Deutscher Journalisten-Verband Landesverband Nordrhein-Westfalen

Gewalt gegen Journalist*innen

Zehn Tipps: Wie Sie sich gegen Übergriffe schützen

Gewalt gegen Journalisten: Was tut die Polizei in Stuttgart?

Mit Betroffenheit reagiert der Deutsche Journalisten-Verband auf die Übergriffe auf Journalistinnen und Journalisten bei der heutigen „Querdenker“-Demonstration in Stuttgart.

Ersten Angaben zufolge gab es körperliche Attacken gegen Journalisten sowie Steinwürfe. Ein Fernsehteam des Südwestrundfunks musste eine Live- Schalte mit der ARD-Tagesschau abbrechen. Ein Journalist soll verletzt worden sein. „Wieder einmal kennen die selbsternannten Querdenker keine Hemmungen, Berichterstatter als Ziel ihrer Wut anzugreifen“, sagt DJV- Bundesvorsitzender Frank Überall. „Das allein ist schon schlimm genug. Wütend macht mich die offensichtliche Untätigkeit der Polizeibeamten, die nichts für den Schutz unserer Kolleginnen und Kollegen unternehmen.“ Von den für den Polizeieinsatz Verantwortlichen erwarte der DJV klare Antworten, warum die Journalisten nicht ausreichend geschützt würden. Überall: „Was muss eigentlich noch passieren, bis die Sicherheitskräfte erkennen, dass Journalistinnen und Journalisten in Deutschland nicht mehr frei berichten können?“

Die künftige baden-württembergische Landesregierung fordert der DJV- Vorsitzende auf, für künftige Demonstrationen ein „überzeugendes Schutzkonzept“ auszuarbeiten: „Herr Kretschmann, Sie sind für die Sicherheit der Journalisten verantwortlich!“

Die gesamte Pressemitteilung des DJV-Bundesverbandes gibt es hier.

Notfalltelefon eingerichtet

27.03.2021 Heute finden in Düsseldorf und Köln Corona-Demonstrationen statt. Für alle, die dort journalistisch tätig sind, haben wir von 14 bis 18:30 Uhr ein Notfalltelefon eingerichtet. Unsere Jurist:innen helfen unter0211/23399-33. Achtung: Bei Gefahr erst die 110 wählen.Der Deutsche Journalisten-Verband appelliert an die Polizeiführungen der Länder und des Bundes, bei künftigen Corona-Demonstrationen Berichterstatter vor Übergriffen und Gewalt zu schützen.  www.djv.de/startseite/profil/der-djv/pressebereich-download/pressemitteilungen/detail/news-besserer-schutz

Journalisten als Feindbild

01.03. 2021 "Immer häufiger werden Journalistinnen und Journalisten in Deutschland Ziel von Anfeindungen, Hass oder Angriffen. Studien und offizielle Informationen der Regierung zeigen: die Anlässe für Grenzüberschreitungen sind ebenso divers wie die Täter. Im Jahr 2020 wurde auch Berichterstattung über die Corona-Pandemie zum Risikofaktor." So beginnt der Bericht "Journalisten als Feindbild" des European Journalism Observatory, für den die stellvertretende Landesvorsitzende des DJV-NRW, Andrea Hansen, und DJV-NRW-Geschäftsführer Volkmar Kah mit Johanna Mack gesprochen haben.

252 Straftaten, so heißt es in dem Bericht, richteten sich im Jahr 2020 in Deutschland gegen Medien und Medienschaffende, wie die Bundesregierung Ende Januar auf Anfrage der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen bekannt gab. „Journalisten sind gewohnt, Beobachter zu sein, aber immer häufiger wird man unfreiwillig zum ‚Vertreter der Gesellschaft‘ oder ‚des Systems‘“, beobachtet Volkmar Kah, Geschäftsführer des Deutschen Journalisten-Verbands NRW. „Journalisten sind ein ausgemachtes Feindbild.“ Die Anfeindungen kämen aus verschiedenen Richtungen, oft von „extremistischen Rändern“ jeglicher Gesinnung, so Kah – „oder von Leuten, die sich falsch dargestellt fühlen“.  Als ein Reizthema hat sich dabei im vergangenen Jahr die Corona-Berichterstattung herauskristallisiert. Demonstrationen zählten zu den gefährlichsten Situationen für Journalisten in Deutschland, bekräftigt auch die stellv. Landesverbandsvositzende Andrea Hansen. Und Volkmar Kahr ergänzt: „Anfeindungen gegen Journalisten sind zwar nichts Neues, aber sie werden vielleicht im Zusammenhang mit der Pandemie deutlicher.“

Den gesamten Artikel "Journalisten als Feindbild" des European Journalism Observatory gibt es hier.

Über das EJO: Das Europäisches Journalismus-Observatorium (EJO) beobachtet Trends im Journalismus und in der Medienbranche und vergleicht Journalismus-Kulturen in Europa und den USA. Das EJO wurde im Frühjahr 2004 als gemeinnütziges Zentrum der Università della Svizzera italiana gegründet. Heute ist es ein sich ständig weiter entwickelndes Netzwerk von Forschungsinstituten in den folgenden Ländern: Albanien, Deutschland, Großbritannien, Lettland, Polen, Portugal, Schweiz, Spanien, Tschechien, Tunesien, Ukraine, Ungarn und USA. Jeder EJO-Partner entscheidet unabhängig für seine Sprachversion, welche Themen für sein Publikum relevant sind und welche EJO-Beiträge übersetzt werden. Die deutsche EJO-Website wird vom Erich-Brost-Institut für internationalen Journalismus geführt.

Angriffe auf Journalist*innen dürfen nicht zur Normalität verkommen

25.11.20 Die Bandbreite reicht von Rempeleien und Schlägen über Nötigung, Sachbeschädigung bis hin zu gefährlicher Körperverletzung und Morddrohungen. Immer mehr Journalist*innen in Deutschland erleben körperliche und verbale Gewalt während oder wegen ihrer Arbeit.

Laut einer Studie des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld geben rund 60 Prozent der befragten Journalist*innen  an, in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal beleidigt oder angegriffen worden zu sein. Das ist ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu früheren Ergebnissen. Andere Erhebungen wie die des Leipziger „European Center for Press and Media Freedom“ kommen zu ähnlichen Ergebnissen.
Die meisten Angriffe erfolgen digital, vor allem über soziale Netzwerke und per E-Mail. Ein Viertel der Befragten sagt, schon mindestens einmal über private Kontaktdaten angegriffen worden zu sein. Knapp ein Drittel gibt an, "von Angesicht zu Angesicht" beschimpft worden zu sein.


DJV-NRW unterstützt Initiative im NRW-Landtag - Hilfe für Journalist*innen dringend notwendig

Einen Tag nach den Vorfällen in Berlin hatte der Ausschuss für Kultur und Medien zum Austausch eingeladen. Thema: Der Schutz von Medienschaffenden.

19.11.20 Todesanzeigen, Schläge, Bedrohung und der Verdacht auf Anthrax: Beim DJV-NRW häufen sich die Vorfälle, bei denen Journalist*innen zur Zielscheibe von Angriffen wurden. Es ist eine Liste, die betroffen macht. Und sie wird immer länger, „ohne dass sich etwas bewegt“, wie Kah der Politik attestierte: „Vor einem Jahr habe ich das erste Mal im Rahmen einer Veranstaltung Polizeischutz für einen Kollegen bestellen müssen. Geändert hat sich seitdem nichts.“

Bewegung könnte nun durch einen Antrag der SPD in die Sache kommen: Die Sozialdemokraten fordern die Landesregierung auf, „Maßnahmen zu ergreifen, die die Medienschaffenden effektiver gegen Bedrohungen schützen“.  Der DJV-NRW sieht hier auch die Landesregierung in der Pflicht, ihrer Fürsorge gegenüber Pressevertreter*innen nachzukommen. Eine besondere Rolle spielt hierbei die Polizei. Weiterlesen! 

Gewalt gegen Journalist*innen
Melden Sie einen Vorfall

Wenn Sie bedroht, verletzt, angegriffen oder ihre Arbeitsgeräte (Kamera, Stative, Handy, etc.) mutwillig beschädigt wurden, muss selbstverständlich die Polizei Ihr erster Ansprechpartner sein. Wenn Sie darüber hinaus noch Unterstützung benötigen, melden Sie sich. Die Justiziar*innen des DJV-NRW stehen unseren Mitgliedern gerne zur Verfügung. Schreiben Sie uns dafür bitte eine E-Mail an zentrale@djv-nrw.de oder rufen Sie an (Telefon: 0211/23399-0).

Pressekodex

Im Pressekodex des deutschen Presserates finden Sie die journalistisch-ethischen Grundregeln für Medienschaffende. Zum Kodex! 



Presserat
Gemeinsame Verhaltensregeln für Medien und Polizei

"Freie Berichterstattung sichern": Der Deutsche Presserat erwartet, dass die Polizei auf Demonstrationen mehr für die Sicherheit von Medienvertretern tut. Der Rat hat der Innenministerkonferenz nun einen Vorschlag über zeitgemäße gemeinsame Verhaltensgrundsätze für Polizei und Medien vorgelegt. Weiterlesen! 

10 Tipps
Wie Sie sich gegen Übergriffe schützen

Wir haben Ihnen zehn Tipps zusammengestellt, wie sich betroffene Kolleg*innen im Ernstfall verhalten können, um sich keiner größeren Gefahr auszusetzen. Helene Pawlitzki hat für das JOURNAL bei erfahrenen Kolleg*innen nachgefragt, wie sie sich schützen. Alle Gesprächspartner haben schon teils massive Übergriffe erlebt – und berichten weiter. Zur Check-Liste!

journal
Hass und Angriffe nehmen zu

Themenwahl, Geschlecht oder sexuelle Orientierung, Name oder Hautfarbe, manchmal reicht auch einfach nur ein provokanter Tweet: Es gibt viele Gründe, warum Journalistinnen und Journalisten in der digitalen und der realen Welt Gewalt erfahren. Sie werden diskreditiert, bedroht und schlimmstenfalls tätlich angegriffen. JOURNAL 3/20  Zum Artikel!

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