Deutscher Journalisten-Verband Landesverband Nordrhein-Westfalen

Tarifverhandlungen im WDR

Aus den Verhandlungen

20. Juni 2022: Nächste Verhandlungsrunde am 12. Juni

Manchmal müssen Streiks einfach sein. Vor allem dann, wenn der WDR Eure berechtigten Forderungen nach einer fairen Gehaltserhöhung weiterhin ignoriert. Denn gerade angesichts der hohen Inflation ist eine Gehaltssteigerung derzeit so wichtig wie nie.

Am 12. Juli werden die Gewerkschaften erneut mit den Verantwortlichen vom WDR über die Anhebung der Vergütungen für Feste und Freie verhandeln. Der DJV fordert in der aktuellen Tarifrunde 5% mehr für Feste und Freie. Damit bei Freien die Erhöhung auch wirklich ankommt, geht es außerdem nicht ohne eine Erhöhung des Effektivgehalts. Zusätzlich zur linearen Erhöhung muss es außerdem noch einen Inflationszuschlag geben.

Bislang hat der Sender den verhandelnden Gewerkschaften kein akzeptables Angebot gemacht. Im Gegenteil: Vielmehr versucht die Geschäftsführung, schlechtere Tarifverträge durch zu boxen. Wir sind überzeugt: Ohne Streik wird es daher, wie in der vergangenen Tarifrunde auch, keinen annehmbaren Abschluss geben. Stellt Euch also darauf ein, dass der DJV-NRW seine Mitglieder zum Streik aufrufen muss.

Einbußen und Verluste: Ein unterirdisches Angebot vom WDR!
Das jetzige Angebot des WDR ist das schlechteste seit Gedenken. Der WDR bietet folgendes an:
• 2,25% lineare Anhebung erst ab 1. Juni 2023 bei einer Laufzeit von 24 Monaten
• für die 14 Leermonate und mit Blick auf die Inflation im Jahr 2022 eine unbezifferte Einmalzahlung
• eine Anhebung der Vergütung für Auszubildende um 40 Euro zum 1. Juni 2023

Statt ein faires Angebot vorzulegen, besteht der WDR auf Verschlechterungen der aktuellen Tarifverträge:
• Stufensteigerungen für neue Mitarbeiter:innen soll es nur noch alle drei Jahre statt alle zwei Jahre geben
• Die Neufassung bzw. Verschlankung von Berufsbildern und Tätigkeitsbeschreibungen
• eine komplette Neustrukturierung der Honorare für Freie mit Absenkungen im tagesaktuellen Bereich
• die Verlängerung des Tarifvertrages „Non-lineare Honorare“ über den 31. Oktober 2022 hinaus
• die Verlängerung des Tarifvertrages „Tischreporter“.
• erneut wieder nur eine Anhebung der Mindest- anstatt der Effektivhonorare

Was bedeutet ein Streik?
Zum Streik berechtigt sind alle Arbeitnehmer:innen, für deren Betrieb die Gewerkschaft zum Streik aufgerufen hat. Es wird kein Unterschied gemacht zwischen Gewerkschaftsmitgliedern und Nicht-Mitgliedern, alle dürfen streiken. Allerdings wirkt sich der Streik auf die DJV-Mitglieder anders aus als auf Nicht-Mitglieder: Die Gewerkschaft zahlt ihren streikenden Mitgliedern ein Streikgeld. In Umsetzung der aktuellen Beschlusslage des DJV-Bundesverbandes ist dieses gedeckelt auf 200 € pro Streiktag.

Noch ein Anliegen? Wir sind für Euch da.
Falls Ihr noch Fragen oder Rückmeldungen habt, schreibt uns gerne eine E-Mail oder ruft an. Wir freuen uns über jede Unterstützung. Um Euch auf dem Laufenden zu halten, versorgen wir Euch regelmäßig mit den neuesten Informationen.

Tarifverträge machen die Zukunft für Euch durch Gehälter und Honorare sowie Rahmenbedingungen planbar. Außerdem schützen sie vor Ungleichbehandlung und Willkür. Deswegen müssen wir uns unbedingt für den Erhalt und die besten Tarifvereinbarungen stark machen. Und je mehr wir sind, desto besser ist die Verhandlungsbasis. Bringt Euch also unbedingt ein.
 

08. Juni 2022: Gehalts- und Honorarverhandlungen 2022 - Ein unterirdisches Angebot

Zum zweiten Mal haben heute die Gewerkschaften ver.di, DOV und DJV mit dem WDR über die Anhebung der Vergütungen für Feste und Freie verhandelt. Verwaltungsdirektorin Dr. Katrin Vernau machte für den WDR das schlechteste Angebot seit Gedenken.

  • 2,25% lineare Anhebung erst ab 1. Juni 2023 bei einer Laufzeit von 24 Monaten
  • (1. April 2022 bis 31. März 2024).
  • Für die 14 Leermonate und mit Blick auf die Inflation im Jahr 2022 eine
  • unbezifferte Einmalzahlung.
  • Eine Anhebung der Vergütung für Auszubildende um 40 Euro zum 1. Juni 2023.

Damit nicht genug! Zusätzlich besteht der WDR auf weiteren Verschlechterungen:

  • Stufensteigerungen für neue Mitarbeiter:innen soll es nur noch alle drei Jahre statt alle zwei Jahre geben.
  • Eine Neufassung der Berufsbilder und Tätigkeitsbeschreibungen.
  • Eine komplette Neustrukturierung der Honorare für Freie mit Absenkungen im tages-aktuellen Bereich.
  • Die Verlängerung des Tarifvertrages „Non-lineare Honorare“ über den 31. Oktober 2022 hinaus.
  • Die Verlängerung des Tarifvertrages „Tischreporter“.
  • Erneut wieder nur eine Anhebung der Mindest- anstatt der Effektivhonorare.

Eure Verhandler:innen haben das Angebot des Senders als unterirdisch bewertet. Es bedeutet eine Nullrunde für die ersten 14 Monate. Die dann folgende prozentuale Erhöhung ist vollkom-men unzureichend.
Wir sehen massive Einbußen für Feste und Freie und fordern Frau Dr. Vernau auf, zum nächs-ten Termin das Angebot deutlich nachzubessern. Unser Wunsch: Noch vor den Sommerferien!

Tarifinfo zum Download

Videobotschaft von DJV-Verhandlungsführer Volkmar Kah: Was steht an in der zweiten Verhandlungsrunde am 8. Juni?

Externer Inhalt

Dieser Inhalt von

youtube.com

wird aus Datenschutzgründen erst nach expliziter Zustimmung angezeigt.

01. Juni 2022: Die Tarifverhandlungen gehen weiter / So wenig bietet der NDR

Tarifrunde 2022

Angesichts der weiter steigenden Inflation und der wachsenden Arbeitsbelastung habt ihr Euch eine angemessene Gehalts- und Honorarerhöhung mehr als verdient. Eure Forderung nach Wertschätzung in Form einer Erhöhung der Einkommen und Effektivhonorare haben wir dem WDR in einer ersten Verhandlungsrunde am 20. Mai übermittelt. Gleichzeitig haben wir deutlich gemacht, dass nun der WDR am Zug ist, auf Euch zuzugehen und seiner besonderen Verantwortung als öffentlich-rechtlicher Arbeitgeber gerecht zu werden.

Seit gestern steht ein neuer Verhandlungstermin fest: Kommende Woche, Mittwoch, 8. Juni, werden wir uns erneut für Euch mit den Vertreter:innen der Geschäftsführung zusammensetzen und uns für Eure Interessen einsetzen.

Wir erwarten vom WDR nun vor allem ein angemessenes Angebot.  Ein Angebot, das Euch nicht mit den eklatanten Preissteigerungen alleine lässt. Am Ende müsst ihr auch wirklich mehr in der Tasche oder besser auf dem Konto haben.

Angebote, wie sie der NDR gestern Euren Kolleg:innen im Norden gemacht hat, sind inakzeptabel!

Dort möchte die Geschäftsführung unsere Kolleg:innen mit 1,4 % (ab 1. November 2022) mehr Lohn/Honorar und einer Einmalzahlung von 2.000 bzw. 1.800 Euro (für höhere Gehaltsgruppen) bei einer Laufzeit von zwölf Monaten abspeisen. Wertschätzung sieht anders aus!

Gerade angesichts der ins Ungewisse steigenden Inflationsrate ist dieses Angebot absolut verantwortungslos. Sollte das die neue ARD-Linie sein, werden wir gemeinsam mit Euch angemessen reagieren. 

Gemeinsam einstehen wollen wir mit Euch für  

  • eine tabellenwirksame prozentuale Erhöhung der Einkommen und Effektivhonorare im Volumen von 5 Prozent, bezogen auf zwölf Monate. Zudem braucht es einen Inflationszuschlag, um die besonderen Belastungen abzufangen, mit denen wir uns gerade alle konfrontiert sehen
  • neue Arbeitszeitmodelle, die Eurer Lebenswirklichkeit und Euren Bedürfnissen entsprechen: Das beinhaltet eine verbindliche großzügigere Altersteilzeitregelung genauso wie freiwillige Lebensarbeitszeitkonten für eine bessere Work-Life-Balance für alle Mitarbeitenden
  • weniger Stellen, die befristet sind
  • die Aufnahme von Gesprächen für eine eindeutige Nachfolgeregelung zum Honorarrahmen Internet

Gemeinsam abwehren müssen wir die Gegenforderungen des WDR 

Bereits in der ersten Runde hatte der WDR erneut die „ollen Kamellen“ aus der letzten Tarifrunde hervorgekramt. Das Haus möchte

  • automatischen Stufensteigerungen innerhalb einer Gehaltsgruppe nur noch alle drei Jahre anstatt wie derzeit alle zwei Jahre
  • die Erhöhung der Effektivhonorare für Freie erneut ablehnen

Das werden wir nicht hinnehmen. Auch hier setzen wir – sollte der WDR dabei bleiben – auf Eure tatkräftige Unterstützung im weiteren Verlauf dieses Tarifkonfliktes.

Woher weiß ich, wie es um die Verhandlungen im WDR gerade steht? An wen kann ich mich wenden, wenn ich aktiv werden möchte?

Wir werden Euch jederzeit über die Verhandlungen auf dem Laufenden halten. Nach der Verhandlung am 8. Juni werdet Ihr umgehend von uns hören. Per Mail, auf der Website www.djv-nrw.de/wdr oder bei Facebook @djvimwdr. Für Rückfragen stehen wir Euch per E-Mail (djv@wdr.de) oder telefonisch (0211/233 99-200) zur Verfügung.

23. Mai 2022: Jetzt ist der WDR am Zug!

Tarifrunde 2022

Am Freitag, 20. Mai, haben die Tarifverhandlungen für eine Erhöhung der Einkommen und Effektivhonorare für alle Festen und Freien im WDR begonnen. Angesichts der hohen Inflation und der steigenden Arbeitsleistung, die Ihr jeden Tag für den Sender und die Menschen in NRW erbringt, habt ihr Euch angemessene Gehalts- und Honorarerhöhung mehr als verdient!

In einer ersten Runde haben wir gemeinsam mit allen verhandelnden Gewerkschaften deutlich gemacht, was Ihr vom WDR erwartet: Wertschätzung in Form einer deutlichen Reallohnsteigerung! Wir haben die Forderungen übermittelt, die Ihr in den vergangenen Wochen und Monaten an uns herangetragen habt. Nun ist der WDR am Zug, Euch ein angemessenes Angebot zu machen. Angesichts der Dringlichkeit einer Vergütungssteigerung haben wir auf eine schnelle Wiederaufnahme der Verhandlungen gedrängt und auch die Wochenenden für Termine angeboten. Wir sind gespannt, was uns erwartet.

Beim ersten Gespräch am Freitag hat die Verwaltungsdirektion zwar konstruktiv auf unsere Forderungen reagiert, sie jedoch zunächst abgelehnt. Vor allem den dringend notwendigen Inflationsausgleich wollen sie Euch aktuell nicht zahlen.

Das ist keine große Überraschung, aber auch kein Zeichen der Wertschätzung. Hier muss das Haus bis zur nächsten Runde nachlegen.  Sollte der WDR Euch nicht spätestens zur nächsten Verhandlungsrunde, als Reaktion auf die von uns eingebrachten Forderungen, ein Angebot machen, werden wir gemeinsam mit Euch angemessen reagieren. Damit wir erfolgreich sind, werden wir gemeinsam streiten müssen. Ein Streik zum jetzigen Zeitpunkt ist nicht zielführend.

Was fordert der DJV-NRW für die Festen und Freien im WDR?

Weil Ihr es verdient habt, verhandeln wir mit der Geschäftsleitung in den anstehenden Tarifverhandlungen über

  • eine tabellenwirksame prozentuale Erhöhung der Einkommen und Effektivhonorare im Volumen von 5 Prozent, bezogen auf zwölf Monate. Zudem braucht es einen Inflationszuschlag, um die besonderen Belastungen abzufangen, mit denen wir uns gerade alle konfrontiert sehen
  • neue Arbeitszeitmodelle, die Eurer Lebenswirklichkeit und Euren Bedürfnissen entsprechen: Das beinhaltet eine verbindliche großzügigere Altersteilzeitregelung genauso wie freiwillige Lebensarbeitszeitkonten für eine bessere Work-Life-Balance für alle Mitarbeitenden
  • die Anerkennung von Mutterschutz, Eltern- und Pflegezeit auch für frei Mitarbeitende.
  • weniger befristete Stellen sowie klare Perspektiven für Zeitverträgler:innen nach spätestens zwei Jahren
  • die Anrechnung von Krankheitstagen bei freien Mitarbeitenden ab dem ersten Tag.
  • die deutliche Anhebung der Onlinehonorare und die Aufnahme von Gesprächen für eine eindeutige Nachfolgeregelung zum Honorarrahmen Internet und dem Tarifvertrag non-lineare Honorare
  • eine Erhöhung der Kilometerpauschale für Dienstfahrten für Feste und Freie, um die steigenden Mobilitätskosten abzufedern

Woher weiß ich, wie es um die Verhandlungen im WDR gerade steht? An wen kann ich mich wenden, wenn ich aktiv werden möchte?

Wir werden Euch jederzeit über die Verhandlungen auf dem Laufenden halten. Hier per Mail, auf der Website www.djv-nrw.de/wdr oder bei Facebook @djvimwdr. Für Rückfragen stehen wir Euch per E-Mail (djv@wdr.de) oder telefonisch (0211/233 99-200) zur Verfügung.

10. Mai 2022: Kein Angebot des WDR am ersten Verhandlungstag

Gehalts- und Honorarverhandlungen 2022

Heute haben ver.di, DJV-NRW und DOV mit dem WDR über die Anhebung der Honorare und Gehälter im Sender und beim Beitragsservice verhandelt.

Angesichts der hohen Inflation haben wir angemessene Gehaltserhöhungen einschließlich einer Erhöhung der Effektivhonorare für die Freien gefordert. Wir brauchen eine schnelle und wirksame Erhöhung für alle Mitarbeiter:innen.

Verwaltungsdirektorin Frau Dr. Vernau stellte für den Sender klar, dass der WDR keinen Inflationsausgleich zahlen will: „Alle müssen den Gürtel enger schnallen.“ Der Sender machte kein Angebot, stellte aber Gegenforderungen. So will das Haus, dass die automatischen Stufensteigerungen innerhalb einer Gehaltsgruppe nur noch alle drei Jahre stattfinden anstatt wie derzeit alle zwei Jahre. Als tiefgreifende strukturelle Änderung fordert der Sender, auch die Definitionen der Vergütungsgruppen grundlegend neu zu fassen. Die Erhöhung der Effektivhonorare für Freie lehnt der Sender erneut ab.

Ein neuer Verhandlungstermin wurde leider noch nicht vereinbart. Angesichts der Dringlichkeit einer Vergütungssteigerung haben wir auf einen wir auf einen schnellen Termin gedrungen und haben auch die Wochenenden für Termine angeboten.

Wir fordern Frau Dr. Vernau auf, spätestens zum nächsten Termin ein konkretes Angebot vorzulegen.

Eure Gewerkschaften
DJV, ver.di  und  DOV

Tarifinfo zum Download

11. April 2022: Tarifverhandlungen zu mobiler Arbeit im WDR: Endgültige Regelung nach Runde 4 in weiter Ferne

Am Freitag, 8. April 2022, haben die Gewerkschaften ver.di und DJV-NRW in 4. Runde mit dem WDR über einen Tarifvertrag zum mobilen Arbeiten verhandelt. Die Gespräche, die sich seit fast vier Jahren hinziehen, bleiben weiter zäh.
Der WDR hatte einen Entwurf für einen Tarifvertrag vorgelegt. Der berücksichtigt nach Ansicht der Gewerkschaften aber weder angemessen den Arbeits- und Gesundheitsschutz noch die finanzielle Abgeltung für Mehraufwendungen, die die Kolleginnen und Kollegen bei der Arbeit im Homeoffice haben. Auch bei der Frage nach dem Zugang zur mobilen Arbeit – konkret der Frage, wer letztendlich darüber entscheidet – gibt es noch Differenzen. Der WDR will dies dem/der direkten Vorgesetzten überlassen, die Mitarbeitervertretung soll ausschließlich beratende Funktion haben. Wir als Gewerkschaften fordern dagegen Mitbestimmung. Das Thema konnte aus Zeitgründen allerdings nicht ausführlich beraten werden.

Zur Frage der Ausstattung der mobilen Arbeitsplätze haben die Gewerkschaftsvertreter:innen in der Verhandlungsrunde eine Reihe von Kompromissvorschlägen gemacht. Der WDR sah sich jedoch nicht in der Lage, darauf einzugehen, sondern beharrte auf seinem Entwurf.

DJV und ver.di sind der Ansicht, dass nach zwei Corona-Jahren mit vielen Provisorien ein normales Arbeitsleben wieder Einzug halten muss. Denn wenn aus dem Homeoffice-Sprint ein Marathon wird, geht das nicht ohne Lösungen, die Ergonomie und Gesundheit Rechnung tragen. Niemand soll ins Büro kommen müssen, nur weil die Ausstattung im Homeoffice nicht ausreichend ist. Wir sind jedenfalls weiter an einer zeitnahen Regelung interessiert.
Die wird allerdings auf sich warten lassen. Denn der WDR will erst nach Abschluss der Gehaltstarifverhandlungen weiter über mobile Arbeit verhandeln. Und das dürfte frühestens Ende des Jahres soweit sein.
Eure Gewerkschaften DJV und ver.di.

Tarifinfo zum Download.

29. März 2022: DJV im WDR - Ergebnis der Umfrage zur aktuellen Tarifrunde

1300 Feste und Freie haben an unserer Abstimmung zu der anstehenden Tarifrunde teilgenommen. Das ist großartig und stärkt denen, die demnächst für Euch mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen verhandeln, sehr den Rücken. Vielen Dank für Eure Teilnahme und die damit gezeigte Solidarität.

Unsere Umfrage und die Gespräche mit Euch in den vergangenen Wochen haben deutlich gezeigt:

  • Ihr fordert eine Gehalts- bzw. Honorarerhöhung (für alle Festen und Freien, auch für Producer:innen und Tischreporter:innen), die über dem Inflationsausgleich liegt. Euer Ziel für die anstehende Tarifrunde ist eine Lohnsteigerung.

Darüber hinaus wünschen sich die Festen:

  • weniger Belastung, Druck und Stress durch großzügige Altersteilzeitregelungen jenseits des umstrittenen „Fluxmodells“, freiwillige Lebensarbeitszeitkonten und mehr Unterstützung für Beschäftigte mit jungen Familien
  • eine Erhöhung der Kilometerpauschale
  • weniger befristete Stellen und klare Perspektiven für Zeitverträgler:innen

Die Freien unter Euch fordern:

  • mehr Sicherheit und Bestandsschutz, deswegen soll es keine Nachteile mehr bei Elternzeit und Mutterschutz, Pflege- und Familienzeit geben
  • eine Erhöhung der Kilometerpauschale
  • eindeutigere Regelungen zur Honorierung von Online-Aufträgen und eine Anhebung der Online-Honorare
  • Krankheitstage für Freie ab dem ersten Tag

Der DJV wird jetzt gemeinsam mit der Tarifkommission aus den Themen, die Euch in der Umfrage besonders wichtig waren und über die wir mit Euch in den letzten Monaten am meisten gesprochen haben, Forderungen entwickeln. Diese werden wir dann zum Auftakt der Verhandlungen an die WDR-Geschäftsführung übermitteln.

Wir freuen uns sehr, dass sich in der Umfrage Feste wie Freie bereiterklärt haben, die Gewerkschaften bei den Verhandlungen zu unterstützen. Denn ohne Euch geht es nicht. Tarifverträge machen die Zukunft für Euch durch Gehälter und Honorare sowie Rahmenbedingungen planbar. Außerdem schützen sie vor Ungleichbehandlung und Willkür.

Deswegen müssen wir uns unbedingt für den Erhalt und die besten Tarifvereinbarungen stark machen. Und je mehr wir sind, desto besser ist die Verhandlungsbasis. Bringt Euch also unbedingt ein. 

Sobald es neue Informationen zu den Tarifverhandlungen gibt, geben wir Euch umgehend Bescheid.

9. Februar 2022: Tarifverhandlungen zu mobiler Arbeit im WDR Weiterhin offene Fragen nach 3. Verhandlungstag

Nach langer Pause haben die Gewerkschaften ver.di, DJV-NRW und DOV mit dem WDR am 8. Februar in 3. Runde über einen Tarifvertrag zum mobilen Arbeiten verhandelt.

Diskutiert wurde unter anderem über ein transparentes Verfahren für das Zugangsrecht für Arbeit von außerhalb des WDR. Über die Frage, wer im Falle eines Konflikts entscheiden soll, konnte noch keine Einigung erzielt werden.

Der zweite strittige Punkt war die Frage, wie die Aufwendungen, die durch Arbeit im Homeoffice entstehen, fair kompensiert werden können. Wir sind an einem sozial gerechten, möglichst breit gestreuten Zugang zu mobiler Arbeit interessiert und halten eine sachgerechte Ausstattung für selbstverständlich. Auch hier liegen die Vorstellungen beider Seiten noch sehr weit auseinander.

Es gibt also noch viel Gesprächsbedarf.

Eure Gewerkschaften
ver.di, DJV-NRW und DOV

20. September 2021: Tarifverhandlungen zu mobiler Arbeit im WDR: Keine Einigung am 2. Verhandlungstag

Am Dienstag, den 14. September 2021 haben die Gewerkschaften ver.di und DJV-NRW erneut mit dem WDR über die einen Tarifvertrag zum mobilen Arbeiten verhandelt. Die Gespräche mit dem Sender waren konstruktiv, aber schwierig.


Gegenstand der Verhandlungen war vor allem die Frage, wer von außerhalb des WDR arbeiten darf. Die Gewerkschaften forderten einen tariflichen Anspruch für alle Mitarbeiter:innen, deren Tätigkeiten dafür in Frage kommen. Der WDR will dagegen den Vorgesetzten die Entscheidungshoheit vorbehalten.


Diskutiert wurde auch die zukünftige Rolle des bereits bestehenden Tarifvertrags zur alternierenden Telearbeit. Der Sender möchte diesen aufgeben und allenfalls für bisherige Telearbeiter:innen fortführen. Für die Gewerkschaften dagegen stehen die dort geregelten Schutzansprüche im Mittelpunkt. Sie wollen diese für alle Kolleg:innen sichern, die einen Großteil ihrer Arbeitszeit zu Hause leisten.
Soeben hat der WDR die 50:50-Regel (bzw. 70:30 mit 2G-Status) bis mindestens zum Jahresende verlängert. Umso wichtiger ist es, verbindliche Regelungen zu schaffen, die für alle Beschäftigten gelten. Der DJV-NRW und ver.di verhandeln mit dem Sender seit Juni über den Tarifvertrag zum mobilen Arbeiten. Grundsätzlich sind beide Seiten daran interessiert, zu einer gemeinsamen Rege-lung zu kommen. Die Verhandlungen sollen im Laufe dieses Jahres fortgesetzt werden.

17. August 2021: Umfrage zur Mehrfachbeauftragung – Ihr entscheidet!

Ab diesem Herbst soll das sogenannte Modell der Mehrfachbeauftragung (MFB)wdr-weit eingeführt werden. Bevor die Gewerkschaften dem ggf. zustimmen, wollen wir von Euch wissen, ob Ihr für oder gegen die Einführung der Mehrfachbeauftragung seid. Schließlich seid Ihr diejenigen, die von dieser Entscheidung maßgeblich betroffen sind. Außerdem gibt es zwei verschiedene Optionen, wie Eure Bezahlung nach dem neuen Tarifvertrag geregelt sein soll. Auch hier kommt es ganz auf Eure Einschätzung an.

In den Leuchttürmen und im Newsroom erproben der WDR und die Gewerkschaften derzeit (und noch bis Ende September) das Modell der Mehrfachbeauftragung. Damit sollen Aufträge zum gleichen Thema stärker bei einzelnen Autor:innen gebündelt werden und mögliche Synergien in Recherche und Produktion durch „Rabatte“ für den Sender abgebildet werden. Nun will der WDR im Herbst 2021 dieses Modell flächendeckend, testweise und befristet auf ein Jahr für den gesamten Sender einführen.

Bitte nehmt Euch deswegen unbedingt zehn Minuten Zeit und beteiligt Euch bis zum 3. September 2021 an dieser kurzen Befragung (vier Multiple Choice Fragen - zwei Entscheidungen):

https://www.umfrageonline.com/s/mehrfachbeauftragungen_wdr

Alles, was Ihr an Informationen benötigt, um eine Entscheidung treffen zu können, findet Ihr in der Umfrage und im angehängten Dokument (die Vereinbarung zwischen dem WDR und den Gewerkschaften DJV und ver.di über die testweise Einführung von Honoraren für Mehrfachbeauftragungen).

Wir werden alle Ergebnisse in die Verhandlungen über eine endgültige Einführung einbeziehen. Je mehr von Euch teilnehmen, desto passgenauer können wir Eure Interessen vertreten!

Sobald es neue Informationen aus den Tarifverhandlungen gibt, werden wir Euch umgehend informieren.

Rückfragen oder Anregungen?
Dann schreibt uns eine E-Mail an zentrale@djv-nrw.de oder ruft uns an (0211/23399-0).

Hinweise zum Datenschutz: www.djv-nrw.de/datenschutz

29. Juli 2021: Tarifinfo zum Mobilen Arbeiten

Auch nach dem Ende der Homeoffice-Pflicht werden bestimmt viele Schreibtische im WDR leer bleiben, denn viele Mitarbeiter:innen werden auch nach der Corona-Krise noch –zumindest teilweise– von zu Hause aus arbeiten. Auch beim WDR hat die Corona Krise gezeigt, dass Homeoffice für Arbeitnehmer:innen und Arbeitgeber viele Vorteile haben kann. Es ist daher zu erwarten, dass es kein zurückgibt und uns die Arbeit aus dem Homeoffice beim WDR dauerhaft erhalten bleibt. Was beim WDR noch fehlt sind klare Regeln zum mobilen Arbeiten, die gewährleisten, dass alle Mit-arbeiter:innen zu gleichen Bedingungen zur Arbeit von zu Hause Zugang haben.

Um solche Regelungen zu schaffen, haben DJV, ver.di und der WDR die seit Mitte letzten Jahres ruhenden Verhandlungen zum mobilen Arbeiten wieder aufgenommen. Im ersten Termin nach der Wiederaufnahme tauschten beide Seiten Positionen aus. Noch haben beide Seiten in wichtigen Punkten unterschiedliche Vorstellungen. Die kommenden Verhandlungsrunden werden zeigen inwieweit eine Annäherung möglich ist.

Hier findet Ihr - in aller Kürze - eine Übersicht über die verschiedenen Positionen, wobei die Positionen von DJV und ver.di weitestgehend deckungsgleich sind. Zudem werden wichtige Begriffe rund um das mobile Arbeiten erklärt.
Die Verhandlungen werden wahrscheinlich im Herbst weitergehen. Wir informieren Euch rechtzeitig.

8. April 2021: Deine Meinung ist in den Tarifverhandlungen gefragt!

Modellprojekt Mehrfachbeauftragungen

Vor der nächsten Runde mit dem WDR möchten wir von Euch wissen: Habt Ihr am Modellprojekt teilgenommen? Wenn ja, wie ist es Euch damit ergangen?
Bitte nehmt Euch dafür 10 Minuten Zeit und beteiligt Euch an unserer Umfrage zu den Mehrfachbeauftragungen: https://www.umfrageonline.com/s/mehrfachbeauftragungen

Wir werden alle Ergebnisse, Eure Kritik und Eure Forderungen in die Verhandlungen über eine endgültige Einführung einbeziehen. Je mehr von Euch teilnehmen, desto passgenauer können wir Eure Interessen vertreten!

Bevor Ihr die Umfrage macht: Worum geht es eigentlich bei den Mehrfachbeauftragungen?
Der WDR vollzieht derzeit einen Strategiewechsel bei der Beauftragung von Freien: Das Haus setzt auf eine stärkere Steuerung von Themen und mehrfaches Ausspielen auf verschiedenen Kanälen. Spätestens seit der Einrichtung des Newsrooms gibt es innerhalb des WDR auch eine zentrale Schaltstelle, die die Koordination zwischen den verschiedenen Ausspielwegen übernehmen kann.

Langfristig befürchten wir als Gewerkschaften dadurch einen Verlust an Aufträgen für freie Mitarbeitende, da der WDR über den Newsroom wesentlich einfacher und koordinierter Producer mit Zweitverwertungen oder Umarbeitung beauftragen könnte, anstatt Euch mit Aufträgen zu versorgen.

Vor diesem Hintergrund haben die Gewerkschaften gemeinsam mit dem WDR seit Anfang 2020 in den sogenannten Leuchttürmen und seit Herbst vergangenen Jahres im Newsroom das Modell der Mehrfachbeauftragungen getestet. Ziel ist es, dass alle Aufträge für die spezifischen Ausspielwege und Wellen auch effektiv an freie Autor*innen gehen. Der WDR sagt bei diesem Modell zu, dass Kolleg*innen direkt bei der Beauftragung die Sicherheit bekommen, für mehrere Beiträge gebucht zu werden. Im Gegenzug gestehen die Autor*innen dem WDR ab dem zweiten Beitrag einer gemeinsamen Beauftragung definierte Abschläge zu, da bei der gemeinsamen Produktion Synergien entstehen.
Diese Abschläge liegen zwischen 20 und 40 Prozent und kommen nur bei gleichzeitiger Beauftragung mehrerer Werke zum Tragen – siehe den Tarifvertrag in der Anlage. Bereits heute als „Zweitverwertung“ definierte Produkte würden dabei von einer Rabattierung ausgenommen.

Wie soll es nach dem Ende der Testphase weitergehen?
Nun möchte der WDR das Mehrfachbeauftragungs-Modell in den Regelbetrieb übernehmen. Dabei hat der WDR sehr deutlich gemacht, dass ohne Einführung eines solchen Modells angesichts des Spardrucks im Zweifel auch die gesamte Honorarstruktur infrage stünde.
Aus Sicht des DJV ist der Modellversuch in den Leuchttürmen sehr gut gelaufen, zum Newsroom erreichen uns bislang unterschiedliche Rückmeldungen.
Daher möchten wir Euch heute um Euer wichtiges Feedback bitten.

Sobald es neue Informationen aus den Tarifverhandlungen gibt, werden wir Euch umgehend informieren.

Hier findet Ihr die aktuelle Vereinbarung zu den Mehrfachbeauftragungen zwischen den Gewerkschaften und dem WDR. 

1. November 2020: Tarifvertrag zur Honorierung von non-linearen Leistungen für freie Mitarbeitende in Kraft

Beim WDR arbeiten viele von Euch Freien zunehmend für die so genannten non-linearen Ausspielwege und Plattformen, also das Internet. Social-Media-Formate wie Grafiktafeln, kurze Videos auf Instagram oder Live-Schalten auf Facebook sind auch aus Eurem Programm nicht mehr wegzudenken. Allerdings sind sie nur unzureichend in den bisherigen Honorarrahmen geregelt. Das hat in den vergangenen Jahren zu einem nicht hinnehmbaren Wildwuchs und zu Willkür bei der Bezahlung geführt.

Dem wollen wir – gemeinsam mit dem WDR – nun mit einem neuen, ergänzenden Tarifvertrag begegnen. Über diesen hatten wir Euch ja bereits ausführlich informiert. Der neue Tarifvertrag zur Honorierung von non-linearen Leistungen für freie Mitarbeitende ist zum November nun WDR-weit in die zweijährige Testphase gestartet.
Wichtig! Das neue Tarifmodell wird nur auf neu zu entwickelnde Formate angewandt. Alles was in einem der bestehenden Honorarrahmen geregelt ist (FS,HF, PBI) gilt auch weiterhin ohne Einschränkungen.

Sollten einzelne Redaktionsleiter auf die verwegene Idee kommen, bestehende Formate neu berechnen zu wollen, bitte umgehend an die Gewerkschaften / die Clearingstelle wenden.

Den gesamten Tarifvertrag zum Nachlesen findet Ihr hier.

Solltet Ihr Fragen haben oder Euch fällt auf, dass sich der Sender nicht an bestehende Regelungen hält, gebt uns gerne Bescheid. Ihr erreicht uns in der Geschäftsstelle unter 0211/23399-0 oder per E-Mail (volkmar.kah@djv-nrw.de). Wir helfen Euch gerne weiter.

 

Wichtige Eckpunkte zum neuen Tarifvertrag

Achtung: Das neue Modell gilt ausschließlich für alle bisher ungeregelten Produkte. Der Honorarrahmen Internet und alles darin Festgehaltene verliert dadurch nicht seine Gültigkeit. 

  1. Der Tarifvertrag gilt für die arbeitnehmerähnlichen Personen des WDR.
  2. Das für den WDR wichtige Prinzip, journalistische Leistungen werksbezogen zu beauftragen und zu honorieren, wird beibehalten. Der Tarifvertrag gilt also nicht für Tagesschichten (Online-Producer o.ä.), sondern für alle die Fälle, in denen ein konkretes Produkt honoriert wird, z.B. eine Instagram-Story oder ein Facebook-Live-Video.
  3. Sollten sich neue journalistische Leistungen/Formate bewähren, werden die Leistungen und deren übliche Aufwände (nicht die individuellen!) in einer mit den Gewerkschaften abgestimmten Liste, die regelmäßig aktualisiert werden kann, als verbindliche Richtbeispiele festgehalten. Auf diesem Weg entsteht eine Art lebender Honorarrahmen, der zwischen den Tarifparteien ständig und auch abteilungsbezogen angepasst werden kann. Dies ermöglicht einen flexiblen Umgang mit etwaigen zukünftigen Weiterentwicklungen im Bereich der non-linearen Formate. Auch können technische Innovationen adäquat berücksichtigt werden, weil in der Regel dadurch der Realisationsaufwand stark sinkt.
  4. Eine Abweichung von den Richtbeispielen ist ausdrücklich nur dann zulässig, sofern die Voraussetzungen für non-lineare Produkte objektiv und transparent nachvollziehbar von denen abweichen, die den Richtbeispielen erkennbar zugrunde liegen.Das soll aber nur in absoluten Ausnahmen gelten und muss im Zweifel auch den Gewerkschaften vorgelegt werden.
  5. Für die Ermittlung der Richthonorare der einzelnen Produkte ist der durchschnittliche zeitliche Aufwand (also nicht der individuelle zeitliche Aufwand), der aufgrund von Erfahrungswerten ermittelt wird, maßgeblich. Dabei wird ein Stundensatz von 40,- € zugrunde gelegt.
    Wichtig: Der fiktive Stundensatz dient lediglich Haus und Gewerkschaften zur Berechnung der dann einheitlich und verbindlich zu zahlenden Mindest-Richthonorare. Er ist nicht Basis für die Berechnung einzelner Honorare.
  6. Mit dem jeweiligen Honorar werden sämtliche Leistungen und Rechteeinräumungen für alle Ausspielwege abgegolten.
  7. Analog zum Honorierungsmodell Tischreporter*in wird eine paritätisch besetzte Clearingstelle (WDR-Vertreter*innen: Anne Schneider und Ingmar Cario, Gewerkschaften: Frank Stach für den DJV und Anja Arp für ver.di) zur Klärung etwaiger Meinungsverschiedenheiten über die jeweilige Honorarhöhe im Einzelfall eingerichtet.
  8. Es erfolgt eine regelmäßige Evaluierung der Honorierung nach dem neuen Modell durch den WDR und die Gewerkschaften.
  9. Die Laufzeit des Tarifvertrages wird zunächst auf zwei Jahre vom 1. November 2020 bis zum 1. Oktober 2022 befristet.
  10. Die besondere Neuerung an dem Tarifvertrag ist, dass es möglich ist, neue Formate aufzunehmen, ohne dass der Tarifvertrag geändert werden muss. Sofern von Ihrer Seite die Notwendigkeit zur Aufnahme neuer Formate gesehen wird, wenden Sie sich bitte an eine*n Vertreter*in der WDR-Verhandlungsgruppe.

Solltet Ihr Fragen haben oder Euch fällt auf, dass sich der Sender nicht an bestehende Regelungen hält, gebt uns gerne Bescheid. Ihr erreicht uns in der Geschäftsstelle unter 0211/23399-0 oder per E-Mail (volkmar.kah@djv-nrw.de). Wir helfen Euch gerne weiter.

Bild-Impressionen der WDR-Warnstreiks 2019

Von den Warnstreiks aus Köln erreichten uns Bilder von von Thomas Becker, Corinna Blümel, Andrea Groß, Peter Hild, Volkmar Kah, David Ohrndorf und Hubert von Venn.

Aus Aachen, Bielefeld, Bonn, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Köln, Münster, Siegen/Arnsberg und Wuppertal erreichten uns außerdem Bilder von den überregionalen Streiks von Hubert vom Venn, Jan-Ole Niermann, Frank Stach, Stephanie Hajdamowicz, Volkmar Kah, Daniela Junghans, Thomas Becker, Corinna Blümel. David Ohrndorf, Andrea Hansen, Anke Bösenberg, Rene Rabenschlag.

Durch den Klick auf ein Bild, gelangen Sie in die Galerie. Mit den Pfeiltasten gelangen Sie direkt von einem zum anderen Bild. 

NRW 22.08.19

Köln 18.09.19

Köln 19.07.19

Neuen Honorar-Rahmen zum 1. April

Die neuen aktualisierten Honorar-Rahmen, die zum ersten April 2020 gelten, sind da!

Im Honorarrahmen ist geregelt, wie viel mindestens für eine Leistung bezahlt werden muss. Die Mindestsätze sind bindend – so steht es im Tarifvertrag über Mindestvergütungen, den wir im vergangenen Jahr für Euch verhandelt haben.

Welche Positionsziffer des Honorarrahmens des WDR für die Leistung einer Freien angewendet wurde, ist auf den WDR-Verträgen aufgedruckt. Vergleicht bitte die abgedruckte Ziffer mit dem Honorarrahmen. Und hakt gegebenenfalls nach.

Bei Rückfragen oder Problemen, könnt Ihr Euch gerne telefonisch oder per E-Mail (information@djv-nrw.de) an uns wenden. Wendet Euch auch gerne direkt an unsere Justiziar*innen der Geschäftsstelle. Eine Übersicht über alle Kontaktdaten unserer Justiziar*innen Christian Weihe, Karoline Sieder und Dr. Constanze Berkenbrink findet Ihr hier.

Das Verhandlungsergebnis wirkt: Mehr Geld zum 1.2.2020!

Die Tarifverhandlungen des vergangenen Jahres waren langwierig und zäh. Auch dank Eures Einsatzes in zahlreichen Aktionen und Streiks haben wir dann aber doch einen guten Abschluss für die Kolleginnen und Kollegen erreichen können.

In den vergangenen Wochen haben die ersten freien 12A-Beschäftigten die Zahlung in Höhe von 900 Euro erhalten. Bei den Festen erfolgte die erste Zahlung bereits zum Jahreswechsel.

Zum 1.2.2020 kommt die erste Honorarerhöhung für die Freien. 
Die Gehälter der Festangestellten haben sich rückwirkend ab 1.4.2019 bereits zum ersten Mal um 2,25 Prozent erhöht. Bis zum 31.03.2022 (36 Kalendermonate) beläuft sich die Steigerung insgesamt auf 6,75 Prozent.
Nun werden auch die Honorare für die Freien um 6,75 Prozent erhöht. Zum 1.2.2020 steigt die Höhe der Honorare um 4,5 Prozent. Zum 1.4.2021 gibt es dann nochmal 2,25 Prozent obendrauf.

Für bestimmte Honorarkennziffern (längere Formate) werden jeweils weitere Erhöhungen von 1% zum 1.4.2020 und 1.4.2021 vorgenommen. Die Kennziffern lauten: 1.136, 1.185, 1.184, 1.186, 1.225, 1.2115, 6.142, 6.143, 6.212, 6.213, 6.43.1

Hier findest Du die Vergütungstabelle für die Festangestellten zum Download

Zum Download der Übersicht für die Freien geht es hier

Jetzt kommt die Einmalzahlung für die Freien!

Nachdem der WDR wegen der Umweltsau-Satire in den letzten Wochen vor allem von einer Welle der Empörung überrollt wurde, gibt es zumindest für die Beschäftigten jetzt gute Nachrichten. Die Festen haben sie bereits im Dezember erhalten. Und nun dürfen sich auch die Freien freuen: Die erste Einmalzahlung aus dem Tarifabschluss kommt.

Gestern haben die ersten freien 12A-Beschäftigten die Zahlung in Höhe von 900 Euro erhalten. Die nächste von insgesamt drei Zahlungen erfolgt dann im Juni (600) Euro. Die letzte (400 Euro) könnt Ihr im April 2021 erwarten.

Bei den Festen erfolgt die nächste und letzte Zahlung von 300 Euro im Juni diesen Jahres. Ausführliche Informationen zu den Einmalzahlungen haben wir Euch im Anhang und unter djv-nrw.de/wdr zusammengestellt. Auf unserer Webseite findet Ihr außerdem Laufend noch ausführlichere Hinweise zum gesamten Tarifabschluss.
 

Wir haben einen Tarifabschluss: Einmalzahlungen für Freie!

Was, wie viel, wann, wer?

Bestandteil des aktuellen Tarifabschlusses sind drei Einmalzahlungen:

⇒ 900 € Einmalzahlung (Überweisung im Januar 2020, Stichtag 1. Dezember 2019
⇒ 600 € Einmalzahlung (Überweisung Ende Juni 2020, Stichtag 1. Juni 2020)
⇒ 400 € Einmalzahlung (Überweisung Ende April 2021, Stichtag 1. April 2021)


Die Einmalzahlungen werden an alle Freien gezahlt, die im Vorjahr des jeweiligen  Stichtages einen berechtigten Urlaub beantragt haben und im Jahr des Stichtages mindestens einen Beschäftigungstag bis zum Stichtag gehabt haben. Urlaub zählt nicht als Beschäftigungstag.
Weniger streng sind die Voraussetzungen für  (Wieder-) Einsteiger, die zum ersten Mal einen Urlaubsantrag stellen. Für diese reicht ein berechtigter Urlaubsantrag im Jahr des Stichtages aus. Der Urlaubsantrag muss vor dem jeweiligen Stichtag beim WDR eingegangen sein.
Wer den Betrag wider Erwarten nicht erhält, sollte sich beim DJV-NRW melden.

Fragen zum Thema?
Melden Sie sich per E-Mail gern bei den Juristen der Geschäftsstelle des DJV-NRW.
 
Christian Weihe                                                      
E-Mail: christian.weihe@djv-nrw.de                            
Telefon: (0211) 233 99-0  

Karoline Sieder
E-Mail: karoline.sieder@djv-nrw.de
Telefon: (0211) 233 99-0
 

Wir haben ein Verhandlungsergebnis erzielt: Mehr Geld für Feste und Freie und höhere Einmalzahlungen!

Nach langwierigem und zähem Verhandlungsmarathon gibt es nun endlich einen Abschluss. Das Ergebnis wäre ohne Euren Einsatz in zahlreichen Aktionen und Streiks so nicht möglich gewesen. Danke dafür! 

Es ist spürbar, dass die Tarifverhandlungen beim WDR immer härter werden. Der Sender wollte  vor allem an den freien Kolleg*innen sparen. Eure tatkräftige und sichtbare Unterstützung hat erreicht, dass es am Ende doch ein vernünftiges Ergebnis gibt. 

Wir sind froh, dass wir einiges für die Kolleg*innen erreichen konnten.  Die von uns angestrebte Steigerung der Effektivhonorare konnten wir am Ende nicht durchsetzen. Damit bei Freien trotzdem effektiv mehr Honorar ankommt, haben wir diesmal drei Einmalzahlungen erstritten.  

Das Thema Effektivhonorare ist allerdings nicht vom Tisch. Auf unseren Nachdruck hin werden die Gewerkschaften  gemeinsam mit dem WDR eine Arbeitsgruppe bilden, die sich bis zu den nächsten Verhandlungen auch mit effektiven Honorarerhöhungen auseinandersetzen soll.
 
Was haben die Verhandlungen ergeben?
Im WDR haben sich Arbeitgeber und Gewerkschaften auf folgende Eckpunkte geeinigt:

Gehaltserhöhungen trotz zäher Verhandlungen um 6,75 Prozent

  • Für die Festen: Die Gehälter erhöhen sich rückwirkend ab 1.4.2019 jährlich um 2,25 Prozentpunkte. Bis zum 31.03.2022 (36 Kalendermonate) beläuft sich die Steigerung insgesamt auf 6,75 Prozent.
  • Für die Freien: Auch die Honorare werden insgesamt um 6,75 Prozent erhöht. Die Beschäftigten erhalten 4,5 Prozent mehr zum 1.2.20 und zusätzlich 2,25 obendrauf zum 1.4.21. Für bestimmte Honorarkennziffern (längere Formate) werden jeweils weitere Erhöhungen von 1% zum 1.4.2020 und 1.4.2021 vorgenommen. Die Kennziffern lauten: 1.136, 1.185, 1.184, 1.186, 1.225, 1.2115, 6.142, 6.143, 6.212, 6.213, 6.43. 
  • Für die Auszubildenden: Auszubildende erhalten rückwirkend zum 1. April 2019 monatlich 50 Euro mehr Geld. Weitere Erhöhungen um jeweils 50 Euro finden am 1.4.2020 und am 1.4.2021 statt.

Der besondere Steigerungsbetrag bleibt für bereits Beschäftigte erhalten. Für künftige Arbeitnehmer*innen wird er ab dem 1. Januar 2020 jedoch wegfallen. Der Bestandsschutz gilt übrigens für alle, die bislang einen Arbeitsvertrag mit dem WDR hatten. Die Stufenspreizung von zwei auf drei Jahre konnte abgewendet werden.  

Höhere Einmalzahlungen! 
In den Verhandlungen ist es uns als DJV-NRW  gelungen, erfreulich höhere Einmalzahlungen, vor allem für die Freien, zu erreichen.  

  • Die Festangestellten erhalten für 2019 eine Einmalzahlung von 900 Euro (Auszahlung Ende Dezember) und im nächsten Jahr von 300 Euro (Auszahlung im Juni 2020). Das sind 1200 Euro insgesamt.
  • Die Einmalzahlung  von  insgesamt 1900 Euro für Freie verteilt sich auf drei Tranchen: Im Januar 2020 sind es 900 Euro, im Juni 2020 600 Euro und im April 2021 400 Euro.
  • Volontäre, Auszubildenden und Trainees bekommen Ende Dezember eine Einmalzahlung von 360 Euro und im Juni 2020 von 120 Euro.

Es wurde wieder deutlich, dass die Geschäftsleitung immer noch der Meinung ist, dass gerade die Honorare der Freien beim WDR nach wie vor hoch genug sind. Deswegen liefen sämtliche Vorstöße, über die Erhöhung von Effektivhonoraren zu sprechen, vor die Wand. Deswegen muss es auch in der Zukunft insbesondere nochmal um die Interessen der mehr als 2000 Freien gehen, die der WDR wieder einmal schlechter behandeln möchte als die Festangestellten.
 
Steigerung der Mindesthonorare für die Freien
Die Mindesthonorare steigen im nächsten Jahr um 4,5 Prozentpunkte und in 2021 um weitere 2,25 Prozent.

Mehr selbst finanzierter Urlaub möglich
Als zusätzliche Komponente können die Arbeitnehmer des WDR fünf Tage selbst finanzierten Zusatzurlaub nehmen. Der WDR beteiligt sich daran mit 30 Prozent.
 
Mehr Geld im Härtefallfonds für Freie
Der Härtefallfonds wird bis zum 31.03.2022 fortgeführt und um 70.000 Euro aufgestockt auf 200.000 Euro.
 
Mehr Schulungsgeld für Freie
Das Schulungsgeld wird auf 60 Euro erhöht. 

Die Tarifinformation gibt es auch als PDF-Dokument zum Download

Verhandlungsergebnis erzielt!

Liebe Kollegen und Kolleginnen,

wir haben ein Verhandlungsergebnis!

Im WDR haben sich Arbeitgeber und Gewerkschaften auf folgende Eckpunkte geeinigt. Die Gehälter erhöhen sich rückwirkend ab 1.4.2019 jährlich um 2,25 Prozentpunkte. Die Mindesthonorare steigen im nächsten Jahr um 4,5 Prozentpunkte und in 2021 um weitere 2,25 Prozent.

Die Festangestellten erhalten für 2019 eine Einmalzahlung von 900 Euro und im nächsten Jahr von 300 Euro.

Die Einmalzahlung für Freie verteilt sich auf drei Tranchen. Am 2.1.2020 sind es 900 Euro, im Juni 2020 600 Euro und am 1. April 2021 400 Euro.

Volontäre, Auszubildenden und Trainees bekommen Ende Dezember eine Einmalzahlung von 360 Euro und im Juni 2020 sind es 120 Euro. Zusätzlich bekommen Auszubildende jeweils ab 1. April monatlich 50 Euro mehr Ausbildungsvergütung.

Als zusätzliche Komponente können die Arbeitnehmer des WDR fünf Tage selbstfinanzierten Zusatzurlaub nehmen. Der WDR beteiligt sich daran mit 30 Prozent

Der besondere Steigerungsbetrag bleibt für bereits Beschäftigte erhalten. Für künftige Arbeitnehmer/innen wird er ab dem 1. Januar 2020 jedoch wegfallen. Der Bestandsschutz gilt übrigens für alle, die bislang einen Arbeitsvertrag mit dem WDR hatten. Die Stufenspreizung von zwei auf drei Jahre konnte abgewendet werden.

Für Choristen und Choristinnen wurden jeweils zusätzlich 2,5 Prozent in 2020 und 2021 vereinbart. Das vermindert für diese Musiker die systematische Benachteiligung gegenüber den anderen Klangkörpern

Das Ergebnis wäre ohne euren Einsatz in zahlreichen Aktionen und Streiks so nicht möglich gewesen.

Es steht unter Vorbehalt der zuständigen Gremien beider Seiten.

Die Tarifinformation gibt es auch als PDF-Dokument zum Download

Wir lassen uns nicht abhängen. Auch nicht beim WDR.

In den laufenden Tarifverhandlungen für angemessene Gehälter und Honorare wollen sich BR, MDR, NDR, SR, SWR und WDR vom Abschluss für den öffentlichen Dienst der Länder verabschieden. Nicht nur beim WDR, sondern auch in den anderen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten laufen die Tarifverhandlungen deutlich anders als gewünscht. Anstatt für eine gute Bezahlung der festen und freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gerade zu stehen, machen die Sender Zugeständnisse an die, die den öffentlich-rechtlichen Rundfunk klein und unbedeutend sparen wollen. "Künftig nur noch ungefährer Inflationsausgleich" ist die Devise.

Am 25. Oktober 2019 hat auf Initiative des ARD-Vorsitzenden Wilhelm ein Spitzengespräch auf ARD-Ebene zu den Tarifverhandlungen stattgefunden. Das ließ zunächst auf erfreulich konstruktiv weiterlaufende Verhandlungen hoffen.Nun gibt es aktuell die Rückmeldungen aus anderen Sendern, die bereits diese Woche weiterverhandelt haben. Die Kolleginnen und Kollegen haben wenig Erfreuliches zu berichten. Die Angebote der Sendergeschäftsführungen bleiben überall gleich zurückhaltend: In den anderen Senderanstalten bietet die ARD derzeit eine lineare Erhöhung im Volumen von 6,2 Prozent über 33 Monate an.

Am kommenden Dienstag, 19. November, gehen die Tarifverhandlungen auch beim WDR in die nächste Runde. Hier stehen als Angebot immer noch nur 3,6 Prozent Erhöhung verteilt auf 24 Monate im Raum. Und selbst die werden von den zahlreichen Gegenforderungen wieder aufgefressen.

Wir wollen, dass sich die Senderanstalten am Abschluss des öffentlichen Dienstes orientiert. Dieser liegt bei 7,8 Prozent bei einer Laufzeit von 33 Monaten.

Denn die Mitarbeiter*innen des WDR und auch bei allen andern ARD-Sendern leisten viel. Viele von Euch noch mehr als früher. Das muss honoriert werden.

Deswegen wollen wir in Zukunft bundesweit noch stärker für einen starken öffentlich-rechtlichen Rundfunk einstehen und die Kolleginnen und Kollegen unterstützen – zu unseren Verhandlungen beim WDR am 19. November, aber auch bei Radio Bremen am 13., beim Deutschlandradio (DLR) am 18., beim Saarländischen Rundfunk (SR) am 20., beim NDR am 26. sowie beim Bayerischen Rundfunk (BR) und beim MDR am 27. November.

Über 500 WDR-Mitarbeiter*innen setzen in NRW starkes Signal bei deutschlandweitem Streiktag

Die Streikenden haben heute in ganz Deutschland und auch hier in NRW ein Zeichen gesetzt, dass die Sendergeschäftsleitungen nicht ignorieren können. Qualitätsjournalismus muss finanziell attraktiv bleiben, damit unsere Journalist*innen ihrer Aufgabe gerecht werden können, die Meinungsvielfalt zu erhalten und die Demokratie zu schützen. Für den DJV-NRW sind faire Arbeitsbedingungen und eine angemessene Honorierung Voraussetzung für einen starken öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

Mehr als 3000 Beschäftigte im ganzen Bundesgebiet, 530 davon beim WDR, sind dem Aufruf des Deutschen Journalisten-Verbandes zu einem 24-stündigen gewerkschaftlichen Aktionstag mit Warnstreiks bei den ARD-Anstalten nachgekommen.

Die große Zahl der Streikteilnehmer*innen bringt die ARD in Schwierigkeiten. Auch der WDR ist von vielen Programmausfällen und Programmverschiebungen betroffen. So musste unter anderem bereits in den frühen Morgenstunden das vom WDR produzierte ARD-Morgenmagazin früher aufgenommen werden. Die Zuschauer*innen konnten aus diesem Grund die Sendung nicht wie gewohnt live verfolgen. Auch Live nach neun wurde aus der Konserve gesendet. In Köln und in den Außenstudios fehlt es an Moderator*innen, Redakteur*innen und Techniker*innen. Im Laufe des Nachmittags und Abends werden noch mehr Ausfälle und Verschiebungen erwartet. Die Sendergeschäftsführung bekommt es heute so richtig zu spüren: Ohne die Beschäftigten geht es nicht!

In NRW treffen sich die WDR-Mitarbeiter*innen aller Senderstandorte des Bundeslandes bereits seit heute Morgen auf dem Kölner L.-Fritz-Gruber-Platz und ziehen lautstark mit Trillerpfeifen, Transparenten und Schildern durch die WDR-Studios. Zahlreiche Streikende sind auch aus den Außenstudios des Senders angereist. Die Sonne scheint, die Stimmung ist kämpferisch. Die Streikenden sind sich sicher: Gemessen an den vielen Störungen im Programm, die auch der heutige Streik wieder verursacht hat, müssen die Geschäftsleitungen der ARD-Sender auf die  berechtigten Forderungen nach angemessenen Gehältern und Honoraren, guten Arbeitsbedingungen und mehr Wertschätzung eingehen. 

Keinen Schritt in unsere Richtung - weder beim WDR noch anderswo!

Nicht nur beim WDR, sondern auch in den anderen deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten laufen die Tarifverhandlungen deutlich anders als gewünscht. In den laufenden Verhandlungen für höhere Gehälter und Honorare wollen sich auch der BR, MDR, NDR, SR und SWR vom Abschluss für den Öffentlichen Dienst der Länder verabschieden.

Anstatt für eine gute Bezahlung für feste und freie Mitarbeiter*innen gerade zu stehen, stellen die Sender sogar Gegenforderungen auf. "Künftig nur noch ungefährer Inflationsausgleich" ist die Devise - dabei wissen die Intendanten natürlich, dass das Bundesverfassungsgericht mehrfach entschieden hat, dass die Pflicht des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zur Grundversorgung nur erfüllt werden kann, wenn nicht nur Bestand, sondern auch künftige Entwicklung der Sender gesichert sind, in Hinblick auf Arbeitsbedingungen, Wertschätzung und Finanzen. Die Intendanten sollten sich für eine angemessene Finanzierung stark machen, statt bei den Mitarbeiter*innen und damit auch am Programm zu sparen.

Die Mitarbeiter*innen des WDR leistet viel – viele von Euch noch viel mehr als früher. Das muss honoriert werden. Deswegen wollen wir in Zukunft bundesweit noch stärker für einen starken öffentlich-rechtlichen Rundfunk einstehen.

Warnstreik beim WDR in Essen – eine nachdenkliche Nachlese

Wofür lohnt es sich, auf die Straße zu gehen? Tom Becker, der als freier Journalist für das WDR-Studio Essen arbeitet, hat eine persönliche und nachdenkliche Nachlese zum Warnstreik am 22. August geschrieben und ein paar Stimmen von Kolleginnen und Kollegen eingeholt.

--------------------------------

Wir haben gestreikt, im WDR-Studio Essen. Ich reibe mir immer noch die Augen, aber es stimmt. Zum allerersten Mal ein Warnstreik. Nicht symbolisch, ein kleines bisschen, sondern richtig, einen Tag lang. Alle Freien, ausnahmslos, inklusive Moderator, keine/r von uns hat an diesem Tag das Studio zum Arbeiten betreten. Fast alle Redakteure sind draußen vor der Tür geblieben, mit einer Ausnahme: einer Kollegin, der die Angst im Nacken saß - am Ende ihres allerersten Zeitvertrags.

Im Lauf des Tages haben sich uns mehrere Techniker angeschlossen, aus Solidarität, obwohl die seltsame Gewerkschaft, die sich für sie zuständig erklärt, ihre Leute in unserem Studio weder informiert noch agitiert, noch zum Streik aufgerufen hat.

Wir standen kurz davor, die Lokalzeit Ruhr an diesem Tag platzen zu lassen. Am Ende hat der WDR sich soeben gerettet. Sie haben eine Redakteurin aus Düsseldorf geholt, einen Techniker aus Dortmund, der Studioleiter hat das Moderatorensacko angezogen, die Aushilfsredakteurin hat sich zerrissen, und so haben sie gerade noch eine Notsendung zusammenbekommen.

Aber wir haben ein Zeichen gesetzt, das nachhallt - bei uns, weil wir gesehen und gespürt haben, was für ein geiles, starkes Team wir sind und was wir zusammen schaffen können. Und beim WDR, weil er das auch gesehen hat.

Warum haben wir das gemacht? Was hat uns angetrieben, dem Streikaufruf des DJV zu folgen und das Studio, für das wir arbeiten - und meistens gerne arbeiten -, einen Tag lang lahm zu legen?

Das ist keine rhetorische Frage!

Denn es sind nicht in erster Linie die Tarifforderungen der Gewerkschaften, die uns vor die Studiotür getrieben haben. Ich glaube, diese Forderungen sind den meisten von uns nicht so wichtig, dass sie dafür gestreikt hätten. Ich persönlich finde zudem manche dieser Forderungen falsch und ärgerlich.

Wofür wir nicht gestreikt haben: Zweifelhafte Forderungen

Fangen wir ganz oben an: Für 6 Prozent mehr hat keiner von uns die Arbeit liegen lassen. Manch einem ist diese Forderung eher peinlich. Wir sind Journalisten. Wir berichten über Tarifauseinandersetzungen und Streiks in anderen Wirtschaftszweigen, etwa in der Metallbranche oder im öffentlichen Dienst. Da nehmen wir die 6 Prozent auf den Streikplakaten auch nicht ernst und fragen uns bisweilen, ob diese Schaukämpfe wirklich sein müssen. Und Journalisten bleiben wir auch dann, wenn es um uns selber geht. Deshalb können wir die Frage nicht ignorieren, was eine Tarifsteigerung bei einem gedeckelten Etat womöglich an Stellenstreichungen und Honorareinsparungen nach sich zieht.

Wir alle freuen uns über mehr Geld. Aber als aktuell arbeitende freie Mitarbeiter/innen in einem WDR-Regionalstudio wissen wir auch, dass wir gut bezahlt werden - wenn wir Arbeit haben. Besser als manche anderen freien Mitarbeiter im WDR. Und deshalb ist es für uns auch nicht entscheidend, ob am Ende eine 2 oder eine 3 vor dem Komma steht.

Freie Mitarbeiter/innen bekommen beim WDR eine jährliche Einmalzahlung. Deren Höhe ist auch Gegenstand der Tarifverhandlungen. In der Vergangenheit gab es einen Festbetrag, der für alle gleich hoch war, egal, was sie im Vorjahr verdient haben. Das bevorzugt die Geringverdiener, und das finde ich gut so. Diesmal fordert der DJV eine Einmalzahlung von 2 Prozent des letzten Bruttogehalts, also: Wer viel verdient, soll mehr bekommen. Wer kommt auf so eine Idee? Welche Diskussion liegt dem zugrunde?

Der WDR hat in den Verhandlungen eine „differenzierte Steigerung der Honorare“ vorgeschlagen. Er will die Honorare für längere künstlerisch-journalistische Werke überproportional anheben und dafür unsere tagesaktuellen Honorare geringer steigen lassen. Im Prinzip finde ich das richtig, auch wenn es in der Praxis sicher eine knifflige Angelegenheit ist, die genau durchdacht werden muss. Der Vorschlag kommt Journalisten zugute, die tendenziell weniger verdienen. Die Gewerkschaften lehnen diesen Vorschlag aber kategorisch ab. Teils sprechen sie sogar davon, dass hier ein Keil zwischen die Freien getrieben werden solle. Das sehe ich ganz anders.  

Für diese zweifelhaften Gewerkschaftspositionen habe ich nicht gestreikt.

Was uns auf den Nägeln brennt: Gegen die Entwertung unserer Arbeit

Wofür waren wir also dann auf der Straße? Wir haben uns am Warnstreik beteiligt, weil wir auch in Zukunft seriös und kompetent als Journalisten arbeiten wollen - mit einer klaren Verankerung in der Region. Wir machen gute Arbeit, aber die Sorge wächst, dass der WDR uns schleichend die Grundlagen dafür entzieht.

Wir erleben im Moment einen tiefgreifende Veränderungsprozess. Unter dem Schlagwort „Crossmedialität“ werden Studios komplett umgekrempelt, baulich genauso wie organisatorisch, Arbeitsbereiche für Redakteure und Freie werden neu zugeschnitten. Das alles wird zentral beschlossen, gesteuert und - z.B. was den Studioumbau betrifft - ohne Rücksprache mit den Betroffenen und gegen ihr Votum durchgezogen.

Mit der Einrichtung des Newsrooms macht der WDR einen weiteren Schritt in Richtung Zentralisierung. Regionale Verankerung und Kompetenz - Kernstücke der WDR-Identität, die uns von anderen unterscheiden - werden zunehmend entwertet. Zugleich bekommen die Redakteure in den Studios im Social Media-Bereich immer mehr Aufgaben aufgebürdet - weil der Sender Angst hat, er könne irgendeinen Onlinetrend verpassen. (Und natürlich ist und bleibt es ein Unding, dass viele dieser Redakteure befristet beschäftigt sind und nicht wissen, wie es danach für sie weitergeht.)

Diese wachsende Arbeitsverdichtung kommt auch bei uns Freien an, gerade im aktuellen Bereich, wo häufig alle alles gleichzeitig von uns haben wollen, so schnell wie möglich, auf möglichst vielen „Ausspielwegen“. Zugleich versucht der WDR, bei den Freien durch die Einführung von Tischreportern und Pauschalhonoraren zu sparen - und zwar mehr, als er uns durch eine Tariferhöhung zurückgibt.

All das sind Gründe, warum wir gestreikt haben - und nicht die Forderung nach mehr Geld! Es wäre schön, wenn der DJV das aufnimmt.

Natürlich ist die Motivation zum Streiken nicht bei allen gleich. Aber es deckt sich schon vieles. Hier eine Zusammenfassung dessen, was KollegInnen aus Essen dazu geschrieben haben:

Ich habe gestreikt, weil...

„… der WDR dazu neigt, in vielen Bereichen nur noch Mindesthonorare zu zahlen, Autorentexte ohne zusätzliche Honorierung fürs Internet zu verwenden oder einseitig Pauschal-Honorare einzuführen. Ich brauche also nicht unbedingt 6 Prozent mehr, aber wenn überall versucht wird zu kürzen, sind es bald 6 Prozent weniger. Und das sollten wir verhindern.“

„... ich als Freie mehr wertgeschätzt werden möchte und nicht immer das Gefühl haben möchte, dass die Verwaltung (nicht die Redaktionen!!) alles tut, um uns mehr Arbeit bei weniger oder gleichen Honoraren aufzubürden. Zum Beispiel, indem immer mehr pauschal vergütete Dienste eingeführt werden.“

„... ich auch in Zukunft eine Arbeitsatmosphäre erwarte, die uns gerne diesen Job ausüben lässt. Das heißt:

- Redakteure, die nicht 20 Dinge zugleich auf dem Schirm haben müssen
- Redakteure, die wissen, dass sie auch in einem Jahr noch angestellt sein werden
- Redakteure, die journalistisch Luft zum Atmen haben
- Freie, denen Zeit zum Recherchieren gegeben wird
- Freie, die Honorare bekommen, die ihnen Existenzängste nehmen
- Freie, die nicht pauschal bezahlt werden

Mir liegt die Atmosphäre im Studio am Herzen. Sollte die Arbeitsverdichtung weiter zunehmen, sehe ich diese Atmosphäre in Gefahr.

Ich werde mich an einem weiteren Warnstreik beteiligen. Allerdings wünsche ich mir Eines von meiner Gewerkschaft: Weg von Betonforderungen, die sich nur um Prozente drehen. Es geht im Moment um mehr als nur um Geld.“

Mehr als 600 WDR-Mitarbeiter*innen im Streik!

Mehr als 600 Kolleginnen und Kollegen des Westdeutschen Rundfunks sind heute dem Streikaufruf des DJV-NRW und der Partnergewerkschaften VRFF und ver.di gefolgt. An allen elf Standorten des WDR in Nordrhein-Westfalen haben angestellte und freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Arbeit niedergelegt.

„Damit haben wir die schon hervorragende Streikbeteiligung vom Dienstag nochmals steigern können. Das ist ein unübersehbares Signal an die WDR-Geschäftsleitung, endlich den berechtigten Interessen der Beschäftigten gerecht zu werden“, so DJV-Verhandlungsführer Volkmar Kah.

Schwerpunkt der heutigen Aktionen waren die Landes- und Regionalstudios: Am Landesstudio Düsseldorf trafen sich bereits am frühen Morgen mehr als 50 Kolleginnen und Kollegen. Die dort angesiedelte ARD-Sendung „Live nach Neun“ musste ausfallen, stattdessen ging ein Best-Of über den Sender. Ebenfalls komplett ausgefallen ist heute die Sendung „Westblick“. Zu erheblichen Störungen kam es bei den Hörfunknachrichten sowie WDR-Aktuell. Die in Essen produzierte Lokalzeit Ruhr im WDR-Fernsehen soll komplett entfallen, bei vielen weiteren Lokalzeiten wird es erhebliche Einschränkungen geben.

In der Kölner Innenstadt protestierten fast 100 angestellte und freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, am Standort Bocklemünd traten rund 300 Beschäftigte von WDR und ARD-Beitragsservice in den Ausstand. In vielen Regionalstudios war nahezu die gesamte Belegschaft im Ausstand. „Ob im Ruhrgebiet, dem Sauer-, Sieger- oder Rheinland, Ostwestfalen oder dem Münsterland – die Kolleginnen und Kollegen haben von der Verweigerungshaltung der WDR-Geschäftsleitung die Nase voll. Und das haben sie heute zum wiederholten Mal deutlich gemacht“, so Kah weiter.

Der Sender hat bislang nicht nur ein völlig unzureichendes Angebot vorgelegt, sondern fordert seinerseits sogar Eingriffe in die Vergütungsstruktur, die erhebliche Verschlechterungen bedeuten. Für den DJV-NRW ist der aktuelle Tarifabschluss für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) weiterhin die Orientierungsmarke. Die von der WDR-Geschäftsleitung geplante Abkopplung der Einkommen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk wird den Leistungen und dem Engagement der Beschäftigten nicht gerecht. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des WDR dürfen von der allgemeinen Entwicklung nicht abgekoppelt werden“, so der DJV-Verhandlungsführer weiter. „Ich bin gespannt, ob der WDR dieses Signal verstanden hat.“ Am morgigen Freitag findet in Köln die vierte Verhandlungsrunde statt.

Über 300 Beschäftigte folgen Streikaufruf am Standort Köln

Über 300 angestellte und freie Beschäftigte des WDR sind heute, am 20. August 2019, nach Köln gekommen, um zu zeigen, was sie von der Verweigerungshaltung der Geschäftsführung in den derzeit laufenden Tarifverhandlungen halten. 

Die zeitlich befristeten Arbeitsniederlegungen stehen im Zusammenhang mit der vierten Runde der Tarifverhandlungen von DJV-NRW und dju mit dem WDR am Freitag, den 23. August 2019 in Köln. Der DJV-NRW ruft heute, Dienstag, den 20. August 2019 von 6 bis 24 Uhr zur Durchsetzung seiner Forderungen und zur Unterstützung der in Köln geplanten Aktionen zu einem Warnstreik auf. Aufgerufen sind alle am Standort Köln festangestellten und freien Journalistinnen und Journalisten des WDR. Aufgerufen sind neben Redakteurinnen und Redakteuren, Volontärinnen und Volontären auch alle Kolleginnen und Kollegen in technischen Berufen, wie Kameraleute oder Cutterinnen und Cutter.

„Heute zeigen die Kolleginnen und Kollegen des WDR in Köln zum Auftakt dieser Woche, was sie von der Verweigerungshaltung des Senders halten. Der Streik wirkt. Auswirkungen zeigen sich bereits zum jetzigen Zeitpunkt durch Programmverschiebungen unter anderem im Morgenmagazin, bei WDR3 und WDR5. Ich setze darauf, dass es uns im Laufe der Woche gelingt, den WDR davon zu überzeugen, ein angemessenes Tarifangebot für die angestellten und frei Beschäftigten des WDR vorzulegen“, sagte DJV-Verhandlungsführer Volkmar Kah. Der Sender legte bislang nicht nur ein völlig unzureichendes Angebot vor, sondern fordert seinerseits sogar Eingriffe in die Vergütungsstruktur, die erhebliche Verschlechterungen bedeuten. Für den DJV-NRW ist der aktuelle Tarifabschluss für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) weiterhin die anzustrebende Orientierungsmarke. Die von der WDR-Geschäftsführung geplante Abkopplung der Einkommen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk wird den Leistungen und dem Engagement der Beschäftigten nicht gerecht. „Die Tarifsteigerungen im WDR  haben sich in der Vergangenheit immer am öffentlichen Dienst orientiert. Es gibt keinen Grund das jetzt zu ändern“, sagt DJV-NRW Geschäftsführer Volkmar Kah. „Die Beschäftigten des WDR müssen von der guten Entwicklung im öffentlichen Dienst profitieren. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des WDR leisten jeden Tag mit Herzblut sehr gute Arbeit. Sie dürfen von der allgemeinen Entwicklung nicht abgekoppelt werden.“

DJV-NRW-Tarifverhandlungscheck mit David Ohrndorf

Externer Inhalt

Dieser Inhalt von

youtube.com

wird aus Datenschutzgründen erst nach expliziter Zustimmung angezeigt.

DJV-NRW-Tarifverhandlungscheck mit Jochen Reinhardt

Externer Inhalt

Dieser Inhalt von

youtube.com

wird aus Datenschutzgründen erst nach expliziter Zustimmung angezeigt.

400 Streikende fordern: Jetzt ist der WDR am Zug!

Mehr als 400 Redakteur*innen, Volontär*innen, Kameramänner und –frauen und sogar Fridays for Future-Anhänger*innen demonstrierten heute Morgen im Rahmen der Warnstreiks beim WDR vor dem Vierscheibenhaus in Köln. Damit endlich Bewegung in die Tarifverhandlungen mit dem Westdeutschen Rundfunk kommt, wird seit sechs Uhr an allen Standorten des WDR gestreikt. Betroffen war auch das ARD-Morgenmagazin: Das Magazin konnte zwischen 7 und 8 Uhr nicht wie gewohnt live, sondern nur eine Wiederholung der vorherigen Stunde senden.

Auch aus den Regionalstudios hatten sich festangestellte und freie Kollegen auf den Weg gemacht. Solidarische Grüße gab es unter anderen von Schülerinnen und Schülern  der Fridays-for-Future-Bewegung. Bevor die Kolleg*innen mit Trillerpfeifen durch die Redaktionen zogen, fand eine sehr gut besuchte Kundgebung mit Reden und Musik statt. Der DJV-NRW Landesvorsitzende Frank Stach und der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall stimmten die Streikenden auf den Protest ein. Überall, selbst freier Journalist beim WDR, appellierte an den Sender:  „Jetzt sollen wir abgekoppelt werden? Gerade wir, die das Programm machen, und wir, die wir dafür sorgen, dass überhaupt etwas läuft, sollen jetzt weniger Wert sein? Lieber WDR, ihr braucht uns.“

Für ihren Protest haben die Streikenden gute Gründe: Zum einen hat der Sender bislang ein völlig unzureichendes Angebot vorgelegt. Und als wäre das nicht schon genug, will er auch die Vergütungsstruktur zu Lasten der Beschäftigten verändern.

Bereits zwei Verhandlungsrunden haben mit der Geschäftsleitung des WDR stattgefunden. Trotzdem weigert sich der Sender, ein angemessenes Angebot vorzulegen. Im Gegenteil: Man will durch Neustrukturierung der Gehaltsstruktur erhebliche Kürzungen durchsetzen

Am heutigen Tag sollte dann auch noch ein Maulkorberlass die Berichterstattung über den Streik unterbinden. In einer internen Rundmail wird dazu aufgefordert, dass "Moderator*innen ihre Position am Mikrofon nicht dazu benutzen, sich inhaltlich zum Thema zu äußern, sondern neutral zu verhalten. Nicht die Gewerkschaften, sondern einzig und allein der WDR hat die Programmverantwortung und entscheidet, inwieweit Streiks gegen den WDR zu Programminhalten werden. Der DJV-NRW sagt dazu: Nicht mit uns!

Den heutigen Warnstreik kann die Geschäftsführung nicht einfach ignorieren. Dafür sind die Auswirkungen allzu deutlich. Höchste Zeit also, dass sich in der nächsten Tarifrunde etwas bewegt! 

Kontakt: Volkmar Kah, Geschäftsführer, Tel.: 0211 233 9 9-210

Warnstreiks beim WDR

Der Deutsche Journalisten-Verband-Nordrhein-Westfalen ruft die Beschäftigten aller Standorte des WDR heute zum Warnstreik auf.

Die zeitlich befristeten Arbeitsniederlegungen stehen im Zusammenhang mit der dritten Runde der Tarifverhandlungen von DJV und dju mit dem WDR am Donnerstag, den 11. Juli 2019 in Köln. „Die Arbeitskampfmaßnahmen sollen der Geschäftsführung des WDR deutlich machen, dass nur konstruktive Verhandlungen zum Ziel zukunftsfähiger Tarifverträge führen“, sagte DJV-Verhandlungsführer Volkmar Kah. Bislang hat der Sender ein völlig unzureichendes Angebot vorgelegt. Als wäre das nicht schon genug, will er auch die Vergütungsstruktur zu Lasten der Beschäftigten verändern. „Die Tarifsteigerungen im WDR  haben sich in der Vergangenheit immer am öffentlichen Dienst orientiert. Es gibt keinen Grund das jetzt zu ändern“, sagt DJV-NRW-Geschäftsführer Volkmar Kah. „Die Beschäftigten des WDR müssen von der guten Entwicklung im öffentlichen Dienst profitieren. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des WDR leisten jeden Tag mit Herzblut sehr gute Arbeit. Sie dürfen von der allgemeinen Entwicklung nicht abgekoppelt werden.“ Der DJV-NRW ruft seine Mitglieder deshalb auf, sich heute an den Aktionen zu beteiligen.

DJV-NRW-Verhandlungscheck mit Frank Stach

Verdienen sich Journalist*innen beim WDR eine goldene Nase?

Wer derzeit der Geschäftsleitung des WDR zuhört, könnte fast auf die Idee kommen...

WDR-Tarifverhandlungen starten heute, 24. Mai 2019

DJV fordert sechs Prozent mehr für Feste und Freie im WDR

„Gutes Programm braucht gute Journalistinnen und Journalisten. Wer gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter will, muss auch gut bezahlen.“ Zum Auftakt der Vergütungstarifverhandlungen im WDR fordert Verhandlungsführer Volkmar Kah für den Deutschen Journalisten-Verband NRW sechs Prozent mehr Geld für feste und freie Mitarbeiter*innen im WDR.

„Als Deutscher Journalisten-Verband sind wir überzeugt, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Zeiten sinkender Meinungsvielfalt im Bereich des Tageszeitungsjournalismus und einer auseinanderfallenden Gesellschaft auch in Deutschland eine herausragende Qualität produzieren muss. Das können nur Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tun, deren Bezahlung an die gesamtwirtschaftliche Entwicklung angepasst wird“, so der Landesvorsitzende Frank Stach. Besonderen Wert legt der DJV-NRW bei seinen Forderungen auf die Gleichbehandlung von festangestellten und freien Mitarbeiter*innen. „Freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind eine wichtige Säule bei der Produktion des WDR-Programms. Sie dürfen nicht schlechter als Festangestellte bezahlt werden“, betont Landesgeschäftsführer Volkmar Kah. Auch eine jährliche Einmalzahlung für Freie in Höhe von zwei Prozent des letzten Jahreseinkommens soll die freien Mitarbeiter*innen mit den Festangestellten gleichstellen.

Zudem sollen Freie an Schulungstagen künftig mit 200 Euro/Tag Ausfallentschädigung honoriert werden und Krankengeld ab dem ersten Tag erhalten. Der DJV möchte den Härtefallfonds für Freie verlängern und aufstocken. Festangestellte Mitarbeiter*innen sollen das Recht haben, die Erhöhung der Einkommen in zusätzliche freie Tage umzuwandeln.

In diesem Jahr hat der DJV bereits weitere Verträge zugunsten der Mitarbeiter*innen im WDR erfolgreich verhandelt: Den Tarifvertrag für Tischreporter*innen in freier Mitarbeit im WDR. Geregelt ist darin die Honorierung von crossmedialen Tätigkeiten in den Redaktionen je nach Aufwand mit unterschiedlichen Tagespauschalen. Für Festangestellte laufen parallel Verhandlungen zur Modernisierung der Arbeitsbedingungen.

Die Hauptforderungen des DJV:

•          Prozentuale Erhöhung der Einkommen und Honorare im Volumen von 6 Prozent bezogen auf zwölf Monate.

•          Eine jährliche Einmalzahlung für freie Mitarbeiter in Höhe von 2 Prozent bezogen auf  das Jahreshonorar des Vorjahres.

Die Meldung wurde auch als Pressemitteilung verschickt. Zur Online Meldung.

Tarifvertrag Crossmediale*r Tischreporter*innen im WDR ab 01.03.2019

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

der WDR und die Gewerkschaften DJV und ver.di haben sich auf einen ersten Tarifvertrag über crossmediale Honorare geeinigt. Geregelt ist darin die Honorierung von crossmedialen Tätigkeiten in den Redaktionen: Eine „crossmediale Tischreporterin“/ein „crossmedialer Tischreporter“ wird künftig je nach Aufwand mit unterschiedlichen Tagespauschalen honoriert.

Dieser Regelung hat am Dienstag der Gesamtvorstand des DJV-NRW als Große Tarifkommission zugestimmt. Grundlage waren auch die Rückmeldungen, die uns auf unsere Mail an alle WDR-Freien im DJV aus dem Januar erreicht haben. Der WDR-Verwaltungsrat und die Tarifkommission von ver.di hatten dem Vertrag bereits zugestimmt. Damit kann der Tarifvertrag ab März 2019 in Kraft treten.

Diese Regelung ist der erste Schritt, um die vom WDR einseitig eingeführten und aus unserer Sicht inakzeptablen Regelungen zur crossmedialen Honorierung in den Leuchttürmen vom Tisch zu bekommen und deren vom Haus geplante Ausweitung auf den gesamten WDR zu verhindern.

Der Tarifvertrag ist auf drei Jahre befristet, also bis Anfang 2022. Während der Laufzeit soll der Einsatz von crossmedialen Tischreportern/-innen regelmäßig evaluiert und von einer paritätisch besetzten Clearingstelle begleitet werden.

Worum geht es in dem Tarifvertrag?

In den crossmedial arbeitenden Bereichen des WDR kann es künftig einen crossmedialen Tischreporter/eine crossmediale Tischreporterin geben. Der Tischreporter/die Tischreporterin soll ausschließlich im „Innendienst“ einer Redaktion vorwiegend für crossmediale Autorentätigkeiten eingesetzt werden. Das können eigene Beiträge für alle Ausspielwege sein, aber zum Beispiel auch Recherchen für andere Kolleginnen und Kollegen. Das Rausgehen/-fahren und Einholen von O-Tönen oder einer Umfrage auf der Straße etwa zählt nicht zu den Aufgaben des Tischreporters/der Tischreporterin. Den vollständigen Tarifvertrag finden Sie hier im Download.

Die wichtigsten Punkte in der Übersicht:

  • Es gibt eine klare Eingrenzung der Tätigkeiten und die Klarstellung, dass es sich beim „Tischreporter“ um einen reinen Innendienst handelt.
    Hierzu gibt es eine Anlage mit Leistungspaketen (Download) und eine Liste mit Tätigkeitsbeispielen (Download), die im Einvernehmen im Rahmen einer gemeinsamen Kommission weiterentwickelt werden kann.
  • Der WDR hebt die Tagessätze (330/430 €) an. Im „Paket 3“ werden künftig 550 € gezahlt, das „Paket 1“ wird mit 350, „Paket  2“ mit 450 € honoriert.
  • Freie Mitarbeiter, die in einem solchen Tischreporterdienst tätig sind, können auf den gleichen Prognosetag weitere werkbezogene Honorarpositionen abrechnen.
  • Die Zahl der Tischreporterdienste wird auf durchschnittlich einen je Redaktion und Werktag begrenzt – zunächst auf WDR-weit 30, nach Start des Newsrooms maximal 50.
  • Der WDR stellt den Gewerkschaften quartalsweise Auswertungen zur Verfügung, aus denen die tatsächliche Anzahl der Tischreporterdienste hervorgeht. Verdichtete Ergebnisse der Evaluation sollen auch der Betriebsöffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
  • Bei Fragen zur Eingruppierung entscheidet eine paritätisch besetzte Clearingstelle. Diese soll gerade in der Anfangsphase für Sicherheit auf beiden Seiten sorgen.

Was wird aus dem/der bisherigen „crossmedialen Tagesreporter/-in?“ und dem „Stufenmodell“?

Der jetzt tarifierte „crossmediale Tischreporter“ ersetzt das bisherige crossmediale Tagesreporter/-in-Modell aus den Leichttürmen Wissenschaft/Wirtschaft/Verbraucher. Außerdem wird der WDR das sogenannte crossmediale Stufenmodell bis auf weiteres nicht mehr anwenden. Beide Honorierungsmodelle hatte der WDR Mitte 2017 einseitig für die Leuchttürme eingeführt.

Wie geht es weiter?

Gewerkschaften und der WDR prüfen derzeit verschiedene Ideen, die die Zusammenarbeit mit den freien Kolleginnen und Kollegen verbessern sollen: Dazu gehören ein regelmäßiges Perspektivgespräch, eine WDR-interne Beschäftigungsbörse und eine kurzfristigere Absicherung bei sozialen Härten. Verschiedene Arbeitsgruppen arbeiten hierzu bereits an Konzepten.

Was ist mit anderen crossmedialen Tätigkeiten?

Insbesondere im geplanten Newsroom, aber auch in anderen Bereichen des WDR gibt es crossmediale Tätigkeiten, die von dem jetzt vorliegenden Tarifvertrag nicht abgedeckt werden, zum Beispiel für originäre non-lineare Ausspielwege. Die Gewerkschaften und der WDR haben sich deshalb darauf verständigt, im 2. Quartal über weitere Honorierungsmodelle zu verhandeln. Wie das aussehen kann, werden wir in den nächsten Wochen mit den Vertreterinnen und Vertretern der Freien im WDR besprechen.

Bei Rückfragen einfach melden:  volkmar.kah@djv-nrw.de.

Beste Grüße
Volkmar Kah

Tarif-Informationen der Verhandlungen im Überblick

Newsletter

Cookie Einstellungen