gemeinsam mit anderen Gewerkschaften wird sich der Deutsche Journalisten-Verband durch politische Gespräche und Protestaktionen dafür einsetzen, dass die DW ab 2027 finanziell wieder gestärkt wird. Nur so können wir Jobs und journalistische Qualität sichern. Besonders wichtig ist das vor dem Hintergrund der bevorstehenden Tarifverhandlungen: Es kann nicht sein, dass die DW-Belegschaft vor die Wahl gestellt wird zwischen weiteren Reallohnverlusten oder zusätzlichen Entlassungen!
Zwar hatte sich die Bundesregierung im Koalitionsvertrag vom Mai 2025 zu einer Stärkung der DW bekannt. Im November wurde dann aber völlig überraschend vom Bundestag beschlossen, dass der Auslandssender weniger Geld bekommt.
DJV-Betriebsgruppe schickt offenen Brief an die Aufsichtsgremien in der DW
DW-Kürzungen: Beschäftigung und Expertise erhalten!
Die DJV-Betriebsgruppe fordert die Mitglieder des Rundfunks- und Verwaltungsrats auf, bei ihren Beratungen über den Sparkurs beim Auslandsrundfunk die Beschäftigten zu schützen. Bis zu 200 freie und befristet Beschäftigte könnten ihre Arbeit verlieren, nachdem der Bundestag den DW-Etat für 2026 Ende November letzten Jahres überraschend gekürzt hatte. Bereits 2024 mussten viele Kolleginnen und Kollegen die DW aus Spargründen verlassen. Dies darf sich nicht wiederholen. Am Dienstag, 17.02.2026, werden die Aufsichtsgremien der Deutschen Welle darüber beraten, wie der notwendige Sparbetrag von über 20 Millionen Euro ab 2027 aufgebracht werden soll.
Für uns im DJV steht im Fokus: es muss alles getan werden, um die Arbeitsplätze zu erhalten! Jede Personalkürzung im Programm gefährdet unsere journalistische Substanz. Mit jeder Redakteurin und jedem Redakteur, die entlassen werden, verliert die DW besondere Expertise. Mit jeder Beendigung verliert die DW Reichweite.
Wir warnen ausdrücklich vor Einstellung von Sprachangeboten! Keine der 32 DW-Sprachen ist "nice to have", sondern sie alle sind ein integraler Bestandteil unseres Profils. Alle Sprachen in unserem Portfolio tragen zur Erfüllung unseres gesetzlichen Auftrags bei. Keine Redaktion ist verzichtbar: wir alle leisten unseren Beitrag für die Meinungsfreiheit, Demokratisierung und gegen antidemokratische Propaganda.
Einladung DJV-Betriebsgruppenversammlung in der DW
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
das Jahr, das grade begonnen hat, wird angesichts der Etatkürzungen sicherlich kein einfaches für die Deutsche Welle sein.
Umso mehr kommt es auf unser Engagement und klare Kante vom DJV an - für gute Arbeitsbedingungen, Fairness und guten Journalismus! Es ist Zeit für einen Ausblick und einen offenen Austausch darüber, was uns wichtig ist.
Deshalb laden wir Dich herzlich ein zu einer DJV-Betriebsgruppenversammlung am 3. Februar um 17 Uhr im Raum Nauen (2.01.102). EINLADUNG DOWNLOAD
Wenn Du nicht vor Ort sein kannst, schalte Dich gerne per MS-Teams zu: teams.microsoft.com/meet/38721646643068
Die Tagesordnung:
TOP 1. Geschäftsbericht (Eugen Theise)
TOP 2. Ausblick auf 2026 - Positionierung zu den Sparmaßnahmen, Aktionen und politischen Gesprächen. Tarifverhandlungen (Prioritäten, Forderungen und eventuelle Vorschläge für die Tarifkommission)
TOP 3. Verschiedenes
Der Betriebsgruppenvorstand freut sich auf einen Austausch mit Euch!
Liebe Grüße
Eugen Theise
DJV-Betriebsgruppenvorsitzender DW
eugen.theise@dw.com
Invitation DJV-Union Workplace Group Meeting at DW
Dear colleagues,
in light of budget cuts, the year that has begun will certainly not be an easy one for Deutsche Welle. This makes our commitment and the DJV's clear stance all the more important - for good working conditions, fairness, and quality journalism! It is time to look ahead and have an open discussion about what is important to us.
We will meet for a DJV-Union workplace group meeting at DW
Tuesday, february 3, at 5 pm in the Nauen Room (2.01.102). INVITATION DOWNLOAD
Those who cannot be there in person are welcome to join via MS Teams:
teams.microsoft.com/meet/38721646643068
The agenda:
Item 1. Annual report (Eugen Theise)
Item 2. Outlook for 2026 - Position on cost-cutting measures, campains, and political discussions. Collective bargaining (priorities, demands, and possible proposals for the bargaining committee)
Item 3. Miscellaneous
The DJV union workplace group committee looks forward to discussing these topics with you!
Best regards,
Eugen Theise, chairman
DJV-Union workplace group at DW
eugen.theise@dw.com
Haushaltsausschuss des Bundestages kürzt Mittel für DW um zehn Millionen Euro
Auf vehemente Kritik von Personalrat und der DJV-Betriebsgruppe der Deutschen Welle ist die überraschende Entscheidung der Bundesregierung gestoßen, den Betriebsetat des Senders um 10 Millionen Euro zu kürzen. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hatte die Kürzungen kürzlich in seiner Bereinigungssitzung zum Etat 2026 beschlossen.
„Diese kurzsichtige politische Entscheidung schwächt den deutschen Auslandsrundfunk in einem Moment, wo er so wichtig ist wie nie zuvor“, kommentiert Eugen Theise, Vorsitzender der DJV-Betriebsgruppe am Bonner Standort der DW und Vorsitzender des Örtlichen Personalrats. „Sie widerspricht dem Koalitionsvertrag, in dem sich die Regierungskoalition zur Stärkung der DW bekannte und muss revidiert werden!“ Für Theise markiert die Etatkürzung einen schweren Schlag gegen den demokratischen Auftrag der Deutschen Welle. „Er ist besonders schmerzhaft angesichts notweniger Investitionen in die Digitalisierung und des fehlenden Ausgleichs der Tarifsteigerungen. Diese Finanzierungskrise gefährdet die journalistische Substanz der DW“, befürchtet Theise.
Die Örtlichen Personalratsvorsitzenden der DW-Standorte in Bonn und Berlin, Theise und Klaus Barm, haben sich gestern mit einem offenen Brief an die Bundesregierung gewandt und fordern im Namen der 4.000 Beschäftigten eine Rücknahme der Kürzungen. Bereits 2024 habe die Deutsche Welle Einsparungen im Gesamtvolumen von 20 Mio. Euro umgesetzt. Jetzt sollen weitere zehn Mio. eingespart werden – und das in einer Phase, in der sich der Sender angesichts des digitalen Wandels neu aufstelle. „Die Deutsche Welle hat in den letzten Jahren weltweit enorm an Reichweite und Relevanz gewonnen. Diesen Erfolg sehen wir nun in Gefahr“, kritisieren die Personalratsvorsitzenden.
Auch die DJV-Betriebsgruppe stuft die Kürzung als „groteske Fehlentscheidung“ ein. In einer gemeinsamen Erklärung bezeichnen die Betriebsgruppen in Bonn und Berlin die Millionen-Einsparung als „nicht nachvollziehbar und politisch absurd“ – insbesondere in einer Zeit, in der die Pressefreiheit immer mehr unter Druck stehe. Sie fordern, dass die Kürzungen vor allem nicht zu Lasten der journalistischen Qualität des Senders gehen dürfe. „Klar ist: Je stärker wir hier kürzen, umso mehr schwächen wir uns selbst“, so die beiden DJV-Betriebsgruppen. Sie planen, die Geschäftsleitung und Intendantin Barbara Massing dabei zu unterstützen, den Sparbetrag zu erbringen. Höchste Priorität müsse dabei der Erhalt von Arbeitsplätzen haben. „Wir dürfen nicht einfach wegwerfen, was wir uns mit jahrelanger Arbeit aufgebaut haben, nur weil ein paar Politiker die Zeichen der Zeit nicht erkannt haben!“
Die Betriebsgruppen gehen davon aus, dass es extrem schwer wird, die Entscheidung noch abzuwenden. Man wolle sich deshalb darauf konzentrieren, „dass sich dieses politische Desaster beim nächsten Etat nicht wiederholt. Das heißt für uns alle: Noch mehr für unsere Arbeit werben, noch mehr überzeugen, dass wir wichtig sind und dass die Welt uns braucht!“
Die Deutsche Welle hat 337 Millionen wöchentliche Nutzer:innen und erreicht so viele Menschen wie nie zuvor. Der Gesamtetat liegt 2025 bei 425 Millionen Euro.
The Bundestag Budget Committee cuts funding for DW by ten million euros
"This endangers the journalistic substance of Deutsche Welle"
The surprising decision by the federal government to cut the operations budget of the broadcaster by 10 million euros has met with vehement criticism from the staff council and the DJV works group of Deutsche Welle. The Budget Committee of the German Bundestag had recently approved the cuts in its reconciliation session for the 2026 budget.
"This short-sighted political decision weakens German foreign broadcasting at a time when it is more important than ever," commented Eugen Theise, Chairman of the DJV company group at the Bonn site of DW and Chairman of the Local Staff Council. "It contradicts the coalition agreement, in which the governing coalition committed to strengthening DW, and must be reversed!" For Theise, the budget cuts represent a severe blow to Deutsche Welle’s democratic mandate. "It is especially painful given the necessary investments in digitalization and the lack of compensation for wage increases. "This financial crisis endangers the journalistic substance of DW,“ fears Theise.
The local staff council chairpersons of the DW locations in Bonn and Berlin, Theise and Klaus Barm, addressed an open letter to the federal government yesterday, demanding on behalf of the 4,000 employees a reversal of the cuts. Already in 2024, Deutsche Welle implemented savings totaling 20 million euros. Now a further ten million is to be saved – and that at a time when the broadcaster is reorganizing itself in light of digital transformation. „Deutsche Welle has gained enormous reach and relevance worldwide in recent years. We now see this success at risk,“ criticize the staff council chairpersons.
The DJV works council also classifies the cut as a “grotesque misjudgment.” In a joint statement, the works councils in Bonn and Berlin describe the multi-million saving as “incomprehensible and politically absurd” – especially at a time when press freedom is increasingly under pressure. They demand that the cuts should not primarily be at the expense of the broadcaster’s journalistic quality. “One thing is clear: the more we cut here, the more we weaken ourselves,” said the two DJV works councils. They plan to support the management and Director Barbara Massing in achieving the savings target. Ensuring the preservation of jobs must be the highest priority. “We must not simply throw away what we have built up over years of work just because a few politicians have failed to read the signs of the times!”
The works councils assume that it will be extremely difficult to reverse the decision. They want to focus on 'ensuring that this political disaster does not happen again with the next budget. That means for all of us: Promote our work even more, convince even more people that we are important and that the world needs us!'
Deutsche Welle has 337 million weekly users and is reaching more people than ever before. The total budget for 2025 is 425 million euros.
Presseausweisaktion im Bonner Funkhaus der DW
Der bundeseinheitliche Presseausweis als sinnvoller Begleiter im journalistischen Alltag stand im Fokus einer Info-Aktion der DJV-Betriebsgruppe am Bonner Standort der Deutschen Welle. Auf dem Weg in die Kantine konnten sich DW-Kolleg:innen informieren und sogar einen Presseausweis über einen QR-Code direkt digital beantragen – egal, ob sie Mitglieder im DJV sind oder nicht.
Interessierte Redakteur:innen konnten sich über die Aktivitäten des DJV informieren und sich von zahlreichen Vorteilen einer Mitgliedschaft überzeugen.
Für die Kolleg:innen der DJV-Betriebsgruppe waren der Personalratsvorsitzende Eugen Theise und die Kolleginnen Rayna Breuer und Başak Demir Caffi am Start. „Es war das eine kurzweilige Aktion mit vielen interessanten Gesprächen und wichtigen Impulsen“, freute sich Theise.
The nationwide press card, a useful companion in everyday journalistic work, was the focus of an information campaign by the DJV works council at Deutsche Welle's Bonn site. On their way to the canteen, DW colleagues were able to find out more and even apply for a press card directly online via a QR code – regardless of whether they are members of the DJV or not.
Interested editors were able to find out about the DJV's activities and learn about the numerous benefits of membership.
The DJV works council group was represented by staff council chair Eugen Theise and colleagues Rayna Breuer and Başak Demir Caffi. ‘It was an entertaining event with many interesting conversations and important insights,’ said Theise.
Staffelübergabe im Bonner Personalrat der Deutschen Welle // Handover at Deutsche Welle's staff council in Bonn
Nach DJV-Urgestein und langjährigem ÖPR-Vorsitzenden Daniel Scheschkewitz übernimmt nun Eugen Theise den Vorsitz im Gremium. "Ich danke den Kolleginnen und Kollegen für das Vertrauen und bin mir der großen Verantwortung dieser Aufgabe bewusst", so Theise. Er will den integrativen Stil seines Vorgängers im Personalrat weiterleben, aber auch klare Kante zeigen, wenn es darauf ankommt. "Wir sind ein tolles Team! Ganz besonders freue ich mich, dass wir als DJV mit Rayna Breuer eine kluge, engagierte Kollegin für eine Teilfreistellung zur Unterstützung des ÖPR-Vorstands gewinnen konnten", - sagt der neue Vorsitzende.
Following DJV veteran and long-standing ÖPR chair Daniel Scheschkewitz, Eugen Theise is now taking over as chair of the committee. ‘I would like to thank my colleagues for their trust and am aware of the great responsibility that this task entails,’ said Theise. He intends to continue his predecessor's inclusive style in the staff council, but also to take a clear stance when necessary. ‘We are a great team! I am particularly pleased that we at the DJV have been able to recruit Rayna Breuer, an intelligent and committed colleague, to support the ÖPR board on a part-time basis,’ said the new chairman.
Deutsche Welle: Betriebsgruppe fordert staatliche Grundfinanzierung für DW-Akademie
Die DJV-Betriebsgruppe der Deutschen Welle (DW) in Bonn begrüßt die im Koalitionsvertrag von SPD und CDU/CSU zugesagte Stärkung des Senders und die Ankündigung, die gesetzliche Grundlage der DW zu novellieren. „Dieses Signal ist in Zeiten aggressiver antiliberaler Propaganda aus Russland und der Zerschlagung des freiheitlichen Auslandsrundfunks in den USA wichtiger denn je!“, formuliert es der Betriebsgruppenvorsitzende Eugen Theise. „Mit Sorge erfüllt uns allerdings die Tatsache, dass die DW-Zusage im aktuellen Koalitionsvertrag mit nur einem einzigen Satz so kurz und so unkonkret wie noch nie in den vergangenen 20 Jahren ausgefallen ist.“ Negativ falle insbesondere auf, dass ein Hinweis auf die Bedeutung der DW-Akademie - nach einer ausdrücklichen Erwähnung im Koalitionsvertrag aus dem Jahr 2021 – dieses Mal fehlt. „Wir fordern die Geschäftsleitung der Deutschen Welle auf, sich dennoch im Austausch mit politischen Entscheidungsträgern mit Nachdruck dafür einzusetzen, dass der DW-Akademie endlich eine staatliche Grundfinanzierung garantiert wird“, schreibt die Betriebsgruppe. „Der Einsatz der Kolleginnen und Kollegen für die Pressefreiheit und Medienkompetenz weltweit ist viel zu wichtig, um ständig in Angst vor den nächsten Kürzungen arbeiten zu müssen!“ |
Tarifverhandlungen // Wage negotiations
Come Together
10,5 Prozent mehr Lohn und mehr Gerechtigkeit im Betrieb! | 10.5 percent wage increase and more justice in the company! |
Tarifrunde Deutsche Welle gestartet: Angemessene Erhöhung gefordert
18. Juli 2024
Der Deutsche Journalisten-Verband setzt sich für eine angemessene Erhöhung von Gehältern und Honoraren der Journalistinnen und Journalisten bei der Deutschen Welle ein.
Vor dem Hintergrund des erhöhten Bundeszuschusses für den deutschen Auslandssender im Entwurf des Haushaltsplans 2025 stehen die finanziellen Mittel zur Verfügung, um die Einkommen der DW-Beschäftigten im notwendigen Umfang zu erhöhen. Der DJV fordert 10,5 Prozent mehr Gehalt bzw. Honorar im Volumen bei einer Laufzeit des Tarifvertrags von 12 Monaten. Außerdem sind substanzielle Verbesserungen beim Bestandsschutz der Freien erforderlich. „Die Aufgaben und Herausforderungen für die Journalistinnen und Journalisten der Deutschen Welle sind immens“, sagt DJV-Bundesvorsitzender Mika Beuster. „Die Welle ist eine Fackel der Demokratie im Ausland, insbesondere in autokratisch regierten Staaten. Dem muss die Bezahlung der Beschäftigten Rechnung tragen.“
Der DJV-Vorsitzende wertet in dem Zusammenhang aktuelle Äußerungen von Kulturstaatsministerin Claudia Roth zur Finanzausstattung der Kultureinrichtungen als „ermutigendes Signal“. Roth hatte in einem Interview erklärt: „Der Kampf gegen Desinformation bedeutet auch, dass Deutschland im Ausland mit journalistischer Qualität vertreten ist. Deswegen sichern wir die Deutsche Welle ebenfalls durch einen Mittelaufwuchs ab.“ Die Geschäftsführung des Senders sieht Beuster in der Verantwortung, konstruktive und zielgerichtete Tarifverhandlungen zu führen. In der Auftaktrunde wurde von Seiten des Senders noch kein Tarifangebot vorgelegt.
Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Hendrik Zörner
Bei Rückfragen: Tel. 030/72 62 79 20, djv@djv.de
Der DJV berät und vertritt freie und feste Mitarbeiter:innen. Im Verband könnt ihr Euch für den Journalismus und die Kolleg:innen in der Deutschen Welle engagieren und Euren Beruf aktiv mitgestalten. Helft mit, Grundwerte und Ziele des Journalismus in der DW weiter zu entwickeln. Und nehmt die Dienstleistungen in Anspruch, die der DJV seinen 33.000 Mitgliedern anbietet.
Fachausschuss Rundfunk im DJV-NRW
Im Fachausschuss (FA) Rundfunk treffen Journalisten aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk und dem privaten Rundfunk zusammen. In der Diskussion verschiedener Themen stellen die FA-Mitglieder häufig fest: Arbeitsbedingungen und Aufgaben der beiden Säulen des dualen Rundfunksystems ähneln sich und nähern sich an. Darüber hinaus erlaubt Ihnen die Mitarbeit im Fachausschuss Rundfunk den fachlichen Austausch mit Kollegen sowie die ehrenamtliche Mitarbeit im Verband. Der Fachausschuss steht in direktem Kontakt zum Landesvorstand des Verbandes und kann so wichtige Themen weitergeben und seinen Einfluss geltend machen.
Mitglied werden!
Gute Gründe für eine Mitgliedschaft im DJV-NRW gibt es viele. Überzeugt euch selbst.
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