Mitglied werden
Login Logout Mitglied werden
Warenkorb

Heinen Verlag gibt die Kölnische Rundschau auf

Köln wird zur Einzeitungs-Stadt

26.02.2026
Ansprechpartner*in
Volkmar Kah
Passbild von Volkmar Kah

Die größte Stadt in Nordrhein-Westfalen ist ab April eine Einzeitungs-Stadt. Völlig überraschend hat der Heinen-Verlag am heutigen Donnerstag (26. Februar) die Schließung der Redaktion der Kölnischen Rundschau zum 31. März bekanntgegeben. Mehr als 30 Kolleg:innen in Köln und Bonn verlieren ihren Arbeitsplatz. In Köln wird es damit ab April nur noch eine Lokalredaktion, nämlich die des Kölner Stadt-Anzeigers, geben.

„Das ist nicht nur für die Kolleg:innen, die quasi über Nacht ihre Lebensgrundlage verlieren, ein schwerer Schlag, sondern auch für die Medienmetropole und Millionenstadt Köln“, so Andrea Hansen, Landesvorsitzende des DJV-NRW.

Erst gestern hatte die Belegschaft der Kölnischen Rundschau eine kurzfristige Einladung zur Belegschaftsversammlung erhalten, auf der ihnen heute mitgeteilt wurde, dass sie alle ihre Kündigung erhalten, bis Ende März weiterarbeiten sollen, um dann freigestellt zu werden. Die Marke „Kölnische Rundschau“ – ebenso die Marke „Bonner Rundschau“ – sollen erhalten bleiben und werden künftig vom „Kölner Stadtanzeiger“ produziert. Eine eigenständige Rundschau-Lokalredaktion wird es nicht mehr geben. „Damit wird die Kölnische Rundschau zur Mogelpackung nach dem Modell Zombie-Zeitung“, kritisiert Hansen die Vereinbarung der beiden Verlage.

Der Heinen-Verlag zieht nach 80 Jahren einen Schlussstrich unter seine publizistischen Aktivitäten. Diese hatten mit der ersten Ausgabe der Kölnischen Rundschau am 19. März 1946 begonnen. Der Heinen-Verlag gibt auch seinen 50-Prozent-Anteil an der Rheinischen Redaktionsgemeinschaft (RRG) in Köln an DuMont ab. Die RRG produziert seit 2014 für die Rundschau und den Kölner Stadt-Anzeiger die gemeinsamen Umlandausgaben. Bereits 1999 hatte DuMont das Verlagsgeschäft der Rundschau übernommen.

Der DJV-NRW appelliert an das Medienhaus DuMont, seiner publizistischen Verantwortung gerecht zu werden und für Nordrhein-Westfalens größte Stadt eine zweite unabhängige Lokalredaktion zu erhalten. „Wo die Konkurrenz fehlt, leidet die Qualität und die Medien- und damit Meinungsvielfalt“, so Hansen weiter. Die bei DuMont geplante Einstellung „einer Handvoll Producer“ für die Produktion des weiterhin von der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) bezogenen Mantels ist nach Einschätzung des DJV-NRW kein adäquater Ersatz für die Arbeit der jetzt entlassenen Kolleginnen und Kollegen.

An den bald ehemaligen Herausgeber und langjährigen BDZV-Präsidenten Helmut Heinen appelliert der DJV-NRW, seiner sozialen Verantwortung für seine Mitarbeitenden gerecht zu werden. Der DJV-NRW steht den betroffenen Mitgliedern auch juristisch zur Seite.


Kontakt für Rückfragen: Volkmar Kah, Geschäftsführer DJV NRW, Tel: +49 171 7466 505
Email: volkmar.kah @djv nrw.de
 

Landesverband NRW Zeitungssterben Zeitungen