Deutscher Journalisten-Verband Landesverband Nordrhein-Westfalen

Der DJV im ZDF

Personalratswahlen am 3. Mai 2021

Am 3. Mai werden beim ZDF in Düsseldorf neue Personalräte gewählt. Unsere Kollegen Andreas Halbach, Redakteur bei Frontal 21, und Thomas Münten, Reporter Landesstudio NRW und Mitglied im Fachausschuss Rundfunk, treten an. Das Wichtigste ist, dass ihr eure Stimme abgebt! Denn erst so macht ihr starke, vielfältig aufgestellte Personalvertretungen möglich.

Unsere Kandidaten Andreas Halbach & Thomas Münten

Kontakt
Fragen, Wünsche, Anregungen?

Ihr wollt unsere Kandidat*innen näher kennenlernen? Ihr arbeitet im ZDF und habt eine Frage oder ein Anliegen? Dann schreibt uns. Andreas Halbach und Thomas Münten melden sich persönlich bei Euch zurück. 

Tel: 0211/23399-200
Email: information@djv-nrw.de

Wir kümmern uns.

Damit du sicher arbeiten kannst

Schon während Corona haben wir Personalräte uns in zahlreichen Gesprächen mit dem Haus dafür eingesetzt, dass die Arbeitsplätze sicher sind. Doch ein sicherer Arbeitsplatz geht weit über eine Pandemie hinaus: Als Personalräte wachen wir über die Einhaltung der entsprechenden Vorschriften – von der Größe des Büros über Ergonomie bis zum Raumklima.

Damit du Beruf und Privatleben vereinbaren kannst.

Corona hat gezeigt: Homeoffice ist für manche Führungskräfte schwer vorstellbar. Zahlreiche Vorgesetzte mussten wir erst in Gesprächen überzeugen, dass es keine Hinderungsgründe gibt. Und die gibt es auch nach der Pandemie nicht. Wir werden auch dann, wenn der äußere Druck weg ist, dafür sorgen, dass Vorgesetzte nicht vergessen: Arbeiten kann man auch zu Hause.

Corona hat auch Führungskräfte zu der Einsicht gezwungen: Es muss nicht immer 8.30 bis 17 Uhr sein. Verlängerte Mittagpausen, flexible Anfangs- und Endzeiten – alles ist möglich und muss laut Tarifvertrag möglich sein. Wir erläutern dir und deinen Vorgesetzten das auch nach der Pandemie gerne – im letzteren Fall gegenüber den Vorgesetzten bei Bedarf auch gerne nachdrücklich. Wir werden dafür sorgen, dass die Möglichkeiten des Tarifvertrags auch gelebt werden.

Eltern hatten das Problem, dass immer wieder einmal die Schulen und Kindergärten geschlossen wurden. Wir haben uns dafür eingesetzt, dass das ZDF großzügigere Lösungen angeboten hat. Und auch wenn Corona vorbei ist: Eltern müssen unterstützt werden. Wir sorgen dafür, dass das ZDF seinen eigenen Anspruch als familienfreundlicher Arbeitgeber einlöst. 

Damit du auch einmal Feierabend machen kannst

Den ganzen Tag am Rechner – ich muss doch erreichbar sein? Ja, aber nur während der Arbeitszeiten, nicht abends und am Wochenende. Arbeitszeitregelungen gelten auch im Homeoffice. Wir schreiten gerne ein, wenn dein*e Chef*in dich fragt, warum du auf die Mail nicht am Sonntag geantwortet hast. Und wir haben schon immer gefordert: Arbeitszeiterfassung muss für jeden möglich sein, der fürchtet, unbezahlte Überstunden zu machen. Wir brechen auch hier Widerstände.

Damit du dir nicht Sorgen machen musst, die Miete zu bezahlen

Gerade den freien Mitarbeitenden sind in der Pandemie Jobs weggebrochen. Wir haben uns als Personalräte dafür eingesetzt, dass es Hilfs- und Ausgleichzahlungen gibt. Und auch nach Corona muss dies weiter gelten: Wir kontrollieren die Verträge der Freien, damit den Kolleg*innen nicht einfach der Boden unter den Füßen weggezogen wird.

Damit du nicht schlechter behandelt wirst, nur weil du das „falsche“ Geschlecht hast

Ein Entwurf, die Dienstvereinbarung „Frauengleichstellung“ zu überarbeiten, liegt dem ZDF vor, das das bisher ausgesessen hat. Wir werden das in der nächsten Legislaturperiode wieder aufrufen.

Sexuelle Belästigung und Mobbing sind ein „No Go“. Wir Personalräte haben eine Dienstvereinbarung zum Schutz davor abgeschlossen. Jetzt muss sie sich bewähren – wir Personalräte werden dafür sorgen, dass sie nicht nur auf dem Papier ihr Dasein fristet.

Das Entgelttransparenzgesetz gilt, und zwar - wie erst das Bundesverfassungsgericht urteilen musste, auch für freie Mitarbeitende. Ansprechpartner ist hier der Personalrat. Wir haben in der Vergangenheit schon den Finger in die Wunde gelegt, wenn Kolleginnen schlechter bezahlt werden als Kollegen und werden das weiterhin, auch systematisch, überprüfen.

Damit du sein kannst, was du bist

Männlich, weiblich, divers – Geschlecht und sexuelle Orientierung dürfen keine Rolle im Sender spielen; gleichzeitig muss das ZDF die Gesellschaft widerspiegeln. Wir haben entsprechende Vorstöße unternommen und werden das in den kommenden vier Jahren in eine Dienstvereinbarung gießen, die wir dem Haus vorlegen werden.

Damit du fair behandelt wirst

Konflikte, ungerechte Anweisungen – das alles darf nicht sein. Wir haben mit dem ZDF eine Dienstvereinbarung verhandelt, die den Umgang des ZDF mit Konflikten regelt: Die Vorgesetzten sind in der Pflicht, es gibt Fristen, in denen Probleme zu lösen sind. Auch eine externe Mediation ist kein Tabu mehr im Haus. Wir werden dafür sorgen, dass diejenigen, die hier im ZDF in die Pflicht genommen werden, dieser auch nachkommen. Gleichzeitig werden wir weiter das tun, was schon in der vergangenen Periode unsere Hilfestellung war: Wir beraten und klären dich über deine Rechte und die Pflichten deines*r Vorgesetzten auf.

Damit du fair bezahlt wirst

Wenn zwei das Gleiche tun, haben sie noch längst nicht das Gleiche auf der Entgeltabrechnung. Wir überprüfen die Verträge freier Mitarbeitender und die Einstufung der Festangestellten. Wir haben in den vergangenen Jahren Höhergruppierungen und außertarifliche Honorarerhöhungen durchgesetzt und werden dies nun auf alle freien Verträge ausdehnen.

Damit es sich lohnt, dass du seit Jahren für das ZDF arbeitest

Wir haben das Verfahren zur Umschichtung kontrolliert und werden das weiter tun. Dabei haben wir erreicht, dass die Stufe 5 bei der Umschichtung langjähriger freier Mitarbeitenden nicht mehr die absolute Obergrenze darstellt. Wir kontrollieren, dass sich der finanzielle Verlust sich bei der Umschichtung in einem vertretbaren Rahmen hält und es am Ende des Berufslebens auch ein Plus gibt. Wir beraten weiterhin, welche Folgen das für dich hätte.

Damit du gesund bleibst oder wieder wirst

Die Arbeit darf dich nicht krank machen. Darum kontrollieren wir, dass das ZDF die entsprechenden Vorschriften einhält und fordern immer wieder, dass das ZDF auch ein Mehr anbietet. Damit Druck, harte Worte und Stress dich nicht überfordern, haben wir die Dienstvereinbarung zu Konflikten verhandelt und außerdem das Mitarbeitendengespräch neu überarbeitet, damit die Anforderungen nicht zu Überforderungen werden und das ZDF handeln muss, wenn die Arbeit krank macht.

Solltest du länger krank sein, darf es nicht passieren, dass du zurückkommst und alles ist wie vorher. Darum haben wir eine Dienstvereinbarung zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement verhandelt. Bei der Umsetzung sind wir Personalräte nicht nur Ansprechpartner, sondern als Teil des BEM-Teams auch Teil der Lösung.

Damit du dir keine Sorgen wegen der Umwelt machen musst

Wir stellen im Personalrat einen eigenen Nachhaltigkeitsbeauftragten. Dieser hat bereits die Ladestationen für E-Bikes durchgesetzt und kümmert sich auch um Nachhaltigkeit im ZDF-Kasino. Wir werden weiter dem Haus Vorschläge unterbreiten und deine Vorschläge weitergeben, damit das ZDF ein Programm macht, das nicht nur on air und online nachhaltig wirkt, sondern auch für unseren Planeten.

Damit du nicht überwacht wirst

Zahlreiche IT-Programme bieten Funktionen an, von denen George Orwell als Chef nur träumen könnte. Wir haben eine Dienstvereinbarung zum Beschäftigtendatenschutz und zu IT-Sicherheitssystemen abgeschlossen, dass weitgehende Kontrollrechte beinhaltet – damit Du nicht kontrolliert wirst, sondern der Personalrat kontrolliert, dass du nicht zum gläsernen Mitarbeitenden wirst. Wir werden auch weiter jede Software kritisch untersuchen und einschreiten, wenn sie deine Leistung und dein Verhalten kontrollieren könnte. Zudem haben wir dafür gesorgt, dass so auch nicht der Informantenschutz ausgehöhlt wird, um weiter investigative Recherchen machen können.

Damit die „schöne neue Welt“ auch wirklich schön wird

Office 365 ermöglicht viel – aber auch manches, was man lieber nicht möchte. Wir haben dafür gesorgt, dass auch hier deine Leistung und dein Verhalten nicht kontrolliert werden dürfen. Gleichzeitig verändert die Software die Prozesse und Strukturen, in denen du arbeitest. Wir sorgen dafür, dass die nicht einfach über dich kommen, sondern dein Wissen und deine Erfahrungen hier einfließen können, die „schöne neue Welt“ zu gestalten.

Damit die sozialen Medien für dich nicht asozial werden

Wir haben dem ZDF einen Vorschlag unterbreitet, wie dafür Sorge getragen wird, dass du in den sozialen Medien geschützt unterwegs bist und nicht einfach zur Verantwortung gezogen werden kannst, wenn es deinem*r Chef*in nicht passt, was du getan hast. Wir werden in den kommenden vier Jahren mit dem ZDF eine Dienstvereinbarung dazu abschließen.

Außerdem haben wir dem Haus einen Vorschlag unterbreitet, dass du nicht dein Privat-Smartphone nutzen musst. Auch zu „bring your own device“ werden wir mit dem ZDF weiter verhandeln.

Damit du das Programm machst und nicht nur verwaltest

Ob TV oder Internet – das ZDF lagert mehr und mehr Tätigkeiten aus, die eigentlich Redakteur*innen, Kameraleute und Cutter*innen ausüben sollten. Wir kontrollieren Arbeitnehmerüberlassungsverträge und müssen gehört werden, wenn das ZDF Tätigkeiten verlagert. Wir werden auch weiter anmahnen, dass in den Inhalten, an denen ZDF draufsteht, auch ZDF drin sein muss.

22. März: DJV-NRW stellt stellvertretenden Vorsitzenden nach Personalratswahl der Zentrale

Nach den Personalratswahlen im ZDF stellt der DJV den stellvertretenden Personalratsvorsitzenden im Personalrat der Zentrale im ZDF – zuständig für die Zentrale sowie die Landesstudios Rheinland-Pfalz und Hessen. Markus Peick (LV NRW), der bereits in der Amtsperiode zuvor den zweiten Stellvertreter gestellt hatte, ist jetzt stellvertretender Vorsitzender. Vorsitzender ist Thomas Wagner von ver.di, die mit dem DJV eine Listengemeinschaft gebildet hatten. Eine weitere der sechs Freistellungen ging an Jutta Dornbusch (DJV RLP).

Insgesamt umfasst der Personalrat der Zentrale 21 Mitglieder. Diese haben am 22. März in freier und geheimer Wahl aus ihrer Mitte diejenigen gewählt, die in den kommenden Jahren die Geschäfte des Personalrats führen soll und die Beschlüsse des Plenums umsetzen. Die Legislaturperiode endet am 21. März 2025.

Die Wahlbeteiligung erreichte einen neuen Höchststand von 62,72 Prozent gegenüber 60,17 Prozent 2017. „Das ist ein starkes Signal für eine starke Vertretung der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerähnlichen“, so Markus Peick. Wegen Corona fand die Wahl dieses Mal ausschließlich per Briefwahl statt; 2017 konnten die Mitarbeiter:innen im ZDF zwischen Brief- und Urnenwahl wählen. Bei den Festangestellten lag die Wahlbeteiligung bei 65,26 Prozent, bei den freien Kolleg:innen bei 53,81 Prozent.

„Das zeigt, dass sich das ZDF von seinen Freien entfremdet“, meint Markus Peick. „Dabei sind wir in der glücklichen Lage, dass im ZDF der Personalrat für Arbeitnehmerähnliche zuständig ist, im Unterschied zu manch anderem Sender. Gerade in Zeiten, in denen das ZDF bei den Freien die Daumenschrauben ansetzt und prekäre Arbeitsverhältnisse noch prekärer zu gestalten sucht, ist es wichtig, auch die Interessen der Arbeitnehmerähnlichen vertreten zu können.“

Allerdings hat die VRFF mittlerweile Klage gegen die Wahlen zum Personalrat – nicht zum Vorstand – beim Verwaltungsgericht eingereicht und den DJV-Bundesverband darüber informiert. Dabei hat sie allerdings keine Gründe genannt, warum aus ihrer Sicht die Wahl nicht ordnungsgemäß durchgeführt worden sein soll. Alle drei Gewerkschaften hatten Vertreter*innen in den Wahlvorstand entsendet, um mögliche Probleme, die eine Wahl anfechtbar machen könnten, bereits im Vorfeld zu klären. Der Wahlvorstand hätte dann, wenn man auf Probleme hingewiesen hätte, noch während der laufenden Wahlvorbereitungen Abhilfe schaffen können. Bis die Entscheidung des Gerichts vorliegt, werden Wochen, wenn nicht Monate ins Land gehen. Der Personalrat und sein Vorstand werden bis dahin das tun, wofür sie gewählt wurden: die Interessen der Kolleg:innen bestmöglich vertreten.

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