Deutscher Journalisten-Verband Landesverband Nordrhein-Westfalen

Journalist*innen und Corona in NRW

Der DJV-NRW bedankt sich bei allen Kolleginnen und Kollegen, die derzeit unter erschwerten Bedingungen Unglaubliches leisten, um uns alle mit Informationen zu versorgen. 
Noch nie war das Bedürfnis der Bürger*innen nach Informationen so stark wie jetzt. Umso wichtiger, dass unsere Medienbetriebe verlässliche Nachrichten bieten und Falschinfor­mationen, wie sie auch in den sozialen Netzwerken verbreitet werden, konsequent widerlegen.

Der DJV-NRW fordert Verlage und Sender deshalb auf, sich für den Gesundheitsschutz von Festen und Freien einzusetzen, um die dringend notwendige Informationskultur in unserem Land aufrecht­erhalten zu können. Homeoffice ist derzeit das richtige Mittel, um die die Ansteckungsgefahr zu minimieren. Wo Homeoffice noch nicht eingesetzt wird, sollte es eingeführt werden.

Nachfolgend haben wir wichtige Informationen und Tipps für Journalist*innen sowie die Forderungen des DJV in der Corona-Krise zusammengestellt. Für Hinweise auf Überarbeitungsbedarf oder zusätzlich mögliche Ausführungen ist die Redaktion stets dankbar.

Achtung: Diese Information kann eine juristische Beratung durch Anwälte nicht ersetzen, sondern stellt eine unverbindliche Zusammenstellung von Informationen dar. Auf Grund der sich überschlagenden Ereignisse bei der Redaktion können einzelne Punkte bei einer Neuauflage anders gefasst werden.

Kontakt
Geschäftsstelle

Trotz kleinerer Besetzung in der Geschäftsstelle stehen wir Ihnen aber weiter zu den gewohnten Öffnungszeiten zur Verfügung. Die Erreichbarkeit per E-Mail und über die sozialen Medien bleibt selbstverständlich sichergestellt, Telefone im Homeoffice werden umgestellt:
zentrale@djv-nrw.de
0211/23399-0

Arbeitsschutz

Die SARS-CoV-2-Epidemie in Deutschland erfordert besondere Arbeitsschutzmaßnahmen - auch für Journalist*innen. Wir haben Ihnen wichtige Informationen und Ansprechpartner*innen zusammengefasst. Zur Themenseite Arbeitschutz

FAQ
Was Freie jetzt tun können

Wer hilft mir, wenn ich in Not gerate? Können bestehende Verträge storniert werden? Wir haben für freiberufliche Journalist*innen in einem FAQ einige wichtige Informationen über Ansprüche, Hilfsprogrammen und die Auftragslage in der Krise zusammengefasst. Zum FAQ

FAQ
Was Feste jetzt tun können

Wie betreuue ich meine Kinder, wenn die Schulen schließen? Welche Ansprüche habe ich im Homeoffice? Wir haben wichtige Fragen und Antworten in der Corona-Krise für Sie als angestellte Journalist*innen in einem FAQ zusammengefasst. Zum FAQ

Infos und Praxistipps
Homeoffice und mobiles Arbeiten

In fast allen Redaktionen haben sich diese Arbeitsformen etabliert. Welche Rechte habe ich für das Arbeiten in den eigenen vier Wänden und worauf sollten Beschäftigte beim mobilen Arbeiten achten? Mehr! 

Bund und Länder
Finanzielle Unterstützung

Wir verschaffen Ihnen einen Überblick über die Rettungspakete und HIlfsprogramme der Bundes- und Landesregierung für selbständige und unständig beschäftigte Journalist*innen. Programme, Voraussetzungen und Fristen im Überblick! 

Unterstützung vom DJV
Unterstützungsverein und Beitragsanpassung

Unser U-Verein hilft gemäß §53 Abgabenordnung unbürokratisch in Not geratenen Mitgliedern. Außerdem gibt es bei massiven Einnahmeverlusten die Möglichkeit der Beitragsreduzierung. Weiterlesen!

Tipps
Kurzarbeit

Das Kurzarbeitergeld beträgt 60% der sogenannten Nettoentgeltdifferenz. Mit auf der Lohnsteuerkarte eingetragenen Kindern beträgt der Satz 67%. Eine Übersicht an Informationen zum Kurzarbeitergeld gibts hier und bei der Agentur für Arbeit.

Neues aus dem DJV-Bundesverband

Forderungen des DJV

Wir fordern die Bundesregierung dazu auf, ein Rettungspaket für die Selbständigen und unständig Beschäftigten zu schnüren. Dazu bieten sich verschiedene Maßnahmen, die der DJV-Bundesverband hier zusammenfasst.(...)

Kinderkrankengeld

Rückwirkend zum 5. Januar 2021 wird der Anspruch auf Kinderkrankengeld befristet von zehn Tagen auf zwanzig Tage pro Kind und Elternteil verlängert und zudem auf den Fall der Betreuung gesunder Kinder ausgedehnt. Weiterlesen! (...)

Erste Hilfe-Ratgeber für Freie

Michael Hirschler vom Bundesverband des DJV hat Medienschaffenden wichtige Informationen und Praxis-Tipps rund um freiberuflichen Journalismus in der Corona-Krise zusammengefasst. Weiterlesen! (...)

Umsatzsteuer 2021

Die Umsatzsteuer beträgt ab dem 1. Januar 2021 wieder 19 bzw. 7 Prozent. Wer 2021 noch Aufträge abrechnet, die zwischen Juli bis Dezember 2020 erbracht worden sind, muss dafür 16 bzw. 5 Prozent berechnen. Mehr dazu! (...)

Umfrage zur Situation freier Journalist*innen in der Krise: Freier Journalismus am Abgrund

Befragungsreport: Die Auswertungsergebnisse zur Situation der Freien im Überblick

Düsseldorf, 21.09.2020 Journalist*innen leisten unter den erschwerten Bedingungen in der Corona-Pandemie Unglaubliches. Noch nie war das Bedürfnis der Bürger*innen nach verlässlichen Informationen so hoch wie jetzt. Nicht ohne Grund hat die Landesregierung alle Journalist*innen im April für systemrelevant erklärt. Wer denkt, dass sie deswegen trotz Krise finanziell gut aufgestellt sind, liegt falsch. Das zeigt die Umfrage des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV-NRW) zur Situation von freiberuflichen Journalist*innen in der Corona-Krise.

„40 Prozent der Freien sorgen sich um ihre berufliche und private Existenz. Das sind 40 Prozent zu viel“, erklärt Frank Stach, Landesvorsitzender des DJV-NRW. Er wundert sich allerdings kaum. „Die bisherigen Hilfsprogramme der Bundes- und Landesregierung helfen den Umfrage-Teilnehmer*innen nicht weiter. Die meisten gehen leer aus. Für diejenigen, die Unterstützung erhalten, ist das nur ein Tropfen auf den heißen Stein“

Das Wirtschaftsministerium hat letzte Woche eine Fortsetzung der sogenannten Corona-Überbrückungshilfe von September bis Dezember 2020 beschlossen. Solo-Selbstständige sollen weiterhin mit 1.000 Euro unterstützt werden. Dieses Zeichen erkennen wir als DJV-NRW an. Dieser Schritt kann allerdings nicht das dringend erforderliche Maßnahmenpaket ersetzen, wie es vom DJV-Bundesverband gefordert wird. Das belegt auch das Umfrageergebnis: Die Teilnehmer*innen fordern mit großer Mehrheit (rund 70 Prozent) ein umfassenderes Hilfsprogramm. „Ein Hilfsprogramm, das auch den Lebensunterhalt mit einschließt, wäre unbedingt erforderlich. Ansonsten werden viele wie ich langfristig nicht mehr vom Journalismus leben können“, schreibt ein Mitglied des DJV-NRW in der Umfrage zur aktuellen Situation der Freien. Die Landesregierung bleibt aufgefordert, sich hier entsprechend einzubringen.

Finanzielle Situation der Freiberuflichen verschlechtert sich rapide

Mehr als 630 Freie aus allen journalistischen Ressorts haben an der Umfrage teilgenommen. Für mehr als 80 Prozent der Befragten haben sich die Arbeitsbedingungen seit Beginn der Corona-Pandemie verändert – für viele zum Schlechten. 67 Prozent der Umfrage-Teilnehmer*innen bekommen seit Beginn der Corona-Krise weniger bis gar keine Aufträge mehr. Das hat große Auswirkungen auf die finanzielle Situation der Journalist*innen. Ebenfalls 67 Prozent geben an, dass sie weniger verdienen als vor Beginn der Pandemie. Durchschnittlich berichten die Befragten von Honorareinbußen über 50 Prozent. Über 38 Prozent der Freien können dieses Honorardefizit nicht ausgleichen, weil ihre Rücklagen so gut wie oder bereits ganz aufgebraucht sind. 

Sofort- und Überbrückungshilfe sind unzureichend

Als die Bundesregierung im Frühjahr die Soforthilfe auflegte, um Soloselbstständigen mit vermeintlich 9000 Euro unter die Arme zu greifen, atmeten viele freie Journalist*innen auf. Das hielt aber nicht lange an, denn mit dem Hilfspaket dürfen nur betriebliche Fixkosten und keine privaten Kosten gedeckt werden – nicht einmal das eigene Honorar. Mehr als 55 Prozent der Befragten haben die Soforthilfe trotzdem beantragt, fast 98 Prozent haben die Unterstützungsleistung erhalten. Viele standen angesichts sich widersprechender Informationen aus dem NRW-Wirtschaftsministerium aber oftmals ratlos da. Die Befragten erklären dem DJV-NRW gegenüber, dass sie bis heute unsicher sind, ob, wie viel und auf welchem Wege sie die Soforthilfe wieder zurück überweisen sollen.  Am Ende werden wohl nur die wenigsten sie auch wirklich behalten dürfen.

Nachdem es hieß, dass mit der Soforthilfe nur Fixkosten gedeckt werden dürften, ließ das Ministerium für Wirtschaft in NRW dann später verlauten, dass die Kolleg*innen für die Monate April und Mai jeweils 1000 Euro behalten dürfen, um damit auch private Kosten zu decken. Wer aber gedacht hatte, dass ihm/ihr die Soforthilfe nicht zusteht, oder im April und Mai noch auf Rücklagen zurückgreifen konnte, geht leer aus (45 Prozent). Von denjenigen, die die Soforthilfe beantragt hatten, gaben 25 Prozent an, dass die Summe viel zu gering war, um die laufenden Kosten damit zu decken. 

Anfang des Sommers hat die Bundesregierung dann mit der sogenannten Überbrückungshilfe nachgelegt, die allerdings nur mit Hilfe von Steuerberater*innen beantragt werden kann, den viele normalerweise nicht engagieren. Die Landesregierung ergänzte das Hilfsprogramm mit jeweils 1000 Euro, die die Beantragenden für private Zwecke nutzen können. Lediglich 11 der über 600 Befragten haben diese Unterstützung bisher erhalten, drei davon haben sie als hilfreich empfunden.

Teilnehmer*innen fordern Hilfsprogramm für freie Journalist*innen

Vielen Kolleg*innen fehlt es an einem für freiberufliche Journalist*innen zugeschnittenen Hilfsprogramm, mit dem auch Ausgaben für die private Lebensführung bestritten werden können. Grundsicherung haben nur 17 von über 600 Umfrage-Teilnehmer*innen beantragt. Und das, obwohl dieser Antrag der Lösungsvorschlag der Landesregierung für all denjenigen sein soll, für die die Soforthilfe nicht in Frage kommt.

„Dass sich 40 Prozent unserer freien Mitglieder, die an der Umfrage teilgenommen haben, Sorgen um ihre Existenz machen, ist erschreckend. Zumal viele der Auftraggeber unserer Kolleg*innen jetzt erst nach und nach in wirtschaftliche Schwierigkeiten kommen, weswegen dann in den nächsten Monaten Aufträge wegfallen und die Honorare deutlich zurückgehen werden. Das heißt, bei vielen werden die wirtschaftlichen Schwierigkeiten erst noch kommen“, blickt Frank Stach in die Zukunft. „Dass die Politik die Kolleg*innen im Regen stehen lässt, muss ein Ende haben. Journalist*innen sind ein wichtiger Pfeiler unserer Demokratie, für den die Politik Verantwortung übernehmen muss – und zwar jetzt“, so Stach.

Rückfragen: Marie Kirschstein, Referat Kommunikation und Marketing, Tel: 0211/23399-200, marie.kirschstein@djv-nrw.de

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