Deutscher Journalisten-Verband Landesverband Nordrhein-Westfalen
DJV macht Schule
Wir bringen Schulen und Journalist:innen zusammen.

Der DJV-NRW ist Partner der Initiative Journalismus macht Schule

Die Corona-Krise hat wieder einmal eindringlich gezeigt, wie wichtig es ist, Informationen von Halbwahrheiten und Falschnachrichten unterscheiden zu können. Diese Nachrichtenkompetenz sollte auch in den Schulen vermittelt werden. Bereits seit vielen Jahren engagieren sich journalistische Kolleg:innen in diesem Themenfeld. Sie besuchen Unterrrichtsstunden oder unterstützen dabei, Lehreinheiten zu journalistischen Themen zu entwickeln. Viele Medien und Bildungsorganisationen haben sich zudem im Jahr 2020 zum bundesweiten Bündnis Journalismus macht Schule zusammengeschlossen. Mit Tipps und Tools für den Klassenraum will die Initiative dazu beitragen, Medienkompetenz und praktische Kenntnisse zu vermitteln, vor Ort in den Schulen und auch für den digitalen Fernunterricht.

Das steckt dahinter: Die Initiative „Journalismus macht Schule“ will helfen, Erfahrungen und Unterrichtsmaterialien zu bündeln und Unterrichtsbesuche von Journalist:innen zu vermitteln.  Deshalb haben sich Journalist:innen der Süddeutschen Zeitung, der Zeit, von ARD-Anstalten, des ZDF, von CORRECTIV, der Reporterfabrik, der Lie Detectors, des Netzwerks Recherche, von Journalistenschulen und Universitäten, mit Akteuren der Lehrerfortbildung und Medienpädagogen, Medienanstalten und Institutionen der politischen Bildung zusammengetan, um diese Aufgabe zu erfüllen. Ziel ist es, in einer koordinierten und nachhaltigen Anstrengung von Medienschaffenden und Lehrenden, Schüler:innen zu kompetenten Akteuren in der demokratischen Öffentlichkeit zu machen.

In Nordrhein-Westfalen steht der DJV-NRW der Initiative als Partner zur Verfügung. Wir bringen Schulen und Journalist:innen zusammen.

+++ Fit für die Schule - Klassenbesuche gestalten +++ Online-Seminar am 7. Dezember 2021 +++

Um Kolleg:innen, die noch nie vor einer Klasse gestanden haben, das passende Rüstzeug an die Hand zu geben, bietet der DJV-NRW dieses Webinar an. Referentin ist Kerstin Schröter, Co-Sprecherin der Initiative Journalismus macht Schule. In dem etwa einstündigen Webinar, das als Online-Format angeboten wird, gibt Schröter eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für Klassenbesuche, nennt konkrete Beispiele für die inhaltliche Ausgestaltung und erläutert auch No-Gos, also Stolperfallen, die sich im Umgang mit Heranwachsenden vermeiden lassen. Dazu gibt es natürlich Zeit, um Fragen zu stellen und sich auszutauschen. Das Webinar wird kostenlos angeboten. Es richtet sich an Journalist:innen ohne spezielle Vorkenntnisse.

Das Seminar wird am Dienstag, 7. Dezember, von 18 bis 19 Uhr angeboten.

Mehr Information und Anmeldung

Für Schulen

Interessierte Lehrer:innen können sich über ein Kontaktformular für einen Schulbesuch anmelden. Abgefragt werden unter anderem Klassenstufe, Inhalt des Besuchs oder die gewünschte Dauer. Sollte ein/e Journalist:in zu den Daten und Wünschen passen, vermitteln wir zügig deren Kontaktdaten. Klassenbesuche sind "analog" vor Ort oder auch digital möglich. Hier für einen Klassenbesuch eintragen.

Unterrichtsmaterial

Interssierten Journalist:innen bietet die Initiative reichlich Unterrichtsmaterial an, das bei Bedarf verwendet werden kann. Zudem gibt es Hilfestellungen für Kolleg:innen, die zwar einen Klassenbesuch übernehmen möchten, aber etwas Unterstützung bei der Umsetzung brauchen. Einfach mal hier stöbern.

Für Journalist:innen

Interessierte Journalist:innen, die gern vor Schüler:innen über ihre Arbeit berichten möchten, können sich dazu in eine Liste eintragen lassen. Sobald eine Schule in der Nähe eine entsprechende Anfrage stellt, werden die Kontaktdaten vermittelt. Klassenbesuche können sowohl "analog" im Schulegebäude oder digital realisiert werden.  Hier für einen Klassenbesuch vormerken lassen.

Kontakt

Fragen zum Projekt beantwortet:

Ansprechpartnerin DJV-NRW
Mareike Weberink
montags bis donnerstags: 0211- 23399-30
E-Mail: schule@djv-nrw.de

Ansprechpartner Reporterfabrik
Dominik Steiniger
montags bis freitags: 0201-36558879

"Wichtig ist, sich gut vorzubereiten"

Klassenbesuche: Hilfreich, an die Lebenswirklichkeit der Jugendlichen anzuknüpfen

Wolfgang Birkenstock ist Bildjournalist und Vorsitzender des Fachausschuss Bild im DJV-NRW. Schon vor der neuen Partnerschaft des DJV-NRW mit der Initiative Journalismus macht Schule hat er mehrere Klassenbesuche angeregt und umgesetzt. Ein kurzes Gespräch über manipulierte Bilder, Rätselrunden und die Lebenswirklichkeit von Jugendlichen.

Was hat Dich motiviert, in die Schulen zu gehen?
Wolfgang Birkenstock: Auslöser war die Flüchtlingsbewegung 2015 und die damit verbundene Berichterstattung beziehungsweise der Umgang mit dem Thema und die Kritik daran. Stichwort Lügenpresse. Wir haben gedacht, dass wir mit jungen Menschen dazu ins Gespräch kommen müssen, um zu zeigen, wie wir arbeiten und warum wir wie berichten. Gemeinsam mit Andreas Düspohl vom Internationalen Zeitungsmuseum als Historiker und Amien Idries von der Aachener Zeitung bin ich dann in verschiedene Schulen gegangen.

Was war Deine Aufgabe?
Birkenstock: Mein Part war zu zeigen, welcher Schindluder mit Bildern getrieben werden kann, wie Bilder manipuliert werden können. Und damit meine ich nicht nur, etwas in Bilder hineinzumontieren, was gar nicht da war, sondern auch, wie etwa die gewählte Perspektive oder der Bildausschnitt die Aussage eines Bildes verändern kann.

Ging es dabei nur um die Berichterstattung zu den Flüchtlingen?
Birkenstock: Nein, das war eigentlich nur der Aufhänger, um das Projekt anzustoßen. Ich habe ganz verschiedene Bilder gezeigt. Ein Beispiel war ein Bild von einem Fußballspiel. Dort war der Ball nachträglich ganz schlecht hineinmontiert worden. Ich habe dann gefragt, ob den Jugendlichen etwas auffällt. Denen war wegen meiner Frage natürlich schnell klar, dass etwas faul sein muss an dem Bild. Und ausgehend von solchen „harmloseren“ Bildmanipulationen haben wir dann auch andere Motive angeschaut. Aus der Sowjetunion etwa, wo in Ungnade gefallene Menschen nachträglich aus Bildern herausretuschiert wurden. Und natürlich Fotos aus der Berichterstattung der vergangenen Jahre.

Wie alt waren die Kinder und Jugendlichen?
Birkenstock: Die jüngsten Schülerinnen und Schüler waren in Klasse acht. Das war aber eine Ausnahme. Zumeist haben die Abiturjahrgänge, also die Stufen zehn, elf und zwölf teilgenommen.

Haben sich immer Diskussionen mit den Klassen ergeben?
Birkenstock: Natürlich hat man mitunter eine Klasse, die das alles nicht die Bohne interessiert. Das war bei uns aber die absolute Ausnahme. Meistens ist eine gute und rege Diskussion entstanden. Ich habe festgestellt, dass so eine kleine Rätselrunde am Anfang ganz gut ankommt. Wichtig ist, an der Lebenswirklichkeit von Jugendlichen anzuknüpfen und keine Beispiel zu nehmen, mit denen sie gar nichts anfangen können.

Hast Du einen Tipp für Kolleg:innen, die noch nie einen Klassenbesuch gemacht haben?
Birkenstock: Wer noch nie vor größeren Gruppen gesprochen hat und deswegen aufgeregt ist, wird das auch bei einem Klassenbesuch sein. Aber das ist ganz normal. Gute Vorbereitung hilft dabei und ist wirklich wichtig. Man sollte sich vorher Gedanken machen, was möchte ich erzählen und wie.

Muss ich mir Sorgen machen, was die Jugendlichen fragen könnten?
Birkenstock: Nein, eigentlich nicht. Da gibt es keinen Grund, aufgeregt zu sein. Wir wurden nie kalt erwischt, sondern eher überrascht. Jugendliche machen sich Gedanken, auf die Erwachsene manchmal gar nicht kommen. Es war aber nie ein Problem, eine Frage zu beantworten. Wer den Beruf mag und gern davon erzählt, kommt auch vor einer Klasse klar.

Videomaterial der Initiative Journalismus macht Schule

Was JournalistInnen erwartet und wie man sich vorbereitet. Die beiden NDR-Reporter Carolin Fromm und Christian Deker erläutern in einem Video-Webinar, wie sie bei ihren Schulbesuchen vorgehen, was Journalisten erwartet und wie man sich vorbereitet.

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Ist die Pandemie im Griff? Kostenloser Online-Kurs der Reporterfabrik für Schüler*innen und Lehrer*innen. Haben wir überreagiert, aus Angst, zu wenig zu tun? Oder haben sogar die Leute recht, die das Virus für nicht gefährlicher halten als das normale saisonale Grippevirus? Auf einige Fragen gibt Maja Weber in diesem Workshop Antworten.

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Wie man SchülerInnen ermuntert, Forderungen zu artikulieren. Demokratische Teilhabe ist für Jugendliche der beste Zugang, um Demokratie zu verstehen und mitzugestalten. In einem Crash-Kurs lernen sie, wie man mit dem Handy Videos macht, ohne schneiden zu müssen. Und so die eigenen Interessen veranschaulicht.

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