Deutscher Journalisten-Verband Landesverband Nordrhein-Westfalen

Tarifverhandlungen 2019/2020

Tarifinfo Lokalfunk NRW: Gehaltstarif-Vertrag und Urlaubsgeld

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

nach Rücksprache mit zahlreichen Betrieben haben wir wegen der Corona-Krise und den daraus resultierenden Folgen für die Lokalfunksender die Gehaltstarifverhandlungen im April unterbrochen. In Absprache mit den Arbeitgebern ist der Gehaltstarifvertrag bis Ende 2020 befristet wieder in Kraft gesetzt.

DJV-Mitglieder haben damit Rechtssicherheit in allen Fällen, auch bei Neueinstellungen und Vertragsänderung.  Das war zunächst unter allen Tarifparteien Konsens. Leider haben sich die Kolleg*innen von ver.di Anfang Mai dann entschieden, das entsprechende Moratorium doch nicht zu unterzeichnen. Das bedauern wir. In der Sache entsteht dadurch den Mitarbeitenden in den Betrieben aber erstmal kein Nachteil. Die Gehaltsverhandlungen sollen Ende des Jahres selbstverständlich gemeinsam von DJV und ver.di wieder aufgenommen werden.

Auszahlungszeitpunkt Urlaubsgeld

Nun haben Veranstaltergemeinschaften und Betriebsgesellschaften signalisiert, aus Gründen der Liquiditätssicherung, den ersten Teil der Jahresleistung (Urlaubsgeld) gegebenenfalls erst im Herbst auszahlen zu wollen.

Das können sie theoretisch auch ohne Zustimmung der Gewerkschaften tun. Der entsprechende Paragraph im Manteltarifvertrag bestimmt lediglich den November als letztmöglichen Auszahlungstermin. Alles Weitere bleibt der „betrieblichen Regelung“ vorbehalten.

Wichtig: Eine Verschiebung des Auszahlungszeitpunktes ist mitbestimmungspflichtig! Sollte solch ein Anliegen an Lokalfunkmitarbeiter*innen herangetragen werden, sollten sie unbedingt den Betriebsrat einschalten.

In Sendern ohne Betriebsräte sollten sich Mitarbeiter*innen direkt an den DJV-NRW wenden.

In der Sache gilt es nämlich eine Menge zu beachten:

  • Für jeden Sender sollte genau geprüft werden, ob wirklich eine wirtschaftliche Notwendigkeit besteht. Viele Betriebsgesellschaften haben ausreichende Rücklagen oder können auf die ihrer Gesellschafter zurückgreifen.
  • Wenn das Urlaubsgeld später ausbezahlt wird, sollte die jeweilige Veranstaltergemeinschaft schriftlich zusichern, auf betriebsbedingte Kündigungen mindestens im Jahr 2020 zu verzichten.
  • Zusätzlich sollten aus unserer Sicht die BG-Gesellschafter (Verlag, Kommune) im Falle einer Insolvenz des Senders oder der BG garantieren, dass die Beschäftigten das noch nicht ausbezahlte Urlaubsgeld doch noch bekommen.
  • Auf jeden Fall sollten diejenigen Anteile des sogenannten Urlaubsgelds von der Verschiebung ausgenommen werden, die fest für regelmäßige Verpflichtungen eingeplant sind (zum Beispiel Einzahlung in die betriebliche Altersvorsorge).
  • Außerdem sollte auf eine spätere Auszahlung des sogenannten Urlaubsgelds verzichtet werden, wenn die Mitarbeiter*innen dadurch in wirtschaftliche Notlagen geraten

Der Gehaltstarifvertrag im Lokalfunk NRW war ursprünglich zum 30. Juni 2019 ausgelaufen. Erst am 17. Dezember 2019 starteten die Verhandlungen mit VLR- und BG-Verband. In drei Verhandlungsrunden haben die Arbeitgeber bislang kein Gehaltsangebot auf den Tisch gelegt. Die letzte Tarifrunde war am 4. März 2020.

Zum Download: Tarifinfo vom 03.06.2020

Tarifinfo Lokalfunk NRW: Gehaltstarif-Vertrag und Urlaubsgeld

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

nach Rücksprache mit zahlreichen Betrieben haben wir wegen der Corona-Krise und den daraus resultierenden Folgen für die Lokalfunksender die Gehaltstarifverhandlungen im April unterbrochen. In Absprache mit den Arbeitgebern ist der Gehaltstarifvertrag bis Ende 2020 befristet wieder in Kraft gesetzt.

DJV-Mitglieder haben damit Rechtssicherheit in allen Fällen, auch bei Neueinstellungen und Vertragsänderung.  Das war zunächst unter allen Tarifparteien Konsens. Leider haben sich die Kolleg*innen von ver.di Anfang Mai dann entschieden, das entsprechende Moratorium doch nicht zu unterzeichnen. Das bedauern wir. In der Sache entsteht dadurch den Mitarbeitenden in den Betrieben aber erstmal kein Nachteil. Die Gehaltsverhandlungen sollen Ende des Jahres selbstverständlich gemeinsam von DJV und ver.di wieder aufgenommen werden.

Auszahlungszeitpunkt Urlaubsgeld

Nun haben Veranstaltergemeinschaften und Betriebsgesellschaften signalisiert, aus Gründen der Liquiditätssicherung, den ersten Teil der Jahresleistung (Urlaubsgeld) gegebenenfalls erst im Herbst auszahlen zu wollen.

Das können sie theoretisch auch ohne Zustimmung der Gewerkschaften tun. Der entsprechende Paragraph im Manteltarifvertrag bestimmt lediglich den November als letztmöglichen Auszahlungstermin. Alles Weitere bleibt der „betrieblichen Regelung“ vorbehalten.

Wichtig: Eine Verschiebung des Auszahlungszeitpunktes ist mitbestimmungspflichtig! Sollte solch ein Anliegen an Lokalfunkmitarbeiter*innen herangetragen werden, sollten sie unbedingt den Betriebsrat einschalten.

In Sendern ohne Betriebsräte sollten sich Mitarbeiter*innen direkt an den DJV-NRW wenden.

In der Sache gilt es nämlich eine Menge zu beachten:

  • Für jeden Sender sollte genau geprüft werden, ob wirklich eine wirtschaftliche Notwendigkeit besteht. Viele Betriebsgesellschaften haben ausreichende Rücklagen oder können auf die ihrer Gesellschafter zurückgreifen.
  • Wenn das Urlaubsgeld später ausbezahlt wird, sollte die jeweilige Veranstaltergemeinschaft schriftlich zusichern, auf betriebsbedingte Kündigungen mindestens im Jahr 2020 zu verzichten.
  • Zusätzlich sollten aus unserer Sicht die BG-Gesellschafter (Verlag, Kommune) im Falle einer Insolvenz des Senders oder der BG garantieren, dass die Beschäftigten das noch nicht ausbezahlte Urlaubsgeld doch noch bekommen.
  • Auf jeden Fall sollten diejenigen Anteile des sogenannten Urlaubsgelds von der Verschiebung ausgenommen werden, die fest für regelmäßige Verpflichtungen eingeplant sind (zum Beispiel Einzahlung in die betriebliche Altersvorsorge).
  • Außerdem sollte auf eine spätere Auszahlung des sogenannten Urlaubsgelds verzichtet werden, wenn die Mitarbeiter*innen dadurch in wirtschaftliche Notlagen geraten

Der Gehaltstarifvertrag im Lokalfunk NRW war ursprünglich zum 30. Juni 2019 ausgelaufen. Erst am 17. Dezember 2019 starteten die Verhandlungen mit VLR- und BG-Verband. In drei Verhandlungsrunden haben die Arbeitgeber bislang kein Gehaltsangebot auf den Tisch gelegt. Die letzte Tarifrunde war am 4. März 2020.

Zum Download: Tarifinfo vom 03.06.2020

Tarifinfo 10. März 2020: „Verhandeln statt taktieren“

Verhandeln statt taktieren: Das sind die Lokalfunk-Arbeitgeber ihren Mitarbeiter*innen schuldig. Viel zu viele Überstunden und zu wenig Lohn, um nur einige alltägliche Probleme vieler Kolleg*innen im Lokalfunk NRW zu nennen. Höchste Zeit, dass sich etwas ändert. Wenn es nach den Arbeitgebern ginge, soll das jetzt im Zuge der Tarifverhandlungen aber noch schlimmer werden. Einige Sender haben dagegen vergangene Woche bereits gestreikt. Wenn die Verhandlungen so weiter laufen, werden weitere Sender ihrem Beispiel folgen müssen.

In der vergangenen Woche hatten wir Sie/Euch schon kurz über den unbefriedigenden Stand der Gehaltstarifverhandlungen informiert. Wie versprochen kommen hier alle wesentlichen Fakten einmal ganz ausführlich. Zugleich möchten wir auf Nebelkerzen reagieren, die die in der Sache immer noch verhandlungsunwilligen Arbeitgeber im Nachgang der Verhandlungen zu zünden versuchen. Nein, die Gewerkschaften verweigern sich nicht „einem weiteren konstruktiven Dialog und dem Angebot der Arbeitgeber“. Den Dialog abgebrochen haben an diesem Tag die Arbeitgeber. Und sie sind es auch, die sich verweigern.
(...)

Kreative Mittagspause bei Radio MK!

"Wir sagen STOP zu längeren Arbeitszeiten, einer schlechteren Bezahlung und fehlender Zukunftsperspetive für unseren Nachwuchs", sagen die Mitarbeiter*innen von Radio MK. Mit Recht.
Heute wenden sie sich die Kolleginnen und Kollegen direkt an ihre Hörerinnen und Hörer und bitten um Unterstützung.

Der DJV-NRW fordert 4,5 % mehr Gehalt für alle Mitarbeiter*innen im Lokalfunk NRW und mindestens 200 Euro für Volontär*innen und Jungredakteur*innen. Anstatt eines Gehaltsangebots haben die Arbeitgeber in den vergangenen zwei Verhandlungsrunden aber nur Gegenforderungen auf den Tisch gelegt. Heute gehen die Verhandlungen in die dritte Runde.

Über das Ergebnis der Verhandlungen halten wir Sie hier auf dem Laufenden.

Audiobotschaft der Kolleg*innen von Radio MK

Streik bei Radio Bochum!

"Immer mehr Arbeit und dafür jetzt sogar weniger Geld? Das kann es doch nicht sein!" Auch die Beschäftigten bei Radio Bochum haben vor der morgigen Verhandlungsrunde zu den Gehältern im Lokalfunk ihren Unmut über die Verweigerungshaltung der Arbeitgeber klar gemacht. Ab 5 Uhr fielen in Bochum lokale Inhalte aus.

Der DJV-NRW hatte die Redakteur*innen des Senders von 5 bis 10 Uhr zum Warnstreik aufgerufen. Nach der Frühschicht von Hellweg Radio legten heute auch die fest angestellten Mitarbeiter der Frühschicht in Bochum die Arbeit nieder, so dass die Hörer*innen morgens nur Musik und Musikbetten statt lokaler Inhalte geboten bekamen. Viele aus der Tagschicht kamen extra früher, um ihre Unterstützung für die Warnstreikenden auszudrücken. 

Der DJV-NRW fordert 4,5 % mehr Gehalt für alle Mitarbeiter*innen im Lokalfunk NRW und mindestens 200 Euro für Volontär*innen und Jungredakteur*innen. Anstatt eines Gehaltsangebots haben die Arbeitgeber in den vergangenen zwei Verhandlungsrunden aber nur Gegenforderungen auf den Tisch gelegt. „Die Kolleginnen und Kollegen im Lokalfunk erwarten von den Arbeitgebern endlich ein verhandelbares Angebot statt einer Streichliste. Das haben die Beschäftigen von Radio Bochum heute und von Hellweg Radio in Soest gestern deutlich gemacht. Immer höhere Arbeitsanforderungen müssen vernünftig entlohnt werden“, sagt Volkmar Kah, Verhandlungsführer und Geschäftsführer des DJV-NRW. 

Die Arbeitgeber wollen stattdessen am bisherigen Manteltarifvertrag Kürzungen und Änderungen vornehmen. So soll zum Beispiel die Arbeitszeit auf 40 Stunden pro Woche erhöht und Teile von Weihnachts- und Urlaubsgeld nur gezahlt werden, wenn bestimmte Leistungsziele erreicht sind. Zudem soll es für Neueingestellte ein zweites, schlechteres Tarifwerk und für defizitäre Sender einen Beschäftigungssicherungs-Tarifvertrag  geben, in dem tarifliche Leistungen ausgesetzt werden.

Streik bei Hellweg Radio in Soest!

Musikbett statt lokaler Inhalte – bei Hellweg Radio gab es heute Morgen nur Gedudel anstatt Nachrichten und Beiträgen aus der Region. Der DJV-NRW hatte die Redakteurinnen und Redakteure von Radio Hellweg in Soest von 6 bis 10 Uhr zum Warnstreik aufgerufen. Die komplette Frühschicht folgte diesem Aufruf. Die Beschäftigten wollen zum Auftakt der Verhandlungswoche den Arbeitgebern so deutlich machen, dass sie die Gegenforderungen nach mehr Arbeit für weniger Geld und eine Hinhaltetaktik wie in vergangenen Tarifrunden nicht hinnehmen werden.

„Das ist keine Wertschätzung der Kolleginnen und Kollegen im Lokalfunk. Viele der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten ohne Pausen und machen Überstunden. Stress, Hektik und Schichtdienst bestimmen den Arbeitsalltag. Das muss sich auch auf dem Gehaltszettel niederschlagen“, sagt dazu Volkmar Kah, Verhandlungsführer und Geschäftsführer des DJV-NRW. Am Mittwoch gehen die Verhandlungen in die dritte Runde. Der DJV-NRW fordert 4,5 % mehr Gehalt für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Lokalfunk NRW und mindestens 200 Euro für Volontärinnen und Volontäre sowie Jungredakteurinnen und Jungredakteure. 

In die ersten beiden Runde der Tarifverhandlungen brachten die verhandelnden Gewerkschaften DJV-NRW und ver.di klare Vorstellungen ein. Anstatt ein Gegenangebot auf die Tarifforderungen zu machen, legten die Arbeitgeber in der Gehaltstarifverhandlung eine Horrorliste vor: Sie wollen am bisherigen Manteltarifvertrag Kürzungen und Änderungen vornehmen. Ihnen schwebt zum Beispiel vor, die Arbeitszeit auf 40 Stunden pro Woche zu erhöhen und Teile von Weihnachts- und Urlaubsgeld nur dann zu zahlen, wenn bestimmte Leistungsziele erreicht werden. Zudem soll für Neueingestellte ein zweites, schlechteres Tarifwerk und für defizitäre Sender ein Beschäftigungssicherungs-Tarifvertrag entwickeln werden, in dem tarifliche Leistungen ausgesetzt werden.

„Das werden nicht nur die Kolleginnen und Kollegen von Hellweg Radio nicht hinnehmen“, kommentiert Kah den ersten Streiktag in der laufenden Verhandlungsrunde. Auch der Verein der Chefredakteure und viele Veranstaltergemeinschaften haben in den vergangenen Wochen gegenüber ihrem verhandelndem Dachverband VLR schon klar gemacht, dass sie nicht hinter dessen Horrorliste stehen. „Ich hoffe, dass dieses Signal nun auch am Verhandlungstisch ankommt“, so Kah weiter.

4.TARIF-INFO Lokalfunk NRW: Arbeitgeber verweigern weiter Gehaltsangebot

„Wir haben den Arbeitgebern unsere Vorstellungen für einen modernen Tarifvertrag auf den Tisch gelegt, der das System für Neueinstellungen attraktiver macht. Wir sprechen auch gerne über bessere Bedingungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf für die jetzigen Beschäftigten oder einen Ausbildungstarifvertrag, der längst überfällig ist. Aber wir sind hier in Gehaltstarifverhandlungen und machen den zweiten Schritt nicht vor dem ersten. Ohne ein Angebot für eine lineare Gehaltserhöhung reden wir nicht über strukturelle Änderungen. Und strukturelle Änderungen können dann auch nicht nur ein Spardiktat sein, bei dem Kolleginnen und Kollegen im Laufe eines Berufslebens auf fünfstellige Summen verzichten“, sagt Volkmar Kah, Verhandlungsführer des DJV-NRW, zur Runde vom 4. März.

Auch in der dritten Runde in den laufenden Tarifverhandlungen im NRW-Lokalfunk waren die Arbeitgeber nicht bereit, ein lineares Gehaltsangebot zu machen. Sie wollen „förmlich in Verhandlungen“ zu ihren geforderten Änderungen am Manteltarifvertrag treten. Sollten die Gewerkschaften sich darauf einlassen, bis Herbst aber keine Regelungen finden, stellten die Arbeitgeber 1000 Euro Einmalzahlung für die Mitarbeiter*innen der Sender in Aussicht, die 2019 und 2020 Gewinne machen. „Das ist ein Nicht-Angebot“, kommentiert ver.di-Verhandlungsführer Holm-Andreas Sieradzki diesen Vorschlag. Ihre Horrorliste haben die Arbeitgeber übrigens wieder nicht vom Tisch genommen. „Das ist nicht im Sinne der Beschäftigten, die mit Warnstreiks und anderen Aktionen in dieser Woche gezeigt haben, was sie vom Streichpaket der Arbeitgeberseite halten. Und auch nicht im Sinne vieler Veranstaltergemeinschaften, die sich mit zahlreichen Protestbriefen an den VLR ebenfalls für eine angemessenes  Angebot an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aussprechen.“

Eigentlich geht es in diesen Verhandlungen rein ums Tarifentgelt. Die Gewerkschaften hatten vorgeschlagen, sich schnell auf neue Gehälter zu einigen um dann in Ruhe über die Strukturfragen zu sprechen. Das lehnen die Arbeitgeber weiterhin strikt ab. Sie haben die Verhandlungsrunde verlassen, ohne einen neuen Termin auszumachen. „Jetzt geht es darum, der Gegenseite deutlich zu machen, dass die Lokalfunkerinnen und Lokalfunker auf einem Gehaltsangebot bestehen, das ihrem Engagement und Einsatz gerecht wird. Ich bin sicher, dass die Kolleginnen und Kollegen in den kommenden Wochen Wege finden werden, das zu tun“, erläutert Kah das weitere Vorgehen.

Die Tarifinformation gibt es auch als PDF-Dokument zum Download.

Update: Die Arbeitgeber haben inzwischen zugesagt, den bislang nur geblockten Tarifverhandlungstermin am 29. April wahrzunehmen. Die Verhandlungen gehen weiter.

3. TARIF-INFO Lokalfunk NRW: Immer noch kein Angebot der Arbeitgeber

In der zweiten Runde in den laufenden Tarifverhandlungen im NRW-Lokalfunk sind die Tarifparteien keinen Schritt weiter gekommen. Die Arbeitgeber haben erneut ihr Streichpaket aus der ersten Runde auf den Tisch gelegt und waren nicht bereit, ein Gehaltsangebot zu machen. „Mit ihren Forderungen entwerten die Arbeitgeber die Arbeit der Lokalfunkbeschäftigten und verkaufen das als Idee, im Lokalfunk Perspektiven für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schaffen. Zukunftsperspektiven sehen aber anders aus“,  fasst Volkmar Kah, Verhandlungsführer des DJV-NRW, die Runde vom 22. Januar zusammen.

Die Betriebsgesellschaften und Veranstaltergemeinschaften bestehen darauf, dass erst die von ihnen geforderten Verschlechterungen Punkt für Punkt behandelt werden, ehe sie über eine Gehaltserhöhung reden wollen. Erst am Ende der Verhandlungen soll nach ihren Vorstellungen entschieden werden, ob die ausgehandelten Elemente wirklich so übernommen werden.  „Das Problem ist: Die Beschäftigten sollen zunächst auf vieles verzichten, ehe die Arbeitgeber irgendwann vielleicht einmal mit einem Angebot kommen. Darauf lassen wir uns nicht ein“, verdeutlicht Holm-Andreas Sieradzki, ver.di-Verhandlungsführer, die Arbeitgeberstrategie.

Eigentlich geht es in diesen Verhandlungen rein ums Tarifentgelt. Die Gewerkschaften hatten vorgeschlagen, sich schnell auf neue Gehälter zu einigen um dann in Ruhe über die Strukturfragen zu sprechen. Das lehnen die Arbeitgeber weiterhin strikt ab.

Wann die nächste Verhandlungsrunde stattfindet, ist noch offen.

Die Tarifinformation gibt es auch als PDF-Dokument zum Download.

2.TARIF-INFO Lokalfunk NRW - Verhandlungsauftakt: Horror-Liste statt Angebot

„Mit diesem Papier legen die Arbeitgeber die Axt ans Lokalfunksystem in NRW“ kommentiert Volkmar Kah, Verhandlungsführer des DJV-NRW, die Vorstellungen der Arbeitgeber zur Umgestaltung der Lokalfunkstruktur. Anstatt ein Gegenangebot auf die Tarifforderungen von DJV und ver.di zu machen, legten die Arbeitgeber zum gestrigen Verhandlungsauftakt (17.12.19) der Gehaltstarifverhandlungen eine Horrorliste vor. 
Sie wollen am bisherigen Manteltarifvertrag Kürzungen und Änderungen vornehmen. Ihnen schwebt z.B. vor, die Arbeitszeit auf 40 Stunden pro Woche zu erhöhen und Teile von Weihnachts- und Urlaubsgeld nur dann zu zahlen, wenn bestimmte Leistungsziele erreicht werden. Zudem soll für Neueingestellte ein zweites Tarifwerk und für defizitäre Sender ein Beschäftigungssicherungs-Tarifvertrag entwickeln werden, in dem tarifliche Leistungen ausgesetzt werden.
 
„Betriebsgesellschaften und Veranstaltergemeinschaften geben vor, den Lokalfunk für die Zukunft fit machen zu wollen, ihnen fällt aber nichts Besseres ein, als an den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu sparen und behaupten dann auch noch, ihre Liste seien „Reformvorschläge“, kritisiert Holm-Andreas Sieradzki, ver.di-Gewerkschaftssekretär für den Bereich Medien, Kunst und Industrie. „So macht man den Lokalfunk nicht attraktiver für neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Den Sendern fehlt jetzt schon der Nachwuchs - so werden die Arbeitgeber keine neuen Volontärinnen und Volontäre finden“, ergänzt Kah.
 
Eigentlich geht es in diesen Tarifverhandlungen rein ums Tarifentgelt. Die Gewerkschaften hatten vorgeschlagen, sich schnell auf neue Gehälter zu einigen um dann in Ruhe über die Strukturfragen zu sprechen. Das lehnen die Arbeitgeber strikt ab. „Wertschätzung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sieht anders aus. Dieses Weihnachtspräsent hätten sich die Arbeitgeber schenken können!“ betont Sieradzki. „Ich bin sicher, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der 44 Lokalfunkstationen sich das nicht gefallen lassen. Und ich bin gespannt, was die Vertreter der gesellschaftlichen Gruppen in den Veranstaltergemeinschaften zu dem sagen, was ihre vermeintlichen Spitzenvertreter da veranstalten“, ergänzt Volkmar Kah.

Die nächste Verhandlungsrunde findet am 23.1.2020 statt.

Die Tarifinformation gibt es auch als PDF-Dokument zum Download

Tarifverhandlungen im Lokalfulfunk am 17.12.2020

Am Dienstag (17.12.) startet die erste Runde der Gehaltstarifverhandlungen im NRW-Lokalfunk.
Der DJV-NRW hat die Forderungen für die anstehenden Tarifverhandlungen bereits an die Arbeitgeberseite übermittelt: Wir fordern für alle Lokalfunker*innen 4,5 Prozent mehr Gehalt, analog zu den Kolleg*innen im privaten Rundfunk (TPR).
 
Die Beschäftigen im NRW-Lokalfunk machen einen guten Job und fordern zu Recht, nicht von der Einkommensentwicklung abgekoppelt zu werden. Zu erwarten sind auch diesmal anstrengende Verhandlungen. Deswegen benötigen wir auch Eure Hilfe.
 
Mit Mühe und Danke Eurer Streiks haben wir uns mit dem Arbeitgeber Ende 2017 auf einen Abschluss geeinigt. Damals hatten die Gewerkschaften außerdem
angeboten, nach dem Abschluss mit den Arbeitgebern über Strukturfragen zu diskutieren. Allerdings ist die Arbeitgeberseite seit Dezember 2017 nicht auf den DJV zugekommen. Trotzdem ist das Thema vermutlich nicht vom Tisch. Im Gegenteil: Einige Betriebsgesellschaften verfolgen gerade einen harten Sparkurs. Wenn Sender ihre wirtschaftliche Notlage belegen, sind wir bereit, die tarifvertraglichen Regelungen befristet außer Kraft zu setzen.
Nun geht es aber zunächst darum, für das bundesweit erfolgreichste Rundfunkmodell faire und zukunftsgerichtete Gehälter und Arbeitsbedingungen zu verhandeln.
Ihr verdient eine Entlohnung, die den wachsenden Ansprüchen an die Arbeit der Lokalfunker*innen gerecht wird; Rahmenbedingungen, die die zunehmende Arbeitsverdichtung in den Redaktionen berücksichtigen. Zu beidem gibt es von den Arbeitgebern keinerlei konstruktive Vorschläge. Der Unmut in den Lokalfunkredaktionen wächst, und Sie als Mitarbeiter*innen fühlen sich zu Recht weder ernst genommen noch wertgeschätzt.
 
Solltet ihr Euch vorab intensiver über die vergangenen aber vor allem kommenden Tarifverhandlungen informieren wollen, empfehlen wir Euch unseren neuen DJV-NRW-Lokalfunkpodcast "Auf einer Welle". Eure frühere Kollegin Sascha Fobbe nimmt Euch im Podcast wöchentlich mit zu Gesprächen mit der Verhandlungskommission, erklärt was sich hinter der VG genau verbirgt und ist für Euch bei mehreren Hörfunkpreisverleihungen dabei, bei denen Kolleg*innen aus NRW prämiert wurden. Jeden Dienstag gibt es eine neue Folge zu hören auf unserem YouTube-Kanal DJV NRW sowie über unsere Facebook-Seite und auch über die Homepage. Von dort können die Folgen auch heruntergeladen werden: www.djvnrw.de/startseite/info/berufbetrieb/rundfunk/lokalfunk-nrw.html
 
Wir halten Sie auf dem Laufenden und freuen uns über jede Form der Unterstützung.

Gehaltstarifverhandlungen im Lokalfunk

Im NRW-Lokalfunk stehen die nächsten Verhandlungen über einen Gehaltstarifvertrag an. Der aktuelle Tarifvertrag galt bis zum 30. Juni 2019. Der DJV-NRW hat ihn Ende März mit Wirkung zum 30. Juni gekündigt, um in Neuverhandlungen eintreten zu können. Er fordert für die Beschäftigen eine deutliche Gehaltssteigerung. „Die Beschäftigen im NRW-Lokalfunk machen einen guten Job und fordern zu Recht, nicht von der Einkommensentwicklung abgekoppelt zu werden“, erklärte DJV-NRW-Geschäftsführer Volkmar Kah. Ein Verhandlungstermin steht noch nicht fest.

Zu erwarten sind auch diesmal anstrengende Verhandlungen. Schon bei der letzten Runde hatte der Verband der Betriebsgesellschaften – mit Verweis auf die wirtschaftliche Lage der Sender – Einschnitte bei Urlaubs- und Weihnachtsgeld gefordert (obwohl der Manteltarifvertrag gar nicht gekündigt war). Mit Mühe (und Nachdruck durch Streiks) hatten sich Gewerkschaften und Arbeitgeber Ende 2017 auf einen Abschluss geeinigt. Damals hatten die Gewerkschaften angeboten, nach dem Abschluss mit den Arbeitgebern über Strukturfragen zu diskutieren. Allerdings ist die Arbeitgeberseite seit Dezember 2017 nicht auf den DJV zugekommen.

Trotzdem ist das Thema vermutlich nicht vom Tisch. Im Gegenteil: Einige Betriebsgesellschaften verfolgen gerade einen harten Sparkurs. Volkmar Kah verweist auf die bestehende Öffnungsklausel: „Wenn Sender ihre wirtschaftliche Notlage belegen, sind wir bereit, die tarifvertraglichen Regelungen befristet außer Kraft zu setzen.“

 

Tarifeinigung im Lokalfunk NRW erzielt

Die Tarifparteien im NRW-Lokalfunk haben sich auf ein Ergebnis geeinigt: Ab dem 1. Februar 2018 steigen die Gehälter um 1,95 %. Mit dem Dezembergehalt 2017 bekommen Angestellte und Volontäre eine Einmalzahlung in Höhe von 1.000 Euro. Der Gehaltstarifvertrag läuft bis zum 30. Juni 2019.
 
Nach achtmonatigen Verhandlungen liegt im Tarifstreik des NRW-Lokalfunks ein Ergebnis vor: Mit dem Dezembergehalt 2017 bekommen Angestellte und Volontäre eine Einmalzahlung in Höhe von 1.000 Euro. Teilzeitbeschäftigte und Angestellte, die nach April 2017 im Lokalfunk angefangen haben, erhalten die Einmalzahlung anteilig. Das ist die höchste Einmalzahlung, die bei Lokalfunk-Tarifverhandlungen jemals erzielt worden sind. Und zum ersten Mal bekommen Redaktionsassistentinnen sowie Volontäre dieselbe Summe wie die Redakteure. Ab dem 1. Februar 2018 steigen dann die Gehälter um 1,95 %, der Gehaltstarifvertrag läuft bis zum 30.  Juni 2019.  
 
Die Verhandlungen wurden begleitet von verschiedenen Aktionen: Am 14. Oktober trafen sich zahlreiche Kolleginnen und Kollegen in Oberhausen, um bei einer Sitzung der Veranstaltergemeinschaften und Chefredakteure zu protestieren. Im weiteren Verlauf wurden Protestbriefe verschickt und aktive Mittagspausen in Sendern durchgeführt, am 21. November streikten die Belegschaften von Radio Essen, Radio Wuppertal und Radio Köln. Damit konnten unter anderem Angriffe der Arbeitgeberseite auf die Jahressonderleistung für diese Entgeltrunde abgewehrt werden.
 
„Wir sind froh, dass wir einen Kompromiss gefunden haben, der einerseits die Erwartungen der Lokalfunkerinnen und Lokalfunker berücksichtigt, andererseits den Arbeitgebern ermöglicht, den Flächentarifvertrag fortzuführen“, beschreibt Sascha Fobbe aus der DJV-NRW-Tarifkommission die extrem schwierigen Verhandlungen. „Ohne die Aktionen der Beschäftigten wäre ein Abschluss nicht möglich gewesen“, erklärte ver.di-Verhandlungsführer Christof Büttner.
 
Die Arbeitgeberseite will schon im kommenden Jahr Strukturfragen in Mantel- und Gehaltstarifvertrag zu beraten. Die Gewerkschaftsseite hat sich dazu bereit erklärt, weil sie hofft, dass die Gespräche in ungekündigtem Zustand der Tarifverträge konstruktiver verlaufen.
Die zuständigen Gremien beider Seiten müssen dem Verhandlungsergebnis noch bis zum 18. Dezember zustimmen, damit der Vertrag in Kraft treten kann.

Newsletter

Cookie Einstellungen

Statistik-Cookies dienen der Analyse und helfen uns dabei zu verstehen, wie Besucher mit unserer Website interagieren, indem Informationen anonymisiert gesammelt werden. Auf Basis dieser Informationen können wir unsere Website für Sie weiter verbessern und optimieren.

Anbieter:

etracker GmbH

Datenschutz